5 Jahre KZ-Gedenkstätte Hailfingen-Tailfingen

logo-kz-gendenkstaette-hailfingen-tailfingenLiebe Besucherin, lieber Besucher dieser Seite – Sie fragen sich vielleicht warum auf der Seite der Gedenkstätte KZ Bisingen gelegentlich immer wieder Berichte von anderen KZ-Gedenkstätten in der Region erscheinen. Nun, die Gedenkstätte KZ Bisingen, die Gedenk-Initiative Eckerwald  und die KZ-Gedenkstätte Hailfingen-Tailfingen sind seit der Gründung des Gedenkstättenverbunds Gäu-Necker-Alb als Verein im April 2010 miteinander eng vernetzt, und ihre Mitglieder nehmen u.a. an den jeweiligen Gedenkveranstaltungen und sonstigen Veranstaltungen teil. So findet nun auch der nachfolgen Beitrag über: „5 Jahre KZ-Gdenkstätte Hailfingen-Tailfingen“ eine Erklärung, zu der ich eine Einladung erhalten hatte, hier einen Platz_________________________!

Programm 5 Jahre KZ Gedenkstätten Hailfingen-Taifingen am 28. Juni 2015Volker Mall, der mit Harald Roth die jahrelange, ehrenamtliche Vorarbeit für Entstehung des Projekts „KZ-Gedenkstätte Hailfingen-Tailfingen“ geleistet hatte, überließ mir freundlicherweise den Beitrag von Nadine Dürr, den diese für die Presse geschrieben hatte. Ich gebe den Beginn des Beitrags hier ein – der gesamte Bericht kann in der pdf. Datei aufgerufen werden – sehr empfehlenswert zu lesen! Immer wieder beeindruckend 5 Jahre KZ-Gedenkstätte Hailfingen-Tailfingen 28. Juni 2015 - Namen-Block5 Jahre KZ-Gedenkstätte Hailfingen-Tailfingen 28. Juni 2015 Namen-Block Detailist das Denkmal in seiner Symbolik und den Namen auf dem ehemaligen Flugfeld. Wir stellen uns dabei die Spitze eines Eisbergs vor, dessen wahre Dimensionen in der Tiefe liegen – und die graue Mauer dahinter symbolisiert die Dimension der Aussichtslosigkeit – in ihrer vielfachen Bedeutung für die Häftlinge. Zu Beginn des Gedenktags gab es eine 5 Jahre KZ-Gedenkstätte Hailfingen-Tailfingen 28. Juni 2015 Führung durch die Gedenkstätte mit Birgit Kipfer, Verein Gegen Vergessen - für DemokratieFührung durch die Ausstellung der Gedenkstätte mit  Birgit Kipfer, Sprecherin für Baden-Württemberg beim Verein „Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.“   und um 11 Uhr dann den Festakt in der 5 Jahre KZ-Gedenkstätte Hailfingen-Tailfingen 28. Juni 2015 - PlenumBürgerhalle mit Grußworten und zwei Vorträgen – siehe nebenstehendes Programm__________!

Aus dem Trennenden wird etwas Verbindendes – Tailfingen: Ein Überlebender und zwölf Angehörige bei Feier zum fünfjährigen Bestehen der Gedenkstätte – von Nadine Dürr

Mordechai Ciechanover, mit Voker Mall und seiner Kombo

Mordechai Ciechanower, mit Voker Mall und Combo

5 Jahre KZ-Gedenkstätte Hailfingen-Tailfingen 28. Juni 2015 Mordechai CiechanoverWenn Mordechai Ciechanowers Stimme zu einem Ghettolied ansetzt, dann schimmert es durch die melancholischen Zeilen: sein bewegtes Leben, das die Erfahrungen in mehreren europäischen KZ entscheidend prägten. Gemeinsam mit den persönlichen Worten von Angehörigen der ehemaligen Häftlinge verliehen diese Lieder am Sonntag der Gedenkfeier zum fünfjährigen Bestehen der KZ-Gedenkstätte Hailfingen-Tailfingen ein sehr persönliches, authentisches Kolorit.

Eric Breuer mit Yehuda Schwarzbaum (vorne im BIld  - 14 Jahre alt - der jüngste Häftling)

Eric Breuer mit Jehuda Schwarzbaum sel. A. (vorne im Bild – 14 Jahre alt – der jüngste Häftling 1930 – 2011)

„Mein Vater war ein unverbesserlicher Optimist mit einer unglaublichen Lebensfreude. Er liebte die Menschen und war ein Inbegriff der Toleranz, obwohl er in seiner Jugend selbst den grausamsten Manifestationen der Intoleranz in der Menschheitsgeschichte ausgesetzt war“, sagte Ron Schwarzbaum vor dem Mahnmal für die ermordeten Häftlinge des KZ-Außenlagers. Auf den Stühlen vor ihm hatten elf weitere Angehörige und ein Überlebender Platz genommen. Alle wissen ihre Geschichten zu erzählen und einige ergriffen am Mikrofon das Wort.

Steve Pelcman

Steven Pelcman

In einer „Dedication Speech“ verdichtete Steven Pelcman  die Gedanken, die seinen verstorbenen Vater beim Besuch des Mahnmals möglicherweise beschäftigt hätten: „Wir stehen hier im Schatten von Millionen Juden und Nicht-Juden und fühlen den Verlust der vielen Leben. Und doch sind wir hier, um diese Leben zu feiern, denn sie gaben der Welt eine Bestimmung“, verlas er. Die Betroffenheit über das Leiden in den KZ habe über die Zeit ein neues Bewusstsein für Humanität geschaffen: „Keine philosophische Ideologie des Hasses kann sich langfristig wirklich durchsetzen.“

Dr. Fredy Kahn

Dr. Fredy Kahn, Nagold und Volker Mall

Auch Fredy Kahn, Ehrenmitglied im Gedenkstätten-Verein und Nachfahre eines KZ-Häftlings aus Baisingen, stellte Vergangenheit und Gegenwart gegenüber: „Diese Gegend erschien Tausenden Zwangsarbeitern wie die Hölle auf Erden. Für mich aber bedeutet dieser Landstrich Heimat.“ Nachdem Pfarrerin

Pfarrerin Sybille Silber von der Evang. Kirchengemeinde Tailfingen

Pfarrerin Sybille Silber von der Evang. Kirchengemeinde Tailfingen

Sybille Silber die Bedeutung der Begegnungen für das fünfjährige Bestehen

KADDISH Maurice Spicer, Mordechai Ciechanover, Dr. Fredy Kahn von li-re

KADDISH
Maurice Spicer, Mordechai Ciechanower, Dr. Fredy Kahn von li-re

hervorgehoben hatte, sprach der KZ-Überlebende Mordechai Ciechanower das Kaddisch.

Bei der Festveranstaltung am Morgen in der Gedenkstätte hatte der Vorsitzende des

Walter Kinkelin, Vorsitzender KZ-Gedenkstätten Hailfingen-Tailfingen

Oliver Schlamp, Mitglied des Vorstandes

Gedenkstättenvereins, Walter Kinkelin, die Geschichte der Entstehung des Erinnerungsorts noch einmal Revue passieren lassen. Er verdeutlichte das Konzept der Gedenkstätte als „begehbares Geschichtsbuch“, das sich in erster Linie an Schüler und Jugendliche wende. Auch in Zukunft wolle man die Arbeit weiterführen und die Gedenkstätte als „lebendigen Ort“ erlebbar machen: „Wir wollen und werden die damit verbundene Verantwortung übernehmen und auch notwendigen Diskussionen nicht aus dem Weg gehen.“

Gesamter Beitrag von Nadine Dürr: Aus dem Trennenden wird etwas Verbindendes ______________________________________________

Volker Mall Begrüßt die Anwesenden Angehörigen, nebst einer jeweilig kurzen Vita der ehemaligen Häftlinge: Anwesende Angehörige am 28. Juni 2015 in Hailfingen-Tailfingen

Eine Widmungs-Rede von Steven Pelcman, Karlsruhe (englisch): Dedication Speech – Steven Pelcman 

Grußwort – Dr. Fredy Kahn, Nagold: Grußwort – Dr. Fredy Kahn, Nagold

Ron li, und Michael Schwarzbaum

Ron li, und Michael Schwarzbaum

Ron Schwarzbaum, mit seinem Bruder Michael aus Wien angereist, erinnerte in einer kurzen, jedoch sehr bewegenden Rede zur Erinnerung an den Vater, Yehuda Schwarzbaum, mit 14 Jahren der jüngste der Hailfinger-Tailfinger Häftling.  Die Rede kann wohl ohne Abstriche als eine Liebeserklärung an den Vater bezeichnet werden – ich habe wenige wichtige Passagen notiert: „Wir hatten das Glück bei einem Vater aufzuwachsen, der die Menschen liebte und der sehr tolerant war. Wir hatten das Glück bei einem Vater aufzuwachsen, der viel Geduld hatte, obwohl er in seiner Kindheit physischen und psychischen Terror und Gewalt erlebt hatte. Er wurde vor 5 Jahren sehr krank …….. – wir danken Dir und wir vermissen Dich sehr.“

Zum Abschluss noch ein paar Impressionen von einem großartigen Tag in Hailfingen Tailfingen, aus Anlass des 5jährigen Bestehens der KZ-Gedenkstätte Hailfingen-Taifingen. Alle Bilder: Uta Hentsch

Walter Kinkelin, Dr. Fredy Kahn, Olver Schlamp. Ortsvorsteher Haillfingen, Mordechai CCiechanover, Harald Roth

Oliver Schlamp,  Dr. Fredy Kahn, Stephan Neher, OB von Rottenburg, Mordechai Ciechanower, Harald Roth – von li nach re

Harald Roth im Interview mit dem SWR4

Harald Roth im Interview mit dem SWR4

Mordechai Ciechanower und Andreas Kroll

Mordechai Ciechanower und Andreas Kroll

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Gedenkarbeit am Karl-von-Frisch-Gymnasium in Dußlingen

Notwendige Korrektur des Eintrags vom 4. Juli 2015 Am 3. Juni erhielt ich eine Mail von Sebastian Kämper, Lehrer am Kark-von Frisch-Gymnasium in Dußlingen, mit nachfolgendem Inhalt: Liebe Frau Hentsch, vor einigen Jahren hatten wir im Winter Kontakt miteinander, als Sie meinem Kollegen Dieter Holzer und mir samt einigen Kollegen unserer Partnerschule in Israel (die HofHacarmel Highschool in Maagan Michael) die Bisinger Gedenkstätte und Ihre Arbeit vorstellten. Zwar haben Sie den Vorsitz mittlerweile an Dieter Grupp – einem von mir sehr geschätzten Kollegen – übergeben, dennoch würde ich Sie für ein kurzes Referat/kurze Vorstellung Ihres Erinnerungsengagements anfragen.

Die einzige Projekt-Arbeit, die am 15. Juni noch zu sehen war

Die einzige Projekt-Arbeit, die am 15. Juni noch zu sehen war

Worum geht es? Wir haben seit gut 10 Jahren in unserem Schulcurriculum fest das Geschichtsthema Unternehmen Wüste drin, an das sich verschiedene Themen angliedern, die projektorientiert von den Schülern (9. Klassen) erarbeitet und präsentiert werden. Der Nachbereitungstag war immer der Vorstellung der „Künstlergruppe“ vorbehalten, die sich mit Erinnerungsformen theoretisch wie praktisch auseinandergesetzt hat. Zusätzlich hatten wir standardmäßig ein Zeitzeugengespräch mit Mieciu Langer integriert, aus dem die Schüler immer beeindruckt gegangen sind. Leider ist ja Herr Langer verstorben, sodass dieser Zeitzeuge nunmehr nicht mehr „live“ befragt werden kann (eine Gruppe unseres Projekts befasst sich dem Buch Miecius später Bericht, das nicht mehr aufgelegt wird). Karävon-Frisch-Gymnasium GedenkarbeitSo hatte ich für den diesjährigen Nachbereitungstag die Idee, Erinnerungsarbeit in der Region vorzustellen (Formen, Geschichte, Probleme, Chancen etc.pp.). Und wer könnte dies kompetenter als Sie? Konkret: Es geht um den Montag, 15.6. 2015, ca. 10 – 12 h. Martin Ulmer von der Geschichtswerkstatt Tübingen hat auch schon zugesagt für ca. ein dreiviertel Stunde (Das Thema muss nicht sklavisch an das Unternehmen Wüste gebunden sein, d.h. Sie und Martin Ulmer könnten sich im Fall des Falles bestens ergänzen). Der Termin ist leider fix, da der betreffende Montag der Nachbereitungstag unserer Langprojektwoche ist. Die Schüler werden dann ihre Themen erarbeitet und vorgestellt sowie am 10.6. den Gedenkpfad Eckerwald und Natzweiler besucht haben. Ich würde mich sehr freuen, wenn ich Sie für diesen kleinen Vormittag gewinnen könnte. Herzliche Grüße, Ihr Sebastian Kämper, OStR, Karl-von-Frisch Gymnasium, Auf dem Höhnisch, 72144 Dusslingen _______________________! Martin Ulmer, Geschichtswerkstatt Tübingen

Martin Ulmer, Geschichtswerkstatt Tübingen

Martin Ulmer, Geschichtswerkstatt Tübingen

Max-von-Frisch-Gymnasium 15. Juni 2015 -1Max-von-Frisch-Gymnasium 15. Juni 2015 -2 Der Einladung konnte ich zusagen, und so trafen Martin Ulmer und ich am 15. Juni um 10 Uhr für eine gute Doppelstunde die SchülerInnen der 9. Klassen. zum Nachbereitungstag. Von mir selbst gab es Informationen über die Gedenkstätten KZ Bisingen (Beginn der Aufarbeitung 1982 durch eine kleine JUSO-Gruppe und ihre Arbeit danach bis zur Vereinsgründung und aktuellem Stand heute – mit begleitender Powerpoint-Präsentation) und Martin Ulmer berichtete über die Geschichte der Juden in Tübingen während der NS-Zeit und zeigte eindrückliche Ausschnitte von Zeitzeugenaussagen per DVD von Überlebenden Tübingern und Tübingerinnen.

Bleibt zu wünschen und zu hoffen, dass den SchülernInnen diese Zeit der intensiven Beschäftigung zum Thema „Vergangenheit vor der Haustür während des NS-Zeit“ für ihre Zukunft präsent bleibt Dank sei der Schulleitung des Max-von-Frisch-Gymnasiums für die Möglichkeit, ihren SchülerInnen durch solche Projektwochen die Vergangenheit, im engen Zusammenhang auch ihres räumlichen Standorts „auf dem Höhnisch“ und dem „Wüste“-Werk“ 1, bekannt werden zu lassen. Dank auch allen LehrernInnen, wie Sebastian Kämper, des Max-von-Frisch-Gymnasiums, die sich für Erarbeitung für solche Projektwochen und die fachliche Begleitung der SchülerInnen in dieser Zeit zur Verfügung stellen.

Übrigens: dass wir im Mai 2013 in Bisingen die Ausstellung „BESA – eine Sache der Ehre“ zeigen konnte hatte ihre gedankliche „Geburt“ im Max-von-Frisch-Gymnasium. Sie hatte dort Eröffnung ein Jahr zuvor. pdf. Datei: Informationen Projekt Unternehmen Wüste