Lesung: „Zwei Leben gegen den Nationalsozialismus“

Am Dienstag, 02. Februar 2010 waren Welf Schröter und Irene Scherer, Talheimer Verlag, Gäste im Heimatmuseum. Sie lasen aus den Aufzeichnungen: „Zwei Leben gegen den Nationalsozialismus“ von Karola Bloch und Eugen Rosenstock-Huessy.

Karola Bloch und Eugen Rosenstock-Huessy – zwei Menschen, die gegen den Nationalsozialismus Widerstand leisteten, die beide Deutschland verlassen mussten und in die USA gingen. Zwei Menschen, deren Biografien und Lebensleistungen Ermutigungen für Nachgeborene darstellen.


Bisinger Schüler am Internationalen Holocaust-Gedenktag / „Sterben für ein bisschen Öl“

Am 3. Januar 1996 sagte Roman Herzog in seiner Proklamation zur Einführung des Nationalen Gedenktags zur Erinnerung an die Millionen Opfer des menschenverachtenden Nazi-Regimes, darunter 6 Millionen Menschen jüdischen Glaubens: „Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen. Es ist deshalb wichtig, nun eine Form des Erinnerns zu finden, die in die Zukunft wirkt. Sie soll Trauer über Leid und Verlust ausdrücken, dem Gedenken an die Opfer gewidmet sein und jeder Gefahr der Wiederholung entgegenwirken.“ Der 27. Januar, Tag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee sollte zum Symbol werden für Völkermord und die Opfer des Dritten Reichs.

Am 01. November 2005 wurde der 27. Januar von der Generalversammlung der Vereinten Nationen zum „Internationalen Holocaustgedenktag“ erklärt.

Für den Verein „Gedenkstätten KZ Bisingen“ ist es auch in diesem Jahr wieder ein Anliegen aus gegebenen Anlass zu einer Gedenkveranstaltung ins Heimatmuseum einzuladen.

Am Mittwoch, 27. Januar 2010 um 10:00h gestalteten Schüler der Grund-Haupt und Werkrealschule Bisingen bereits im vierten Jahr im Heimatmuseum Bisingen eine Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus und der 6 Millionen ermordeten Menschen jüdischer Religionsgemeinschaft.



Andrea Clasen, Südwest-Presse, schrieb zum 27. Januar 2010 den nebenstehenden Artikel: „Sterben für ein bisschen Öl“ in Erinnerung an das Unternehmen „Wüste“ auf der Schwäbischen Alb.




Ein Überlebender des KZ Dormettigen in Israel gefunden

In der Zeit vom 17. Dezember 2009 bis 14. Januar 2010 wurden in der einmal wöchentlich erscheinenden deutschsprachigen Zeitschrift „Chadashot Israel“ – Israel Nachrichten –  in Tel Aviv fünf Artikel:  das Unternehmen „Wüste“ / die Gedenkstätten KZ Bisingen und Besuche Überlebender aus Israel veröffentlicht (jeweils Donnerstags).

Am Montag, 21. Dezember 2009, erhielt die Vorsitzende des Vereins „Gedenkstätten KZ Bisingen“ von der Redaktion in Tel Aviv eine e-mail mit folgender Nachricht: Liebe Frau Hentsch, den ersten Teil ihres Artikels haben wir am 17.12. veröffentlicht, ein Belegexemplar ist unterwegs. Der zweite Teil soll am 24.12. erscheinen.
Heute hat ein 85-jähriger Herr angerufen, der ganz aufgewühlt war von Ihrem Bericht, weil er genau dies alles erlebt hat. Er möchte unbedingt mit Ihnen in Kontakt treten.
Ihr Artikel ist also von höchstem Interesse. Auch für den dritten Teil wären wir Ihnen dankbar.

Adresse und Telefon-Nummer waren hinzugefügt und der erste telefonische Kontakt wurde sofort aufgenommen. Eine dreiviertel Stunde dauerte das Gespräch – es blieb nicht das Einzige. Insgesamt wurden am 01. Oktober 1944 2500 Häftlinge von Danzig-Stutthof  zum Unternehmen „Wüste“ hinzugefügt. 1500 von ihnen nach Bisngen und 1000 Häftlinge nach Dautmergen. Maximal 500 von ihnen (jüdische Häftlinge aus Estland) wurden nach Ende 1944/Anfang 1945 per Fußmarsch nach Dormettingen gebracht – Dormettingen war das Werk 8 und wurde als letztes eingerichtet.

Die Vorsitzende des Vereins wird Ende März/Anfang April 2010 Herrn M. in Israel treffen und mit ihm ein Interview machen. Darüber wird dann zu gegebener Zeit ein Bericht erscheinen.

Im Folgenden die Berichte – jeweils in ganzer Länge in der pdf.Datei nachzulesen:

Das Unternehmen „Wüste“

Die Gedenkstätten KZ Bisingen und deren Verein

Schalom, ich habe Euch viel zu sagen

Ich gehe zurück mit Frieden

Ein Gedenkstein für den Bruder

Der noch junge Verein „Gedenkstätten KZ Bisingen“ im ersten Jahr (2004) seines Bestehens

Die Gründung des Vereins „Gedenkstätten KZ Bisingen“ ist geschafft – der Eintrag als „gemeinnütziger Verein“ erfolgt im Juni 2004. Im Folgenden kann über die Anfänge der Öffentlichkeits-Arbeit, die Ziele und Vereinbarungen mit der Gemeinde Bisingen nachgelesen werden. In weiteren, separaten Berichten folgen dann Informationen über den Besuch von Otto Gunsberger, Melbourne // weitere Interna zum Thema Heimatmuseum/Verein // Besuch des Goldbacher Stollen, Überlingen // Veranstaltung: Euthanasie-Verbrechen-Grafeneck.

Das Kalenderjahr 2005 wird demnächst hier eingetragen. Es ist jedoch weitaus umfangreicher in seinen geschehno9ssen und benötigt daher bis zum völligen Abschluss etwas Geduld. Herzlichen Dank dafür 🙂

Noch ein Tip dieser Internetseite: Hier in diesem Bereich sind die Berichte nicht nach Kalenderjahr geordnet!!! Am besten ist es, wenn jeweils die „Kategorien“ aufgerufen werden – dort sind jeweils die einzelnen Berichte für das jeweilige Jahr zu finden.

Ausflug nach Überlingen zum „Goldbacher Stollen“

Es war eine kleine Gruppe des Vereins „Gedenkstätten KZ Bisingen“, die sich am 26. Juni 2004 zu einem Besuch des „Goldbacher Stollen und ehemaligen KZ-Außenlager Aufkirch bei Überlingen/Bodensee auf den Weg begab. Es war eine hochinteressante Begegnung mit der Vergangenheit für alle die, die vorher diese Orte noch nicht gesehen hatten. Über einen Ort und sein KZ-Lager nachzulesen ist die eine Sache – doch erst ganz real „vor Ort“ wird die Dimension des Wahnsinn nationalsozialistischer Umtriebe und Verbrechen im Dritten Reich um ein weiteres Mal „erkennbar“!

Im Folgenden ein Ausschnitt aus dem Faltblatt/Flyer über den „Goldbacher Stollen“ und das KZ-Außenlager Aufkirch:

Entstehungsgeschichte Der besonders schwere Luftangriff am 28. April 1944 auf die Stadt Friedrichshafen und ihre Rüstungsbetriebe, die aus der Gründung des Grafen Zeppelin hervorgegangen waren, veranlasste die Rüstungsplaner zur Verlagerung der Produktion. Ein Konsortium wurde vom „Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion“ beauftragt, in Überlingen am Bodensee Stollen zur Aufnahme der Fabriken in die Molassefelsen zu bauen. Dieses relativ weiche Gestein besitzt die Eigenschaft, die durch Bombeneinschlag erzeugten Schwingungen sehr gut zu absorbieren und bietet daher einen sehr effektiven Schutz gegen Luftangriffe.

Die Firmen Luftschifffahrt Zeppelin, Maybach, Dornier und Zahnradfabrik Friedrichshafen sollten in getrennten Anlagen mit jeweiligem Straßen- und Bahnanschluss untergebracht werden.

Zu diesem Zweck sind Häftlinge aus dem KZ Dachau rekrutiert worden, die im Herbst 1944 bei Aufkirch*, nordwestlich von Überlingen, ein KZ -Außenkommando errichten mussten. In diesem KZ waren durchschnittlich 800 Häfltinge interniert, die in weniger als sieben Monaten 4 km lange Stollen in den Felsen sprengten.

Noch bevor die Stollenanlage fertig gestellt wurde, erreichten jedoch die französischen Truppen Ende April 1945 den Bodensee, so dass mit der Produktion von Kriegsgeräten in der Anlage gar nicht begonnen werden konnte.

Der  gesamten Text hier in der pdf.Datei: Der Goldbacher Stollen in Überlingen und Link: http://www.stollen-ueberlingen.de

Adam Punschart, Österreich, und Wassily Sklazenko, Ukraine, waren sie beiden einzigen Häftlinge, denen in der Nacht vom 21. zum 22. März 1945 die Flucht in die Schweiz gelang.


Friedhof bei Birnau, an der B31 zwischen Überlingen und Uhldingen. Hier, direkt am See, haben 97 umgekommene Häftlinge, die aus einem Massengrab exumiert wurden, nach einer Gedächtnisfeier am 09. April 1945 ihre letzte Ruhestätte gefunden. Inschrift auf dem Gedenkstein: „97 Namenlose des Lagers Aufkirch, Zweiglager von Dachau, haben hier eine menschenwürdige Ruhestätte gefunden. Sie arbeiteten im Winter 1944/1945 in den Stollenbauten bei Überlingen und starben an leiblicher und seelischer Not in einem nationalsozialistischen Zwangslager. Doch, Friede den Menschen die guten Willens sind.“

Am ehemaligen KZ-Außenlager Aufkirch

Neues vom Verein „Gedenkstätten KZ Bisingen“

Beide Berichte waren ziemlich gleich nach ihrem Erscheinen schon „überholt“, denn die Tübinger Historikerin Ulrike Ströbele stand nicht länger als Bindeglied zwischen Gemeinde Bisingen und dem Verein „Gedenkstätten KZ Bisingen“ zur Verfügung.  Wieder Erwarten hatte sie ein anderes Stellenangebot erhalten und dem Bisinger Gedenkstätten Verein und der Gemeinde abgesagt. Es war eine Glücksfall, dass nur kurze Zeit nach der Absage Frau Hanne Grunert, Beuren, gefunden wurde!