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Am Mittwoch, 20. Juni 2012 war auf der Bisinger-Lokalseite der „Hohenzollerische Zeitung“ zum Thema Unternehmen „Wüste“ – Dormettingen, „Wüste Werk 8“ nebenstehender Artikel veröffentlicht.

Das „Wüste Werk 8“, wie alle anderen 9 Wüste Werke ein Außenlager des Konzentrationslagers Natzweiler-Struthof (Elsaß), wurde im Januar 1945  aufgebaut und bestand bis April 1945

Über die interessanten Details zum „Schiefer-Erlebnis“ in Dormettingen, Artikel per Klick vergrößern.

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Auch in Dußlingen, dem ehemaligen „Wüste“ Werk 1, innerhalb des Unternehmen „Wüste“ geht die Aufarbeitung der Geschichte mit großen Schritten voran – siehe Artikel im „Schwäbisches Tagblatt“. Die Verbindung des Vereins Gedenkstätten KZ Bisingen mit Dußlingen kam durch eine Anfrage Werner Steinmetz – Verein „Israelplattform“ an die Vorsitzende des Bisinger Gedenkstättenvereins, im Februar 2012, zustande. Er fände es gut, wenn Bisingen dazu kommen könnte, meinte er  und vermittelte die Teilnahme an der Gemeinderatssitzung in Dußlingen am 21. Juni 2012 – ein telefonisches Interview von Herrn Eike Freese mit der Vorsitzenden des Vereins in Bisingen erfolgte am 22. Juni 2012.

Wenn auch gelegentlich journalistische Abwandlungen von tatsächlich formulierten Aussagen der interviewten Person mit Staunen registriert werden können 🙂 –  bleibt als sehr erfreuliches Faszit: mit der Planung von Gedenkorten in Dormettingen und Dußlingen  zu den bereits bestehenden Gedenkstätten  in Eckerwald und Bisingen schließt sich ein Kreis der Aufarbeitung zum Thema: Unternehmen „Wüste“ – dem wahnwitzigen Projekt der Ölgewinnung aus dem Ölschiefergestein an der Westseite der Schwäbischen Alb mit weit über 3480 (die auf „Krankentransporten“ und Todesmärschen nach Auflösung der Lager sind nicht bekannt) Opfern innerhalb von 8 Monaten. So ist an dieser Stelle auch den Bürgermeistern und Gemeinderäten von Dormetting und Dußlingen Dank zu sagen und allen an der Realisierung der Gedenkorte Beteiligten gutes Gelingen zu wünschen.

Ein Mahnmal für „Wüste“ 1 in Dußlingen                      Kommentar: Ein Mahnmal in Dußlingen

„Manchmal……“ 

„Manchmal kommt alles anders als man denkt“ – so heißt es in einem Sprichwort – und so geschah es am Donnerstag Nachmittag, dem  21. Juni 2012. Die Schüler-AG Spurensuche begann um 13:30 Uhr im Heimatmuseum, es war sehr heiß draußen und die Tür zu unteren Raum stand offen. „Arbeitsblätter“, die ich mit den 10 anwesenden 5. und 6. Klässlern der Realschule Bisingen (alle hatten sich Ende Februar 2012 mit Erstwunsch zu unserer Arbeitsgemeinschaft über die Geschichte Bisingens vom August 1944 bis April 1945 angemeldet, ein Schüler war krank) besprechen wollte waren ausgeteilt! Ich ging noch einmal ins Archiv um etwas zu holen, und als ich wieder zurück kam standen drei Erwachsene, ein Herr und zwei Damen im Raum uns schauten sich um. Da das Heimatmuseum in der Woche nicht geöffnet ist, war ich sehr  erstaunt und begrüße sie und fragte nach ihren Wünschen.

Der junge Herr meinte: „ja, wir sind Israelis und forschen nach den Spuren meines Großvaters, der hier in Bisingen gelebt hat und Anfang der 30iger Jahre nach Palästina emigriert ist!“ Ich war zunächst sprachlos und sagte dann auf hebräisch „herzlich willkommen“ – nun waren die drei zunächst sprachlos, und die 10 Junges hatten „große Ohren und große Augen“! Es war eine ziemlich verrückte Situation – einmal war ich ja mit den Schülern verabredet und andererseits konnte ich ja die drei Besucher unmöglich nicht einfach so sang- und klanglos verabschieden. Asaf G.,   lebt derzeit mit seiner Frau und zwei Kindern in Frankfurt, seine Mutter in Bad Kissingen und sein Schwester Rebecca in Haifa. Ich bat Asaf  den Schülern etwas zu sagen – und er erzählte in einwandfreiem Deutsch von Palästina, dem Dritten Reich, dem Holocaust und dem Staat Israel – und meinte abschließend „kommt später einmal nach Israel – es ist ein schönes Land“.

Wir machten dann gemeinsam einen Rundgang durchs Heimatmuseum – und ich dachte dabei an den Großvater und Bisingen……. irgendwie passte da etwas nicht zusammen. Vor der Legende von Isak Wasserstein blieben sie stehen und erzählten, dass sie Wassersteins schon sehr lange kennen – alles war in dieser sog. Unterrichtsstunde doch irgendwie recht unwirklich.

Die Auflösung zum Großvater kam bei der Verabschiedung: „ja, dann werden wir ‚Bai -Bisingen‘ verlassen und weitersuchen und in dem Moment ahnte ich wo der Großvater wohl gelebt hat – nämlich in Baisingen. Ich fragte Asaf: Du sagtest eben Bai-Bisingen meintest Du vielleicht Baisingen? – er sagte nein, nein Bisingen. Ich erzählte ihm ein wenig von Rottenburg/Baisingen – er und seine Mutter  wurden sehr hellhörig und übersetzten es der Rebecca. Sie erhielten eine Gedenkstättenrundschau mit der Adresse von der Gedenkstätte Rottenburg/Baisingen und natürlich ein Buch von Isak Wasserstein „Ich stand an der Rampe von Auschwitz“. Die Verabschiedung war sehr herzlich und die Jungens hatten eine Unterrichtsstunde erhalten, wie man sie in der Form wirklich nicht organisieren kann! Ich denke, diese „recht außergewöhnliche“ AG-Spurensuche-Stunde wird für die Schüler sicher in besonderer Erinnerung bleiben!

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