Dank und Vorschau zum Abschluss des Jahres 2014

Neujahrsgruß 2015 für Gedenkstätten-blogBisingen, den   31. Dezember 2014

Liebe Freunde und  Mitglieder, liebe Besucher unserer Seite, 

wie im Flug sind die Tage des Jahrs 2014 mit all ihren Höhen und Tiefen wohl für uns alle vergangen.

Auch diese in wenigen Stunden ausgehend Jahr war ein Jahr mit vielen interssanten Veranstaltungen, mit guter Zusammenarbeit mit den Bisinger Schulen.

Bis einschließlich Sonntag, 7. Dezember 2014 hatte unser Museum im Kalenderjahr 2014 177 Besucher – und Führungen für 32 Gruppen (765 Personen). Das ist doch eine erfreuliche Billianz.

Mit Stand vom Mai 2014 verzeichnet unser Verein 63 Mitglieder.

Unserem Archiv in Yad Vashem, Jerusalem wurden neue Beiträge, z.B. Zeitzeugen-Interviews hinzugefügt.

Für das neue Jahr 2015 stehen bereits Termine für eine Reihe von Veranstaltungen fest – unter anderem eine Wanderausstellung zur Auflösung der Lager von Natzweiler-Strutthoff und den Lagern des Unternehmen „Wüste“ (Herbat 1944-Frühjahr 1945) im Foyer der Hohenezollernhalle, Bisingen – mehr darüber ab Januar 2015 unter Kategorie „Veranstaltungen“.

Ihnen/Euch allen vielen Dank für Ihr/Euer Intersse an unserer Arbeit verbunden mit besten Wünschen für ein friedvolles und gesundes neues Jahr 2015  – 

mit herzlichen Grüßen

Uta Hentsch, Vorsitzende

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Feierstunde zu Ehren von vier „Gerechten unter den Völkern“ im Bayrischen Landtag, München am 24. Juni 2014

Programm %22Gerechte der Völker%22 -1Programm %22Gerechte der Völkeer%22 -2Programm %22Gerechte der Völker%22 -3Programm %22Gerechte der Völker%22  -424.6.2014 Maximillianeum Munic - Dr.h.c. Charlotte Knobloch Pesident of the Jeiwsh Community of Munic and Upper Bavaria24.6.2014 Maximillianeum Munic  Arik Rav-On Director of the German-speaking countries and Switzerland, Yad Vashem24.6. 2014 Maximillianeum Munic - Alois & Maria Rauch Rieghtenous of the Nations posthum24.6.2014 Certificate of Honour for Alois & Maria Rauch24.6.2014 Maxiillianeum Munic %22Righneous of the Nations Stefan & Theres Steinbacher posthum24.6.2014 Certificate of Honour - Srefan & Therese Steinbacher24.6.2014 Maximillianeum Munic - flags24.6.2014 Maximillianeum Munic - BESA Exhibition24.6.2014 Maximillianeum in Münchenjpg24.6.2014 Maximillianeum Munic - looking  Munic CenterSeit 4 Jahren ist unser Verein „Gedenkstätten KZ Bisingen“ Mitglied im „Freundeskreis Yad Vashem Deutschland e.V.“ und erhalten von Arik Rav-On, dem Direktor für die deutschsprachigen Länder und die Schweiz von Yad Vashem, regelmäßig Einladungen zu besonderen Veranstaltungen.

So haben wir zum Jom HaShoa 2011 in Jerusalem einen Kranz für die Jüdischen Opfer des KZ Bisingen niederlegen können – haben Arik Rav-On zu einem Vortrag eingeladen und auch in diesem Jahr konnte die Vorsitzende unseres Vereins wieder zum Jom HaShoa am 27./28. April 2014 in Yad Vashem sein.

Als etwa drei Wochen vor dem Termin vom Bayrischen Landtag eine Einladungng zu einer Feierstunde zu Ehren von vier „Gerechten unter den Völkern“ posthum am 24. Juni 2014 zum „Gedenkstätten KZ Bisingen.e.V.“ kam,  war es keine Frage, dass dieser Termin seinen PLatz im Terminkalender  fand.  Zu gleicher Zeit mit der Ehrung wurde die Ausstellung BESA – ein Ehrenkodex“ im Bayrishen Landtag eröffnet – wir hatten sie im Juli 2013 für drei Wochen bei uns in Bisingen.

 

Im Folgenden hier einige bildliche Eindrücke von der Veranstaltung – das Programm – und eine Beschreibung zu „Gerechte der Völker und BESA“, die ich der Einladung entnommen habe und ein Bericht über die Ehrung von der Botschaft des Staates Israel, Berlin.

Es waren in der Tat großartige, sehr berührende und unvergessliche knapp zwei Stunden im Münchner „Maximillianeum“ an diesem 24. Juni 2014 – mit ausgezeichneten Reden zur Auszeichnung für die vier „Gerechten unter den Völkern“ und einem großartigen musikalischen Rahmenprogramm von der Jazzband aus Schülern und Lehren des „Günter-Stöhr Gymnasiums Icking“ (St. Anna-Schulverbund) mit einem abschließenden musikalischen Höhepunkt mit Kantor Nikoa David, Berlin, der das berühmte „Yerushalayim shel Zahav“ von Naomi Shemer (1967) sang.

Ab 14 Uhr gab es im Rundgang, in dem die BESA-Ausstellung ab 25. Juni 2014 zu sehen ist, die Vorstellung von Schülerprojekten “Bayrische Gerechte unter den Völkern“ durch die beteiligten Schulen – siehe Bild 3 aus dem Programm mit anschließenden Empfang im ‚steinernen Saal“.

Dank geht an Arik Rav-On, der die Einladung zu uns nach Bisingen veranlasst hat.___________________________________________

„Gerechte unter den Völkern“ – dazu ein Text aus der Einladung zum 24. Juni 2014:

„Wer ein Menschenleben rettet, rettet damit die ganze Welt“ – Talmud

Seit dem Gründungsjahr 1953 bewahrt Yad Vashem als lebendiges Denkmal des jüdischen Volkes für den Holocaust die Erinnerung an die Vergangenheit und vermittelt ihre Bedeutung an kommende Generationen. Die Begegnungsstätte versteht sich als Weltzentrum der Dokumentation des Holocaust, seiner Erforschung und Lehre sowie seines Gedenkens.

Die Erinnerungsstätte ehrt aber auch – im Namen des Jüdischen Volkes – seit mehr als 50 Jahren die NichtJuden, die mit persönlichem Einsatz und unter Gefährdung des eigenen Lebens, oft auch dem ihrer Familien, Juden während des Zweiten Weltkrieges retteten, und zwar durch den Ehrentitel „Gerechte/r unter den Völkern“.

Während der Feierstunde im Bayerischen Landtag werden vier der bedeutenden Auszeichnungen feierlich verliehen. Parallel erfolgt im Rahmen des Festakts die Eröffnung der Ausstellung „BESA.- Ein Ehrenkodex Die Rettung von Juden durch Albaner zur Zeit des Holocaust“. Die Ausstellung stellt dabei die sich stets wiederholende Frage der Menschlichkeit: Was tun, wenn Recht zu Unrecht wird, wenn so viele das Falsche tun?

Die Präsidentin des Bayerischen Landtags, Barbara Stamm, lädt zur Feierstunde und Eröffnung der Ausstellung, am Dienstag, 24. Juni 2014,12.30 Uhr, in den Senatssaal des Maximilianeums ein.________________________________________________________

Leider weiß ich nicht mehr, wer die sehr markanten Worte von Prof. Dr. Yehuda Bauer zitiert hat (27.1.1998 Bundestag) – möchte sie jedoch hier einbringen:

„Du und Deine Kinder und Kindeskinder dürfen niemals Täter sein.

Du, deine Kinder und Kindeskinder dürfen niemals Opfer sein.

Du, deine Kinder und Kindeskinder dürfen niemals, aber auch niemals passive Zuschauer sein.“

Grüne Passage anklicken zum Link – Bilder U.Hentsch –  Dr. h.c. Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israeltischen Kultusgemeinde München und Oberbayern / Arik Rav-On, Direktor für die deutschsprachigen Länder und die Schweiz, Yad Vashem

 

„BESA – eine Sache der Ehre“ – Vernissage am 05. Juli 2013 im Foyer der Hohenzollernhalle Bisingen

BESA -Vernissage 05.07.2013 Bisingen 1  „Die Gerechten aus den Völkern haben einen Platz in der kommenden Welt.“ Talmud

Etwa 40 Gäste hatten sich am Freitagabend im Foyer der Hohenzollernhalle in Bisingen auf Einladung des Vereins „Gedenkstätten KZ Bisingen“ zur Eröffnung der Ausstellung, „BESA – eine Sache der Ehre“ – wie muslimische Albaner unter der Besatzung des Nazi-Regimes Juden retteten, eingefunden. Ein Zitat: Es waren Jahre voller Angst damals“ – Angst vor dem deutschen Terror, Razzien, Misshandlung und Deportation –, aber Freundschaft ist stärker als jede Angst.“

Der Verein Gedenkstätten KZ Bisingen, seit  Herbst 2011 Mitglied im Freundeskreis Yad Vashem Deutschland e.V. hatte im März 2013 beschlossen, diese Wanderausstellung von Yad Vashem, Jerusalem, nach Bisingen zu holen, nachdem von der Gemeinde Bisingen die Möglichkeit gegeben war, die Ausstellung im Foyer der Hohenzollernhalle zu präsentieren.

BESA-Vernissage 05.07.2013 Bürgermeister Krüger und Musikschule SteinemerBürgermeister Joachim Krüger eröffnete die Ausstellung mit der Begrüßung der Gäste, darunter auch Vertreter der Gedenkinitiativen Haigerloch, Eckerwald und Rexingen. „Dass ich Sie begrüßen darf, das freut mich ganz besonders, weil ja eigentlich die Gemeinde, die ich hier vertrete nicht die jenige ist, die diese Ausstellung initiiert hat, die dafür gesorgt hat, dass sie überhaupt hier sein kann, sondern unser Verein Gedenkstätten KZ Bisingen. Allerdings, dass muss ich Ihnen auch sagen, stehe ich sehr gerne hier um Sie willkommen zu heißen, und sozusagen, diese  Ausstellung  mit, in Anführungszeichen, eröffnen zu dürfen, weil ich finde, dass wir damit etwas sehr Wichtiges tun hinaus in unsere Gemeinde, hinaus in die Öffentlichkeit, nämlich das Erinnern an einen ganz besonderen Teil der Geschichte, der ja integriert ist in die Geschichte des Holocaust und die Verfolgung der Juden. […]  Ich bedanke mich, dass, wie Eingangs schon erwähnt, dass diese Ausstellung hier sein darf. Ich wünsche ihr natürlich viele Gäste und Besucher. Ich bin jetzt nicht enttäuscht über die Gäste, die heute Abend hier her gekommen sind, ich gebe aber auch unumwunden zu, ich hätte mir schon noch ein paar mehr gewünscht, das hätte auch nicht geschadet.“ Ganze Rede: BESA Vernissage – BM Krüger .doc

BESA - Vernissage 05.07.2013 Bisingen -2Die Vorsitzende des Vereins gab nach der Begrüßung der Gäste einen kurzen Einblick über die weltweit bedeutenste Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, die in diesem Jahr am 19. Asgust ihr 60jähriges Jubiläum hat, wurde auf Beschluss des israelischen Parlaments gegründet. Dem Namen „Yad – Denkmal“, „Vashem – und Name“ liegt ein Text aus Jesaja 56,5 zu Grunde: Ihnen allen errichte ich in meinem Haus und in meinen Mauern ein Denkmal, ich gebe ihnen einen Namen, der mehr wert ist als Söhne und Töchter: Einen ewigen Namen gebe ich ihnen, der niemals getilgt wird.“

Von Anbeginn mit der Aufgabe betraut, die Geschichte der 6.000.000 jüdischen Opfer während der Zeit der Shoa/des Holocaust zu dokumentieren und der Menschen zu gedenken, die in dieser Zeit ihr eigenes Leben riskierten, um jüdische Menschen zu retten – umfasst das Areal  von Yad Vashem heute eine Vielzahl von Denkmälern, Skulpturen Museen, Gedenkstätten, Archiven, einem internationalen Institut und einer internationalen Schule für Holocaust-Forschung und Holocaust Studien. Seit 1963 und 1996 gibt es die Allee und den Garten der Gerechten der Völker (24.460 Namen aus den Nationen). Diverse Wanderausstellungen wurden in den letzten Jahren hinzugefügt, um ein noch breiteres Publikum zu erreichen. Es gibt jetzt auch die Online-Ausstellung in deutscher Sprache mit eine Online-Datenbank mit einem mehr als 132.000 Bilder umfassenden Fotoarchiv. Kurzfassung Yad Vashem – Wanderaustellungen – Gerechte der Völker.doc

BESA-Vernissage 05.07.2013 Bisingen Lesung 3BESA-Vernissage 05.07.2013 Bisingen -LesungBESA-Vernisaage 05.07.2013 Bisingen -lesung 2BESA – wörtlich „ein Versprechen halten“ ist ein Ehrenkodex, der noch heute in Albanien als höchster ethischer Wert gilt. Diyar D., Werkrealschule Bisingen, er wird demnächst Aufsicht im Heimatmuseum Bisingen übernehmen, und Martin S., jüngstes Mitglied des Vereins und in der Jugendguide-Ausbildung lasen im Wechsel die Geschichte der albanischen Muslime, und stellten den Fotografen Norman Gershman vor, der die wunderbaren bewegenden Aufnahmen der Familien während seines vier Jahre währenden Aufenthalts in Albanien machte. Es sind 12 einzigartige große Bilder und Texte dieser mutigen Menschen, die ohne zu fragen ihr eigenes Leben riskierten um Juden, vor der Vernichtung durch das NS-Regimes zu retten. 69  muslimische Albaner haben als „Gerechte unter den Völkern“ in Yad Vashem ihren Ehrenplatz. Text zur BESA-Ausstellung.doc

BESA-Vernissage 05.07.2013 Bisingen MusikschuleBESA-Vernissage 05.07.2013 Bisingen Musikschule 2BESA-Vernissage 05.07.2013 Bisingen Musik 1BESA-Vernissage 05.07.2013 -Musik 3Musikalisch umrahmt wurden die einzelnen Redebeiträge von fünf jungen Schülerinnen der Musikschule Steinemer, Bisingen und von Jannik B., Mitglied des Vereins und Jugendguide für Bisingen, und seinem Freund, Sinan Y.

BESA-Vernissage 05.07.2013 -AbschlussIngrid Wöhr, 2. Vorsitzende des Vereins Gedenkstätten KZ Bisingen lud am Ende des Programms die Gäste zum Rundgang durch die Ausstellung und zu Getränken ein. Noch am Abend der Eröffnung erhielt die Ausstellung von den Gästen ein durchgehend positives Echo. Der Eintritt ist frei.

Fotos Hentsch / 1 Foto Wöhr

Presse Hohenzollerische Zeitung Eine Sache der Ehre

Presse Schwarzwälder Bote: Die Gesichter erzählen von Menschlickeit

Dank geht an Frau Dr. Susanne Mutschler, freie Journalistin, sie stellte uns den Text zur Verfügung, den sie für das „Schwäbische Tagblatt“ geschrieben hat – ein Bild von Lima Balla hatte sie hinzugefügt – der Text hier, wie er am 12. Juli erschienen ist: Ein Gebot der Ehre

Bisinger Amtsblatt 12

______________________ Vorbereitungen am 02. Juli 2013  zur Vernissage –  jeweils links der Name und Text / rechts dazu das Bild:

BESA in BISINGEN -Aufbau 1BESA in BISINGEN - Aufbau 2BESA in BISINGEN  - Aufbau 5BESA in BISINGEN  - Aubau 6BESA in BISINGEN -Aufabu 4BESA in BISINGEN - Aufbau 7BESA in Bisingen - Aufbau 8BESA in Bisingen - Aufbaus 9BESA in Bisingen - Aufbai 10

______________________Textafeln und Bilder – der BESA-Ausstellung:

09-BESA Ali Sheqer Pashkaj - Text10-BESA Ali Sheqer Pashkaj - Bild11- BESA Beqir Qoqja - Text12-BESA Beqir Qoqja  - BIld05-BESA Die Brüer Hamid und Xhemal Veseli - Text06-BESA Die Brüder Hamid und Xhemal Veseli - Bild13-BESA Esshref Shpuza - Text14-BESA Eshref Shpuza - Bild15-BESA Besim und Aishe Kadiu - Text16-BESA Besim und Aishe Kadiu -Bild23-BESA Bessim und Higmet Zyma - Text24-BESA Bessim und Hignet Zyma - Bild21-BESA Nuro Hoxha - Text22-BESA Nuro Hoxha - Bild19-BESA Mafail Bicaku und sein Sohn Niati Bicaku - Text20-BESA Mefail Bicaku und sein Sohn Niazi Bicaku - Bild17-BESA Vesel und Fatime Veseli; ihr Sohn Refik Veseli - Text18-BESA Vesel und Fatime Veseli; ihr Sohn Refik Veseli - Bild07-BESA Destan und Lima Balla - Text08-BESA Lima Balla - jpg01-BESA Zyrha Kasapi und ihr Sohn Hamda Kasapi - Text jpg02-BESA Zyrha Kasapi und ihr Sohn Hamda Kasapi -Bild03-BESA Kasem Jakup Kocerri - Text04-BESA Kasem Jakup Kocerri - Bild

Vortrag über den NS-Völkermord an den Deutschen Sinti und Roma im Heimatmuseum Bisingen

08.03.2013 Vortrag Frank Reuter NS_Verbrechen an Sinti&Roma-1
Dieter Grupp, 2. Vorsitzender des Vereins Gedenkstätten KZ Bisingen, konnte  am Freitagabend, 08. März 2013,  im Heimatmuseum Bisingen den Referenten, Frank Reuter, und 22 Zuhörer zu einem Vortrag über den „NS-Völkermord an den deutschen Sinti und Roma durch das NS-Regime begrüßen.  Gebannt folgten die Zuhörer den Ausführungen von Frank Reuter.

08.03.2013 Vortrag Frank Reuter-NS-Verbrechen an Sinti&Roma-2Der seit 20 Jahren im Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg tätige Referent führte in seinem lebendigen und bilderreichen Vortrag zunächst in die Geschichte der deutschen Sinti und Roma ein. Wie auch die jüdischen Deutschen waren diese in der Weimarer Republik voll in der deutschen Gesellschaft integriert. „Die Vorstellung des fremdländischen, vagabundierenden und bettelnden Zigeuners ist ein Stereotyp, der nicht den Tatsachen entsprach“, so Reuter. Die damals 30.000 Sinti und Roma im Großdeutschen Reich sahen ihre nationale Identität in Deutschland und bildeten einen Durchschnitt der Gesellschaft. So gab es unter ihnen viele Akademiker sowie Offiziere, sie waren regional verhaftet, sprachen den jeweiligen regionalen Dialekt und gehörten zu 90% der katholischen Kirche an. Umso schwerer war es für die Nazis mit den Nürnberger Rassegesetzen 1935 den „Typus des Zigeuners“ nachzuweisen.

08.03.2013 Vortrag Frank Reuter-NS-Verbrechen an Sinti&Roma-3Während man bei den Juden den Nichtariernachweis aus den Familienunterlagen herauslesen konnte, führte die Rassenhygienische Forschungsstelle unter der Leitung von Robert Ritter bei den Sinti und Roma aufwändige und menschenverachtende Körperbegutachtungen durch. „Die genetische Urformel wurde dabei natürlich nicht gefunden“, so Reuter.

08.03.2013 Vortrag Frank Reiuter NS-Verbrechen an Sinti&Roma-408.03.2013 Vortrfag Fran Reuter NS-Verbrechen an Sinti&Roma-6Doch die relative überschaubare Anzahl von 30.000 Menschen wurde schließlich durch systematische Befragungen unter Folter ermittelt. Die an das Reichssicherheitshauptamt übermittelten Ergebnisse waren ab April 1940 die Grundlage für die systematische Deportation aus dem ganzen Reich. In Süddeutschland befand sich das Sammellager auf dem Hohenasperg bei Ludwigsburg, von wo aus die Transporte zunächst in die großen polnischen Ghettos Warschau, Radom und Kielce gingen. Waren die Deportierten nicht schon dort an Hunger oder Kälte verstorben, wurden 90% der ab 1943 nach Auschwitz-Birkenau verbrachten 22.000 Personen des „Zigeunerlagers“ ermordet, die Hälfte davon waren Kinder. Insgesamt fielen mehrere Hunderttausend Sinti und Roma dem Völkermord zum Opfer.

08.03.2013 Vortrag Frank Reuter NS-Verbrechen an Sinti&Roma-508.03.2013 Vortrag Frank Reuter NS-Verbrechen an Sinti&Roma-10Mit einer Reihe von Auschwitz-Überlebenden führte Reuter Zeitzeugen-Interviews. Freundschaften entstanden, die für ihn in Anbetracht der „Schwere seiner historischen Arbeit“ wahre Lichtblicke sind. Sichtlich bewegt erzählte er die Lebensgeschichte seines Freundes und niederländischen Sinto Zoni (Johan) Weisz, der als Siebenjähriger durch die Hilfe eines Polizisten der Deportation nach Auschwitz entging. Als einziger Holocaust-Überlebender seiner Familie fand er nur schwer ins Leben zurück. Nach einer Ausbildung zum Floristen, einem Studium zur Ausstellungsarchitektur und Kunstgeschichte erwarb er 1958 einen Floristikbetrieb und avancierte zu einem der bekanntesten und meistbeschäftigten Floristen der Niederlande. Er gestaltete zahlreiche staatliche Großveranstaltungen und Feierlichkeiten der Königsfamilie.  Im Jahr 1999 arrangierte Zoni Weisz das Blumenkunstwerk, das das niederländische Parlament der Bundesrepublik Deutschland zum 50-jährigen Bestehen des Bundestags schenkte. Am 27. Juni 2011, dem Internationalen Holocaust-Gedenktag, hielt Weisz als erster Vertreter der Sinti und Roma im Deutschen Bundestag eine bewegende Rede. Dass Reuter Zoni Weisz an diesem Tag begleiten durfte, beschrieb er als das „größte Highlight seiner Arbeit“.

Uta Hentsch bedankte sich im Namen der Anwesenden bei Herrn Reuter für seine zum Teil tief bewegenden Informationen zu den doch eher unbekannten Verbrechen an den 08.03.2013 Vortrag Frank Reuter NS-Verbrechen an Sinti&Roma-8008.03.2013 Vortrag Frank Reuter NS-Verbrechen an Sinti&Roma-9deutschen Sinti und Roma unter dem NS-Regime und eröffnete eine Fragerunde – die nach einer dreiviertel Stunde sehr regem Austauschs dann ein offizielles Ende fand (die Gespräche fanden dann doch recht lange noch kein Ende).

Ein Dank ging auch wieder an die Landeszentrale für politische Bildung, Stuttgart, Abteilung „Gedenkstättenarbeit“, für die finanzielle  Unterstützung dieses Abends.

Als Vorschau wurde die Wanderausstellung aus Yad Vashem „BESA“ – Eine Sache der Ehre – angekündigt, die am 05. Juli 2013 im Foyer der Hohenzollernhalle von Bürgermeister Krüger eröffnet wird. Die Ausstellung beinhaltet die Geschichte der Rettung unzähliger jüdischer Familien durch muslimische Bürger in Albanien unter dem NS-Regime.

Text: Franziska Blum / Fotos: U. Hentsch

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2012 – ein Rückblick auf die vergangenen zwölf Monate

Weihnachtsgruß blog VereinLiebe Freunde und Mitglieder, zum bevorstehenden Jahreswechsel senden wir Ihnen/Euch die besten Wünsche für frohe und friedvolle Festtage und einen gelungenen Übergang vom alten ins neue Jahr 2013!


AG-Spurensuche Bisingen:Besuch aus Israel -1Geschichtslehrpfad Bisingen -Schüleraktion 10Wir können auf ein gutes Jahr 2012 zurückblicken mit einer Reihe themenbezogener Veranstaltungen, mit vielen guten Schüler-Aktionen, der AG-Spurensuche (Realschule), dem 27.Januar 2012 (Internationaler Holocaust-Gedenktag mit Schülern der GHW-Realschule und Realschule Bisingen), mit  Schüleraktionen auf dem Geschichtslehrpfad, einem Lehrer- und einem Referendar-Seminar.

Es gibt eine Neuauflage „Berufswahl“ von Otto Gunsberger und ein neues Materialienheft (Lese-und Arbeitsheft) der Landeszentrale für politische Bildung, Stuttgart: „Wir sind gezeichnet fürs Leben, an Leib und Seele“ (Unternehmen „Wüste“ das südwürttembergische Ölschieferprojekt und seine sieben Konzentrationslager) mit Autoren der Initiative Eckerwald und der Gedenkstätte KZ-Bisingen e.V.

DSCF0785-65 Jahre KZ-FRiedhof Bisingen:Dr. Zekorn&GästeAls besonderer Höhepunkt ist wohl die Veranstaltung „65 Jahre KZ-Friedhog Bisingen“ am 29. April zu benennen.  Bisingens Bürgermeister Joachim Krüger –  Balingens Kreisarchivar Andreas Zekorn und Baden-Württembergs Landesrabbiner Nathanael Wurmser, IRGW-Stuttgart und die Pfarrer der Evangelischen und Katholischen Gemeinde Bisingens, viele Freunde des Gedenkstättenverbundes „Gäu-Neckar-Alb“ und viele Freunde des Vereins hatten sich  Zeit genommen, um der Opfer des Wüstewerk 2, Bisingen, zu gedenken.


Dr. Gideon Greif Bisingen -3Die Vortragsabende mit Dr. Gideon Greif – Historiker Israel/USA, zum Thema Funktionshäftlinge) und Yad vashem - Votrag Arik Rav-On Vortrag 3Arik Rav-On. Direktor für die deutschsprachigen Länder und die Schweiz von Yad Vashem über Arbeit, Ziele, Visionen von Yad Vashem konnten viele interessierte Zuhörer verzeichnen.

Es gab auch in diesem Jahr wieder viele Schüler- und Besuchergruppen – die genaue Anzahl wird noch ermittelt.

Der Verein hat jugendlichen Zuwachs erhalten – drei junge Männer, zwei davon sind ehemalige Schüler von Dieter Grupp, sind Mitglieder des Vereins geworden und bringen sich bereits als aktive Mitarbeiter ein. Einer von ihnen hat am „Jugendguide-Projekt“ von Kreisarchivar Dr. Sannwald, Tübingen, teilgenommen. Ein dritter junger Mann aus Balingen wurde ebenfalls Mitglied – sein kleiner Bruder hat an einer der vergangenen AG-Spurensuche-Projekte teilgenommen. Es wurden auch mehrere GFS-Projekte (Gleichwertige Feststellung von Schülerleistungen) durchgeführt.

Wir haben Abschied genommen von Isak Wasserstein, München, der am 05. Januar 2012 verstarb.

Franziska Blum, Tübingen, ist seit dem 1. September 2012 als Nachfolgerin von Hanne Grunert bei der Gemeinde angestellt. Wir danken Frau Blum dafür, dass sie schon nach kurzer Zeit so gut mit unserem Verein kooperiert.

Wir möchten an dieser Stelle Hanne Grunert noch einmal großen Dank aussprechen für sieben Jahre außerordentlich gute Zusammenarbeit mit unserem Verein und wünschen ihr für den künftigen Weg alles Gute und Erfolg.

Danken möchten wir Ihnen/Euch allen für die Unterstützung in der Arbeit „Gegen das Vergessen“ – und Rosel Waserstein mit Bürgermeister Krüger und Hanne G.ein besonderer Dank geht an unseren Bürgermeister Herrn Joachim Krüger für die großzügige Unterstützung unseres Vereins und die Aufrechterhaltung der Kontakte zu unseren Überlebenden und ihren Angehörigen. (BM Krüger, Rosel Wasserstein, Hanne Grunert/ Besuch bei R. Wasserstein in München 08/2013)

Logo - LpBDie Landeszentrale für politische Bildung Stuttgart, Gedenkstättenarbeit, hat uns auch in diesem Jahr wieder sehr großzügig mit finanzieller Hilfe unterstützt – so geht auch nach Stuttgart unser Dank.

Für 2013 haben wir uns viel vorgenommen und vertrauen darauf, dass wir auch im neuen Jahr mit Ihrer/Eurer freundlichen Unterstützung rechnen dürfen. Dafür im Voraus vielen Dank!

Über alle Aktivitäten sind unter der Kategorie 2012 ausführliche Berichte mit vielen Bildern und Presseberichten zu finden. 

Yad Vashem – Aufgaben/Ziele/Visionen – Vortrag von Arik Rav-On beim Verein „Gedenkstätten KZ Bisingen“

(←Yad Vashem Eingangsbereich) Zu einem Vortrag über Yad Vashem, Arbeit, Ziele und Visionen hatte der Verein Gedenkstätten KZ Bisingen zum Dienstag, 13. November 2012 eingeladen. Der Referent war Arik Rav-On, Direktor für die deutschsprachigen Länder und die Schweiz, Yad Vashem.

Der Kontakt zur Gedenkstätte Yad Vashem besteht sei dem Frühjahr 2011, als der Verein Gedenkstätten KZ Bisingen Mitglied des Freundeskreis Yad Vashem Deutschland e.V. wurde. Der Referent, Arik Rav-On, betreute die Bisinger Vertreter während der Kranzniederlegung für die Jüdischen Opfer des KZ Bisingen am „Jom HaShoa“ im Mai 2011 in Yad Vashem (siehe Link: Kranzniederlegung in Yad Vashem Mai 1011

Yad Vashem – ‚Denkmal und Name’ – ist die international bedeutsamste Gedenkstätte zum Holocaust und wurde 1953 in Jerusalem gegründet. Die Namensgebung hat ihren Ursprung in Jesaja 56,5: „Ihnen allen errichte ich in meinem Haus und in meinen Mauern ein Denkmal, ich gebe ihnen einen Namen, der mehr wert ist als Söhne und Töchter: Einen ewigen Namen gebe ich ihnen, der niemals getilgt wird.“ Yad Vashem erinnert an die Verfolgung und Ermordung von sechs Millionen Juden während des Holocausts. Sie erinnert weiterhin an die aufgelösten und zerstörten jüdischen Gemeinden, an Tapferkeit und Heldentum der Soldaten, Untergrundkämpfer und Gefangenen und an die Gerechten unter den Völkern, die für die Rettung von Juden ihr Leben aufs Spiel gesetzt haben.

Die Gedenkstätte Yad Vashem und das ihr angeschlossene Institut liegen auf dem „Berg der Erinnerung“ (hebr. har ha-zikaron), einer Hügelkette an den westlichen Ausläufern Jerusalems. Verschiedene Denkmalsstätten, ein historisches Museum, ein Zentralarchiv und ein Forschungszentrum zur Dokumentation des Holocaust gehören zum gesamten Komplex.  Die Hauptaufgabe der Gedenkstätte liegt darin, die Erinnerung an den Holocaust, die bis in unsere Tage unzähligen, hartnäckigen Verleugnungen unterliegt, und seine Lehren für zukünftige Generationen wach zuhalten und zu bewahren. Die weltweit größte und umfangreichste Sammlung zum Holocaust befindet sich an diesem Ort.  Auch die Geschichte des Unternehmen „Wüste“ mit dem ‚Wüstewerk 2’, Bisingen, ist bis ins Jahr 2011 ins Archiv von Yad Vashem eingebracht.

Das Internationale Institut für Holocaust-Forschung koordiniert und unterstützt Forschungsprojekte auf nationaler und internationaler Ebene. Konferenzen und Kolloquien werden organisiert. Im Bereich der Erziehung liegt eine wesentliche Aufgabe der Gedenkstätte. Jährliche Kurse mit tausenden von Teilnehmern aus den verschiedensten Erziehungsbereichen werden von der Internationalen Hochschule für Holocaust-Studien in Hebräisch und sieben weiteren Sprachen durchgeführt. Hochqualifizierte Mitarbeiter werden von Yad Vashem ins Ausland gesandt, um dort Wissen und Bildung über den Holocaust mit zutragen und zu fördern.

Arik Rav-On zeigte zu Beginn seines Referats ein eindrückliches Bild, dass sogleich alle Themenbereiche der Gedenkstätte auf „einen Blick“ zur Kenntnis brachte. Er begann seinen Vortrag dann mit der Entstehungsgeschichte, am 19. August war die Gründung, und wie dann im Laufe der Jahre  die Weiterentwicklung voranging bis dann im März 2005 das „Historische Museum“ als Zentrum der Geschichte der der Juden eröffnet wurde. Link:  Das Historische Holocaust Musem Dieser Link enthält viele Unterteilungen – die Bilder sprechen für sich – leider gibt es dazu keine deutsche Version.

S0 Zuhörer, darunter Bisingens Bürgermeister Joachim Krüger hörten den Ausführungen von Herrn Arik Rav-On mit großer Aufmerksamkeit zu – Fragen durften zu jeder Zeit an den Referenten gestellt werden. Der einhellige Tenor am Ende dieser interessanten Veranstaltung: es war ein sehr informativer, aufschlussreicher und sehr gelungener Abend.

Bei der Verabschiedung des Referenten dankte die Vorsitzende des Verein Gedenkstätten KZ Bisingen dem Referenten dafür, dass er sich Zeit genommen hatte nach Bisingen zu kommen und der Landeszentrale für politische Bildung, Stuttgart – Abteilung „Gedenkstättenarbeit“ für die freundliche finanzielle Unterstützung . Bürgermeister Joachim Krüger bedankte sich ebenfalls und meinte abschließend: „vielleicht sieht man sich ja hier in Bisingen noch einmal wieder.“

Bilder von Yad Vashem / Links zur Gedenkstätte Yad Vashem (von links nach rechts: Tal der Gemeinden, siehe: Haigerloch/Hechingen / Gedenkstätte für 1,5 Millinen ermordeter Kinder / Eingang zum Historischen Holocaust Museum / Ende des Tunnels vom Holocaust Museum mit Blick auf Jerusalem / Link (deutsch)Yad Vashem – Über den Holocaust

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