Spurensuche in Hechingen und Bisingen mit der Schüler-AG der Realschule Bisingen

Schüler-AG Realschule Bisingen 2014 vor der %22Alte Synagoge%22 Hechingen -1Auch in diesem Jahr bot der Verein Gedenkstätten KZ Bisingen und das Heimatmuseum in der Realschule Bisingen eine Schüler AG „Spurensuche“ für die 6. und 7. Klasse an. Uta Hentsch, Erste Vorsitzende des Vereins und Franziska Blum vom Heimatmuseum machten sich mit den neun Schülern auf die Suche nach den Spuren der NS-Geschichte in der Region. Mit dem Comic „Die Suche“, der die Lebensgeschichte des jüdischen Mädchens Esthers erzählt, erhielten die Schüler einen guten Einstieg in die Themen Nationalsozialismus und Holocaust.
Als Exkursionen in die Umgebung standen der Besuch der Synagogen in Hechingen und die KZ-Gedenkstätten in Bisingen auf dem Programm.Uta Hentsch führte die Schüler auf den KZ-Friedhof und verband damit eine Pflegeaktion. Die Schüler befreiten die Wege von Heckenbewuchs und säuberten die beiden Gedenksteine, die 1998 mit der Eröffnung des Geschichtslehrpfads Bisingen auf dem KZ-Friedhof enthüllt wurde. Diese Reinigung stand schon seit langen an – der Bauhof Bisingen stellte die notwendigen Utensilien bereit und die Schüler haben in der Tat großartig an diesem Nachmittag gearbeitet – wir sagen „unseren Boys“ vielen Dank – ihr wart super 🙂 Steinmetz Rager, Bisingen, Steinmetz, wird nach den Ferien die Schrift auf beiden Steinen neu unterlegen.

Anfang Juli erkundeten die Schüler dann mit Franziska Blum den KZ-Lehrpfad. Über die Zeit des Bisinger KZ’s und des Ölschieferwerks 1944-1945 hatten die Schüler bereits zuvor viel gehört. Nun besuchten sie die originalen Stätten des ehemaligen Lagers und Ölschieferwerks. An der Abbaukante konnten sie Ölschiefer brechen, der beim Erhitzen mit einem Feuerzeug einen teerig-öligen Geruch entwickelte. Bei den Betonruinen des alten Gebläses, das einst zum Trennen von Ölschlamm und Gas diente, merkte ein Schüler an: „Hier könnten wir ja auch das Gebüsch zurückschneiden.“

Das abschließende Treffen fand im Heimatmuseum Bisingen mit der Ausstellung „Mut zur Erinnerung – Mut zur Verantwortung“ statt. Dort erfuhren die Schüler über die verschiedenen Lebensgeschichten der Bisinger KZ-Überlebenden, von denen die meisten Bisingen seit den 1990er-Jahren mehrfach besuchten. Das Resümee der Schüler: Die AG war spannend und hat Spaß gemacht!

 Text & Fotos: Blum / Hentsch

 

Schüler-AG Realschule Bisingen 2014 Geschichte der Hechinger Juden in JahreszahlenSchüler-AG Realschule Bisingen 2014 %22Alte Synagoge%22 Hechingen Tallit und Tora-Rolle erklärtSchüler-Ag Realschule Bisingen 2014 - %22Alte Synagoge%22 Hechingen - Geschichte der PogromnachtSchüler-AG Realschule Bisngen 2014 KZ-Friedhof BIsingen -6Schüler-AG Realschule Bisingen 2014 - KZ-Friedhof  Bisingen -3Schüler-AG Realschule Bisingen 2014 KZ-Friedhof Bisingen -9aSchüler-AG Realschule Bisingen 2014 Kz-Friedhof Bisingen -5Schüler-AG Realschule Bisingen 2014 KZ-Friedhof Bisingen -7Schüler-AG Realschule Bisingen 2014 KZ-Friedhof  Bisingen-10Schüler AG Realschule Bisingen 2014 auf dem Geschichtslehrpfad BisingenSchüler-AG Realschule Bisingen 2014 im Heimatmuseum BisingenSchüler-AG Realschule Bisingen 2014 - Presse

 

 

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Shalom Stamberg spricht das Kaddisch auf dem KZ-Friedhof Bisingen

Bitte beachten – es ist eine große Datei, sie benötigt etwas Zeit bis sie sich öfnet:   Broschüre zum 10jährigen Bestehen der Gedenkstätten KZ Bisingen e.V.

Mit diesem Eintrag verabschieden wir uns aus einer großartigen Woche des 10jährigen Bestehens des Vereins „Gedenkstätten KZ Bisingen“ und danken noch einmal für die Unterstützung durch die „Landeszentrale für politisiche Bildung“, Stuttgart – Abtlg. „Gedenkstättenarbeit“, von der wir auch noch nachträglich große finanzielle Hilfe erhielten – wir bedanken uns bei der Stiftung „Erinnerung-Verantwortung und Zukunft“ in Berlin, die denn Flug und die Spesen für die Gäste aus Israel übernommen haben – und wir bedanken uns bei Bürgermeister Krüger und der Gemeinde Bisingen, bei allen Schulleitern, Freunden und  Mitgliedern, die uns vor Ort unterstützt haben. Großer Dank auch an alle, die unsere Veranstaltungen besuchten und an Sie, liebe neue Mitglieder unseres Vereins._________________________________________

Sonntag, der 1. Dezember 2013, 14Uhr: als die Vorsitzende des Vereins Gedenkstätten KZ Bisingen Shalom Stamberg im Frühjahr 2013 bei einem Telefongespräch mit Stambergs Shalom Stamberg fragte, ob er sich vorstellen kann zum 10jährigen Vereinsbestehens mit seiner Frau Selda nach Bisingen zu kommen, antworte er ohne zu zögern: „ja – ich will!“ – und im weiteren Verlauf des Gesprächs äußerte er den Wunsch, das Kaddisch, das jüdische Totengebet, auf dem Bisinger KZ-Friedhof sprechen zu können. Der Sonntag wurde als letzter Tag des Besuchs von Stambergs  für beide zu einem letzten wichtigen Höhepunkt ihres Aufenthaltes in Bisingen – so berichteten beide mehrere Male. Sehr berührt hat sie beide, dass so viele Besucher zu diesem Anlass  auf dem KZ-Friedhof Bisingen gekommen waren. Ja, an dieser Stelle geht auch nachträglich noch einmal ein großer Dank an alle, die sich aus Horb, Haigerloch, Tübingen von der Alb, von Balingen von Bisingen und Umgebung auf den Weg gemacht hatten, um durch ihre Anwesenheit an diesem Ort unseren Gästen aus Israel und den Opfern der Barbarei hier in Bisingen vor 68 Jahren Ehre zu geben. Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges Gedenkstunde KZ-Friedhof Bisingen  1.12.2013 -1Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges KZ-Friedhof 1.12.2013  -2Nach dem Anzünden der jüdischen Gedenkskerze von Selda Stamberg und einer kurzen Begrüßung durch die Vereinsvorsitzende ging das Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges KZ_Friedhof Bisingen -Gäste -3Verein Gedenkstätten KZ Bisingen KZ-Friedhof 1.12.2013 - Gäste -4Wort an Shalom Stamberg, der zuvor die kleinen israelischen Fahnen um den Gedenkstein drapiert hatte.  Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges  KZ-Friedhof Bisingen 1.12.2013 Lesung-Schülerbriefe -7 jpgVerein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges KZ-Friedhof Bisingen 1.12.2013 lesung Schülerbriefe -8Die beiden Töchter von einem befreundeten Ehepaar, das vor zwei Tagen seine Mitgliedschaft im Verein unterschrieben hatte, lasen noch vier kleine Briefe vor, die Schüler der Waldorfschule Balingen-Frommern an Selda und Shalom Stamberg geschrieben hatten (wir berichteten über die Briefe!). Trotz Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 19jähriges KZ-Friedhof Bisingen 1.12.2013 im Gespräch -12nicht gerade zum längeren Verweilen einladender Temperatur,  gab es im Anschluss noch viele persönliche Gepräche. Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges KZ-Friedhof Bisingen 1.12.2013 Shalom Stamberg-BegrüßungVerein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges KZ-Friedhof Bisingen 1.12.2013 Besucher -12Begrüßung von Shalom Stamberg:  Shalom le culam – das bedeutet Frieden alle zusammen. Meine Frau Selda und ich danken Ihnen, dass Sie heute Nachmittag hier her gekommen sind. Es ist das vierte mal, dass ich in Bisingen bin – vor 10 Jahren zum ersten Mal mit meiner Frau, dann einmal allein und einmal mit meinen beiden Töchtern und meinem Schwiegersohn. Ja, es ist sehr schwer, nach 58 Jahren wieder nach Deutschland und an diesen Ort – Bisingen – zurück zu kommen. Das ist nur möglich weil vor zehn Jahren die erste Einladung von Bürgermeister aus Bisingen, Herrn Krüger, zu mir nach Haifa kam – und weil es hier Menschen gibt denen die Arbeit „gegen das Vergessen“ auf dem Herzen liegt,  und die sich  intensiv und ernsthaft mit der Geschichte und der Arbeit „gegen das Vergessen“ beschäftigen. Schon seit 10 Jahren sind sie für mich und meine Familie unsere guten Freunde, und wir danken dem Verein „Gedenkstätten KZ Bingen“ dass wir jetzt noch einmal – zum vierten Mal – hier sein konnten. Niemand von Ihnen ist für das was geschehen ist verantwortlich – aber ich habe eine Bitte an Sie alle – nicht zu vergessen – und nichts zu verleugnen, – sondern für die Geschichte Verantwortung zu tragen. Nur so kann Zukunft gebaut werden, die sich mit dem Gewissen vereinbaren lässt. Ich danke allen, die es möglich gemacht haben, dass ich heute hier noch einmal stehen kann stehen kann und werde nun das jüdische Totengebet, das  Kaddish,  im Gedenken aller Toten, die im KZ  Bisingen umgekommen sind, sprechen. Mein Zeugnis ist:  Das Jüdische Volk lebt und es wird ewig leben.    – Am Israel Chai!  – Schalom u’wracha leculam – Frieden und Segen Ihnen allen.____________________ Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges KZ-Friedhof Bisingen 1.12.2013 Kaddisch -Gebet  -9Verein Gedenkstätten KZ Bisingen. 10jähriges KZ Friedhof Bisingen 1.12.2013 - Sahlom Stamberg Kaddisch -10Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges Kz-Friedhof Bisingen 1.12.2013 - Kaddisch -*bersetzung -11Shalom Stamberg liest das Kaddisch – auch genannt das Gebet der Trauernden – und die Vorsitzende liest die Übersetzung.  Fotos: Wöhr/Hentsch  

Eine neue Gedenktafel auf dem KZ-Friedhof Bisingen

„Ein spezieller Tag für uns – die Suche ist beendet – er hat seinen Platz gefunden“…..

….das waren die Worte von Peter van Zantvoort am Sonntag Mittag, (19.Juni 2011) bevor wir gemeinsam zum KZ-Friedhof Bisingen fuhren. Dort war für 14:00h die Enthüllung des Gedenksteins für Alekzander Olszanski vorgesehen. Die Tochter, Janina Olszanska, und die Enkelkinder, Dorota Wrobel und Peter van Zantvoort, hatten in den letzten Jahren die Suche nach dem Verbleib des Vater und Großvaters intensiviert und erfuhren dann im September 2009 in Natzweiler-Struthof, dass der Gesuchte am 06. Februar 1945 im KZ Bisingen verstorben war. Der Ehefrau von Alekszander Olszanski hatte man 1952 mitgeteilt, dass ihr Mann in Natzweiler-Struthof verstorben wäre.

Der erste Kontakt mit den Hinterbliebenen wurde durch Dorota Wrobel im Januar 2010 hergestellt und im Mai 2010 besuchten sie dann zum ersten Mal unser Kirchspiel – siehe unter Kategorie 2010, Eintrag vom 14. Mai:  „Ich bin stolz, dass du hier bist“ – Abschied von Vater und Großvater.

In der Presse war die Gedenkstunde angekündigt und so ist an dieser Stelle all denen zu danken, die sich auf dem KZ-Friedhof Bisingen eingefunden hatten, um der Familie ihre Unterstützung und Anteilnahme zu bezeugen.

Es gab drei kleine Redebeiträge ( Vorsitzende des Vereins „Gedenkstätten KZ Bisingen, Janina Olszanska und Heinz Schwab, Bürgerverein Balingen).

Pater Joachim sprach einen Segen aus für die Familie und versammelte die Anwesenden zum gemeinsam gesprochenen „Vater unser…“ – ein in der Tat bemerkenswerter Abschluss dieser kleinen Gedenkveranstaltung. Für die Angehörigen von Alekzander Olszanski war die Anwesenheit der beiden geistlichen Leiter, Pfarrer Ulrich Günther von der evangelischen und Pater Joachim Rzesniczek von der katholischen Pfarrgemeinde Bisingens ein besonderes Geschenk, wie sie später berichteten.

Bisingens Bürgermeister, Herr Joachim Krüger, hatte den Gästen aus Holland und Belgien seine allerherzlichsten Grüße ausrichten lassen, er war mit seiner Familie im Urlaub und konnte daher nicht persönlich dabei sein. Presseberichte siehe ganz unten!

Es gab anschließend noch angeregte Gespräche auf dem KZ-Friedhof, die später im Heimatmuseum „Mut zur Erinnerung – Mut zur Verantwortung“ , den Ausstellungsräumen zum KZ-Bisingen fortgesetzt wurden.

In Vertretung Bürgermeister Krüger hatte am 17. Juni um 10:00h Romina Burkhardt  (Haupt-und Personalamt/Kulturamt Bisingen) die Familie ins Rathaus Bisingen eingeladen. Ausgezeichnet vorbereitet auf den Besuch mit vielen Fragen an die Gäste vertrat sie BM Krüger in sehr kompetent und persönlich voll engagiert. Auch ihr sei hier nochmals ein besonderer Dank ausgesprochen.

Am Mittwoch 15. Juni morgens wurde die 50kg schwere Gedenktafel zum Bisinger Steinmetz Rager gebracht und am Freitag, 17.Juni war alles auf dem KZ-Friedhof fertig aufgestellt. Auch Herrn Rager gilt nochmals Dank für seine gute Arbeit – es war ja nun bereits das dritte Mal, dass er für Überlebende und deren Hinterbliebene mit dieser Arbeit auf dem KZ-Friedhof Bisingen tätig wurde. Am Nachmittag besuchte die Familie auf Einladung von Bürgermeister Krüger die Burg Hohenzollern – ein Besucher-Magnet, dessen Besichtigung natürlich nicht ausgelassen werden darf. Da beim Besuch 2010 das Wetter sehr schlecht war, wollte die Familie noch einmal den Geschichtslehrpfad Bisingens besuchen – und damit fand dann der erste volle Besuchstag sein Ende.

Bleibt nun noch ein Ausflug nach Überlingen einzutragen. Wolfgang Rieg, Mitglied der „Dokumentationstätte Goldbacher Stollen und KZ Aufkirch e.V.“ und der Gedenkstätten KZ Bisngen e.V. hatte zu einer Führung im „Goldbacher Stollen“ eingeladen. Im nebenstehenden Bild eine Kurzinfo aus dem Internet!

Wolfgang Rieg begrüßte die Gäste und gab bevor es in den „Goldbacher Stollen“ hinein ging eine Reihe wichtiger Informationen über dieses wahnwitzige Unternehmen von 10/1944 – 04/1945

Der Campingplatz vor dem Goldbacher Stollen, der auf den Ausschüttungen  des Aushubs in den Bodensee später entstanden ist.

Mit einem Spaziergang durch Überlingen entlang des Bodensees fand dieser interessante Ausflug dann einen guten Abschluss. Vielen Dank an Wolfgang Rieg für Einladung zum „Goldbacher Stollen“ – und vielen Dank an Ingrid Wöhr (Schriftführerin des Vereins Gedenkstätten KZ Bisingen) die uns an diesem Tag gefahren hat.

Janina Olszanska, Dorota Wrobel und Peter van Zantvoort bedankten sich vor ihrer Rückreise nach Hause  am Montag, 20. Juni 2011 noch einmal sehr herzlich bei allen Beteiligten, die ihnen den Aufenthalt in Bisingen auf ihrem schweren Weg so angenehm gestaltet haben.

Allgemeine Informationen zu den Gedenkstätten KZ Bisingen

Fleyer_neu- Details_TitelFleyer-Rückseite-LageplanÖffnungszeiten der Ausstellung „Mut zur Erinnerung – Mut zur Verantwortung“ im Heimatmuseum Bisingen, Kirchgasse 15, Sonntags von 14-17 Uhr – Der Eintrittist frei

Wir bieten Führungen zur Ausstellung und zum Geschichtslehrpfad an.

Auf Anfrage kann eine Wanderausstellung zur Verfügung gestellt werden.

Kontaktperson für Führungen:

Dr. Ines Mayer Tel: 07476-1053 / E-Mail: ines-mayer@freenet.de

Informationen zur Ausstellung und zum Geschichtslehrpfad:

Gemeinde Bisingen

Heidelbergstr.9 / 72406 Bisingen

Dr. Franziska Blum Di+Do 14 – 17 Uhr

Tel: 07476 896 414 / E-Mail: franziska.blum@bisingen.de

Führungen für Gruppen: 

Ausstellung im Heimatmuseum Bisingen  € 20,-

Geschichtlehrpfad Bisingen: € 20,- 

Heimatmuseum + Geschichtslehrpfad (einschließlich KZ-Friedhof) Bisingen  € 40,-

Bankverbindung: Sparkasse Zollernalb

Empfänger: Gedenkstätten KZ Bisingen e.V. 

IBAN:  DE40 6535 1260 0134 0098 74 / SWIFT-BIC: SOLADES1BAL

Flyer zum ausdrucken / Vergrößerung per „klick“ 

Beitrittserklärung – download:

Kontakt: DieterGrupp@aol.com

 

BISINGEN – Heimatmuseum

Von Christine Glauning – aus “Möglichkeiten des Erinnerns” – Orte jüdischen Lebens und nationalsozialistischen Unrechts im Zollernalbkreis und im Kreis Rottweil (Hechingen 1997). Die Broschüre ist vergriffen und wird nicht wieder aufgelegt sondern ins Internet gestellt.

  • Heimatmuseum Bisingen: (seit 03. November 1996) Kirchgasse 15, 72406 Bisingen
  • Ausstellung „Mut zur Erinnerung – Mut zur Verantwortung“ über den Ölschieferabbau und das ehemalige Konzentrationslager
  • KZ-Friedhof und Geschichtslehrpfad

Heimatmuseum Bisingen: „Mut zur Erinnerung – Mut zur Verantwortung“ Blick in die Ausstellung
Die Ausstellung (ehemals „Schwierigkeiten des Erinnerns“) wurde aus Anlass des zehnjährigen Bestehens im Oktober 2006 vom Verein „Gedenkstätten KZ Bisingen“ (unter Beibehaltung des inhaltlichen Konzepts von Dr. Christine Glauning) umgestaltet. Foto: Hentsch

Öffnungszeiten: Sonntag 14 bis 17 Uhr sowie auf Anfrage

Führungen: Ines Mayer, Tel 07476-1053

KZ-Friedhof
Der  1947 von der französischen Militär-Regierung angelegte Friedhof liegt etwas außerhalb Bisingens.  Die Zufahrt ist ausgeschildert,  Parkmöglichkeiten sind vorhanden.

Geschichtslehrpfad
Der Pfad führt über das Gelände des ehemaligen Ölschieferwerks und zum Platz des ehemaligen Lagers.  Der ausgeschilderte Rundgang kann von jeder Station aus begonnen werden, ein guter Einstieg ist der Bahnhof Bisingen.

Informationen zur Ausstellung und zum Geschichtslehrpfad
Bürgermeisteramt Bisingen

Heidelbergstr. 9 // 72406 Bisingen

Dr. Franziska Blum                                                                                                                                                         Tel. 07476 896 414 – Di + Do 14 – 17 Uhr                                                                                                            E-Mail: Franziska.Blum@Bisingen.de

Verein Gedenkstätten KZ Bisingen

Uta Hentsch, Vorsitzende
Tel/Fax 07476 3898
E.Mail Uta.Hentsch@t-online.de

Anfahrt nach Bisingen
A81 Stuttgart-Singen, Ausfahrt Empfingen,Richtung Albstadt Balingen (B 463);
Bundesstraße B27 Tübingen Rottweil, Abfahrt Bisingen Ortsmitte;

Literatur:
Juso-AG Bisingen: „Das KZ Bisingen“
Bisingen, 10/1996 (3. Aufl.- 1. Aufl. 1985)

Christine Glauning: „Entgrenzung und KZ-System  – Das Unternehmen „Wüste“ und das Konzentrationslager Bisingen 1944/1945“ – Metropol Verlag, Berlin 2006

„Es war ein Bahnhof ohne Rampe – Ein Konzentrationslager am Fuße der Schwäbischen Alb“ // Reihe MATERALIEN, Hrsg. H. Grunert, Landeszentrale für politische Bildung, Stuttgart 2007

Zeittafel
24. August 1944:
Erster Transport mit 1000 polnischen Häftlingen von Auschwitz nach Bisingen

01. Oktober 1944:
Transport von 1500 Häftlingen (Russen, Letten, Litauer, Esten)  aus dem KZ Danzig-Stutthof

30. Oktober 1944:
Transport von 250 polnischen Juden aus dem KZ Vaihingen-Enz

26. November 1944:
Transport von 400 ungarischen Juden aus dem KZ Dachau

07. März 1945:
Transport von 1000 Häftlingen, davon 900 Juden aus dem KZ Buchenwald

April 1945:
Evakuierung des KZ Bisingen

12. April 1945:
Transport von 206 Häftlingen nach Dachau-Allach

14. April 1945:
Transport von 563 Häftlingen von Bisingen nach Dachau-Allach (in offenen Güterwaggons mit Stacheldraht. Der Rest der Häftlinge musste zu Fuß auf den „Todesmarsch“.
Kurz vor Kriegsende ließ der damalige Bisinger Bürgermeister, Hugo Maier  alle Unterlagen über das KZ Bisingen vernichten, darunter die Namenslisten der toten Häftlinge, die in der Standesamtsregistratur im Rathaus aufbewahrt worden waren.

English edition: bisingen-1-places-englisch

Fortsetzung: nächster Eintrag: KAP 2 – Bisingen I Orte – Konzentrationslager und Ölschieferwerk