Spurensuche in Hechingen und Bisingen mit der Schüler-AG der Realschule Bisingen

Schüler-AG Realschule Bisingen 2014 vor der %22Alte Synagoge%22 Hechingen -1Auch in diesem Jahr bot der Verein Gedenkstätten KZ Bisingen und das Heimatmuseum in der Realschule Bisingen eine Schüler AG „Spurensuche“ für die 6. und 7. Klasse an. Uta Hentsch, Erste Vorsitzende des Vereins und Franziska Blum vom Heimatmuseum machten sich mit den neun Schülern auf die Suche nach den Spuren der NS-Geschichte in der Region. Mit dem Comic „Die Suche“, der die Lebensgeschichte des jüdischen Mädchens Esthers erzählt, erhielten die Schüler einen guten Einstieg in die Themen Nationalsozialismus und Holocaust.
Als Exkursionen in die Umgebung standen der Besuch der Synagogen in Hechingen und die KZ-Gedenkstätten in Bisingen auf dem Programm.Uta Hentsch führte die Schüler auf den KZ-Friedhof und verband damit eine Pflegeaktion. Die Schüler befreiten die Wege von Heckenbewuchs und säuberten die beiden Gedenksteine, die 1998 mit der Eröffnung des Geschichtslehrpfads Bisingen auf dem KZ-Friedhof enthüllt wurde. Diese Reinigung stand schon seit langen an – der Bauhof Bisingen stellte die notwendigen Utensilien bereit und die Schüler haben in der Tat großartig an diesem Nachmittag gearbeitet – wir sagen „unseren Boys“ vielen Dank – ihr wart super 🙂 Steinmetz Rager, Bisingen, Steinmetz, wird nach den Ferien die Schrift auf beiden Steinen neu unterlegen.

Anfang Juli erkundeten die Schüler dann mit Franziska Blum den KZ-Lehrpfad. Über die Zeit des Bisinger KZ’s und des Ölschieferwerks 1944-1945 hatten die Schüler bereits zuvor viel gehört. Nun besuchten sie die originalen Stätten des ehemaligen Lagers und Ölschieferwerks. An der Abbaukante konnten sie Ölschiefer brechen, der beim Erhitzen mit einem Feuerzeug einen teerig-öligen Geruch entwickelte. Bei den Betonruinen des alten Gebläses, das einst zum Trennen von Ölschlamm und Gas diente, merkte ein Schüler an: „Hier könnten wir ja auch das Gebüsch zurückschneiden.“

Das abschließende Treffen fand im Heimatmuseum Bisingen mit der Ausstellung „Mut zur Erinnerung – Mut zur Verantwortung“ statt. Dort erfuhren die Schüler über die verschiedenen Lebensgeschichten der Bisinger KZ-Überlebenden, von denen die meisten Bisingen seit den 1990er-Jahren mehrfach besuchten. Das Resümee der Schüler: Die AG war spannend und hat Spaß gemacht!

 Text & Fotos: Blum / Hentsch

 

Schüler-AG Realschule Bisingen 2014 Geschichte der Hechinger Juden in JahreszahlenSchüler-AG Realschule Bisingen 2014 %22Alte Synagoge%22 Hechingen Tallit und Tora-Rolle erklärtSchüler-Ag Realschule Bisingen 2014 - %22Alte Synagoge%22 Hechingen - Geschichte der PogromnachtSchüler-AG Realschule Bisngen 2014 KZ-Friedhof BIsingen -6Schüler-AG Realschule Bisingen 2014 - KZ-Friedhof  Bisingen -3Schüler-AG Realschule Bisingen 2014 KZ-Friedhof Bisingen -9aSchüler-AG Realschule Bisingen 2014 Kz-Friedhof Bisingen -5Schüler-AG Realschule Bisingen 2014 KZ-Friedhof Bisingen -7Schüler-AG Realschule Bisingen 2014 KZ-Friedhof  Bisingen-10Schüler AG Realschule Bisingen 2014 auf dem Geschichtslehrpfad BisingenSchüler-AG Realschule Bisingen 2014 im Heimatmuseum BisingenSchüler-AG Realschule Bisingen 2014 - Presse

 

 

Claus Graf Schenk von Stauffenberg – Vortrag von Doris-Astrid Muth, Historikerin

Doris Muth im Heimatmuseum Bisingen 18.7.2014 -1Doris Muth im Heimatmuseum Biosingen 18.7.2014 -2Zum 18. Juli 2014 hatte der Verein Gedenkstätten KZ Bisingen zu einem Vortrag zum Thema „Claus Graf Schenk von Stauffenberg“ eingeladen. Dieter Grupp, Vorstandemitglied (1. Bild) hatte Doris-Astrid Muth, Historikerin, zu diesem Abend eingeladen. In einer Vorschau für die Lokalpresse schrieb Dieter Grupp: 

Am 20. Juli jährt sich zum 70. Mal das Attentat, mit dem Claus Graf Schenk von Stauffenberg vergeblich versucht hat, der NS-Diktatur unter Hitler ein Ende zu setzen. Dies nimmt der KZ-Gedenkstättenverein als Anlass, sich mit der Person Stauffenbergs auseinanderzusetzen. Dazu hat der Verein die Stauffenberg-Expertin Doris-Astrid Muth, Historikerin am Kreisarchiv Sigmaringen, als Referentin eingeladen, die am 18. Juli um 19.30 Uhr im Heimatmuseum Bisingen über das Thema „“Claus Schenk Graf von Stauffenberg – Porträt eines Widerstandskämpfers” sprechen wird. Doris-Astrid Muth hat die Ausstellung zu Stauffenberg in der Gedenkstätte in Albstadt-Lautlingen konzipiert und umgesetzt und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema.___ENDE 

20 ZuhörerInnen folgten nach der Begrüßung durch Grupp, dem fundierten in allen Punkten sachlichen Vortrag von Doris-Astrid  Muth, dem sich noch eine rege Fragerunde anschloss. Mit Applaus der Zuhörer und Dank seitens der Vereinsvorsitzenden an die Referentin des Abends wurde eine informative Versanstaltung zu Claus Graf Schenk von Stauffenberg abgeschlossen.

Der Verein Gedenkstätten KZ Bisingen dankt der Landeszentrale für politische Bildung, Stuttgart, Abteilung „Gedenkstättenarbeit“ für die großzügige finanzielle Unterstützung zur Durchfühung dieser Vortragsveranstaltung.

Die beiden hinzugefügten Presseberichte bringen eine Zusammenfassung der Vortragsinhalte.  

Fotos: Uta HentschDoris Muth im Heimatmuseum Bisingen 18.7.2014 -3Doris Muth im Heimatmuseum Bisingen 18.7.2014 -5Doris Muth im Heimatmuseum Bisingen 18.7.2014 -4jpgDoris Muth im Heimatmuseum Bisingen 18.7.2014 -6 SchwaBo 21. Juli 2014 - Doris Muth HoZoZei 21. Juli 2014 Doris Muth

Veranstaltung: Claus Graf Schenk von Stauffenberg im Heimatmuseum Bisingen

18.7. 2014 Veranstaltung mit Dotos MuthAm 20. Juli jährt sich zum 70. Mal das Attentat, mit dem Claus Graf Schenk von Stauffenberg vergeblich versucht hat, der NS-Diktatur unter Hitler ein Ende zu setzen. Dies nimmt der KZ-Gedenkstättenverein als Anlass, sich mit der Person Stauffenbergs auseinanderzusetzen.

Dazu hat der Verein die Stauffenberg-Expertin Doris-Astrid Muth, Historikerin am Kreisarchiv Sigmaringen, als Referentin eingeladen, die am Freitag, dem 18. Juli um 19.30 Uhr im Heimatmuseum Bisingen über das Thema “Claus Schenk Graf von Stauffenberg – Porträt eines Widerstandskämpferssprechen wird.

Doris-Astrid Muth hat die Ausstellung zu Stauffenberg in der Gedenkstätte in Albstadt-Lautlingen konzipiert und umgesetzt und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema. Im Anschluss an den Vortrag können Fragen gestellt werden. Der Eintritt ist kostenfrei. – Text: Dieter Grupp, Vorstand

 

 

 

  •  

 

Zum Jahresabschluss 2013

Weihnachts- und Neujahrsgrüße 2013Liebe Freunde, Mitglieder und Besucher dieser Seite,

in wenigen Tagen verabschieden wir das Jahr 2013 – und wie in den Jahren zuvor sind wir erstaunt, wie schnell auch dieses Jahr wieder vergangen ist – ja- wo blieb die Zeit?

Sie/Ihr alle könnt hoffentlich auf ein Jahr zurückblicken, das in den persönlichen Bereichen  mehr gute als nicht so gute Zeiten hatte.

In unserer Vereinsarbeit „gegen das Vergessen“ können wir zum Ende des Jahrs 2013 auf „sehr gute Zeiten“ zurückblicken – und das ist sicher nicht selbstverständlich! Eine Zusammenfassung des Jahres 2013 kann hier nachgelesen werden: Weihnachtsgrüße – Verein – 2013

Junge Bisinger teilen sich die Aufsicht im Heimatmuseum Bisingen -1 Junge Bisinger teilen sich die Aufsicht im Heimatmuseum Bisingen -2jpgZwei junge Bisinger, Verena und Diyar, die sich  die Aufsicht am Sonntag zu den Öffnungszeiten (14-17Uhr) der Ausstellung „Mut zur Erinnerung – Mut zur Verantwortung“ im Heimatmuseum Bisingen teilen, laden auch im Jahr 2014 zum Besuch der Austellung ein. Zu Diyar gibt es einen Bericht im April  und Juli 2013 und Verena ist in der Ausbildung zum Jugenguide in Tübingen. Unser Dank geht auch an diese beiden, die sich bei der Gemeinde Bisingen für diese Aufgabe gemeldet und das Vertrauen für diesen Dienst  erhalten haben. (Fotos: Hentsch)

Damit schließen wir das Jahr 2013 ab und sagen Dank. dass Sie/Ihr auch in 2014 unsere Arbeit „gegen das Vergessen“ auf dieser Seite nachverfolgen werden.

mit freundlichen Grüßen – im Namen des Vorstands unseres Vereins

Unterschrift - Uta für Mails

Ein nicht alltäglicher Sonntagvormittag für Selda und Shalom Stamberg

Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges Frühstück mit Grebes Brielhof  1.12.2013Sonntag, der 1. Dezember 2013 – es ist der letzte Tag von Selda und Shalom Stamberg in Bisingen. Zum Frühstück in Stambergs Hotel kommen Lehrer Grebe und seine Frau – beide sich Lehrer an der „Freien Waldorfschule“ in Balingen-Frommern. Holger Grebe kam nicht mit lehren Händen – eine Bilder-CD und 32 Brief von seinen Schülern der 9. Klasse, denen Shalom Stamberg am 27. November in der Waldorfschule ein Zeitzeugnis gegeben hatte, wurden Schalom Stamberg überreicht. Es war eine Idee von Holger Grebe, die Schüler ihre Gedanken zu dem Zeitzeugnis von Shalom Stamberg aufzuschreiben, und jeder kleine Brief war ein Kleinod für sich – ein wunderschönes Geschenk, wie es besser gar nicht sein konnte für die Gäste aus Haifa. Shalom Stamberg hatte sogleich die Vision, wie die Briefe über der Doppel-Couch in seinem Gästezimmer – der Vorsitzenden sehr wohl bekannt –  die Wand zieren würden 🙂

Verein Geddenkstätten KZ Bisingen 10jähriges - Gemeinde Balingen 1.12.2013 -1Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges Gemeinde Balingen 1.12.2013 -2Um 9:30 stand der Besuch einer Gemeinde in Balingen auf dem Programm – Stambergs hatten als Geschenk eine wunderschöne kleine Chanukkiah mit Widmung mitgebracht – und Shalom entzündete die vier Kerzen für den 4. Tag des Chanukkah-Wunders. Die Gäste aus Israel wurden sehr herzlich empfangen und begrüßt und wie bereits in der Realschule am Freitagmorgen, wurde auch hier das Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges Gemeinde Balingen 1.12.2013 -3Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges Gemeinde Balingen 1.12.2013 -4Lied „Hevenu Shalom Aleichem“ angestimmt.

Den Gesichtern von Selda und Shaolm Stamberg ist zu entnehmen, dass den Beiden dieser Besuch sehr gut gefallen hat. Darüber sprachen sie auch noch einmal auf der Fahrt nach Frankfurt zum Flughafen – der Vormittag in der Gemeinde hatte bei ihnen einen tiefen, posiven Eindruck hinterlassen.

Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges Gemeinde balingen 1.12.2013 -5Ralf H., Ältester der Gemeinde und mit seiner Frau Mitglieder in unserem Verein erzählte von der Verbindung ihrer Familie mit dem Ort „KZ Bisingen“. Durch Recherchen eines Onkels von Marion.H. hatte sich vor einiger Zeit herausgestellt, dass ihr Großvater mit dem letzten  Transport am 7. März 1945 aus Buchenwald nach Bisingen gekommen war und zu den 900 jüdischen Häftlingen gehörte. In diesem Zusammenhang hatte sie auch erstmals erfahren, dass sie jüdische Wurzeln hat. Der Großvater hat das KZ Bisingen überlebt – er verstarb vor einigen Jahren. – Fotos. Hentsch

Dr. Christine Glauning mit einem Ausblick in die Gedenkstättenzukunft

Samstag, der 30 November 2913 – der letzte Abend der Veranstaltungsreihe zum 10jährigen Bestehen des Vereins Gedenkstätten KZ Bisingen sollte einem Ausblick in die Zukunft der Gedenkstättenarbeit ganz generell gewidmet sein. Der Vorstand des Vereins freute sich, dass für diesen Abend Dr. Christine Glauning aus Berlin nach Bisingen kam. Christine Glauning hatte 1996  die Konzeption der Aussutellung „Schwierigkeiten des Erinnernes“ im Heimatmuseum übernommen, die damals als zunächst temporäre Ausstellung über die Zeit des KZ Bisingen, dem „Wüste“-Werk 2 des Unternehmen „Wüste“ von 08/1944 – 04/1945 am 03. November 1996 eröffnet wurde.2 Jahre später, am 25. Oktober 1998 wurde der von Glauning konzipierte „Geschichstlehrpfad“ eröffnet – dem ging die Enthüllung des ersten „Jüdischen Gedenksteines“ auf dem KZ-Friedhof Bisingen voraus. Über beide Ereignisse kann unter den Kategorien 1996 und 1998 mit vielen Bildern und Presseartikeln nachgelesen werden. Seit 2006 ist Chritine Glaunig Leiterein des Dokomentationszentru,s NS-Zwangsarebeit in Berlin Oberschöneweide – im Frühjahr 2013 wurde das Dokumentationszentrum in einer neuen Konzeption von Dr. Glauning neu eröffnet: Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Verein Gedenkstäten KZ Bisingen 10jähriges Dr. Chr. Glauning 30.12.2013 -2Verein gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges Dr. Chr. Glauning&Sr. Silvia Pauli 30.12.2013 -3Am Nachmittag des 20.11. trafen sich Christine Glauning, Schwester Silvia Pauli und die Vorsitzende des Vereins um 16Uhr auf dem KZ-Friedhof in Bisingen – Christine Glauninghatte darum gebeten, ihre ehemaligen Wirkungstätten zu besuchen – der Gang über den Geschichtslehrpfad musste aus Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges Dr. Chr. Glauning 20.12.2013 -7Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges Dr. Chr. Glauning 30.12,2013 -5Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges Dr. Chr. Glauning 30.12.2013 -4zeitlichen Gründen entfallen, ein Gang durchs Bisinger Heimatmuseum brachte Erinnerungen an vergangenen Jahre zurück. Im Folgenden derBericht über den Vortrag von Dr. Glauning,  den unser Vorstandsmitglied, Dieter Grupp, für die Press geschrieben hat: „Die Zukunft der Gedenkstätten“ Christina Glauning denkt über die Zeit nach den Zeitzeugen nach. PICT284Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges Dr. Glauning 30.12.2013 -1aAnlässlich des 10-jährigen Bestehens des KZ-Gedenkstättenvereins Bisingen wurde ein dreitägiges Festprogramm am 30. November abgerundet von dem Vortrag der Historikerin Christine Glauning, die ab 1996 das Heimatmuseum Bisingen konzipiert und den Bisinger Geschichtslehrpfad entworfen hat. Heute leitet Glauning die Außenstelle Niederschöneweide des Dokumentationszentrums „Topographie des Terrors“ in Berlin, wo sie sich mit der NS-Zwangsarbeit befasst. Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges Dr. Chr. Glauning 30.12.2013 -4aNach einstimmenden Gitarrenklängen von Jannik Bitzer blickte Glauning zunächst auf den Aufbau des Heimatmuseums zurück und die damals kontroverse Diskussion darum, dass dieses Museum ausschließlich dem KZ-Außenlager gewidmet wurde. Sie schilderte die Suche nach Überlebenden und den ersten Kontakt mit diesen, die Gespräche mit Bisinger Bürgern und wie die Geschichte bis heute nachwirke. Dabei sparte sie nicht mit Lob für die Weiterentwicklung des Bisinger Museums seither und die nachhaltige ehrenamtliche Arbeit, die hier geleistet wird. Verein Gedenkstätten KZ BIsingen 10jähriges Dr. Chr. Glauning 30.12.2013 -8Wenn die Gedenkstätten in die Zukunft blicken, heißt das, dass sie ihre Arbeit in den nächsten Jahren ohne die Zeitzeugen machen müssen: Von den Bisinger Überlebenden sind zuletzt Otto Gunsberger und Isak Wasserstein im hohen Alter verstorben; der letzte Überlebende ist Shalom Stamberg, der die Feierlichkeiten im KZ-Gedenkstättenverein die letzten drei Tage begleitet hat. Dieser Verlust ist gleichbedeutend mit dem Verlust der persönlichen Begegnung, der Möglichkeit, Fragen zu stellen, und dem nachhaltigen Eindruck, den solch eine Begegnung immer bei den Heutigen hinterlässt. Die KZ-Überlebenden haben die Überlieferung zu dem NS-Terrorsystem enorm bereichert, nicht zuletzt, in dem sie den Häftlingsalltag in stets beeindruckender Weise schildern konnten und auch Hilfsaktionen der Bevölkerung vor Ort bestätigen konnten. Ob dieser Verlust durch die Beschäftigung mit wissenschaftlichen Quellen aufgewogen werden kann, muss sich erst noch zeigen. Nachdem die Aufgabe des Erinnerns inzwischen Commonsense sei, gehe es heute weniger um das Ob als vielmehr um das Wie des Erinnerns, so Glauning. Dabei werde die Leitkategorie Gedenken zunehmend durch die Leitkategorie Lernen und kritische Auseinandersetzung abgelöst. Wichtig sei eine kritische Aneignung, eine lebendige Erinnerung und nicht nur Pathosformeln zu bestimmten Gedenktagen. Nicht zuletzt über allgemeine menschliche Erfahrungen wie Verfolgung und Zwangsmigration seien auch heute noch Anknüpfungspunkte für die historische Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus vorhanden – gerade auch bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Verein Gedenkstätten KZ Bisingen -10jähriges Dr. Chr. Glauning 30.12.2013 -9An zwei Beispielen schlug Glauning eine Schneise zur aktuellen Arbeit in Bisingen: Zum einen verwies sie auf die zunehmende Bebauung des historischen Lagergeländes – dies müsse man im Auge behalten, nicht dass sich der historische Ort irgendwann nicht mehr finden lasse. Zum anderen machte sie darauf aufmerksam, dass die historische Zuwegung des KZ-Friedhofs durch die heutige Anlage ad absurdum geführt werde – man nähere sich der Gedenkstätte nicht mehr so an, wie es 1947 konzipiert wurde, nämlich von Süden. Glauning regte an, darüber nachzudenken, ob diese historische Zuwegung durch eine Änderung des Bewuchses wieder forciert werden sollte. Allgemein zur Zukunft der Gedenkstättenarbeit wies Glauning auf das Potenzial des biographischen Zugangs zum Thema hin: Über gut dokumentierte Lebensläufe sei auch für heutige Jugendliche eine Annäherung an das Thema der nationalsozialistischen Verbrechen interessant. Gleichzeitig seien aber der intergenerationelle und der internationale Dialog zwei Säulen der dortigen historischen Bildungsarbeit, die man nicht vernachlässigen dürfe. Schließlich müssten die vielerorts tätigen Gedenkstättenvereine ihre Arbeit bündeln und untereinander vernetzen. In unserer Region sah Glauning diese Entwicklung mit dem Gedenkstättenverbund Gäu-Neckar-Alb schon auf einem guten Wege. Um diese Ausführungen zu verdeutlichen und die Bedeutung konkreter historischer Orte zu betonen, stellte Christine Glauning ihre Arbeit am Dokumentationszentrum „NS-Zwangsarbeit“ in Berlin vor. Dort werde die NS-Zwangsarbeit als Teil der europäischen Geschichte aufgearbeitet. Angesichts von 8,4 Millionen Verschleppter ist die NS-Zwangsarbeit ein Thema, das weit über den nationalen Raum hinausgreift. Drei Leitthesen sind das konzeptionelle Gerüst der dortigen Ausstellung: 1. Zwangsarbeit war allgegenwärtig, 2. sie war ein Massenphänomen und 3. der Alltag der Zwangsarbeit war von Rassismus geprägt.  Wie sehr die deutsche Bevölkerung Zwangsarbeit als kriegsbedingte Notwendigkeit ansah und wie wenig sie deshalb ein Unrechtsbewusstsein dafür entwickelte, demonstrierte Glauning mit einer Reihe von privaten Fotografien, auf denen Privatpersonen Fotos von Zwangsarbeiterlagern gemacht haben, die direkt an Wohngebiete angrenzten und so Teil des Alltags der deutschen Bevölkerung waren. Glauning gelang es eindrucksvoll, Wege aufzuzeigen, wie man mit historischem Quellenmaterial bei Jugendlichen Interesse wecken kann, sei es über die segmentelle Bildanalyse oder sei es über szenische Lesungen. Nach einer regen Diskussionsrunde im Anschluss verwies die Vorsitzende des KZ-Gedenkstättenvereins Uta Hentsch darauf, dass am Morgen eine fast dreistündige audiovisuelle Dokumentation mit Shalom Stamberg erstellt worden sei und dankte ausdrücklich den Sponsoren dieses Projekts sowie des Vereinsjubiläums, der Landeszentrale für politische Bildung, Stuttgart, Abteilung „Gedenkstättenarbeit“  sowie der Stiftung  „Erinnerung – Verantwortung und Zukunft“ in Berlin. 

Fotos: HentschHoZoZei 03.12.2013 Chr. Glauning

GFS zum Thema Unternehmen „Wüste“ und „Wüste“-Werk 2 – Bisingen

GFS Heimatmuseum Bisingen 09. 07. 2013 - 2GFS Heimatmuseum Bisingen 09.07.2013 -3Warum wir auf unsrer Seite von Zeit zu Zeit Schüler-Arbeiten, wie Präsentationsprüfungen und GFS’s (Gleichwertige Feststellung von Schülerleistungen)  vorstellen hat den Grund, dass es uns wichtig ist, zu zeigen, dass es nicht so wenig Jugendliche sind, die sich mit der Deutschen Geschichte in der Zeit von 1933-1945  in der Region „vor der Haustür“ beschäftigen und die wir auch gerne in ihren Vorbereitungen unterstützen.

GFS - Heimatmuseum Bisingen 09.07.2013 -1GFS heimatmuseum Bisingen  09.07.2013 -4Am Dienstag, dem 09. Juli 2013 stellte Max (Maximilian) B., Schüler der Jahrgangsstufe I vom Gymnasium Hechingen, seiner Lehrerin und Mitschülern seine Arbeit in einem  Vortrag, unterstützt durch eine sehr gute PowerPoint-Präsentation vor. Sehr souverän und detailiert schlug er einen Bogen von der Zeit der Machtübernahme GFS Heimatmuseum Bisingen 09.07. 2013 -5Hitlers bis hinein in die Probleme der letzten Kriegsmonate und kam dann zum Hauptthema seiner Arbeit, zum Ölschiefer-Abbau an der Westseite der Schwäbischen Alb mit dem  Unternehmen „Wüste“  und dem Wüstewerk 2 – Bisingen.

GFS Heimatmuseum Bisingen 09.07.2013 -6GFS Heimatmuseum Bisingen 09.07.2013 -7Bei einem anschließenden, gemeinsamen Rundgang durch die Räume des Heimatmuseum Bisingen zeigte Maximilian B. noch einmal, wie gut er sich für die GFS vorbereitet hatte.

Eine sehr gute Leistung – das war die Beurteilung der maßgebenden Lehrerin von Max, der die begleitende Vorsitzende des Vereins „Gedenkstätten KZ Bisingen“ voll zustimmte.

Die Veröffentlichung  mit Bildern hat die Zustimmung der beteiligten Personen.