Gedenkfeier beim Mahnmal in Eckerwald

Einladung zur Gedenkfeier 2015 II-2

Mahnmal des Bildhauers Siegfried Haas

Mahnmal des Bildhauers Siegfried Haas

Liebe Mitglieder und Freunde der Initiative Gedenkstätte Eckerwald,

in diesem Jahr erinnern wir uns während der Begegnungswoche und Gedenkfeier an die Auflösung der WÜSTE-Lager vor 70 Jahren. Für mehr als 5 000 Häftlinge kam dieses Ereignis zu spät. Sie wurden Opfer der „Vernichtung durch Arbeit“.

Diejenigen, die im März und April 1945 noch lebten, aber krank und nicht mehr gehfähig waren, wurden in offenen Viehwaggon in andere Lager abtransportiert. Auf dem tagelangen Transport starben viele. Die anderen wurden auf die Todesmärsche gezwungen. Eine unbekannte Anzahl, von denen, die am Ende ihrer Kraft waren und zusammenbrachen wurde an Ort und Stelle erschossen und verscharrt. Für einige Hundert Männer kam die Befreiung bereits am 22./23. April 1945 in Ostrach und in verschiedenen Orten Oberschwabens.

Einige Häftlingsgruppen wurden jedoch bis Schongau und Mittenwald weiter getrieben. Erst nach einem Leidensweg von über 250 km kam auch für sie die Freiheit. Die Überlebenden blieben für Ihr Leben gezeichnet. Krankheiten, Schmerzen und Traumata bestimmten ihren Alltag. Wir gedenken der Opfer und begegnen im April 2015 den letzten Zeugen, die noch zu uns kommen können. Angehörige, Kinder und Enkel von Opfern werden die Tage des Gedenkens mit uns begehen.

Liebe Mitglieder und Freunde, auf diesem Wege laden wir Sie ein, mit dabei zu sein.

Mit vielen Grüßen für die Initiative

Gertrud Graf, Brigitta Marquart Schad, Alfons Bulach und Helga Hanisch_____________________________!

Ja, auch in diesem Jahr trafen sich am Mahnmal im Eckerwald Überlebende mit Angehörigen und Nachkommen verstorbener ehemaliger Häftlinge mit vielen Freunden der Initiative Eckerwald aus der Region. Es war ein kühler sonniger Sonntagvormittag  an diesem Gedenkort im Eckerwald mit einem anspruchsvollen Programm – zwei Reden sind hier als pdf. Datei nachzulesen und einige Bilder geben einen Eindruck von der Atmosphäre dieses Vormittags wieder.

Annie-Mathilde Sublon

Annie-Mathilde Sublon

Zunächst das Grußwort von Annie-Mathilde Sublon – zu ihr im Link: Initiative Eckerwald zieht Billanz

Guten Tag, liebe Freunde,

sehr bewegt und mit vielerlei Gefühlen komme ich jedes Jahr an diesen geweihten Ort. Ebenso freue ich mich aber auch, Sie alle, liebe Freunde, die Sie so treu an der Erinnerung festhalten, wieder zu sehen.

Jetzt leben nur noch wenige unmittelbare Zeitzeugen und auch deren Kinder sind schon 70 Jahre und älter. Deshalb ist es notwendig, dass die junge Generation den Staffelstab übernimmt und ihn ihrerseits weitergibt. Was wird in einigen Jahren hier noch sein? Friedhöfe? Die Namenslisten auf den Gedenksteinen? Die Überreste der Lager? Einige Seiten in einem Geschichtsbuch? Reicht das?

Nein! Man muss darüber sprechen und immer wieder sprechen, Zeugnis geben, damit unsere Leiden nicht vergessen werden. Die Völker müssen sich dessen bewusst sein, dass solche Verbrechen immer wieder geschehen, überall in unserer unsicheren Welt, wo die extremistischen Bewegungen wieder aufwachen. Hier besteht Gefahr! Vergessen? Das würde bedeuten, dass wir unsere Helden, die ihr Leben gegeben haben, verraten und ebenso die Überlebenden, die am Tag ihrer Befreiung geschworen haben: „Nie wieder so etwas!“ Seit letztem Jahr haben wir Malou Celle verloren, eine Tochter von Robert Egly, Deportierter und Überlebender der Lager. Denken wir einen Moment an sie, die so viel gelitten haben. Ich danke Frau Mohm für die Übersetzung meines Berichtes und werde diesen jetzt vorlesen

Ich wünsche Ihnen allen einen schönen Tag und grüße Sie herzlich!

Ihr Bericht hier als pdf. Datei: Rede von Annie Sublon

Jacek Zieliniewicz

Jacek Zieliniewicz

Jazek

Jacek Zieliniewicz

Jacek Zieliniewicz

Zieliniewicz, 89, einer der letzten Überlebenden, war auch in diesem Jahr wieder Gast der Initiative Eckerwald – auch seine Rede hier als pdf. Datei: Ansprache von Jazek Zieliniewicz

Am Samstag, 25. April 2015 erhielt Jacek Zieliniewicz den Landesverdienstorden von Ministerpräsident Winfried Kretschmann für seine Veröhnungsarbeit. Darüber im nachfolgenden Link: Jacek Zieliniewicz: Er überlebte Auschwitz

Alle nachfolgenden Bilder von U. Hentsch – können per Klick vergrößert werden.

Gerhard Lempp - Initiator der Schüler-Performance

Gerhard Lempp – Initiator der Schüler-Performance

Schüler-Performance mit Schülern des Albertus-Magnus-Gymnasiums Rottweil

Schüler-Performance mit Schülern des Albertus-Magnus-Gymnasiums Rottweil

Gertrud Graf - Vorstand Initiative Eckerwald

Gertrud Graf – Vorstand Initiative Eckerwald

Brigitta Marquardt-Schad - Vorstand Initiative Eckerwald

Brigitta Marquardt-Schad – Vorstand Initiative Eckerwald

Musikalische Umrahmung - Musikschule Rottweil und Herr Prahl

Musikalische Umrahmung – Musikschule Rottweil und Herr Prahl

Jacek Zieleniewicz und U. Hentsch

Jacek Zieleniewicz und U. Hentsch

Angehende Lehrer besuchen die Gedenkstätten der Wüste-Lager


Seminarleite
r, Holger Viereck, Dipl. Theol. an der ph-Ludwigsburg,  mailte mir am 20. Märt 2013 seinen Bericht für Zeitungen und Bilder vom Besuch am Freitag, 08. März 2013 mit 25 Studenten in Bisingen und Eckerwald. Wie der Tag verlief, kann den Artikeln in der Hohenzollerischen Zeitung und dem Schwarzwälder Bote entnommen werden. Die Verbindung zu Holger Viereck kam auf dem Lehrerseminar im September 2012 in Bisingen, den die Landeszentrale für politische Bildung organisiert hatte zustande. Wir berichteten darüber ausführlich. (siehe Kategorie 2012)! Wir sagen herzlichen Dank für seinen Bericht! Franziska Blum, Gemeinde Bisingen und Gerhard Lempp, Initiative Eckerwald, waren die kompetenten Guides für die Gruppe.  Alle Bilder: Holger Viereck

ph-exkursion-08-03-2013-4←Dr. Franziska Blum erklärt die Luftaufnahme vom Lagergelände in Bisingen (brit. Airforce im Februar 1945)  im Heimatmuseum Bisingen

HoZoZei 19.03SchwaBo 16. 03.2013

PH-Exkursion - 08.03.2013 (2)PH-Exkursion - 08.03.2013 (3)PH-Exkursion - 08.03.2013 (6)PH-Exkursion - 08.03.2013 (7)PH-Exkursion - 08.03

Lehrerseminar zum Thema Unternehmen „Wüste“ in Bisingen und Eckerwald am 19. September 2012

Im Frühjahr 2012 hatte die Landeszentrale für politische Bildung (LpB), Stuttgart ein neues Lese- und Arbeitsheft zum Thema Unternehmen „Wüste“ herausgebracht. Ein von der LpB zu diesem Thema ausgeschriebenes Angebot zu einem Lehrerseminar wurde sehr gut angenommen, so dass am Ende noch eine Warteliste entstand.

Am Mittwoch, 19. September 2012 trafen sich 26 Teilnehmer aus der Region  im Heimatmuseum – „Mut zur Erinnerung – Mut zur Verantwortung“ – Bisingen zu  einem gemeinsamen Tag des Hörens und Lernens über das Unternehmen „Wüste“ . Über den Verlauf des Tages kann in nebenstehenden Pressebericht, den Dieter Grupp, 2. Vorsitzender des Vereins „Gedenkstätten KZ Bisingen“ geschrieben hat, nachgelesen werden.

Bilder vom Vormittag im Heimatmuseum Bisingen (Referenten im Bild: Gerhard Lempp, Hanne Grunert, Dieter Grupp).

In langer Wagenkolonne ging es nach dem Mittagessen, gesponsert von der LpB im Bisinger Gasthaus Rose, zum KZ-Friedhof Schömberg und dem direkt anschließenden Lernort „Wüste“ mit dem Namenswürfel, auf dem alle 1774 Namen der Opfer aufgeschrieben sind. Ein stilles Gedenken gab es für Walter Heidger-Looser, der in mühsamen und akribischen Nachforschungen die vielen Namen zusammen getragen hat und vor zwei Jahren sehr plötzlich und viel zu früh verstarb.

Anschließend ging es weiter zur Gedenkstätte Eckerwald, in der es, ganz anders als in Bisingen, noch viele „Wüste“-Relikte zu sehen gibt. In der großen Grube, die die Häftlinge ausheben mussten befindet sich heute der Gedenkort an dem in jedem Jahr die Gedenk-Initiave Eckerwald gemeinsam mit den noch Überlebenden und den Angehörigen der Opfer aus Polen, Luxemburg, Niederlanden und Norwegen einen großen Gedenktag hat.

Nachzutragen wäre noch ein Punkt, der natürlich auch zu diesem Tag gehörte: für das leibliche Wohl gab es Butterbrezeln nach Ankunft der Teilnehmer von der Gemeinde Bisingen. Für Getränke hatte der Gedenkstättenverein Bisingen gesorgt.

 (Frau Thelen, Lpb, Gerhard Lempp, Ortsvorsteher Josef Rissler) Zu Kaffee und Kuchen  am Ende eines informationsreichen des Tages hatte Ortsvorsteher von Schörzingen, Josef Rissler, ins Bürgerhaus Schörzingen eingeladen. Er begrüßte die Gruppe sehr herzlich und berichtete, warum ihm die Arbeit gegen das Vergessen so wichtig ist. Frau Thelen leitete dann dazu über, den Tag kurz zu reflektieren und bat die Teilnehmer um ein persönliches Resümee zum Gesamtablauf dieses ersten Lehrerseminar-Projektes.  Ein besseres Feedback, als das was abgegeben wurde, kann es nicht geben – der Tag wurde einstimmig als hervorragende Veranstaltung beschrieben – er hätte alles erfüllt, was man sich vorgestellt hätte. Den beteiligten Mitarbeitern der beiden Gedenk-Vereine wurde großes Lob, auch seitens der Landeszentrale für politische Bildung ausgesprochen. Dank ging auch an die Gemeinde Bisingen und Herrn Rissler für die Unterstützung dieser Veranstaltung wie an die Referenten, Hanne Grunert, Kerstin Timme – sie hatte am Vormittag die Internetseite und ihre Nutzung des „Gedenstättenverbundes Gäu-Necker-Alb e.V.“ vorgestellt, und an Gerhard Lempp.

Fotos: U. Hentsch

Gedenkfeier im Eckerwald am Sonntag, dem 13. Mai 2012

Seit vielen Jahren lädt die „Initiative Eckerwald“ zu einer Woche der Begegnung Gäste aus Frankreich, Luxemburg, den Niederlanden, Norwegen und Polen. Die Gäste aus Polen wurden bereits am 09. Mai vom Flughafen abgeholt.

Zu den Schwerpunkten ihres Aufenthalts gehörten auch in diesem Jahr wieder Besuche in Schulklassen, wo die Überlebenden über ihre Schicksale in den Konzentrationslagern berichten. Aus Frankreich, Norwegen, Luxemburg und den Niederlanden sind es Familienangehörige von Opfern aber auch Überlebenden, die zum Wochenende kamen.

Am Donnerstag, dem 10. Mai 2012 waren die Gäste aus Polen vom Landrat des Zollernalbkreis,/Balingen, Herrn Günter Martin Pauli, MdL zu einem Empfang mit Bewirtung eingeladen.

Die Gedenkfeier am Sonntag, dem 13. Mai 2012 beim Mahnmal im Eckerwald, war auch in diesem Jahr ein Höhepunkt der Begegnung  unter dem Motto: „Eintreten für die Menschenrechte braucht die Erinnerung“. Frau Silke Krebs, Staatsministerin von Baden-Württemberg, und Herr Michael Theurer, Abgeordneter des Europa-Parlaments, hielten zu diesem Thema  jeweils kurze Ansprachen. Über den Verlauf des Vormittags im Eckerwald und weitere Gäste aus der politischen Öffentlichkeit  kann in den beiden Zeitungsberichten nachgelesen werden. Viele Vorsitzende der verschiedenen Gendenkinitiativen, die im „Gedenkstättenverbund Gäu-Necker-Alb e.V.“ seit April 2010 miteinander vernetzt sind, nahmen an der Veranstaltung tei.l

Besonders anrührend war der Beitrag der 9jährigen Enkelin von Serge Lampin, der im vergangenen Jahr verstorben ist. Den Nachruf von Gerhard Lempp hat mir die Tochter von Serge Lmpin freundlicher Weise zur Verfügung gestellt. Der Text Beitrag der Enkelin wird baldmöglichst noch nachgereicht – bei Interesse einfach in einer Woche noch einmal rein schauen!

Die Überlebenden und / bzw. Angehörigen so wie auch angemeldete Teilnehmer an der Gedenkfeier waren als Gäste der Stadt Rottweil zum Mittagessen in die Gewerbeakademie Rottweil eingeladen, wo sie vom Oberbürgermeister Ralf Broß empfangen wurden.

Um 15Uhr gab es einen Besuch des KZ-Friedhofs Schömberg und der Gedenkstätte Dautmergen-Schömberg (Bild: Angehörige aus Holland – die Namen der Väter sind auf dem Namen-Würfel eingetragen – und Hanne Grunert, Bisingen).

Die Enkelin von Serge Lampin vor der dem Eintrag über ihren Großvater (von der Tochter Serge Lampin’s für diesen Beitrag freundlicher Weise zur Verfügung gestellt!

Die Gedenkstunde auf dem Schömberger KZ-Friedhof – unmittelbar angrenzend an die Gedenkstätte Dautmergen- Schömberg – war ein weiterer Höhepunkt dieses großartigen Tages. Die Familienangehörigen von Serge Lampin sangen einen Chorus – es gab eine Gedenkminute des Schweigens mit anschließender Niederlegung von gelben Blumen auf den Sockel des großen Kreuzes. Abschließend lud Gerhard Lempp dazu ein, einander die Hände zu reichen und gemeinsam das Lied „We shall over come…“ zu singen.

Um 17Uhr fand in der Kapelle des KZ-Friedhofs Schörzingen ein ökumenischer Gottesdienst statt – von dem allerdings keine Bilder zur Verfügung stehen. Hier im Anschluss noch zwei Presseberichte:

Zum vollständigen Text hier der Link: Menschenrechte brauchen einen Ort der Erinnerung

Alle Fotos (bis auf zwei von der Tochter Serge Lampins) U. Hentsch