Besuch von Shalom und Selda Stamberg in Bisingen – 17. September 2003

Am Mittwoch, 17. September 2003 stand zunächst für den Vormittag ein Besuch in der Haigerlocher Realschule auf dem Programm. Wie bereits bei den Haigerloch-Schule-1Haiger045Haigerloch -Schule-2Schulbesuchen zuvor ist auch hier das große Interesse der jungen Leute während der Veranstaltung und bemerkenswert – viele drängten sich anschließend um Shalom Stamberg und wollten noch persönliche Fragen beantwortet haben.

Haigerloch – „Im Haag“ am Nachmittag des 17. 09. 2003 – In Haigerloch darf der Besuch des ehemaligen Jüdischen Wohnviertels „Im Haag“ mit der ehemaligen Haigerlocher Synagoge, die im Juli 2004 als Museum eröffnet wurde, nicht fehlen. Helmut Gabeli, Historiker und 2. Vorsitzender des Vereins „Ehemalige Synagoge Haigerloch“ ließ es sich nicht nehmen den Gast aus Israel durch das Museum nebst Wohngebiet zu führen.Haigerloch

049former Synagogue HaigerlochZoomHier der renovierte aber noch leere Innenraum der ehemaligen Synagoge Haigerlochs.

Shalom Eingang zum FriedhofDirekt „Im Haag“  nur wenige Schritte von der Synagoge entfernt liegt der wunderschöne Jüdische Friedhof.

052jewish cemetery Haigerloch-2053Jewish cemetery Haigerloch-3055Jewish cemetery Haigerloch-5

056former jewish school house

057former jewish school houseHier, am ehemaligen Jüdischen Schul- und Wohnhaus der Familie von Gustav Spier ist bis heute zu sehen wo die Mesusa an der  Tür angebracht war (kleine Schriftkapsel mit einem Text aus 5. Mose 6, und 11, 20 und auch das in der Regel das „Sh’ma Isarel – an jedem jüdischen Türeingang – außer an sg. unreinen Räumen wie Toiletten usw).  Alle Fotos: U.Hentsch

014SchwaBo 19.09.03015SchwaBo 19.09.03

Werbeanzeigen

Besuch von Shalom und Selda Stamberg in Bisingen – Donnerstag 18. September 2003

gemeinnuetzig_hauptschule_geisenfeldDonnerstag, 18. September 2003 – heute, am letzten Tag von Selda und Shalom Stamberg in Bisingen steht für den Vormittag noch ein Schulbesuch in Hechingens Hauptschule auf dem Programm. Schulrektor Bernd Pfeffer begrüßte die Gäste sehr herzlich und nach einer kleinen Vorbesprechung ging es dann auch schon in der 061middle school Hechingen -1063middle school Hechingen-3064middle school Hechingen -4065middle school Hechingen-5vollbesetzten Aula mit einer Begrüßung und dem Zeitzeugenbericht von Shalom Stamberg weiter. Die Bilder sprechen auch hier für sich – am Ende wird Shalom von vielen jungen Leuten umringt, die noch  persönliche Fragen haben – an dieser Stelle sei noch einmal allen Schulleitern und Lehrern dafür gedankt, dass sie dem Besuch von Shalom Stamberg ausreichend Zeit – auch gelegentlich „sogar noch ein wenig mehr“ eingeräumt haben.

066Walk through TrochtelfingenDer Nachmittag beinhaltete den Besuch von  Trochtelfingen – hoch oben auf der Schwäbischen Alb. Dr. Prautzsch hatte zu einem Abschieds-Rundgang durch die wunderschöne Altstadt und zu einem letzten gemeinsamen Essen und Gespräch zu sich nach Hause eingeladen. 067Walk through Trochtelfingen-2

Ungefähr hier, im Bereich der Stadtmauer war es, als  Stambergs ein wenig hinter uns sind und Dr. Prautzsch folgendes zu mir sagt: „am 28. November, bei unserem nächsten Gesprächskreistreffen werden wir einen Verein gründen und Du“, damit meinte er mich, „Du wirst die Vorsitzende!“ Sprach’s und machte mir für 69 Tage eine nicht leichte Zeit – denn für mich schien das außerhalb jeglicher Möglichkeiten. Eine Vereinsgründung wäre gut – aber nicht mit einer jegliche Kenntnis für eine Vereinsführung entbehrenden Person wie mich!

068Last evening with friendsMit einer kleinen Runde engster Freunde von Selda und Shalom Stamberg am letzten Abend in Bisingen ging eine sehr außergewöhnliche Woche zu Ende und alle wünschten wir den beiden alles Gute  für einen neuen schweren Weg – die Reise nach Warschau.

Im Anschluss hier noch einige abschließende Presseberichte:015SchwaBo 19.09.03

Amtsblatt BIsi 26.09Amsblatt Bisingen 26.09

016HoZo 22.09.2003

Georg Elser – „Ich habe den Krieg verhindern wollen“ – Veranstaltung am 08. November 2003

Am 08. November 2003 veranstaltete der Bisinger Gesprächskreis „Möglichkeiten des Erinnerns“ einen Abend zum Gedenken an Georg Elser. Der  Vorabend zum 64. Jahrestages der Reichspogrom-Nacht (vorwiegend als Reichskristall-Nacht bekannt) am 09. November 1938, schien uns ein guter Anlass dafür.

Hans Martin, Reutlingen, Mitarbeiter des Gesprächskreis‘ hatte der Gruppe eine Lesung mit dem Autor Helmut Haasis vorgeschlagen und gab selbst eine kleine Einführung. Er erinnerte an die Zeit, in der Elser gelebt hatte,  und wie er zu der persönlichen Einsicht kam, dass er „den Hitler in die Luft jagen müsste.“

180px-Georg_Elser-BriefmarkeAls eine „verkappte Dankesfeier“ an Elser wollte Hemut Haasis seinen Bericht über Georg Elser verstanden wissen. Und es war keineswegs eine ‚trockene‘ Lesung aus seiner hervorragend recherchierten Biographie. Etwa 60 Zuhörer hatten sich im Evangelischen Gemeindezentrum Bisingen zusammengefunden, um die Geschichte Georg Elsers, seine Motivation für das Attentat, seine akribischen Vorbereitung im Münchner Bürgerbräu, seine Flucht und seine Verhaftung, die Verhöre und letztendlich seine Hinrichtung durch Genickschuß am 09. April 1945 im Krematoriumshof von Dachau, näher kennenzulernen. „Schade , dass es mißglückt ist“ – war der Kommentar eines Berliner Malermeisters am 08. 11. 1939

imagesBild: Georg Elser-Platz in München – K.D. Keller (D)

von Hans Martin-1von Hans Martin-2Kurz-Artikel über georg Elser von Hans Martin, Reutlingen – auch als pdf.- download hier Den Hitler jag ich in die Luft und ein Pressebericht über den AbendHaasis - HZ 12.09

Gründung des Vereins „Gedenkstätten KZ Bisingen“

Am Mittwoch, 28. November 2003 traf sich der Gesprächskreis „Möglichkeiten des Erinnerns“ zu seiner letzten Sitzung in 2003. Horst Prautzsch (der 1982er JUSO-Gruppe angehörenden, die die Aufarbeitung der Bisinger Geschichte in der Zeit 08/1944-04/1945 gewaltig ins Rollen brachte!) hatte eine Anzeige im Bisinger Nachrichtenblatt eingebracht Anzeige Horst Vereinsgründschrieb in der Einladung zu diesem Treffen:

Die Einladung zur Gründungsversammlung des Vereins „Gedenkstätten KZ Bisingen“ am 28. November 2003:
Mit den besten Grüßen für alle der sich an der Vereinsgründung bisher Beteiligenden des Gesprächskreises: Horst Prautzsch

Liebe Freunde, nach vielen intensiven Gesprächen ist es jetzt soweit. die Rahmenbedingungen für die Verbesserung unserer Erinnerungsarbeit sind so gut wie noch nie. (…..). Wir haben geeignete Personen um die notwendigen organisatorischen Arbeiten zu leisten. Bürgermeister Krüger unterstützt uns in bemerkenswerter Weise, (……). Die Zustimmung des Gemeinderates wird also noch abzuwarten bleiben bis wir „so richtig durchstarten“ können.

Die ersten Schwerpunkte unseres Vereins werden wohl sein:

1.    Sichtung des Archivs und Beratung der Stadt zur Vervollständiung der sich derzeit noch teilweise in Berlin befindenden Quellen
2.    Fortführung unserer Überlebenden- und Angehörigenbetreuung
3.    Intensivierung unserer volksbildenden und pädagogischen Arbeit
4.    wenn die ersten 3 Punkte zur Zufriedenheit aller erfüllt sind, werden wir uns wahrscheinlich in nicht allzu ferner Zukunft dem Thema der publikumswirksameren -angepassteren Umgestaltung des Heimatmuseums und der Gestaltung von Veröffentlichungen zum Thema widmen. +++

Anmerkung: einige Passagen aus dem Schreiben von Horst Prautzsch wurden herausgenommen, da in der späteren Vereinbarung mit Bürgermeister Krüger und der Gemeinde Bisingen eine andere – für den Verein eine andere, für den Verein absolut positive Wendung, zustande kam.

2003Dem Protokoll des Treffens ist zu entnehmen: Anwesend waren …..einschließlich Bürgermeister Krüger 14 Personen. In geheimer Wahl wurden alle 6 vorgeschlagenen Personen für den künftigen Vereins-Vorstand einstimmig gewählt und nahmen die Wahl an (5 Vorstandsmitglieder und Bürgermeister Joachim Krüger – 2.v.li Foto: L.Gentner). Und weiter ist zu lesen:

Nach der Wahl übergab Horst Prautzsch die Versammlungsleitung an die Vorsitzende des neu gegründeten Vereins, Uta Hentsch. Sie bedankt sich für das Vertrauen, das man ihr durch die Wahl zur Vorsitzenden des neu gegründeten Vereins entgegengebracht habe. Sie ist der Auffassung, dass die Gruppe eine hervorragende Arbeit macht. Sehr deutlich sei dies beim Besuch von Shalom Stamberg zum Ausdruck gekommen. Herzlichen Dank richtet sie in diesem Zusammenhang auch an Bürgermeister Joachim Krüger, der die Gruppe bisher immer sehr gut unterstützt habe. Sie hoffe, dass sie die Aufgabe als Vorsitzende des Vereins stets zur Zufriedenheit aller erledigen werde.

Hans Martin freut sich darüber, dass es heute gelungen ist, den Verein zu gründen. Er nennt Beispiele aus anderen Gemeinden, wo der Übergang vom Gesprächskreis zum Verein zu einer guten und konstruktiven Arbeit geführt habe.

Auch Bürgermeister Joachim Krüger freut sich über die Bildung des Vereins. Der Verein trage eine besondere Verantwortung. Er selbst sei in der Sache mit dem ganzen Herzen dabei und möchte den Verein kritisch konstruktiv begleiten. Er werde von seiner Seite aus alles tun, damit zwischen dem Verein und der Gemeinde eine enge Verbundenheit gewahrt bleibe. Er wünscht dem Verein für die Zukunft alles Gute. Es warte viel Arbeit, die erledigt werden müsse. Der Kooperationsvertrag mit der Gemeinde sei einer der nächsten Schritte. Er sei sehr zuversichtlich, dass künftig eine gute und erfolgreiche Arbeit geleistet werden kann.

Der Konrektor der Bisinger GHWR-Schule bietet dem Verein das Engagement der Schulen an. Er hoffe weiterhin auf eine gute und konstruktive Zusammenarbeit.

SchwaBo überVereinsgründungZak-Vereinsgründung2003Wie es weitergeht lesen Sie unter: „Kategorie“ – und entsprechenden Jahres-Angaben.