Eine neue Gedenktafel auf dem KZ-Friedhof Bisingen

„Ein spezieller Tag für uns – die Suche ist beendet – er hat seinen Platz gefunden“…..

….das waren die Worte von Peter van Zantvoort am Sonntag Mittag, (19.Juni 2011) bevor wir gemeinsam zum KZ-Friedhof Bisingen fuhren. Dort war für 14:00h die Enthüllung des Gedenksteins für Alekzander Olszanski vorgesehen. Die Tochter, Janina Olszanska, und die Enkelkinder, Dorota Wrobel und Peter van Zantvoort, hatten in den letzten Jahren die Suche nach dem Verbleib des Vater und Großvaters intensiviert und erfuhren dann im September 2009 in Natzweiler-Struthof, dass der Gesuchte am 06. Februar 1945 im KZ Bisingen verstorben war. Der Ehefrau von Alekszander Olszanski hatte man 1952 mitgeteilt, dass ihr Mann in Natzweiler-Struthof verstorben wäre.

Der erste Kontakt mit den Hinterbliebenen wurde durch Dorota Wrobel im Januar 2010 hergestellt und im Mai 2010 besuchten sie dann zum ersten Mal unser Kirchspiel – siehe unter Kategorie 2010, Eintrag vom 14. Mai:  „Ich bin stolz, dass du hier bist“ – Abschied von Vater und Großvater.

In der Presse war die Gedenkstunde angekündigt und so ist an dieser Stelle all denen zu danken, die sich auf dem KZ-Friedhof Bisingen eingefunden hatten, um der Familie ihre Unterstützung und Anteilnahme zu bezeugen.

Es gab drei kleine Redebeiträge ( Vorsitzende des Vereins „Gedenkstätten KZ Bisingen, Janina Olszanska und Heinz Schwab, Bürgerverein Balingen).

Pater Joachim sprach einen Segen aus für die Familie und versammelte die Anwesenden zum gemeinsam gesprochenen „Vater unser…“ – ein in der Tat bemerkenswerter Abschluss dieser kleinen Gedenkveranstaltung. Für die Angehörigen von Alekzander Olszanski war die Anwesenheit der beiden geistlichen Leiter, Pfarrer Ulrich Günther von der evangelischen und Pater Joachim Rzesniczek von der katholischen Pfarrgemeinde Bisingens ein besonderes Geschenk, wie sie später berichteten.

Bisingens Bürgermeister, Herr Joachim Krüger, hatte den Gästen aus Holland und Belgien seine allerherzlichsten Grüße ausrichten lassen, er war mit seiner Familie im Urlaub und konnte daher nicht persönlich dabei sein. Presseberichte siehe ganz unten!

Es gab anschließend noch angeregte Gespräche auf dem KZ-Friedhof, die später im Heimatmuseum „Mut zur Erinnerung – Mut zur Verantwortung“ , den Ausstellungsräumen zum KZ-Bisingen fortgesetzt wurden.

In Vertretung Bürgermeister Krüger hatte am 17. Juni um 10:00h Romina Burkhardt  (Haupt-und Personalamt/Kulturamt Bisingen) die Familie ins Rathaus Bisingen eingeladen. Ausgezeichnet vorbereitet auf den Besuch mit vielen Fragen an die Gäste vertrat sie BM Krüger in sehr kompetent und persönlich voll engagiert. Auch ihr sei hier nochmals ein besonderer Dank ausgesprochen.

Am Mittwoch 15. Juni morgens wurde die 50kg schwere Gedenktafel zum Bisinger Steinmetz Rager gebracht und am Freitag, 17.Juni war alles auf dem KZ-Friedhof fertig aufgestellt. Auch Herrn Rager gilt nochmals Dank für seine gute Arbeit – es war ja nun bereits das dritte Mal, dass er für Überlebende und deren Hinterbliebene mit dieser Arbeit auf dem KZ-Friedhof Bisingen tätig wurde. Am Nachmittag besuchte die Familie auf Einladung von Bürgermeister Krüger die Burg Hohenzollern – ein Besucher-Magnet, dessen Besichtigung natürlich nicht ausgelassen werden darf. Da beim Besuch 2010 das Wetter sehr schlecht war, wollte die Familie noch einmal den Geschichtslehrpfad Bisingens besuchen – und damit fand dann der erste volle Besuchstag sein Ende.

Bleibt nun noch ein Ausflug nach Überlingen einzutragen. Wolfgang Rieg, Mitglied der „Dokumentationstätte Goldbacher Stollen und KZ Aufkirch e.V.“ und der Gedenkstätten KZ Bisngen e.V. hatte zu einer Führung im „Goldbacher Stollen“ eingeladen. Im nebenstehenden Bild eine Kurzinfo aus dem Internet!

Wolfgang Rieg begrüßte die Gäste und gab bevor es in den „Goldbacher Stollen“ hinein ging eine Reihe wichtiger Informationen über dieses wahnwitzige Unternehmen von 10/1944 – 04/1945

Der Campingplatz vor dem Goldbacher Stollen, der auf den Ausschüttungen  des Aushubs in den Bodensee später entstanden ist.

Mit einem Spaziergang durch Überlingen entlang des Bodensees fand dieser interessante Ausflug dann einen guten Abschluss. Vielen Dank an Wolfgang Rieg für Einladung zum „Goldbacher Stollen“ – und vielen Dank an Ingrid Wöhr (Schriftführerin des Vereins Gedenkstätten KZ Bisingen) die uns an diesem Tag gefahren hat.

Janina Olszanska, Dorota Wrobel und Peter van Zantvoort bedankten sich vor ihrer Rückreise nach Hause  am Montag, 20. Juni 2011 noch einmal sehr herzlich bei allen Beteiligten, die ihnen den Aufenthalt in Bisingen auf ihrem schweren Weg so angenehm gestaltet haben.

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Gedenkfeier in Eckerwald am Sonntag 08. Mai 2011

Voranmerkung: nachstehend ein Bericht von Leny und Cees de Brouwer-Fontaine über die Gedenkfeier in der „Gedenkstätte Eckerwald“, die dort jedes Jahr am 08.Mai begangen wird. Die Nachricht wurde so belassen wie sie eintraf – das emotionelle Ereignis für die Freunde aus den Niederlanden ist sehr gut nach zuerleben (siehe unter Kategorie 2010: „Jetzt wissen wir endlich….“ Juni 2010 / „Besuch aus Amsterdam“ November 2010)

Wir haben ein sehr emotionales, wertvolle und besonderes Wochenende in Eure sonniges Gegend gehabt. Zuerst Fritagabend mit Hanne, Gerhard und seinen Frau Margarete gegessen. Am Samstag war die Ausflug zum Freilichtmuseum in Neuhausen und Fahrt mit dem Sauschwanzle-bahn in Blumberg sehr schön und nachher Abendessen in der Becher in Rottweil, auch sehr gut.
Sonntagmorgen war dann das Gedenkfeier in Eckerwald. Zu dieses Gedenkfeier kamen auch 11 Neffen und Nichten von Leny. Die waren am Samstagabend mit dem auto in Balingen gekommen. Das Gedenkfeier hatte ein sehr grosse Eindruck auf uns Allen gemacht.
Nicht nur die Rede von Gerhard Lemmp, sondern auch die Performance einer Schülergruppe der Zinzendorfschulen Köningsfeld. Der Oberburgermeister Hernn Bross hatte uns allen eingeladen zum Mittagessen ( auch unsere 11 Neffen und Nichten).
Erstaunlich und unglaublich. Später sind wir nach Schömberg/Dautmergen gefahren für ein Gedenkfeier, wo Gerhard Lempp auch noch gesprochen hat. Wir haben noch Blumen gelegt bei der Würfel und haben nachdem noch mit einander Hand in Hand gestanden und gesungen. Wir haben uns dann verabschiedet und sind zum Heimatsmuseum in Bisingen gegangen, wir 8 und die andere 11 vom Familie. Dort hat Horst Prautsch und seiner Frau (Anmerkung: von den Gedenkstätten KZ Bisingen) uns begrüsst. Wir sind leider nicht so lange dort gewesen.

Alles mit einander war es ein sehr strenge Tag, emotional und viele Eindrücken und dass macht Müde. Wir haben mit die ganze Familië Abends in Balingen gegessen und am Montagmorgen (nachdem wir noch mit Hanne (Anmerkung: Gedenkstätten KZ Bisingen) gesprochen haben) wieder nach Hause gefahren. (von Stuttgart mit dem Zug).
Ein erklärung der Bilder.
1. Jacek Zieliniewicz aus Polen (überlebende)
2. Ein paar Neffen und Nichten von Leny
3. Ein paar Besucher
4. Ein Rede von Gerhard Lempp
5. Eine Performance von einem Schülergruppe.
6. Gerard Fontaine mit Nichte legen Blumen beim Würfel.
7. Kinder von Frans Fontaine: von L.
Frans Fontaine
Leny de Brouwer – Fontaine
Gerard Fontaine
Lidy de Vries – Fontaine
8. 11 Neffen und Nichten von Frans Fontaine (siehe Bild ganz oben)
9. Frans, Leny, Lidy und Gerard Fontaine mit mann und Frau
10.Rede von Gerhard Lempp beim Gedenkstätte
11.Besucher stehen Hand in Hand und singen zusammen
12.Namen aus das Buch in Heimatmuseum
13.Namen von 6 Niederlandische gestorben Häftlingen.


14.Franz Fontaine – Eintrag im Bisinger Nummerbuch 6 – im Heimat Museum Bisingen „Mut zur Erinnerung – Mut zur Verantwortung“

Das war es für heute.
Wir danken Euch allen herzlichst für alles.
Liebe Grüssen aus Amsterdam.
Leny und Cees

Die letzte Reihe im Bericht lautet: „Die Veranstaltung wurde gefördert von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“.