Schülerinnen und Schüler der Weiherschule Hechingen besuchen die KZ Gedenkstätten Bisingen

Gedenkstätten KZ Bisingen Lerngang BVE Hechingen 7.7.2014 GeschichtslehrpfadBericht von Samantha Henle und Ferdiana Hadici, BVE Zollernalb (Fotos: Schülerinnen / Hentsch

Lerngang nach Bisingen am 7.Juli 2014

Die BVE Klasse und die Klasse BS1 ( Alice-Salomon-Schule und Weiherschule Hechingen zusammen mit den Lehrerinnen Frau Gölz und Frau Krug-Laub ) sind nach Bisingen gefahren um einen Lerngang zu machen, weil wir im Unterricht das Thema Verbrechen im Nationalsozialismus behandelt haben.

Wir hatten uns schon vorher informiert und wir wussten, dass viele Menschen von den Nazis getötet wurden.

In Bisingen hat Frau Wöhr uns den Geschichtslehrpfad   gezeigt. Wir sind dort hingegangen, wo die Gefangen arbeiten mussten. Die Gefangen mussten den Schiefer aus der Wand mit der Hand raus klopfen Sie hatten nicht mal richtige Werkzeuge.

Aus dem Schiefer wurde versucht Öl zu machen, aber es konnte nicht viel Öl gewonnen werden.Trotzdem mussten die Gefangen sehr hart arbeiten.

Danach sind wir dort hin gegangen, wo die Gefangen gewohnt haben. Sie haben nur in Baracken gelebt. Statt einem WC gab es nur ein Loch. Die Gefangen wurden gequält und einfach so umgebracht ohne Grund.

Anschließend sind wir in das Museum gefahren, da haben wir die Täter auf Bildern gesehen und auch Bilder von den Massengräbern. Einige wenige Opfer haben überlebt und man sieht auch ihre Bilder. Shalom Stamberg ist eines der Opfer. Er lebt noch und wohnt jetzt in Israel.

Was wir beim Lerngang gesehen haben, fanden wir sehr schlimm und es hat manche von uns sehr mitgenommen. Wir finden es schrecklich wie die Nazis mit dem gefangen Menschen umgegangen sind, obwohl die Gefangen denNazis nichts getan haben.

Viele Gefangene haben  nicht überlebt. Wir sind sehr traurig was die Nazis damals mit den Menschen gemacht haben. Wir finden so etwas darf nie  wieder passieren.

Bilder: 1+2 Geschichtslehrpfad Bisingen / 3+4 Geschichtslehrpfad Bisigen Schieferabbaukante / 5. Geschichtslehrpfad Bisingen Appellplatz / 6.7.8.9 Heimatmusuem Bisingen mit der Ausstellung: Mut zur Erinnerung – Mut zur Verantwortung

Gedenkstätten KZ Bisingen Lerngang BVE Hechingen 7.7.2014 Geschichtslehrpfad  2Gedenkstätten KZ Bisingen - Lerngang BVE Hechingen 7.7.2014 - SchieferabbaukanteGedenkstätten KZ Bisingen Lerngang BVE Hechingen 7.7.2014  - Schieferabbaukante -2Gedenkstätten KZ Bisingen Lerngang BVE Hechingen 7.7.2014 Geschichtslehrpfad -AppellplatzGedenkstätten KZ Bisingen Lerngang BVE Hechingen 7.7.2014 Heimatmuseum Bisingen -1Gedenkstätten KZ Bisingen Lerngang BVE Hechingen 7.7.2014 Heimatmuseum Bisingen -2KZ Gedenkstätten KZ Bisingen Lerngang BVE Hechingen 7.7.2014 Heimatmuseum Bisingen - 2aGedenkstätten KZ Bisingen Lerngang BVE Hechingen 7. 7. 2014  vor dem Heimatmusuem 

 Link: Weiherschule Hechingen – BVE Zollernalb

Claus Graf Schenk von Stauffenberg – Vortrag von Doris-Astrid Muth, Historikerin

Doris Muth im Heimatmuseum Bisingen 18.7.2014 -1Doris Muth im Heimatmuseum Biosingen 18.7.2014 -2Zum 18. Juli 2014 hatte der Verein Gedenkstätten KZ Bisingen zu einem Vortrag zum Thema „Claus Graf Schenk von Stauffenberg“ eingeladen. Dieter Grupp, Vorstandemitglied (1. Bild) hatte Doris-Astrid Muth, Historikerin, zu diesem Abend eingeladen. In einer Vorschau für die Lokalpresse schrieb Dieter Grupp: 

Am 20. Juli jährt sich zum 70. Mal das Attentat, mit dem Claus Graf Schenk von Stauffenberg vergeblich versucht hat, der NS-Diktatur unter Hitler ein Ende zu setzen. Dies nimmt der KZ-Gedenkstättenverein als Anlass, sich mit der Person Stauffenbergs auseinanderzusetzen. Dazu hat der Verein die Stauffenberg-Expertin Doris-Astrid Muth, Historikerin am Kreisarchiv Sigmaringen, als Referentin eingeladen, die am 18. Juli um 19.30 Uhr im Heimatmuseum Bisingen über das Thema „“Claus Schenk Graf von Stauffenberg – Porträt eines Widerstandskämpfers” sprechen wird. Doris-Astrid Muth hat die Ausstellung zu Stauffenberg in der Gedenkstätte in Albstadt-Lautlingen konzipiert und umgesetzt und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema.___ENDE 

20 ZuhörerInnen folgten nach der Begrüßung durch Grupp, dem fundierten in allen Punkten sachlichen Vortrag von Doris-Astrid  Muth, dem sich noch eine rege Fragerunde anschloss. Mit Applaus der Zuhörer und Dank seitens der Vereinsvorsitzenden an die Referentin des Abends wurde eine informative Versanstaltung zu Claus Graf Schenk von Stauffenberg abgeschlossen.

Der Verein Gedenkstätten KZ Bisingen dankt der Landeszentrale für politische Bildung, Stuttgart, Abteilung „Gedenkstättenarbeit“ für die großzügige finanzielle Unterstützung zur Durchfühung dieser Vortragsveranstaltung.

Die beiden hinzugefügten Presseberichte bringen eine Zusammenfassung der Vortragsinhalte.  

Fotos: Uta HentschDoris Muth im Heimatmuseum Bisingen 18.7.2014 -3Doris Muth im Heimatmuseum Bisingen 18.7.2014 -5Doris Muth im Heimatmuseum Bisingen 18.7.2014 -4jpgDoris Muth im Heimatmuseum Bisingen 18.7.2014 -6 SchwaBo 21. Juli 2014 - Doris Muth HoZoZei 21. Juli 2014 Doris Muth

Feierstunde zu Ehren von vier „Gerechten unter den Völkern“ im Bayrischen Landtag, München am 24. Juni 2014

Programm %22Gerechte der Völker%22 -1Programm %22Gerechte der Völkeer%22 -2Programm %22Gerechte der Völker%22 -3Programm %22Gerechte der Völker%22  -424.6.2014 Maximillianeum Munic - Dr.h.c. Charlotte Knobloch Pesident of the Jeiwsh Community of Munic and Upper Bavaria24.6.2014 Maximillianeum Munic  Arik Rav-On Director of the German-speaking countries and Switzerland, Yad Vashem24.6. 2014 Maximillianeum Munic - Alois & Maria Rauch Rieghtenous of the Nations posthum24.6.2014 Certificate of Honour for Alois & Maria Rauch24.6.2014 Maxiillianeum Munic %22Righneous of the Nations Stefan & Theres Steinbacher posthum24.6.2014 Certificate of Honour - Srefan & Therese Steinbacher24.6.2014 Maximillianeum Munic - flags24.6.2014 Maximillianeum Munic - BESA Exhibition24.6.2014 Maximillianeum in Münchenjpg24.6.2014 Maximillianeum Munic - looking  Munic CenterSeit 4 Jahren ist unser Verein „Gedenkstätten KZ Bisingen“ Mitglied im „Freundeskreis Yad Vashem Deutschland e.V.“ und erhalten von Arik Rav-On, dem Direktor für die deutschsprachigen Länder und die Schweiz von Yad Vashem, regelmäßig Einladungen zu besonderen Veranstaltungen.

So haben wir zum Jom HaShoa 2011 in Jerusalem einen Kranz für die Jüdischen Opfer des KZ Bisingen niederlegen können – haben Arik Rav-On zu einem Vortrag eingeladen und auch in diesem Jahr konnte die Vorsitzende unseres Vereins wieder zum Jom HaShoa am 27./28. April 2014 in Yad Vashem sein.

Als etwa drei Wochen vor dem Termin vom Bayrischen Landtag eine Einladungng zu einer Feierstunde zu Ehren von vier „Gerechten unter den Völkern“ posthum am 24. Juni 2014 zum „Gedenkstätten KZ Bisingen.e.V.“ kam,  war es keine Frage, dass dieser Termin seinen PLatz im Terminkalender  fand.  Zu gleicher Zeit mit der Ehrung wurde die Ausstellung BESA – ein Ehrenkodex“ im Bayrishen Landtag eröffnet – wir hatten sie im Juli 2013 für drei Wochen bei uns in Bisingen.

 

Im Folgenden hier einige bildliche Eindrücke von der Veranstaltung – das Programm – und eine Beschreibung zu „Gerechte der Völker und BESA“, die ich der Einladung entnommen habe und ein Bericht über die Ehrung von der Botschaft des Staates Israel, Berlin.

Es waren in der Tat großartige, sehr berührende und unvergessliche knapp zwei Stunden im Münchner „Maximillianeum“ an diesem 24. Juni 2014 – mit ausgezeichneten Reden zur Auszeichnung für die vier „Gerechten unter den Völkern“ und einem großartigen musikalischen Rahmenprogramm von der Jazzband aus Schülern und Lehren des „Günter-Stöhr Gymnasiums Icking“ (St. Anna-Schulverbund) mit einem abschließenden musikalischen Höhepunkt mit Kantor Nikoa David, Berlin, der das berühmte „Yerushalayim shel Zahav“ von Naomi Shemer (1967) sang.

Ab 14 Uhr gab es im Rundgang, in dem die BESA-Ausstellung ab 25. Juni 2014 zu sehen ist, die Vorstellung von Schülerprojekten “Bayrische Gerechte unter den Völkern“ durch die beteiligten Schulen – siehe Bild 3 aus dem Programm mit anschließenden Empfang im ‚steinernen Saal“.

Dank geht an Arik Rav-On, der die Einladung zu uns nach Bisingen veranlasst hat.___________________________________________

„Gerechte unter den Völkern“ – dazu ein Text aus der Einladung zum 24. Juni 2014:

„Wer ein Menschenleben rettet, rettet damit die ganze Welt“ – Talmud

Seit dem Gründungsjahr 1953 bewahrt Yad Vashem als lebendiges Denkmal des jüdischen Volkes für den Holocaust die Erinnerung an die Vergangenheit und vermittelt ihre Bedeutung an kommende Generationen. Die Begegnungsstätte versteht sich als Weltzentrum der Dokumentation des Holocaust, seiner Erforschung und Lehre sowie seines Gedenkens.

Die Erinnerungsstätte ehrt aber auch – im Namen des Jüdischen Volkes – seit mehr als 50 Jahren die NichtJuden, die mit persönlichem Einsatz und unter Gefährdung des eigenen Lebens, oft auch dem ihrer Familien, Juden während des Zweiten Weltkrieges retteten, und zwar durch den Ehrentitel „Gerechte/r unter den Völkern“.

Während der Feierstunde im Bayerischen Landtag werden vier der bedeutenden Auszeichnungen feierlich verliehen. Parallel erfolgt im Rahmen des Festakts die Eröffnung der Ausstellung „BESA.- Ein Ehrenkodex Die Rettung von Juden durch Albaner zur Zeit des Holocaust“. Die Ausstellung stellt dabei die sich stets wiederholende Frage der Menschlichkeit: Was tun, wenn Recht zu Unrecht wird, wenn so viele das Falsche tun?

Die Präsidentin des Bayerischen Landtags, Barbara Stamm, lädt zur Feierstunde und Eröffnung der Ausstellung, am Dienstag, 24. Juni 2014,12.30 Uhr, in den Senatssaal des Maximilianeums ein.________________________________________________________

Leider weiß ich nicht mehr, wer die sehr markanten Worte von Prof. Dr. Yehuda Bauer zitiert hat (27.1.1998 Bundestag) – möchte sie jedoch hier einbringen:

„Du und Deine Kinder und Kindeskinder dürfen niemals Täter sein.

Du, deine Kinder und Kindeskinder dürfen niemals Opfer sein.

Du, deine Kinder und Kindeskinder dürfen niemals, aber auch niemals passive Zuschauer sein.“

Grüne Passage anklicken zum Link – Bilder U.Hentsch –  Dr. h.c. Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israeltischen Kultusgemeinde München und Oberbayern / Arik Rav-On, Direktor für die deutschsprachigen Länder und die Schweiz, Yad Vashem

 

Die ersten zwei Mahnmale zur Erinnerung an das Unternehmen „Wüste“ in Frommern

22.6.2014 - Frommern die beiden StelenAm Sonntag, dem 22. Juni 2014 um 11Uhr war es so weit – die ersten beiden Stelen zur Erinnerung an das Unternehmen „Wüste“ wurden in einem sehr eindrucksvollen Festakt der Öffentlichkeit übergeben. Am Vorplatz zum Frommener „Schiefersee“, heute eine wunderschöne Park- und Freizeitanlage, hatten sich zur großen Freude der Veranstalter etwa 250 interessierte Besucher eingefunden – das Programm war anspruchsvoll.  

Balingens Oberbürgermeister Helmut Reitemann, Ortsvorsteher von Frommern Hans Uhl, Immo Opfermann, Mitgied des Arbeitskreis „Wüste Balingen und Dr. Andreas Zekorn, Kreisarchivar Balingen und Vorsitzender der „Heimatkundlichen Vereinigung Zollernalb“ haben Ihre Grußworte und Reden für unsere Seite freundlicher Weise zur Verfügung gestellt – dafür sei ihnen allen herzlicher Dank ausgesprochen. Die einzelnen Wortbeiträge  können hier per Öffnung der pdf. Dateien (grün) nachgelesen werden.

Besonders hervorgehoben werden soll die Entscheidung für die beiden ersten Stelen in Frommern – Orstvorsteher Uhl, hatte sich für den exponierten Standort an der Straße mit „Eingang“ zum See durchgesetzt – es war ihm sehr wichtig, dass nun „….täglich Hunderte von Menschen daran vorbeigehen“!

Der Musikverein Frommern umrahmte die Veranstaltung mit der Thematik angepasster Musikauswahl sehr professionell – und der Fischerverein Frommern sorgte nach Beendigung des offiziellen Teils die Besucher mit Getränken und kleinem Imbiss – kostenlos – wo man hinschaute hatten sich kleine Gesprächsgruppen gebildet – dieser Festakt mit seiner wahrlich nicht leichten Thematik war eine gelungene Veranstaltung „gegen das Vergessen“ – so war immer wieder zu hören.

An drei weiteren Orten, in Erzingen, auf dem Geischberg bei Erzingen und in Engstlatt werden zeitnah sechs weitere Stelen aufgestellt werden. Jeweils eine Stele symbolisert einen Häftling – die zweite Stele trägt Daten zum Unternehmen „Wüste“ mit dem jeweilgen „Wüste“-Werk, Berichte über die Zustände in den Werken und Lagern und die Qualen, denen die Häftlinge ausgesetzt waren.

Mehr über die Planung der Mahnmale und ein Pressebericht zur Veranstaltung ganz unten.

Fotos: U. Hentsch

22.6. 2014 Jakob Nill,links und Friedemann Schneider22.6.2014 - Frommern Stele mit Daten22. 6. 2014 Programm Stelen Frommern22. 6. 2014 Einladung Stelen-Frommern -122.Juni 2014 Frommern - Zum Unternehmen %22Wüste%22 -222. 6. 2014 Programm Frommern -322. 6. 2014 Ölschieferwerk Frommern -422.6.2014 Frommern Oberbürgermeister Balingen Reitemann22.6.2014 Ortsvorsteher Frommern Herr Uhl copy22.6. 2014 Frommern, Immo Opfermann - Arbeitskreis %22Wüste%2222.6.2014 Kreisarchivar Zollernalbkteis Dr. Zekorn22. 6. 2014 Frommern - die Veranstalter22. 6. 2014 - Frommern - Besucher22. 6. 2014 Einladung Stelen-Frommern -122. 6. 2014 Ölschieferwerk Frommern -422.6.2014 Frommern - der Schiefersee22.6.2014 Frommern Schiefersee - zoomRede Oberbürgermeister Helmut Reitemann, Balingen 22.6.2014

Rede Ortsvorsteher Frommern Hans Uhl 22.6.2014

Rede Immo Opfermann Arbeitskreis Wüste“ 22,6.2014

Grußwort Dr. Andreas Zekorn, Kreisarchivar Zollernalbkreis 22.6.2014HoZoZei Dienstag 22. Juni 2014HoZoZei Samstag 24. Mai 2014

 

Musledin Glina über die Rettung von Juden in Albanien im Zweiten Weltkrieg

Musledin Glina in Bisingen 26.5.2014 -4Musledin Glina in BIsingen 26.5.2014 -6Musledin Glina in Bisingen 26.5.2014 -5“Hätte ich es erzählt, geglaubt hätte es niemand” – Musledin Glina, ein Zeitzeuge der Rettung von Juden und anderen in Not geratenen Menschen in Albanien in einem Zeitzeugen-Gespräch im Heimatmuseum Bisingen am Montagabend, dem 26. Mai 2014. Musledin Glina lebt in Karlsruhe, wurde in Albanien geboren und erzählte von seinen Kindheitserlebnissen in seiner Heimat. Er ging dabei vor allem auf den Ehrenkodex aller Albaner ein, dem viele in der NS-Zeit verfolgte Juden ihr Leben zu verdanken haben. Es ist eine Tatsache, dass es in Albanien nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs mehr Juden gab als vor dem Krieg.

Der Kontakt zu Musledin Glina kam in am 4. März 2014 in Berlin, anlässlich der Festveranstaltung „60 Jahre Yad Vashem – 50 Jahre Gerechte der Völker“ zustande, zu der die Vorsitzende des Vereins Gedenkstätten KZ Bisingen  eine Einladung vom „Freundeskreis Yad Vashem Deutschland e.V.“ erhalten hatte. Seit 2011 ist der Verein Mitglied im Freundeskreis Yad Vashem Deutschland e.V.

In Musledin Glina in Berlin 26.5.2014 -3JPGeineMusledin Glina in Bisingen 26.5.2014 -2m Vorgespräch erzählte Glina: „Ich habe früher kleinlaut erzählt, dass die Albaner während der Deutschen Besatzung im zweiten Weltkrieg vielen Juden das Leben gerettet haben. Dass die Deutschen keinen einzigen Juden von meinen Landsleuten ausgeliefert bekommen haben, traute ich mich nicht zu behaupten. Geglaubt hätte es niemand.“ Sein Besuch und seine Berichte waren eine gute Ergänzung zur BESA -Ausstellung, die im Juli 2013 im Foyer der Hohenzollernhalle zu sehen war.

Am Bespiel des damals 17jährigen Albaners, Refik Veseli, durch den die jüdische Familie von Moshe Mandil gerettet werden konnte wurde die albanische Zivilcourage eindrucksvoll vermittelt.

Dass in Berlin eine Sekundarshule seit Januar 2014 den Namen “Refik Veseli-Schule” trägt, verdient dabei an dieser Stelle eine besondere Erwähnung. Glina selbst freute sich sehr über diese “Auszeichnung und Anerkennung” und sprach noch einmal von der “Zivilcourage” des albanischen Volkes, die doch eigentlich jeder Mensch haben sollte. Nach Abzug der Deutschen Wehrmacht Ende November 1944 und Ausrufung der ‚Sozialistischen Volksrepublik Albanien‘ unter Enver Hoxha im Januar 1946 wurde Albanien fünfzig Jahre lang das ‘Nord-Korea’ Europas’”, so Glina.

Das Leben unter dieseRegime, unter dem albanisch-kommunistischen System, dass sich nach Abzug der Deutschen 1944 etabliert hatte, führte dazu, dass sein Leben 1949 eine dramatische Wende erfuhr. Als 16jähriger Gymnasisat wurde er zusammen mit Schulfreunden wegen anti-kommunistischer „Schmierereien“ in seiner Schule verhaftet.

Kino in Korca

Das größte und shönste Kino in Korca wurde zum Gerichtssaal (siehe Bild) – die Jugendlichen wurden dort im mit „Zuschauern“ vollbesetzten Kinosaal vom Militärgericht der Kommunistischen Partei Albaniens,  zu unterschiedlich hohen Gefängnisstrafen verurteilt – Musledin Glina war mit 10 Jahren Haft dabei. 1951 konnte er fliehen und kam nach Aufenthalten in Jugoslawien, Italien und Frankreich 1958 nach Deutschland. Hier lernte er in den 60zigern seine Frau kennen, lebt seit vielen Jahren mit der Familie in Karlruhe und ist stolz auf seine Kinder, zwei Töchter und ein Sohn. 

Nach einer kleinen Frage-und Antwortenrunde gab es zum Abschluß eines sehr interessanten und informativen Abends einen Blumenstrauß für Musledin Glinas Ehefrau – so war es gemeinsam besprochen.

Mehr zum Abend kann den Presseberichten entnommen werden. – Fotos: I. Wöhr

„Hilfe in den Zeiten der Not“ – Hohenzollerische Zeitung, 30.Mai 2014

Schwarzwaeder Bote 28-Mai-2014

Musledin Glina – ein Zeitzeuge berichtet über die Rettung von Juden durch Muslime in Albanien

Musledin Glina am 26-5-2014

BESA PLakat Karlsruhe  - 2013 mit Musledin GlinaGruß an Musledin Glina von Yad VashemWir laden ein zu einem Zeitzeugen Vortrag mit Musledin Glina, Karlsruhe am Montag, dem 26. Mai 2014 Musledin Glina, *1933 in Albanien, ein heute in Karlsruhe lebender Albaner, erzählt in einem Zeitzeugengespräch von seinen Kindheitserlebnissen in der Heimat und geht dabei vor allem auf den Ehrenkodex aller Albaner ein, dem auch viele in der NS-Zeit verfolgte Juden ihr Leben zu verdanken haben.

Musledin Glina berichtet auch über die Zeit unter dem Kommunistischen Regime in Albanien nach Abzug er deutschen Besatzung ab 1944. In einem persönlichen Gespräch mit Musledin Glina sagte er: “ Albanien war ab 1944 50 Jahre lang das ‚Nord-Korea‘ Europas“. Seine persönlichen Erfahrungen als Jugendlicher unter diesem Regime führten dazu, dass er letztendlich 1958 in Deutschland „landete“! Wir freuen uns, Sie zu diesem interessanten Vortrag im Heimatmusuem Bisingen begrüßen zu können – eine Vertiefung zur BESA-Ausstellung im Juli 2013 bei uns in Bisingen.  

Besuch der „Gedenkstätte für Flüchtlinge“ in Riehen, Schweiz

Riehen 1-3-2014 Ausstellung für FlüchtlingeRiehen 1.3.2014 - Bahnhof heute Der ehemalige kleine Bahnhof Riehen, Schweiz, unmittelbar an der Grenze zu Deutschland gelegen ist seit Februar 2011 eine „Gedenkstätte für Flüchtlinge“ –  und eröffnet seinen Besuchern eine wahrlich erstaunliche und traurige Geschichte gleichermaßen. Das er in seinem heutigen Erscheinungsbild so aussieht wie im nebenstehenden Bild und eine „Gedenkstätte für Flüchtlinge“  geworden ist, ist Johannes Czwalina, seit 1973 Schweizer Staatsbürger, gebürtig in Berlin, zu verdanken. Er hatte vor einigen Jahren das leer stehende Bahnhofgebäude gekauft mit dem Gedanken, ein kleines Gästehaus darin einzurichten.. Dann erfuhr Czwalina in Riehen, dass an dieser Station unter dem Nazi-Regime jüdische Menschen, die aus Deutschland, die in die Schweiz fliehen wollten nach Deutschland zurück transportiert und der Vernichtung zugeführt wurden.  

Riehen 1.3.2014 Johannes Czwalina - Zeitung 5:2013 Johannes Czwalina , der selbst in Berlin in einem Haus, deren ehemaligen jüdischen Besitzer im KZ ermordet wurden, aufgewachsen war, war entsetzt. Es war ihm klar, dass er an diesem Ort kein „nettes“ Gästehaus eröffnen könnte – und der Gedanke für eine Gedenkstätte ließ ihn nicht mehr los. Johannes Czwalina widersetzte sich aller Schwierigkeiten, die sich seinem Vorhaben in den Weg stellten – er ging den Weg, sein Vorhaben ohne „wenn und aber“ zu realisieren –  es lohnt sich die Artikel  der „Jüdische Allgemeine“ zum Thema und  Ein emotionales Kapitel  zu lesen. Der Besuch von Sr. Silvia Pauli in Bisingen anlässlich des 10jährige Bestehen des Vereins „Gedenkstätten KZ Bisingen“ und die anschließenden persönlichen Gespräche führten dazu., dass der damals noch amtierende Bürgermeister, Joachim Krüger und  Vorstandmitglieder des Vereins beschlossen, einen Termin für einen Besuch bei Sr. Silvia und für ein Treffen mit Johannes Czwalina  mit Besuch seiner Gedenkstätte in Riehen zu finden.

Am Samstag, dem 1. März 2014 war es so weit – Herr Krüger, Franziska B., Historikerin und Bindeglied zwischen der Gemeinde Bisingen und unserem Verein und die Vorsitzende des Vereins, machten sich auf den Weg nach Riehen. Es war ein in jeder Hinsicht großartiger Tag – zunächst als Gäste von Sr. Silvia Pauli zum Mittagessen im  „Kommunität Diakonissenhaus Riehen“ und daran anschließend der Besuch im ehemaligen Bahnhof der Stadt Riehen. Riehen 1.3.2014 in der Bibliothek F. Blum:J. Czwalin:Sr.Silvia:J.Krüger Diese kleine Gedenkstätte hat es in jeder Hinsicht „in sich“! Sie ist jeden Tag von 9-17Uhr geöffnet – es gibt keine Aufsicht – die Eingangstür steht immer offen – der Eintritt ist frei. Es gibt eine kleine „Bar“ mit einem Kaffe-Automaten und kalten Getränken – selbst Gebäck steht auf einen kleinem Tisch. Zwei kleine Besucherräume mit Bibliotheken werden von großen Kronleuchtern dominiert, jeweils ein runder Tisch und tiefe Ledersessel laden den Besucher zum Verweilen, zum Nachdenken in der Stille und zum Lesen ein. Alles völlig kostenlos. Johannes Czwalina hat zusätzlich auch Ausstellungen in den Räumen, z.Z. noch bis Ende April 2014: ‚Die Kinder von Schloss La Hille‘Schweizer Lehrer retten jüdische Kinder im 2. Weltkrieg in Frankreich. Auch gibt es divesre Abendveranstaltungen. Es war eine sehr gute, eine informative, sehr interessante und auch sehr persönliche Gesprächsstunde mit Johannes Czwalina – die Einladung der Vorsitzenden zu einem Vortragsabend in Bisingen hat Johannes Czwalina gerne angenommen.

2013 kam ein Buch von Johanne Czwalina heraus, das absolut empfehlenswert ist. Es geht um Opfer- und Täter-Nachkommen, die im Interview mit Johannes Czwalina über Ihre Schwierigkeiten berichten, mit der Vergangenheit ihrer Großväter und Großmütter umzugehen – zumal die Opfer- und Tätergeneration  selbst im „Schweigen“ verharrt und damit für die Nachkommen zu einer „schier unüberwindlichen Last“ wird. Buch Das Schweigen redet  “Das Schweigen redet“ – Wann vergeht diese Vergangenheit? – Johannes Czwalina 2013 by Joh, Brendow & Sohn Verlag GmbH, Moers – ISBN: 978-3-86506-462-2 Vorwort zu Buch: Seit meiner Kindheit zieht sich eine Spur von Trauer durch mein Leben, die ich nicht loswerde. Sie setzte ein, als ich erfuhr, dass in dem schönen Haus meiner Jugendjahre zuvor Juden gewohnt hatten, die ihr Leben im Holocaust verloren  haben, und sie war auch gegenwärtig beim Schreiben dieses Buches.    Johannes Czwalina

Bilderfolge von links nach rechts fortlaufend: 1+2 „Forsaken“ Bronze-Relief von Rick Wienecke , die Gruppe Jüdiscer Flüchtlingen versucht aus der Dachöffung in Freihait zu gelangen “ / 3.4+5 Austellungsrau, im „Stall“ – Brief von Schülern an die Bundesräte 1942 / 6+7 „Rail Menorah“ – von Rick Wienicke – Symbolik für die Auswegslosigkeit für die Flüchtlinge, die  in sich verschlungene mittlere Säule aus zwei Gleisen endet in Flammen / die Gedenkstätte von den Gleisen aus gesehen (/ 9+10 das ehemalige Bahnhofsgebäude Riehen – Fotos: U. Hentsch Riehen 1.3.2014 Ausstellung %22im Stall%22Riehen 1.3.2014 %22Forsaken%22Riehen 1.3.2014 - Ausstellung im ehemaligen StallRiehen 1.3.2014 - Ausstellung -2Riehen 1.32014 - Ausstellung Brief an die Bundesräte 1942Riehen 1.3.2014 Rail MenorahRiehen 1-2.2014 vor der Rail Menorah J. Czwalina:Sr. Silvia:F. Blum:J. Ktügervor dem Menorah-Memorial  – leider lassen sich die Bilder 3 – 12 plötzlich nicht mehr vergrüßern – wordpress gibt mir keine Antwort warum!!!

Riehen 1.3.2014  Behnhofsgebäude heute  und BahngleiseRiehen 1.3.2014 ehemaliger Bahnhof RiehenRiehen 1.3.2014 ehemaliger Bahnhof Riehen -3