Das Jahr 2005 – ein ereignisreiches Jahr im „Gedenkstätten KZ Bisingen“-Vereinsleben

Während der Zusammenstellung der verschiedenen Aktivitäten des Vereins „Gedenkstätten KZ Bisingen“ in 2005 wurde schnell klar, dass sich eine Reihe von Höhepunkten darin fanden: 3 Besuche von Überlebenden des KZ Bisingen // eine neue hauptamtliche Mitarbeiterin der Gemeinde  Bisingen als „Bindeglied“ zum Verein // die einstimmige Genehmigung des Bisinger Gemeinderats für die Umgestaltung der Ausstellung im Heimatmuseum Bisingen // 3 Abendveranstaltungen u.a.m.

Pressebericht zur über das „neue Bindeglied“  zu unserem Verein – Hanne Grunert       

← Zu einer Veranstaltung am 27. Januar – dem 60. Jahrestag der Befreiung des KZ-Auschwitz  (Internationalen Holocaust Gedenktages) hatte der Verein eingeladen. Gezeigt wurde der Film „Sobibor“.

Die Vorsitzende des Vereins gab zu Beginn des Abends dazu einig „generelle“ Gedanken.

„Wir fanden heraus, was wirklich war“ – Sozialpraktikum von Realschülern im Heimatmuseum Bisingen

Erstmals im Schuljahr 2004/2005 wurde in der Realschule Bisingen für die Schüler der achten Klassen ein Sozialpraktikum durchgeführt. Da es nicht ausreichend Plätze in den Bisinger Sozialstationen für alle Schüler gab hatte die Religionslehrerin den Gedanken, beim Gedenkstättenverein KZ Bisingen anzufragen, ob es möglich wäre sieben Schüler für 5 Tage für ein Praktikum aufzunehmen. Nach einem Gespräch zwischen Hanne Grunert (Gemeinde Bisingen) und der Vereinsvorsitzenden gab es „grünes“ Licht für die Arbeit mit den jungen Leuten – ein Resümee über diese Tage ist in den nachfolgenden Zeitungsberichten nachzulesen:

Das Archiv-Material zieht um vom Archiv der Gemeinde Bisingen ind Archiv des HeimatmuseumsBesprechung im unteren Raum ds HeimatmuseumIm HeimatmuseumVor der "Alte Synagoge" HechingenIn der  "Alte Synagige" Hechingen"Abschiedsfoto"

„Was war denn so toll damals?“ – Veranstaltung mit Dr. Stephan Marks, Freiburg

Zum 11. März 2005 hatte der Verein zu einem Vortrag mit Dr. Stephan Marks aus Freiburg eingeladen.

„Was war denn so toll damals“Warum ist es wichtig, diese Frage zu verstehen? Was ist heute so toll, Neo-Nazi zu sein? Dr. Marks stellte Ergebnisse des Forschungsprojekts „Geschichte und Erinnerung“ vor. Durch Interviews mit alten Männern und Frauen (ehemalige SS-Männern, HJ-Führern, Wehrmachts-Soldaten, NSDAP-Mitgliedern u.a.) wurden ihre damaligen Motive erforscht: Was bewegte sie Hitler und dem Nationalsozialismus zu folgen?

Der Verlauf des Abends kann den nachfolgenden Zeitungsberichten entnommen werden. Der Vortrag kann hier nachgelesen werden: Was war denn so toll damals /

Harry Nieschawer besucht zum vierten Mal Bisingen

Als einen ersten Höhepunkt im Jahr 2005 ist vom Besuch von Harry Nieschawer, Florida, mit seiner Frau Ruthi vom 18.-22. April in Bisingen zu berichten.  Zum vierten Mal besucht er unser Kirchspiel und es sind wie alle Besuche von Überlebenden des KZ Bisingen unvergessliche Begegnungen. Die nachfolgenden Zeitungsberichte und Bilder mögen einen Eindruck über diese Tage geben, die am Ende zum letzten Besuch Harry Nieschawers in Bisingen werden.

Fotos (Hentsch): 1+2 Immo Opfermann/Harry Nieschawer im Gymnasium Balingen / 3 – 5 Realschule Bisingen, Schüler singen „Heveni Shalom Aleichem, Harry im Vortrag, Rektor Tröger und Bürgermeister Krüger mit Ehepaar Nieschawer / 6 In Haigerloch mit Helmut Gabeli / 7 Auf dem KZ-Friedhof Bisingen / 8 Harry im Interview / 9 Vortragsabend / 10 zu Gats bei Pfarrerin Hirschbach und ihrem Mann, Herrn Hutmaher

Ein neuer Gedenkstein für den KZ-Friedhof von Shalom Stamberg – Haifa

Ein zweiter Höhepunkt in 2005: der zweite Besuch von Shalom Stamberg aus Haifa. Bereits bei einem Besuch der Familie Stanberg im Frühjahr 2004 hatte Shalom Stamberg den Wunsch geäußert, einen Gedenkstein auf dem KT-Friedhof Bisingen zu setzen. In der zweiten Aprilwoche 2005 erfolgte ein Anruf aus Israel – Shalom Stamberg meldete sich an für die Zeit von Freitag 06. – Mittwoch 11. Mai. Er wollte eine Tafel mitbringen, die dann auf einem Gedenkstein angebracht und als Pendant zum jüdischen Gedenkstein von 1998 aufgestellt werden sollte.

Am Samstag, 07. Mai, gab es einen Termin für Shalom Stamberg bei Steinmetz Rager – natürlich konnte in der Kürze der Zeit seines Aufenthaltes das Arrangement  nicht fertiggestellt werden – den Stein selbst, ein dunkelgrauer Granitstein musste erst bestellt und dann bearbeitet werden, um dann die silberne Messingplatte von Shalom Stamberg darauf zu befestigen.

„Es war eine Eingebung von oben, ich musste es tun zum 60. Jahrestag der Befreiung aller Konzentrationslager am 10. Mai 1945 und nichts konnte mich davon abhalten“ – so Shalom Stamberg am 10. Mai 2005 am frühen Nachmittag auf dem KZ-Friedhof Bisingen. Es war eine denkwürdige Veranstaltung – durch die Kreativität von Mitgliedern des Vereins Gedenkstätten KZ Bisingen und die Anwesenheit von Bürgermeister Krüger und Pfarrerin Hirschbach, einer Gruppe von Freunden des Vereins und einer Schulklasse  erhielt die symbolische Enthüllung der Gedenktafel einen würdigen Rahmen – Shalom Stamberg, Überlebender des KZ Bisingen, sprach allen Anwesenden einen großen Dank aus.

Am Montag, 09. Mai besuchte Shalom Stamberg die HGW-und Realschule in Bisingen und am Dienstag Vormittag war Shalom Stamberg als Zeitzeuge Gast in der Sichelschule Balingen. Im Folgenden Zeitungsberichte und Bilder dieses Nachmittags am 10. Mai 2010




Besuch von Isak Wasserstein und seiner Frau Rosel in Bisingen

Ein dritter Höhepunkt im ersten Halbjahr von 2005 war der Besuch von Isak Wasserstein mit seiner Frau Rosel aus München. Der Verein und die Gemeindebücherei Bisingen hatten ihn zu einer Lesung über seine Lebenstationen eingeladen. Verbunden wurde der Besuch mit zwei Zeitzeugenberichten in der Kaufmännischen Schule in Hechingen und in der 12. Klasse des Gymnasiums Ebingen. Die nachfolgenden Zeitungsberichte und Bilder (alle Fotos U. Hentsch) geben ausführliche Information über den Besuch, der von diversen privaten Einladungen begleitet wurde.

Sechstklässler der Realschule Bisingen singen zur Begrüßung „Hevenu Shalom Aleichem“

Isak Wasserstein liest aus seinem Buch: „Ich stand an der Rampe von Auschwitz“

Gespräche nach der Lesung: Rosel Wasserstein und Bürgermeister Joachim Krüger

Ein Autogramm für Hanne Grunert

Zeitzeugenbericht in der Kaufmännischen Schule Hechingen

Nach dem Vortrag – Zeit für Autogramme

Im Gespräch mit Schülerinnen

Auf dem Geschichtslehrpfad – hier am Steg, dem vermutlichen Eingang zum Lager und Apeelplatz

Geschichtslehrpfad: am ehemaligen „Ölbunker“

Geschiichtslehrpfad: an der Ölschiefer-Abbaukante

Geschichtslehrpfad: Iska Wasserstein an einer Info-Tafel an der Ölschiefer-Abbaukante