Albert Speer – der „entzauberte“ Mythos – Veranstaltung mit Dr. Heinrich Schwendemann am 11.November 2011

Zwanzig Zuhörer hatten sich zum Thema „Der Mythos Albert Speer“ am 11. November 2011 im Heimatmuseum Bisingen eingefunden, zu der der Verein „Gedenkstätten KZ Bisingen“ eingeladen hatte. Der Kontakt zu Herrn Schwendemann, Historisches Seminar, Universität Freiburg, entstand im April 2011 während einer Tagung der LAGG (Landesarbeitsgemeinschaft Gedenkstätten) im Haus „Auf auf der Alb“ der Landeszentrale für politische Bildung. Es gab im Anschluss an den Vortrag noch eine lebhafte Fragerunde zum Thema. Am Samstag, 12.11.2011 gab es noch  einen Rundgang durch das die Ausstellung im Heimatmuseum und über den Geschichtslehrpfad in Bisingen.

„ Auch heute noch gern zum »verführten Bürger« umgelogen, gehörte Speer tatsächlich zu den brutalsten Führern des Regimes“ – so Dr. Heinrich Schwendemann  in einem Artikel 2004.

Die Schwerpunkte zu m Vortrag hatte Dr. Schwendemann wie folgt zu Beginn per Bild zusammengestellt:

1. Speer und die Zusammenarebit mit der SS:

  • Phase: 1937-1942: Speer als Staatsarchitekt des Dritten reiches
  • Phase ab 1924: Der Einsatz von Kz-Häftlingen in der Rüstungsindustrie
  •  Phase: Untertageverlagerungsprojekte – die Intensivierung der Kooperation 1943-1945

2. Speer und die Juden

  • Speers „private“ Judenpolitik in Berlin 1938-1943
  • Speer und die Judenvernichtung – a) Speer und Auschwitz / b) Nichts gewußt? Speermund Himmlers Posener Rede 1943 / c) Speer und die ungarischen Juden 1943

3. Speer und die Zwangsarbeiter

4. Speer und das Kriegsende

←Hier im Artikel erhalten Sie Information über die einzelnen Aspekte (Bild anklicken zur Vergrößerung!). Die 1 1/2 Stunden des Vortrags vergingen sehr schnell – die Informationen wurden mit entsprechendem Bildmaterial vertieft –

←wie hier z.B.

 

 

 

 

 

 


Dr. Heinrisch Schwendemann in Bisingen 11/2011

Dr. Heinrich Schwendemann studierte Geschichte und Germanistik an der Universität Freiburg. 1991 übernahm er Lehrtätigkeit  am Historischen Seminar  und ist heute geschäftsführender Assistent des Historischen Seminars an der Universität Freiburg. Heute ist er geschäftsführender Assistent des Historischen Seminars für Mittlere und Neuere Geschichte an der Universität Freiburg, Akademischer Rat und Studienberater im Fach Geschichte.

Sein Schwerpunkt liegt auf der Zeit des Nationalsozialismus, u.a. erschien 2000 das Buch: Lebensläufer über verbrannter Erde mit einem Beitrag von Dr. Schwendemann: „Vom Rüstungsminister zum Widerständler. Wie Albert Speer die eigene Biographie rückwirkend beschönigte.“

2006 folgte ein Beitrag: Der „entgrenzte“ Architekt. Zur Rolle Albert Speers im „Dritten Reich“  in: Der Zweite Weltkrieg in Europa und Asien.

Kurzfaszit: Albert Speer (1905 –  Hitlers Architekt und Rüstungsminister hörte 1930 eine Rede Hitlers, die ihn derart beeindruckte, dass er bereits im Januar 1931 der NSDAP wie auch der SA beitrat. 1932 erhält er die ersten Bauaufträge wird Planer und Gestalter der NSDAP-Großkundgebungen und Nürnberger Parteitage. Sehr schnell gehört er zu Hitlers engsten Vertrauen und ist der Architekt diverser Monumentalbauten und NS-Kultstätten. 1941 beauftragt Fritz Todt, Rüstungsminister, Albert Speer mit dem Wiederaufbau von Fabriken und Eisenbahnnetz in der Ukraine und im Februar 1945, ernennt Hitler ihn zum Rüstungsminister, nach dem Fritz Todt tödlich verunglückt war. Speer hatte als letzte Genehmigungsinstanz als Chef des Bauwesens, Einblick in alle Bauvorhaben der SS. So wusste er auch von den Todeslagern und ist somit auch einer der Täter, die den fabrikmäßigen Mord erst ermöglicht haben.

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New Yorker Gruppe der „Childrens’s Aid Society“ zu Besuch im Heimatmuseum Bisingen.

Die „Childrens’s Aid Society“ – ist eine  Organisation, die umfassende Unterstützung für Kinder in Not, von der Geburt bis zum frühen Erwachsenenalter, und für ihre Familien bietet, um die Lücken zwischen dem was Kinder haben und was sie brauchen um zu gedeihen, füllen. Bereits im vergangenen Jahr berichteten wir über einen solchen Besuch – und waren auch in in diesem Jahr wieder beeindruckt über das große Interesse,welches diese jungen Leute für die Geschichte um den zweiten Weltkrieg, das Hitler-Regime und die Geschichte hier vor Ort in Bisingen zeigen. Alle diese jungen Leute sind Angehörige von Opfer von „Nine-Eleven“ (Terroranschlag auf das World-Trade Center in New York am 11. September 2001). Eingeladen von der Prinzessin-Kyra-von-Preußen Stiftung verbrachte die Gruppe mit ihrem Leiter,  Michael A. Roberts,  14 Tage in Deutschland und besuchte vom Ausgangspunkt „Burg Hohenzollern“ auf der Schwäbischen Alb in verschiedenen Ausflüge die Region und überregionale Treffpunkte.

Am 21. September 2011 war die Gruppe am Vormittag Gast beim Bürgermeister Joachim Krüger, Bisingen – siehe Zeitungsbericht. Hanne Grunert (Gemeinde Bisingen) und Uta Hentsch (Vorsitzende des Vereins „Gedenkstätten KZ Bisingen“) nahmen die Gruppe dann am Rathaus Bisingen in Empfang und führte die jungen Leute durch die Ausstellungsräume des Heimatmuseum Bisingen „Mut zur Erinnerung – Mut zur Verantwortung“. Die Jugendlichen zeigten sich sehr betroffen über das gehörte und stellte viele Fragen zur Zeit des Hitler-Regimes!

Es schloss eine Begehung des „Geschichtslehrpfads.

Am Nachmittag war die Gruppe aus New York  bei der Freiwilligen Feuerwehr Bisingen eingeladen.

Der

Abteilungskommandant von Bisingen, Marc Mayer, begrüße die Gruppe. Es  gab praktische Vorführungen in welche die  die jungen Leute dann auch eingebunden wurden und es sich erwies, dass nichts so einfach ist, wie es aussieht es zunächst aussieht! Bei  leckeren Grill-Gerichten und vielen Gesprächen machten  sich Bisinger und New Yorker sehr schnell miteinander bekannt. Mit ein wenig Mut ging’s hinauf,  hoch über die Dächer von Bisingen- Steinhofen mit wunderschönem Rundblick über die Schwäbische Alb. Ein Höhepunkt dieses Tage war mit Sicherheit die Fahrt mit einem Einsatzwagen der Freiwilligen Feuerwehr Bisingens zurück in den Standort  auf die Burg Hohenzollern.

Neunklässler der Realschule Bisingen im Heimatmuseum und in Aktion auf dem Geschichtslehrpfad

Wie bereits in den drei Jahren zuvor, hatten sich herr Kügler mit seiner Klasse 9a und Herr Huesfeld mit der Klasse 9b – Realschule Bisingen – wenige Tage vor den großen Ferien für einen Besuch im der Ausstellung zum KZ Bisingen im Heimatmuseum und für eine „Säuberungs“-Aktion auf dem Geschichtslehrpfad (im Kuhloch) angesagt.Einige der Schüler beider Klassen waren Teilnehmer der AG-Spurensuche oder hatten innerhalb eines Sozial-Praktikums mit der Geschichte des Unternehmen „Wüste“ und seinen menschenverachtenden Auswirkungen im Wüste-Werk 2 Bisingen Bekanntschaft gemacht.

Im Bild links Herr Kügler mit seiner Klasse 9b im Heimatmusuem am 14. Juli 2011

Im Folgenden einige Bilder von der Aktion im Kuhloch am 25. Juli 2011 – die Relikte der ehemaligen Kondensierungsanlage musste von ihrem Bewuchs, der die Sicht nimmt befreit werden. Mitbeteiligt war der Bauhof Bisingen. der entsprechende Gerätschaften zur Verfügung stellte und das das anfallende Grünzeug fachgerecht entsorgte.

Es ist jedes Mal bei dieser Aktion erstaunlich, wie schnell  die Sicht auf die sicher nicht sehr schönen, aber immerhin doch zur Erinnerung an das KZ Bisingen sehr wichtigen Relikte wieder sichtbar werden. Mit einem anschließenden Besuch im Heimatmuseum wurde die tüchtige Gruppe junger Leute mit ihrem Lehrer mit einem herzlichen Dankeschön und guten Wünschen für die Ferienzeit verabschiedet.

2 Schüler-Projekte (GFS) – Gymnasium Haigerloch und Walther-Grotz Schule Albstadt/Ebingen

Über zwei Schüler-Projekte, die sich mit dem Unternehmen „Wüste“  und dem Werk 2 “ – Bisingen beschäftigten möchte dieser kleine Beitrag berichten.

Am 12. Juli 2011 besuchte ein kleine Schüler-Gruppe (12 SchülerInnen ‚prakt. Kursstufe‘) vom Gymnasium Haigerloch das Heimatmuseum Bisingen. Für das Projekt: Exkursionen GFS (gleichwertige Feststellung von Schülern) hatte sich Peter Fechter das Unternehmen „Wüste“ mit dem Werk 2″, Bisingen, ausgesucht. Auf einer Doppelseite hatte er die wichtigsten Fakten zum „Werk 2“ zusammengestellt und führte am 12. Juli seine Gruppe durch die Ausstellungsräume des Heimatmuseum „Mut zur Erinnerung – Mut zur Verantwortung“. Es machte viel Freude seinen Ausführungen zu den verschiedenen Themen der Ausstellung zu folgen – seine Mitschüler folgten ihm aufmerksam – auch Fragen stellend und am Ende der Exkursion zeigte ich sich auch der begleitende Lehrer, Herr Stanislawski, mit seinem Probanden zufrieden.

 

Am 14. Juli 2011 besuchte die 12. Klasse „Geschichtskurs“ der Walther-Grotz Schule aus Albstadt Ebingen mit ihrem Lehrer Herrn Biro das Heimatmuseum Bisingen. 18 hoch motivierte junge Leute waren gut vorbereitet Zum Thema Unternehmen „Wüste“. Das Thema „Geschichtslehrpfad mit dem Bisinger Lagersystem, dem Ölschiefer Abbaugelände und Ölgewinnungsverfahren wurde als GFS-Projekt selbst erarbeitet und nach dem Besuch des Heimatmuseums der Gruppe durch Begehung des Geländes vorgestellt.