Schüler-Aktion im Kuhloch/Exkursion der Weiher-Schule Hechingen

Der Nachmittag des 13. Juli 2010 war „der“ Termin, an dem Herr Huesfeld, Geschichtslehrer der Realschule Bisingen, mit seiner 9. Klasse im Rahmen des Nachmittagsunterrichts seinem Unterricht eine ganz praktische Note hinzufügte. Seit der Aktion mit seiner Klasse im Juli 2008 war der Blick auf die kläglichen Reste ehemaligen Entschwefelungsanlage im Kuhloch vollkommen genommen. So war der Einsatz zur Befreiung derselben von überwuchernden Grünbewuchs dringen notwendig geworden.

Dem Einsatz der gesamten Gruppe, siehe Zeitungsartikel, sei an dieser Stelle noch einmal ein herzlicher Dank ausgesprochen. Die hinzugefügten Bilder sind von U.He.

Am Donnerstag, 15. Juli, besuchten sechs Schüler der Weiher-Schule in Hechingen mit ihren beiden Lehrerinnen im Rahmen des „ZISCH“- Projekts (Zeitung in der Schule) die Gedenkstätten KZ Bisingen. Die sechs jungen Leute machten sich viele Notizen, fragten nach und zeigten so, ihr großes Interesse an den Geschehnissen hier in Bisingen vor 65 Jahren. Ihre Eindrücke haben sie in einem gemeinsam erarbeiteten Bericht an die lokale Presse weitergegeben. Ach ihnen ein herzliches Dankeschön für ihr Engagement „Gegen das Vergessen“!

Fotos: I. Wöhr/U.Hentsch

Im Heimatmuseum Bisingen / vor dem Heimatmuseum / am Steg – Lagereingang/Appellplatz / Infotafel-Lagereingang / Infotafel Bereich ehemalige Manufaktur / Ölschiefer Abbaukante / Öltank / Öl-„Geschmeckle“ / Entschwefelungs – Relikte

Einweihung des Mahnmals auf dem Flughafengelände Hailfingen/Tailfingen

Am Nachmittag des 06. Juni 2010 wurde  mit sehr bewegenden Reden und musikalischen Beiträgen auf dem Gelände des ehemaligen Nachtjägerflugplatzes ein Mahnmal mit den Namen der Opfer eingeweiht. Hier im Folgenden Bilder und drei kleine Film.

Im nebenstehenden Bild ist das ehemalige Flugplatzgelände wie es ich heute darstellt zu sehen.

Hier im Bild Gedanken zur künstlerischen Gestaltung  der KZ Gedenkstätte Hailfingen/Tailfingen mit seinem Mahnmal.

1 Info-Tafel / 2 Startbahn-Restbestand / 3 Rabbiner Wormser (IRG-Stuttagart) / 4 Gäste / 5 Mordechai Ciechanover / 6 Ehepaar Ciechanover / 7 Namen-Detail / 8 Israel Arbeiter vor dem Mahnmal (alle Bilder Hentsch)

Lied Mordechai Ciechanover Hailfingen-Tailfingen 06. Juni 2010  (Hentsch)

 – Lied Mordechai Ciechanover Hailfingen-Tailfingen 06. Juni 2010 (Hentsch)

Volker Mall und Walter Roth – Wegbereiter für das KZ-Außenlager Hailfingen-Tailfingen


Eröffnung der KZ Gedenkstätte Hailfingen/Tailfingen


Der Oberbürgermeister von Rottenburg a.N., Stephan Neher und der Bürgermeister der Gemeinde Gäufelden, Johannes Buchter, hatten aus Anlass der Eröffnung der „KZ Gedenkstätte Hailfingen-Tailfingen am 06. Juni 2010 in die Bürgerhalle in Tailfingen  eingeladen.
Auch der Verein „Gedenkstätten KZ Bisingen“ hatte eine solche Einladung erhalten. Die Vorsitzende des Vereins und zwei weitere Mitglieder nahmen an dieser Veranstaltung teil und so ist es möglich, hier einen sehr bemerkenswerten Tag bezüglich der Aufarbeitung der Nazi-Verbrechen zu berichten. (durch anklicken der Bilder können diese zum anschauen und lesen vergrößert werden. Oben auf dem zweiten Bild eine kurze Legende zum ehemaligen „Nachtjägerflugplatz“ ).

Das Dokumentationszentrum im Rathaus Tailfingen ist in jeder Hinsicht sehr beeindruckend. Auf kleinem Raum ist die Fülle von Informationen für den Erstbesucher erst auf den zweiten Blick in ihrem ganzen Ausmaß erkennbar. Hier kann wohl jeder Geschichtsinteressierte Stunden um Stunden, ja sogar Tage verbringen. In der schriftlichen Information zur KZ Gedenkstätte Hailfingen/Tailfingen lesen wir: Was macht den didaktischen Kern der Konzeption aus? Über Filmaufnahmen von ehemaligen Lagerinsassen und Zeitzeugen aus der Bevölkerung soll den Ausstellungsbesuchern – Auge in Auge – vermittelt werden, wie die betroffenen diese Zeit erlebt haben. Dazu werden insgesamt elf Touch-Screen-Bildschirme in einer Zeittafel, in zwei Themenwänden bzw. drei 2,2 m hohen Stelen installiert. Diese Form der Geschichtsvermittlung wurde wegen ihrer kommunikativen Methodik gewählt und als Konzept auch von der Landeszentrale für Politische Bildung hervorgehoben.

Im Folgenden möchten Bilder, Ansprachen (als pdf.datei zu downloaden)  von einer großartigen Eröffnungs- und Gedenkfeier, in der auch durchaus sehr emotionelle Momente zu beobachten waren, berichten.

– Spender &Förderer

Dokumentationszentrum

– Besucher

– Nummernbuch

Luftbildmosaik einer US-Aufkärungsmaschine vom April 1945– Luftbild

– einer der 11 Touch-Sreene

die Rede von Birgit Kipfer, Verein „Gegen Vergessen – für Demokratie“,  hier als pdf.Datei zum downloaden: Rede von Birgit Kipfer – Verein Gegen Vergessen – fuer Demokratie

– Dr. Christine Glauning, Leiterin des Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Berlin, hier ihre Rede zum downloaden: Dr. Christine Glauning -Vortrag Eröffnung Gedenkstätte Tailfingen 06.06.2010

Hier die bewegende Rede von Israel Arbeiter, Boston, USA, Überlebender des KZ Hailfingen/Tailfingen zum downloaden: Rede von Israel Arbeiter, Boston-USA

Israel Arbeiter im Gespräch nach dem Festakt am Vormittag des 06. Juni 2010

Fotos: U. Hentsch

„Jetzt wissen wir endlich wo und wann….“

07.06.2010 auf 10:34 Kommentar zum Bericht: „Ich bin stolz, dass Du hier bist“

65 Jahren lang haben wir (4 Kinder) nicht gewusst wo und wenn unser Vater, Frans Fontaine, Kriegsgefangener, während die 2e weltkrieg gestorben ist. Wir haben immer verschiedene informationen gehabt und haben vergeblich gesucht. Mit Dank an H. Grunert wissen wir es seit 2 Wochen genau . Wir sind nach Hechingen abgereisd und haben zusammen met Frau Grunert Dautmergen, Bisingen und Schömberg besucht. Wir waren beim KZ-Friedhof und die Gedenkstätte. Haben dort zum erste mal die namen unsere vater auf die Gedenkstätte gesehen, mit 5 andere Niederlander. In Gemeinde Schömberg ist am 10-8-1945 notiert…..gestorben 14-11-1944 in Schömberg/Dautmergen.
Jetzt wissen wir endlich genau ..wo und wenn.
Wir danken allen, die es möglich gemacht haben, die Gedankstätte zu realiseren . Damit haben wir unsere Suchen und Unsicherheit können abschliessen und mehr ruhe in uns weitere leben habe. Wir haben jetzt ein platz gefunden.
Viele Dank,
fam. Fontaine

Foto: Grunert – auf dem KZ-Friedhof Schörzingen von li nach re: Cees de Brouwer, Lenny de Brouwer-Fontaine, Gerard Fountaine, Lidy de Vries-Fountaine

Dank des Kommentars zum Bericht: „Ich bin stolz, dass Du hier bist“ ist es der Redakteurin dieser Internetseite möglich über den Besuch der Familie Fontaine aus Holland einen Beitrag auf diese Seite zu stellen. Seit der Gründung des Gedenkstättenverbund  “ Gäu-Necker-Alb“ am 29. Mai 2010 in Rexingen besteht ein erweitertes Netzwerk von Synagogen – und KZ Gedenkstättenvereinen , sodass an dieser Stelle auf jeden Fall neue Ereignisse, die zum „Unternehmen Wüste“ gehören einen Eintrag finden sollen. Es ist für uns  sehr wichtig, dass auf dieser Seite alle derartigen Informationen weitergegeben werden – denn: die Geschichte der Aufarbeitung der Verbrechen unter der Nazi-Diktatur, hat, wie auch hier wieder erfahrbar, wohl noch lange kein Ende gefunden.

Hier nun im Folgenden zwei Zeitungsberichte über den Besuch aus Holland und ein Foto, dass mir Frau Grunert gegeben hat.

Die fünf Bilder unten hat mir die Familie Fontaine nachträglich zur Verfügung gestellt: Besuch der Gedenkstätten Eckerwald und Gespräch mit  Hanne Grunert im Heimatmuseum Bisingen

Alle Text und BIld – Beiträge können durch Anklicken (evtl. auch 2 x) vergrößert werden.

Mit Bisinger Zeitzeugen im Gespräch

Zum Freitag, 21. Mai 2010 hatte der Verein „Gedenkstätten KZ Bisngen“ zu seinem ersten Gesprächsstammtisch ins Heimatmuseum Bisingen eingeladen. Thema des Abends: „Mit Bisinger Zeitzeugen im Gespräch“. Auf eine formelle Gesprächsleitung war bewusst verzichtet worden, und so konnte der Abend einen sehr ausgesprochen lebhaften Verlauf nehmen, der neben den oftmals sehr erschütternden Aussagen durch Rückfragen und Ergänzungen des Gehörten durch Dritte geprägt war. Im Folgenden zwei Presseberichte über dieses Treffen.

„Ich bin stolz, dass du hier bist“ – Abschied von Vater und Großvater

Aleksander Olszanski *08. August 1905 in Warschau – † 06. Februar 1945 im KZ Bisingen

Ende Januar erhielt die Vorsitzende des Vereins Gedenkstätten KZ Bisingen eine Anfrage aus Belgien bei der es um eine Nachfrage über Aleksander Olszanski ging, der im KZ Bisingen am 06. Februar 1945 an einer Lungenentzündung gestorben sei. Anfragen über weitere Anhaltspunkte ergaben, dass Aleksander Olszanski mit dem Transport aus Danzig-Stutthof am 01. Oktober 1944 in Bisingen eingetroffen war. 1500 polnische „politische“ Häftlinge und 1000 estnische Juden gehörten zu dieser Deportation nach Bisingen. Die meisten der 15000 Polen blieben in Bisingen, ein Teil von ihnen, zusammen mit den 1000 estnischen Juden wurden nach Dautmergen verbracht.

← gesamter Bericht – Fotos: Hentsch

Peter van Zantvoort, der Enkel, erzählte am Abend, dass er, als er vor der Abbaukante und der Info-Tafel mit dem Text von Isak Wasserstein gestanden hat, die Vision hatte, seinen Großvater zu hören: „Ich bin stolz, dass Du hier bist“ – das hat ihm persönlich sehr geholfen die Gewissheit über den Abschluss der Suche gefunden zu haben.

Im Gästebuch des Heimatmuseums lesen wir: „Heute sind wir hier im Museum gewesen, und ich, Janina, meine Tochter Dorota und mein Sohn Peter sind gekommen um meinen Vater, Aleksander Olszanski, zu ehren, der hier in Bisingen umgekommen ist. Es war für uns ein sehr emotionelles Erlebnis“

Im Heimatmuseum Bisingen: von li → re: Janina Olszanska, Dorota Wrobel, Peter van Zantvoort

41939

Gedenkveranstaltung KZ-Lager Eckerwald – 09. Mai 2010

Sonntag, 09. Mai 2010 – Den nachfolgenden Bericht stellte Herr Thomas Riedlinger der Vorsitzenden des Vereins „Gedenkstätten KZ Bisingen“ zur Verfügung. Er hat ihn für den Schwarzwälder Bote, Rottweil,  geschrieben.  An dieser Stelle einen herzlichen Dank an Herrn Riedlinger.  Die  Vereine „Initiative Eckerwald“ und  „Gedenkstätten KZ Bisingen“ gehören zum „Unternehmen Wüste“ Alle Bilder: U. Hentsch.

Rottweil-Zepfenhan (rd). Ein kleines Jubiläum feierte am Sonntag die „Initiative Gedenkstätte Eckerwald“, als sie zum 25. Mal an die Opfer der Konzentrationslager Schörzingen, Dautmergen, Bisingen, Auschwitz-Birkenau und Dachau gedachte. Viele ehemalige Häftlinge oder deren Kinder und Angehörige nahmen an der Feier teil, Gäste waren aus Frankreich, aus Polen und sogar aus Norwegen gekommen.
Gerhard Lempp berichtete von der Gründung der Initiative vor 25 Jahren und führte aus, dass durch die beispiellose Aufklärungsarbeit nicht Spuren verwischt, sondern verborgenes Unrecht an einem Ort dunkelster Verrichtung sichtbar gemacht worden seien. Häftlinge von Konzentrationslagern hatten in den Jahren 1942 bis 1945 in Schörzingen, in Dautmergen oder in Bisingen für das Projekt „Operation Wüste“ Öl aus Schiefergestein gewinnen müssen. Mittlerweile sind zu der Gedenkstätte durch Schüler wege angelegt und Zugangsmöglichkeiten erleichtert worden, ohne dass freilich Spuren verwischt oder unkenntlich gemacht wurden. Für die Opfer sei es ein schwerer Weg, an den Ort ihrer Pein zurück zu kommen. Doch viele der Gäste kommen seit vielen Jahren zurück, um sich immer wieder aufs Neue alten Erinnerungen zu stellen und mit ihnen fertig zu werden.
Auch der ehemalige Ministerpräsident Erwin Teufel lobte die Initiative weniger Einzelpersonen, die mit der Gründung der Initiative im Jahre 1985 das damalige Leiden der Häftlinge ins öffentliche Bewußtsein zurück brachten. Man müsse heute in Scham nachdenken über die damaligen Gewaltverbrechen. „Wir erinnern uns, weil wir uns der Geschichte stellen müssen. Es ist eine Bringschuld der Eltern und der Großeltern und es ist eine Holschuld der Jüngeren“, sagte Teufel. Man dürfe nicht gleichgültig sein gegenüber den Opfern. Doch heute wachse ein neues Deutschland in dritter Generation heran, das für Mitmenschlichkeit stehe. Deshalb solle man nicht in Verbitterung über das damals Geschehene verharren, sondern Versöhnung stiften und sich für die Menschenrechte einsetzen.
Auch der Schömberger Bürgermeister Karl-Josef Sprenger führte aus (Anmerkg. Rede zum downladen hier: Grußwort – 25 Jahre Gedenkfeiern im Eckerwald), dass es für ein friedliches Miteinander eigentlich nur das simple Motto „was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu“ brauche. Die Menschen sollten sich verpflichten angesichts solcher Gedenkstätten die Werte des Friedens, der Menschenrechte und der Gewaltfreiheit in die Gegenwart und die Zukunft zu tragen – dann habe die „Initiative Eckerwald“ ihren Sinn. Dem schloss sich auch Gerhard Lempp an, der die Initiative federführend leitet und schloss die Veranstaltung mit den Worten, dass der Eckerwald zu einer kleinen und bescheidenen Insel der Versöhnung geworden sei. Und diese Versöhnung bedeute Befreiung.

Rede eines polnischen Überlebenden – er überreicht an

Gerhard Lempp für die „Initiative Eckerwald“ eine Medaille von Auschwitz und ein Buch.

Ein Netz symbolisiert die Versöhnung

Überlende und ihre Angehörigen

Anmerkung: Nach der Gedenkstunde gab es ein gemeinsames Mittagessen im Städtischen Spital Rottweil. Danach wurde um 15 Uhr der KZ-Friedhof Schömberg und der Gedenkstätte Dautmergen-Schömberg besucht. Um 17 Uhr endete der Tag mit einem ökonomischen Gottesdienst in der Kapelle des KZ-Friedhofs Schörzingen.

Ein vertontes Gedicht für die Gedenkstätten KZ Bisingen

Am Mittwoch, dem 24. Februar 2010 überreichte der Lyriker Helmut Hauser aus Ostdorf dem Bisinger Bürgermeister Joachim Krüger sein nun von Robert Pappert vertontes Gedicht: „Gen Himmel ragt das dunkle Kreuz“. Weiter dazu siehe Zeitungsartikel und diverse Fotos (alle Hentsch).

Lesung: „Zwei Leben gegen den Nationalsozialismus“

Am Dienstag, 02. Februar 2010 waren Welf Schröter und Irene Scherer, Talheimer Verlag, Gäste im Heimatmuseum. Sie lasen aus den Aufzeichnungen: „Zwei Leben gegen den Nationalsozialismus“ von Karola Bloch und Eugen Rosenstock-Huessy.

Karola Bloch und Eugen Rosenstock-Huessy – zwei Menschen, die gegen den Nationalsozialismus Widerstand leisteten, die beide Deutschland verlassen mussten und in die USA gingen. Zwei Menschen, deren Biografien und Lebensleistungen Ermutigungen für Nachgeborene darstellen.