Spur der Erinnerung – 70 Jahre nach den Euthanasie-Verbrechen des Nazi-Regimes

1-Spur d. Erinnerung HZ 20Der Verein Gedenkstätten KZ Bisingen präsentierte sich  am Freitag, 16. Oktober 2009 in Stuttgart bei  der Abschlussveranstaltung des Projekts „Spur der Erinnerung“ ←siehe nebenstehenden Artikel.IMG_9300 copy

IMG_9323IMG_9304"Spur der Erinnerung"

Leider ließ der Regen ein längeres verbleiben der „Spur“ nicht zu – das nächste Bild zeigt den Verlauf des „Spur“-Endes in den Eingang IMG_9312←des Innenministeriums. Die nächsten Bilder in Reihenfolge: die Bühne / Prominenz aus Tübingen / ein neues Vereinsmitglied aus Balingen mit einer kleinen Behindertengruppe / unsere freundlichen Nachbarn, die uns Schutz boten / Hanne und Uta unter einem Regenschirm der Familie Ben David in Israel (Ruth Ben David, Ruth Spier aus Haigerloch).IMG_9338

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Geschichte im Blick – Besuch im Heimatmuseums aus Tübingen

1-HZ 23.09Frau Hänsel und ihre beiden Begleiter zeigten sich nicht allein sehr interessiert sondern auch als durchaus sachkundige Besucher. Hänsel gehört dem Theodorakis-Chor Tübingen an und erzählte, dass sie  es sehr bedauert hätte, bei der Eröffnung des Heimatmuseums (1996) aus privaten Gründen nicht dabei sein zu können. Sie gehörte schon damals dem Chor an.

Junge Grüne zu einer Mahnwache in Bisingen

HZ-13.09Von Tübingen mit Zug kam die kleine Gruppe junger Grüner am Sonntag, 13. 09.2009, nach Bisingen angereist. Ihr Vorhaben: eine Mahnwache für die Opfer des KZ Bisingen ab zu halten. Danach gab es in einer Gesprächsrunde im  Heimatmuseum Bisingen Erklärungen zum „Unternehmen Wüste“ insbesondere über das „Wüste Werk II“ in Bisingen von August 1499 – April 1945.

IMG_3764(Foto: Jörg Wahl, Bisingen) Aus der Gruppe selbst gab es Fragen, die zum Einen beantwortet werden konnten, zum Anderen, als eher spekulative Annahme bewertet, ohne Antwort bleiben mussten. Eine aufgeschlossene Gruppe, die es sehr interessant und wichtig fand, über die „Geschichte vor der Haustür“ informiert zu werden.

Jugendgruppe aus New York besucht die Gedenkstätten KZ Bisingen

IMG_8721Am Donnerstag, 10. Juli 2009, gab es Besuch aus New York in den Gedenkstätten KZ Bisingen. Eingeladen von der Prinzessin Kyra von Preußen-Stiftung verlebten 16 Jugendliche im Alter von etwa 15 -20 Jahren vom 07.-15. September 2009 eine Freizeit auf der Burg Hohenzollern. Sie alle sind Angehörige von Opfern des Terror-Anschlags auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001. Verantwortlich für die Gruppe ist die „Children’s Aid Society“, eine Organisation die bereits 1853 gegründet wurde. Ihr Anliegen: „die Lücken zwischen dem was Kinder benötigen und dem, was das Leben den Kindern vorenthält aus zu füllen“.IMG_8712

IMG_8714IMG_8716Nach einem Empfang im Rathaus Bisingen durch Bürgermeister Joachim Krüger war für die Gruppe mit ihren Begleitern der Besuch des KZ-Friedhofs mit anschließender Führung im Heimatmuseum Bisingen angesagt.

Die jungen Leute hatten in der Mehrheit bis zu diesem Tag noch nichts über die Verbrechen des Naziregimes gehört und zeigten große Betroffenheit über das, was sie über die Geschichte diese Friedhofs und das KZ Bisingen von August 1944 bis April 1945 hörten. Bereits auf dem Friedhof gab es viele Fragen und Nachfragen, die sich dann bei einer anschließenden Führung durch Heimatmuseum Bisingen fortsetzten.IMG_8722 Es war IMG_8727außerordentliche bemerkenswert, mit welch großem Interesse diese jungen Leute, die selbst so viel schreckliches Leid erfahren mussten, die IMG_8732Geschichte des „Unternehmen Wüste“, insbesondere die Geschichte des KZ Bisingen mit den damals leidvollen, menschenverachtenden Gegebenheiten für die Häftlinge aufgenommen haben.

Veranstaltung zum 70. Jahrestag des deutschen Überfalls auf Polen

Veranstaltung 01.09.2009Die Veranstaltung des Vereins „Gedenkstätten KZ Bisingen“ am Dienstag, 01. September 2009 war gut besucht – entgegen der vorangegangenen Befürchtungen unseres Referenten Hans Martin zu seiner großen Freude. Drei, evtl. vier neue Mitglieder für den Verein konnten gewonnen werden 🙂 Über den Verlauf der Veranstaltung kann in den Presseberichten nachgelesen werden:1-HZ-03.09

Schwa Bo 03.09

Einige Fotos (U.Hentsch) vom Abend im Heimatmuseum Bisingen zum Abschluß 01.09.0901.09.09

dieser Eintragung:01.09.09

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Sozialpraktikantin Luisa Jürgens in einem Interview mit Isak Wasserstein, einem Holocaust-Überlebenden des KZ Bisingen

IMG_4069LuisaEs war im Herbst 2008, als Luisa Jürgens, Bisingen, mich anrief und anfragte, ob sie bei uns ein  Sozialpraktikum abs0lvieren könnte. Natürlich konnte sie! Wir trafen uns dann erstmals im Heimatmuseum zum kennen lernen. Als Schülerin des Hechinger Gymnasiums ( 9. Klasse) war sie die Einzige ihre Klasse, die noch einen Platz für ein Praktikum benötigte – der Tip einer Lehrerin, bei uns anzufragen führte zum Erfolg. (Bild oben: Luisa schreibt die Adressen unserer Mitglieder und Freunde :-), da ich es noch immer nicht hin bekommen habe diese per „Seriendruck“ für Einladungen und Benachrichtigungen auszudrucken 😦 )

1-Interview BIsingen2-Interview mit Bisingern3-Interview mit BisingernWährend dieser Zeit erstellte Luisa (völlig selbständig einen Zeitzeugenbericht mit Aussagen von drei Bisinger Bürgern.  Luisa hat die Fragen selbst zusammengestellt – die Interview-Partner selbst herausgefunden und aufgesucht und die Antworten aufgenommen. So ist  hier noch einmal ein echtes Zeitzeugnis aus der Bisinger Bevölkerung heraus entstanden.

4-Isak-Luisa-HZ-ZAK 01.09Am 11. August 2009 besuchte die Vorsitzende des Vereins „Gedenkstätten KZ Bisingen“  mit Luisa Jürgens Isak Wasserstein, einen Holocaust-Überlebender des  KZ Bisingen  in München .  Für die 3. Ausgabe der „Gedenkstätten Rundschau“ (Zollernalbkreis-Bereich Oberer Neckar) sollte Luisa ein Interview mit Isak Wasserstein machen, in dem er über seine Erfahrungen am 01. September 1939 in Warschau erzählt. Aus Anlass einer öffentlichen Veranstaltung des Vereins Gedenkstätten KZ Bisingen am 01. September 2009  haben die Hohenzollerische Zeitung und der Zollernalb-Kurier den ersten Teil des Interviews an diesem Tag veröffentlicht, hier auch pdf.Datei abrufbar: Interview-IsakWasserstein

Isak 01.08Ein zweiter Teil des Interviews, in  welchem es dann nicht mehr um den 01. 09. 1939 geht, wird in den nächsten Tagen noch eingebracht.  Die Grundfragen kamen von Luisa selbst, ich hatte sie vorher durchgesehen und konnte sie so stehen lassen. Was mich persönlich sehr beeindruckte war, dass Luisa als so junge Schülerin absolut souverän und in jeder Situation flexibel nachfragend zu reagieren wusste. Ihr Bericht in der Schule über ihre Praktikumszeit in den Gedenkstätten KZ Bisngen und ihre eingereichten schriftlichen Arbeiten brachten ihr in Abschlussbewertung sehr verdient die Note „sehr gut“ ein.

51. bundesweites Gedenkstättenseminar in Grafeneck vom 18.-20. Juni 2009

Mit nachfolgender Information über den Besuch des 51. bundesweiten Gedenkstättenseminars in Grafeneck:  NS-„Euthanasie“  sollen gleichzeitig eine Reihe neuer Links zum Thema vorgestellt werden. Träger des Seminars war die  Landeszentrale für politische Bildung/Stuttgart. 79 Teilnehmer einschließlich einer Vielzahl von prominenten Referenten u.a. Prof. Dr. Hans-Walter Schmuhl, Universität Bielefeld (sein Eingangs-Referat kann per Download abgerufen werden/unten) trafen sich im „Haus auf der Alb in Bad Urach, um sich einem Thema zu widmen,  das in der Öffentlichkeit bis heute nicht wirklich „angekommen“ ist. Am Freitag fand das Seminar direkt in Grafeneck statt – mit obligatorischer Führung durch das Ausstellungsgelände.

KIF_7338Karte_2KIF_7354Theodor K.Nebenstehende Karte zeigt Lokalisation der ehemaligen „Euthanasie-Orte“ und beispielhaft ist die Geschichte des jungen Theodor K. erzählt. Damit die entsprechenden Links „beieinander“ sind ist an den jeweiligen Beginn des Links: NS-„Euthanasie“ gestellt.

Abschließend sei noch das Buch von Thomas Stöckle vorgestelltThomas Stöckle - Grafeneck und der Text von Prof. Dr. Hans-Werner Schmuhl hier:Ideengeschichte der Rassenhygiene

Buchbesprechung Grafeneck

Besuch von Eve und Otto Gunsberger im Mai 2009

Vom 10. – 16. Mai 2009 besuchten Eve und Otto Gunsberger, Melbourne, Bisingen. Otto Gunsberger kam mit dem letzten Häftlingstransport am 07. März 1945 aus dem KZ Buchenwald nach Bisingen – sein Überleben ist in der Tat ein ganz besonderes Wunder – siehe KZ Bisingen-Zeitzeugenbericht. Drei Schulbesuche standen auf seinem Programm neben einem Treffen mit Bürgermeister Krüger im Bisinger Rathaus. Ein Abend mit guten Bekannten und Freunden im Heimatmuseum und private Stunden mit sehr persönlichen Freunden ließen für das Ehepaar Gunsberg den Aufenthalt in Bisingen doch wie im Fluge vergehen. Beide resien von hier aus nach Ungarn weiter – in das Land, das beide 1956 verließen.

Besuch des „Technischen Gymnasiums“ Balingen am 12. Mai 2009

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Auszüge von den Gesprächskreis-Treffen im Frühjahr/Sommer – ein neuer Holocaust-Überlebender, Shalom Stamberg, Haifa, wird vorgestellt

Sitzung am Mittwoch 05. Februar 2003 – bei diesem Treffen konnte ich einen Bericht + Dias über die 1 1/2 jährige Volontärszeit in Shavei Zion im Gästehaus für Holocaust-Überlebende geben – und von Shalom Stamberg und seiner Geschichte im KZ Bisingen berichten.

Ein weiterer TOP u.a. war die seit langem bereits ‘andiskutierte’ Frage nach einem Logo für unseren Gesprächskreis – mit der Hoffnung auf baldige Realisierung.

Sitzung am Mittwoch 02. April 2003 –  bei diesem Treffen begannen die Vorplanungen für den Besuch der Gäste aus Israel. Mir wurde die Aufgabe übertragen, den Zeitpunkt des Besuchs, die Frage nach koscheren Mahlzeiten und evtl. Schulbesuchen mit Stambergs zu klären, sowie Flug und Hotelkosten u.v.a.m. in Erfahrung zu bringen. Wir sprachen über eine öffentliche Veranstaltung und Begleitung durch Mitglieder des Gesprächskreises der Familie Stamberg während ihres Aufenthaltes in  Bisingen. Bürgermeister Krüger sollte nach Einholung aller Fakten über Kosten, die auf die Gemeinde zukommen würden informiert werden.

Logo-Entwürfe für GesprächsFür das Thema: “Gesprächskreis-Logo“ hatten die Teilnehmer dieses Treffens auf Bitte im Einladungsbrief  eine Reihe von Vorschlägen mitgebracht – das Resultat im Bild links.

Eine Reihe weiterer Themen wurden besprochen – u.a. ein öffentlicher Abend  im November (Reichspogrom-Nacht 09.11.1938)? – mit dem Vorschlag einer  Veranstaltung über “Georg Elser”.

Sitzung am 22. Mai 2003 – mit dem Hauptthema “Shalom und Selda Stamberg in Bisingen” . Bürgermeister Krüger teilte uns mit, dass die Kosten für den Aufenthalt von Stambergs von der Gemeinde übernommen werden. Termin eine Woche vom  12. – 19. September 2003. Feinplanungen wurden für die nächste Sitzung im Juli aufgehoben. Für den Besuch in 5 Schulen (2 in Bisingen / 3 in der Region) stellten sich aus der Gruppe des Gesprächskreises Mitarbeiter für die Kontaktaufnahme mit den Schulen zur Verfügung. Eine öffentliche Veranstaltung mit Shalom Stamberg unter dem Titel “Schalom – ich habe Euch viel zu erzählen” wurde für den 14. 09. 2003 mit einer Führung durchs Heimatmuseum “vor”geplant.

Die weiteren TOPs sollen hier ausgelassen werden, da sie eher Geprächskreis-Interna beinhalten.

Sitzung am 03. Juli 2003 – Hauptthema war die Feinplanung des bevorstehenden Besuchs aus Israel – sie wurde dann auf der Sitzung am 01. September 2003 endgültig verabschiedet (bis auf noch kleine Lücken) – siehe Bilder:

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Vorankündigung des Besuchs von Shalom und Selda Stamberg in der Presse

Bereits im Juli 2003 gab es einen ersten Pressebericht über den bevorstehenden Besuch von Shalom und Selda Stamberg in Bisingen – alle Vorberichte sind hier in Reihenfolge des Erscheinungsdatums nachzulesen. Vorab ist es notwendig noch einen Hinweis auf die Ankunft Shalom Stambergs in Bisingen Ende Januar 1945 geben: bei allen meinen Besuchen und immer weider Nachfragen an Shalom Stamberg erzählt er das Gleiche über seinen Transport nach Bisingen – er kam Ende Januar mit zwei Elektrikern und einem Ingenieur auf einen Lastwagen Ende Januar von Buchenwald nach Bisingen. Bei meinem Besuch im April 2009 erzählte er mir darüber wieder sehr ausführlich und zum ersten Mal auch darüber, dass er „Max“ den Ingenieur in Israel wiedergetroffen hat.

Hier die Geschichte – ich habe sie aus meinem Israel-Reisebericht 2009 (aus einer anderen meiner Webseiten herauskopiert): Shalom hatte uns schon im September 2003  berichtet, dass er Ende Januar mit einem Ingenieur zusammen aus Buchenwald bei uns in B. angekommen war. Max war etwa 25 bis 30 Jahre älter als Shalom und Shalom erzählte mir gestern, dass dieses Max für ihn wie ein Vater war. Shalom hat ja dann später, ohne je eine Ausbildung gemacht zu haben als Elektriker gearbeitet und in einem bestimmten Elektrogeschäft in Haifa seine notwendigen Gerätschaften eingekauft. Dort hat er über seinen langen Leidensweg erzählt und darüber, dass er zuletzt mit einem Ingenieur namens Max von Buchenwald nach B. gekommen war, um dort die noch notwendigen elektrischen Arbeiten zur Inbetriebnahme der Manufaktur zur Ölgewinnung aus Ölschiefer zu erledigen. Ja, und über den Inhaber dieses Geschäftes kam es dann – welch ein Wunder – dass Shalom und Max sich 1992 in Haifa wieder trafen. Max war nach Südamerika emigriert und hatte Familie in Israel die er besuchte zu der auch  und schließlich wanderte er dann in Israel ein. Nach der Befreiung in Staltach im Mai 1945 durch die Amerikaner, hatten sich ihre Wege getrennt. Das Wiedersehen nach all den Jahren in Israel war für beide mehr als ein großes Wunder. Und wieder nannte Max Shalom „seinen Sohn“, der ihm in Bisingen das Leben gerette hat, denn ohne Shaloms handwerkliche Tätigkeiten in  Bisingen wäre er, Max „nichts“ gewesen, da er schon damals nicht in der Lage war auf die Masten zu klettern um seine zu Papier gebrachten Pläne zu realisieren. Es gab einige wiederkehrende Treffen, bis Max dann zwei Jahre später seinem Krebsleiden erlag.

Für mich klingt diese Geschichte absolut der Wahrheit entsprechend – zumal zwischen den Transporten vom 26. November 1944 und dem nächsten am 07. März 1945 keine anderen Zugtransporte nach Bisingen stattgefunden haben. Ein weiterer Punkt, der Shalom Stambergs Erzählung als der Wahrheit entsprechend unterstützt ist die Tatsache, dass erst am 23. Februar 1945 in Bisingen der erste „Meiler“ gezündet wurde. Eine Kurz-Legende über die Leidensodyssee Shalom Stambergs hier: Kurz-Legende Shalom Stamberg

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