Wegen schwerer Erkrankung der Autorin der Seite -vorübergehende Einstellung von Neueinträgen.

Vielen Dank für Ihr aller Interesse an unserer Arbeit „Gegen das Vergessen“ – diese Seite wird gbfls. als Link auf die neue Webseite des Vereins übernommen, so dass alle Informationen erhalten bleiben. Bitte bei Dieter Grupp nach der neuen Link-Adresse anfragen. Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen – Uta Hentsch

Wer bist Du – Einladung zu einem Podiumsgespräch

Flyer_Plakat 5.7Liebe Mitglieder, liebe Freunde unseres Vereins,

ich möchte Sie/euch alle herzlich einladen, unsere nächste Veranstaltung am 5. Juli um 19.30 Uhr in der großen Hohenzollernhalle in Bisingen zu besuchen. Das Thema ist sehr aktuell und politisch: Es geht um den Umgang mit Flüchtlingen in unserer Gesellschaft. In einer Podiumsdiskussion begrüßt unser Vorstandsmitglied Holger Grebe interessante Gäste, die das Thema Flucht und Integration aus unterschiedlichster Perspektive beleuchten. Einzelheiten finden Sie im Anhang – Bild per „Klick“ vergrößern!

Wir freuen uns auf viele Gäste! – Mit den besten Grüßen

Ihr Dieter Grupp – 1. Vorsitzender des Gedenkstättenvereins KZ Bisingen e.V.

 

Veranstaltung zum 27. Januar 2016 – aus Anlass des Internationalen Holocaustgedenktag

Seit einigen Jahren zeigt der Verein Gedenkstätten KZ Bisingen aus Anlass des Holocaustgedenktags am 27. Januar einen sogenannten Vorbehaltsfilm, also einen nicht öffentlich zugänglichen NS-Propagandafilm. Diesmal wird der im September 1933 uraufgeführte „Hitlerjunge Quex“ gezeigt.

Plakat:Flyer Hitlerjunge QuexDer jugendliche Protagonist Heini Völker stammt aus einer sozialistischen Arbeiterfamilie, möchte aber der Hitlerjugend (HJ) beitreten und setzt dies gegen den Widerstand der Eltern durch. Nach dramatischen Ereignissen findet auch der Vater, gespielt von Heinrich George, über den Sohn zum Nationalsozialismus. Mit dem Film sollten gezielt Kinder aus linksgerichteten Arbeiterfamilien und politisch Unentschlossene davon überzeugt werden, der HJ beizutreten. „Hitlerjunge Quex“ wurde schnell zum Kassenschlager, obwohl seine ideologische Botschaft recht durchsichtig und plump daherkommt. Auch Propagandaminister Goebbels störte sich daran und gab den Filmemachern vor, künftig subtiler zu arbeiten. Gleichwohl fordert „Hitlerjunge Quex“ als einer der wenigen Jugendfilme des Dritten Reichs bis heute zur kritischen Auseinandersetzung heraus. – 

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzten die Alliierten den „Quex“ mit anderen Propagandafilmen wie „Jud Süß“ oder „Ich klage an“ – die in den Vorjahren vom Gedenkstättenverein gezeigt wurden – auf eine Liste, die unter dem Begriff „Vorbehaltsfilme“ zusammengefasst wurde. Vorbehaltsfilme dürfen nur in Veranstaltungen mit wissenschaftlich kompetenter Einführung und anschließender Nachbesprechung gezeigt werden. Am 27. Januar 2016 werden dies die Vorstandsmitglieder Susanne Maier und Karl Kleinbach übernehmen.

Text für die Presse: Ines Mayer

 

 

Mitglieder des Gedenkstättenvereins Bisingen auf Exkursion in Polen

Bericht für die Presse von Ines Mayer, stellv. Vorsitzende vom Vereine Gedenkstätten KZ Bisingen

Vor dem Mahnmal des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz-Monowitz: (v.l.) Ines Mayer, Verena Lohr, Franziska Blum und Verena Grünhoff vom Verein Gedenkstätten KZ Bisingen

Vor dem Mahnmal des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz-Monowitz: (v.l.) Ines Mayer, Verena Lohr, Franziska Blum und Verena Grünhoff vom Verein Gedenkstätten KZ Bisingen

Es war keine einfache Reise, die vier Mitglieder des Vereins Gedenkstätten KZ Bisingen – darunter zwei Jugendguides – gleich zu Beginn der Sommerferien antraten. Auf Einladung der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg ging es zusammen mit Vertretern anderer Gedenkstätteninitiativen für fünf Tage nach Oświęcim und Krakau. Gleichwohl stellte die bestens vorbereitete und begleitete Exkursion eine gewinnbringende Fortbildung und Horizonterweiterung für die Teilnehmer dar und ermöglichte überdies eine Intensivierung der Kontakte zu den Kollegen aus den anderen südwestdeutschen Gedenkstätten.

Führung Auschwitz Stammlager

Führung Auschwitz Stammlager

Mehr noch: In der Begegnung mit polnischen Gedenkstättenpädagogen und Freiwilligen von „Aktion Sühnezeichen“ konnten andere Ansätze kennen gelernt und die eigene Arbeit reflektiert werden. Ein Highlight war hier zweifellos der Gesprächsabend mit Krystyna Oleksy, der langjährigen Direktorin der Gedenkstätte Auschwitz, die den Exkursionsteilnehmern fast drei Stunden lang Rede und

Jugend-Begegnungstätte Oswiecim

Jugend-Begegnungstätte Oswiecim

Antwort stand und sie an ihren reichhaltigen Erfahrungen teilnehmen ließ. Dabei wurde zum einen die politische Dimension der Gedenkstätte deutlich, aber auch die Problematik einer angemessenen Erinnerung, bis hin zu der Frage, was eine Ausstellung über ein Konzentrations- und Vernichtungslager zeigen darf und was nicht.

Dass sich die Erinnerungskultur mit der Zeit wandelt, weiß man auch in den baden-württembergischen Gedenkstätten mit ihren unterschiedlichen und wechselvollen Geschichten. In Auschwitz bedeutete vor allem der Zusammenbruch des Ostblocks eine tiefe Zäsur, indem Opferzahlen und ideologische Deutungen korrigiert werden mussten. Über die damit verbundenen Kontroversen berichtete Krystyna Oleksy offen und mitreißend.

Natürlich standen die Führungen im ehemaligen Stammlager Auschwitz I sowie in Auschwitz II/Birkenau im Zentrum des Aufenthalts in Oświęcim. Ein kurzer Abstecher führte auch zum Standort des ehemaligen Lagers Auschwitz III/Monowitz, das extra für die Buna-Werke der IG Farben AG errichtet wurde und in dem unter anderem der später ins KZ Bisingen deportierte ungarische Jude Otto Gunsberger Zwangsarbeit leisten musste. Heute erinnert nur noch ein Mahnmal an den früheren Lagerkomplex.

Rindgang Kazimierz

Rindgang Kazimierz

In Krakau konnten die Reiseteilnehmer zum Abschluss noch zwei Tage lang das moderne Polen kennenlernen. Daneben gab es aber auch eine ausgedehnte Führung durch das ehemalige jüdische Stadtviertel Kazimierz sowie durch den Stadtteil Podgórze, wo sich ab 1941 das hermetisch abgeriegelte jüdische Ghetto befand. Dabei wurde auch das Gebäude von Oskar Schindlers Emaillefabrik in der Lipowastraße 4 besichtigt, dem der Regisseur Steven Spielberg 1993 mit dem Film „Schindlers Liste“ ein Denkmal gesetzt hat. Heute befindet sich dort ein historisches Museum, in dessen Eingangsbereich die Fotos der rund 1200 von Schindler geretteten Juden ausgestellt sind.

Im Flieger zurück nach Stuttgart sollten die Teilnehmer eine schriftliche Bilanz der Exkursion verfassen. Die vier Bisinger waren sich dabei einig: Die in Polen gesammelten Eindrücke und Ideen werden die eigene Erinnerungsarbeit noch lange befruchten.Neue Eindrücke und Ideen - HoZoZei 14. August 2015 Kopie

 Link Schwarzwälder Bote:  In Polen die eigene Arbeit reflektiert

„Hochbetrieb“ in der Gedenkstätte KZ Bisingen

Bericht von Ines Mayer, stellv. Vorsitzende „Gedenkstätten KZ Bisingen e.V.“

Zwischen Ostern und den Sommerferien kommen besonders viele Besucher nach Bisingen, um den Geschichtslehrpfad und das Museum zu erkunden. In der Regel handelt es sich dabei um Schulklassen aus der näheren und weiteren Umgebung oder auch Erwachsenengruppen, wie unlängst der Mössinger Denkmalverein. In der vorigen Woche besuchten darüber hinaus drei weitere Gruppen die Gedenkstätte.

Den Auftakt machte das Seminar für Didaktik und Lehrerbildung Tübingen, das wie jedes Jahr mit einer Gruppe Geschichte-Referendare und ihren Fachleitern anreiste. Im Rahmen ihrer Exkursionstage waren die Lehramtsanwärter auch in der ehemaligen Synagoge Haigerloch und in der Gedenkstätte Bisingen. Hier interessierten sie sich vor allem für Möglichkeiten, das Thema KZ Bisingen bzw. „Unternehmen Wüste“ im Unterricht einzusetzen. Dies ist mit Hilfe zweier Publikationen der Landeszentrale für politische Bildung und dem vom Vorsitzenden des Gedenkstättenvereins Dieter Grupp erarbeiteten Unterrichtsmodul für den Landesbildungsserver gut zu bewerkstelligen. Die Referendare waren denn auch begeistert von den vielfältigen Angeboten in Bisingen. Sicher wird aus diesem – wie aus den früheren – Kursen der eine oder andere später als Lehrer mit seiner Schulklasse wiederkommen.

Die Projektgruppe des TG Balingen auf dem Geschichtslehrpfad.

Die Projektgruppe des TG Balingen auf dem Geschichtslehrpfad.

Wenige Tage später war eine Schülergruppe des Technischen Gymnasiums Balingen vor Ort, die während der dortigen Projekttage die „regionale Geschichte erkunden“ wollten und sich neben Exkursionen nach Haigerloch, Lautlingen und Tübingen auch ganz explizit einen Besuch der Gedenkstätte Bisingen gewünscht hatten.

Den krönenden Abschluss der ereignisreichen Woche bildete der Jugendguide-Workshop, der am Samstag ganztägig im Museum und auf dem Geschichtslehrpfad stattfand. Mittlerweile im vierten Jahr bildet der Tübinger Kreisarchivar Dr. Wolfgang Sannwald in Kooperation mit dem Jugendamt sowie Schulen und Gedenkstätten in der Region Schüler und Studenten zu Jugendguides aus. Nach einer Qualifizierungsphase von Pfingsten bis Anfang November entscheiden sich die Jugendlichen für eine Gedenkstätte. In Bisingen sind inzwischen fünf solcher Jugendguides – vor allem bei Führungen – im Einsatz. Zwei davon engagieren sich sogar im Vorstand des Gedenkstättenvereins: Jannik Bitzer als Kassierer und Verena Lohr als Schriftführerin.

Bei dem Workshop im Museum erarbeiteten die Teilnehmer – nach einer historischen Einführung durch Dieter Grupp – in Kleingruppen verschiedene Themenbereiche: das Ölschieferprojekt, die Dorfbevölkerung, die Opfer und die Täter. Die anschließenden Präsentationen wurden mit der Videokamera aufgezeichnet und im Plenum besprochen, den Referenten eine Rückmeldung zu ihrem Auftreten gegeben.

Beim Jugendguide-Workshop im Museum: Die Teilnehmer präsentieren ihre Ergebnisse.

Beim Jugendguide-Workshop im Museum: Die Teilnehmer präsentieren ihre Ergebnisse.

Schon an diesem Vorgehen wird deutlich, inwiefern die Jugendlichen von der Ausbildung profitieren: Hier geht es um das Erlernen von Recherche- und Präsentationstechniken, die vertiefte Auseinandersetzung mit einem Thema, das nach Ansicht der jungen Leute in der Schule meistens „zu kurz kommt“ und nicht zuletzt um Persönlichkeitsbildung.

In den Gedenkstätten freut man sich jedenfalls sehr über die engagierten Jugendguides. Auch der hiesige Verein hofft darauf, dass sich einer oder vielleicht sogar mehrere der Workshop-Teilnehmer für eine Tätigkeit in Bisingen entscheiden und das bereits vorhandene Team verstärken werden.

Beim Jugendguide-Workshop im Museum: Die Teilnehmer präsentieren ihre Ergebnisse.

Beim Jugendguide-Workshop im Museum: Die Teilnehmer präsentieren ihre Ergebnisse.

Hohenzollerische Zeitung  4.8 2015 - Engagiert füe das Einnern

Kleine Leute als große Helfer – Vortragsabend mit Carsten Arbeiter

Kleine Leute-große Helfer 11. Juni 205 Gedenkstätten KZ Bisingen e.V. Kleine Leute als große HelferEs war ein sehr besonderer Abend am 11. Juni 2015  im Museum Bisingen zum Thema:  „Kleine Leute – große Helfer“. Trotz Gefahr für das eigene Leben war es für sie selbstverständlich, jüdischen Bürgern  während der Verfolgung jüdischer Bürger unter dem Nazi Regime in Deutschland und Europa durch Fluchthilfe und Verstecken zum Überleben zu verhelfen. Unser Dank geht an die Abteilung „Gedenkstättenarbeit“ bei der Landeszentrale für politische Bildung in Stuttgart, für die Bereitstellung des Honorars für unseren Referenten.Kleine Leute-große Helfer 11. Juni 205 Gedenkstätten KZ Bisingen e.V.Dieter GruppKleine Leute-große Helfer 11. Juni 205 Gedenkstätten KZ Bisingen e.V. - Carsten Arbeiter -2

Dieter Grupp, seit dem 30. April 2015 erster Vorsitzender des Vereins Gedenkstätten KZ Bisingen hatte Carsten Arbeiter, Lehrer an der Geschwister-Scholl-Schule in Konstanz und Fachberater beim Regierungspräsidium Freiburg, wie auch Landesbeauftragter des Kultusministeriums Baden-Württemberg, nach Bisingen eingeladen. 

Dem Text auf dem Bild von Otto Marquard (Fluchthelferist nichts hinzuzufügen – das Begreifen des Inhalts seines Gebets macht betroffen und stumm.  Kleine Leute-große Helfer 11. Juni 205 Gedenkstätten KZ Bisingen e.V. Besucher des Vortrags -2Kleine Leute-große Helfer 11. Juni 205 Gedenkstätten KZ Bisingen e.V. Carsten Arbeiter Vierundzwanzig, am Thema interessierte Besucher, folgten den Ausführungen Arbeiters, der die Geschichte über „die kleinen Leute, die zu großen Helfern wurden“ unterstützt von sehr gut zusammengestellten Bildmaterial, mit großem Engagement vortrug. Absolut erstaunlich ist, wie gut das „Fluchthelfer“-Netzwerk in der damaligen Zeit ohne Internet und „Apps“ funktionierte. Kleine Leute-große Helfer 11. Juni 205 Gedenkstätten KZ Bisingen e.V. Fluchtperioden der SchweizKleine Leute-große Helfer 11. Juni 205 Gedenkstätten KZ Bisingen e.V. Das Fluchthilfe Netzwerk um Luise Meier & josef HöflerKleine Leute-große Helfer 11. Juni 205 Gedenkstätten KZ Bisingen e.V. Netzwerk der Flucht von Lotte KahleKleine Leute-große Helfer 11. Juni 205 Gedenkstätten KZ Bisingen e.V. Die Flucht von Lotte KahleKleine Leute-große Helfer 11. Juni 205 Gedenkstätten KZ Bisingen e.V. Humanes SchaffhausenKleine Leute-große Helfer 11. Juni 205 Gedenkstätten KZ Bisingen e.V. Politik des vollen Bootes - 2Kleine Leute-große Helfer 11. Juni 205 Gedenkstätten KZ Bisingen e.V. Bewertung des Höfler-Meier- NetzwerkesKleine Leute-große Helfer 11. Juni 205 Gedenkstätten KZ Bisingen e.V. Große Heden?

Mehr darüber kann in den beiden Presseberichten nachgelesen werden (per Klick vergrößern!). Bilder: Uta Hentsch

Link Schwarzwälder Bote – Samstag, 13. Juni 2015: Kleine Leute werde zu großen Helfern

Link Hohenzollerische Zeitung, Samstag, 13. Juni 2015: Helden im Verborgenen HoZoZei - Samstag, 13. Juni 2915 - Carsten ArbeiterSchwaBo 13. Juni 2015 - Carsten Arbeiter  

Einladung zum Vortrag: „Fluchthilfe in die Schweiz“ am 11. Juni 2015

11. Juni 2015 Carsten Arbeiter - Plakat : FlyerSehr herzlich laden wir zu einem Vortagsabend am Donnerstag, 11. Juni 2015 in Museum Bisingen ein.

Unser Referent Carsten Arbeiter, ist Landeskundebeauftragter für den Kreis Konstanz, Fachberater für Geschichte und Lehrer an der Geschwister Scholl-Schule in Konstanz.

Kleine Leute als große Helden?

Carsten Arbeiter wird das Fluchthilfenetzwerk um die Berliner Witwe Luise Meier und den Gottmadinger Arbeiter Josef Höfler vorstellen und zeigen, dass auch „kleine Leute“ die Unmenschlichkeit des NSRegimes erkannten und mutig genug waren, bei großem persönlichem Risiko anderen Menschen zu helfen. 28 Juden konnten dank Luise Meier und Josef Höfler in den Jahren 1943 und 1944 in die Schweiz fliehen. Damit gehört dieses Fluchthilfe-Netzwerk zu den erfolgreichsten in Deutschland.