27. Januar 2016 – Mit Schülern im Museum Bisingen

GHRealschule 27. 1. 2016 GedenkstundeSchon eine feste Einrichtung: Claudia BIllet-Barfuß und Herr Merz,  beide Lehrkräfte an der Bisinger GHW-Realschule Bisingen und die Schulleiterin Frau Jetter kamen mit zwei Klassen am 27. Januar 2016 zu einer Gedenk-Stunde zum Gedenken an die Befreiung des KZ-Auschwitz-Birkenau durch die rote Armee, die zum „internationalen Holocaust Gedenktag“ führte, ins Museum Bisingen.

Im 8.ten Jahr trafen wir uns hier im Museum Bisingen aus gegebenen Anlass und nachdem eine Schülerin 6 kleine Kerzen zur Erinnerung an 6.000.000 Ermordeter jüdischer Menschen und eine große Kerze als Symbolik an für zig- und hunderttausende Ermordete, die nach Sicht der Nationalsozialisten „minderwertige“ Menschen waren bzw. als ‚Gegner des Nazi-Regimes’ galten. Allein die Gruppe der Szinti und Roma betrug 500.000 Opfer.

GHRealschule 27. 1. 2016 Gedenkstunde -4Nachdem die Gruppe von mir begrüßt und willkommen geheißen wurde gab es zunächst ein paar Gedanken zur Bedeutung von „Holocaust“ und „Shoa“ – und warum der Name Shoa in der Judenheit dem Begriff Holocaust vorgezogen wird und zur Entstehung zum ‚Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus’ 1996 durch Roman Herzog, damals GHRealschule 27. 1. 2016 Gedenkstunde -2Bundespräsident und zum ‚Internationalen Holocaust-Gedenktag 2005’ durch die UN. Die Definitionen für die Begriffe „Holocaust und Shoah“ wurden geklärt und daran anschließend trugen einzelne Schüler Gedanken zum Thema selbst und zu unserem Verein vor – dazwischen wurden bekannte Antikriegslieder gesungen,
unter instrumentaler Beleitung ihrer beiden Lehrkräfte. Im Anschluss war wie in jedem Jahr ein kleiner Film GHRealschule 27. 1. 2016 Gedenkstunde -3zum Thema geplant – leider konnte die Vorführung nicht stattfinden. Berits einige Zeit vor Beginn unseres Treffens, hatte ich versucht, die CD „in Gang zu bringen“ – ohne Erfolg. Auch ein Schüler, dem in Sachen PC viel Ahnung bestätigt wurde, konnte leider keinen Erfolg „einfahren“.

Und was nun? Gut, wenn man ein abrufbares Repertoire im eigenen Kopf besitzt – wir hatten eine interessante Unterrichtstunde zu den Themen Holocaust, „Unternehmen Wüste“ – Wüste-Werk 2, Bisingen, Überlebende, Geschichtslehrpfad, Museum und Vereinsgründung- und arbeit. Fragen von beiden Seiten wechselten sich ab und es war doch erstaunlich, was so einige Schüler z.B. über die NS-Zeit wussten.
Es war eine gute Planung, die Zeit im Museum für die Schüler nach hinten offen zu lasen – so gab es keinen Zeitdruck. Der Echo auf meine am Ende gestellte Frage, wie dieser Gedenk-Vormittag von den SchülernInnen beurteilt würde, war für mich schon sehr überraschend: „eine super-interessante Geschichtsstunde“, „ich habe viel dazu gelernt“, „vielen Dank für die vielen guten Informationen“, „ich hatte nicht gedacht, dass eine so interessante Gedenkstunde sein könnte“, usw, usw.

Bei der Verabschiedung bedankten sich einige SchülerInnen noch einmal ganz persönlich für den interessanten Vormittag!

Anders geplant und dennoch gelungen – das war so nicht unbedingt voraussehbar – hat jedoch letztendlich auch mich gefreut!

Die Realschule Bisingen, musste aus organisatorischen Gründen von der Gedenkstunde zurückstellen – wird jedoch im kommenden Jahr auch wieder mit dabei sein.

 

 

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In eigener Sache – Uta Hentsch


Einladung von Landrat PauliStaufer-Medaille an Uta Hentsch -7Dass ich, Uta Hentsch,  Mitbegründerin des Vereins “Gedenkstätten KZ Bisingen”  und elfeinhalb Jahre  dessen Vorsitzende,  am 25. Januar 2016 um 17Uhr im Landratsamt Zollernalbkreis Balingen von Landrat Günter-Martin Pauli die “Staufer-Medaille” überreicht bekommen sollte, war und ist auch im Nachhinein für mich ein besonderes Zusammentreffen, feiern doch Menschen jüdischen Glaubens am 25. Januar 2016,  den Tag des “Neujahrsfestes der Bäume” – den TuB’Shwat” –  den ich sehr liebe!

An Landrat Pauli – Staufer-Medaille

Nur wer mich gut genug kennt weiß, wie sehr mich eine derartig hohe Auszeichnung für eine kurze Zeitspanne meines Lebens – ohne Abitur, ohne Studium der Geschichte, ohne je vorher intensive Beschäftigung meinerseits mit dem „Unternehmen Wüste“ am  Rande der Westseite der Schwäbischen Alb in der Zeit von August 1944 – bis April 1945, – in unglaubliches Erstaunen versetzte,  ja, mich schier aus der Fassung brachte und beinahe vom Stuhl, auf dem ich saß warf und wie sehr tief mich das bewegte

Es sollte wohl so sein, dass ich krankheitsbedingt an der Preisverleihung in Stuttgart am 1. Dezember 2015 nicht teilnehmen konnte. Dass dann die Preisübergabe in die Hände von Landrat Günther-Martin Pauli, Landratsamt Balingen, Zollernalbkreis, übergeben, und von diesem auf Montag, den 25. Januar 2016 gelegt wurde, bedeutete für mich: „Heimvorteil”,  und so konnte ich mit lieben Nachfolgern in der Arbeit „Gegen das Vergessen“ an  dieser hohen Ehrung teilnehmen.  Mein hier noch einmal am Landrat Pauli – Es war eine in allen Teilen wunderschöne, und fröhliche  Stunde, an der auch Bisingens Bürgermeister Roman Waizenegger teilnahm.  

Mein großer  Dank geht an dieser Stelle die Person, durch die ich zu solcher Ehre gebracht worden bin – und diese Person weiß, dass ich weiß, wer sie ist und darüber bin ich sehr froh!

Am Eingang zum Landratsamt - Dr. Ines Mayer, Dieter Grupp und Dr. Franziska Blum (rechts)

Am Eingang zum Landratsamt – Dr. Ines Mayer, Dieter Grupp und Dr. Franziska Blum (rechts)

Staufer-Medaille - von li nach tr Dr, J, Mayer, Uta Hentsch, Dieter Grupp

von li nach tr Dr, I. Mayer, Uta Hentsch, Dieter Grupp

von li nach re BM Waizenegger, Landrat Pauli, Uta Hentsch

von li nach re BM Waizenegger, Landrat Pauli, Uta Hentsch

Staufer-Medaille von li nach tr Dr, J, Mayer, Uta Hentsch, Dieter Grupp, Dr. F. Blum

Staufer-Medaille von li nach tr Dr, I, Mayer, Uta Hentsch, Dieter Grupp, Dr. F. Blum

von li nach re BM Waizenegger, Landrat Pauli, Uta Hentsch -4

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rede von Bürgermeister Waizenegger – Verleihung der Staufermedaille an Uta Hentsch

 

 

 

 

Staufer-Medaille Urkunde - 25.1.2016


HoZoZei 20 1. 2016 - VorankündigungFür VersöhnungSchwaBo -Samstag 23- Januar 2016SchwaBo 26.1.2016 - Staufermedaille -ist für das ganze Team-HoZoZei 26.1.2016 - Gegen das Vergessen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Anmerkungen_zur_Staufermedaille – .pdf

 

 

 

Veranstaltung zum 27. Januar 2016 – aus Anlass des Internationalen Holocaustgedenktag

Seit einigen Jahren zeigt der Verein Gedenkstätten KZ Bisingen aus Anlass des Holocaustgedenktags am 27. Januar einen sogenannten Vorbehaltsfilm, also einen nicht öffentlich zugänglichen NS-Propagandafilm. Diesmal wird der im September 1933 uraufgeführte „Hitlerjunge Quex“ gezeigt.

Plakat:Flyer Hitlerjunge QuexDer jugendliche Protagonist Heini Völker stammt aus einer sozialistischen Arbeiterfamilie, möchte aber der Hitlerjugend (HJ) beitreten und setzt dies gegen den Widerstand der Eltern durch. Nach dramatischen Ereignissen findet auch der Vater, gespielt von Heinrich George, über den Sohn zum Nationalsozialismus. Mit dem Film sollten gezielt Kinder aus linksgerichteten Arbeiterfamilien und politisch Unentschlossene davon überzeugt werden, der HJ beizutreten. „Hitlerjunge Quex“ wurde schnell zum Kassenschlager, obwohl seine ideologische Botschaft recht durchsichtig und plump daherkommt. Auch Propagandaminister Goebbels störte sich daran und gab den Filmemachern vor, künftig subtiler zu arbeiten. Gleichwohl fordert „Hitlerjunge Quex“ als einer der wenigen Jugendfilme des Dritten Reichs bis heute zur kritischen Auseinandersetzung heraus. – 

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzten die Alliierten den „Quex“ mit anderen Propagandafilmen wie „Jud Süß“ oder „Ich klage an“ – die in den Vorjahren vom Gedenkstättenverein gezeigt wurden – auf eine Liste, die unter dem Begriff „Vorbehaltsfilme“ zusammengefasst wurde. Vorbehaltsfilme dürfen nur in Veranstaltungen mit wissenschaftlich kompetenter Einführung und anschließender Nachbesprechung gezeigt werden. Am 27. Januar 2016 werden dies die Vorstandsmitglieder Susanne Maier und Karl Kleinbach übernehmen.

Text für die Presse: Ines Mayer

 

 

Allgemeine Informationen zu den Gedenkstätten KZ Bisingen

fleyer_neu-details_titel -1fleyer-rc3bcckseite-lageplan -2Öffnungszeiten der Ausstellung “Mut zur Erinnerung – Mut zur Verantwortung” im Heimatmuseum Bisingen, Kirchgasse 15, Sonntags von 14-17 Uhr – Der Eintrittist frei

Lageplan Lageplan Geschichtslehrpfad - Museum Bisingen KopieGeschichtslehrpfad/Museum siehe jewelis 3 große Ausrufungszeichen in der Karte – alle Bilder per Klick zu vergrößern!

Wir bieten Führungen zur Ausstellung und zum Geschichtslehrpfad an.

Auf Anfrage kann eine Wanderausstellung zur Verfügung gestellt werden.

Kontaktperson für Führungen:

Dr. Ines Mayer Tel: 07476-1053 / E-Mail: ines-mayer@freenet.de

Informationen zur Ausstellung und zum Geschichtslehrpfad:

Gemeinde Bisingen

Heidelbergstr.9 / 72406 Bisingen

Dr. Franziska Blum Di+Do 14 – 17 Uhr

Tel: 07476 896 414 / E-Mail: franziska.blum@bisingen.de

Führungen für Gruppen:

Ausstellung im Heimatmuseum Bisingen € 20,-

Geschichtlehrpfad Bisingen: € 20,-

Heimatmuseum + Geschichtslehrpfad (einschließlich KZ-Friedhof) Bisingen € 40,-

Bankverbindung: Sparkasse Zollernalb

Empfänger: Gedenkstätten KZ Bisingen e.V.

IBAN: DE40 6535 1260 0134 0098 74 / SWIFT-BIC: SOLADES1BAL

Flyer zum ausdrucken / Vergrößerung per “klick”

Beitrittserklärung – download: Beitrittserklärung – ab 2015

Kontakt: DieterGrupp@aol.com

 

 

Ein Rückblick auf das Jahr 2015

Liebe Mitglieder des Gedenkstättenvereins KZ Bisingen,

bevor sich das Jahr dem Ende zuneigt, möchte ich mich mit Ihnen nochmals an das vergangene zurückerinnern:

Am 27. Januar zeigten wir wie im Vorjahr einen Vorbehaltsfilm, diesmal „Ich klage an“ – der sehr großen Zuschauerzuspruch hat uns ermutigt, auch das Jahr 2016 mit solch einem Film zu beginnen. Am Vormittag des 27. Januar hatten Schüler der GHW-Realschule Bisingen im Museum den Holocaust Gedenktag begangen, dem sich am Nachmittag eine Holocaust-Gedenkstunde in der Realschule Bisingen anschloss.

Am 28. Februar unternahmen wir einen Ausflug ins Haus der Geschichte nach Stuttgart zur Sonderausstellung „Fastnacht der Hölle“ – der Erste Weltkrieg und die Sinne.

Im März waren vier Vorstandsmitglieder bei der Jahrestagung der LAGG (Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Gedenkstätteninitiativen) in Bad Urach anwesend.

Die nächsten beiden Veranstaltungen des Vereins wurden eingerahmt von der Ausstellung „Das doppelte Ende des KZ Natzweiler“, die vom 10.-29. April im Foyer der Hohenzollernhalle zu sehen war.

Sr. Silvia PauliAm 10. April eröffnete Bürgermeister Roman Waizenegger die Ausstellung, eingeführt in die Thematik wurde durch den Kreisarchivar Dr. Zekorn, Sr. Silvia Pauli, Schweiz, umrahmte die Veranstaltung tänzerisch.

Am 17. April referierte Johannes Czwalina aus Riehen/CH in seinem Vortrag „Das Schweigen redet“ über die Gedenkstätte in Riehen /CH und den Umgang der Schweiz mit den Flüchtlingen im Zweiten Weltkrieg sowie mit der Erinnerung daran.

Am 30. April fand die diesjährige Jahreshauptversammlung statt, bei der unsere langjährige und Gründungsvorsitzende Uta Hentsch feierlich verabschiedet wurde, und sich der Vorstand des Vereins stark verändert hat.

Am 11. Juni war Carsten Arbeiter aus Konstanz zu Gast, der „kleine Helden“ vorstellt: Helfer bei der Flucht vor den Nationalsozialisten – welche Parallelen sich hier zu unserer Gegenwart aufdrängen, hat sich manch einem erst später so ganz erschlossen.

Im August waren wir bei der Exkursion der Landeszentrale für politische Bildung, Stuttgart, in Polen mit vier Teilnehmerinnen vertreten und im September haben wir uns bei unserer Mitgliederversammlung mit der „Zukunft der Gedenkstätten“ auseinandergesetzt .

Einen letzten Höhepunkt stellte am 12. November der Vortrag von Frau Sibylle Thelen von der Landeszentrale für politische Bildung zum Thema „Völkermord in Armenien“ dar, in dem sie den Genozid an den Armeniern in die türkische und europäische Geschichte seit dem 19. Jahrhundert eingeordnet hat.

Daneben hatten wir im Laufe des Jahres 2015 knapp 200 Einzelbesucher im Museum und knapp 400 bei unseren Veranstaltungen und haben mehr als 700 Besucher durchs Museum, den KZ-Friedhof und den Geschichtslehrpfad geführt; dabei haben wir uns auch als Multiplikatoren für angehende Lehrer und Jugendguides zur Verfügung gestellt.

Allen, die hierbei mitgeholfen und bei unseren vielen Veranstaltungen und Versammlungen zu einer lebendigen Vereinsarbeit beigetragen haben haben, möchte ich an dieser Stelle herzlich danken und wünsche mir, dass wir auch im nächsten Jahr so gut harmonieren und bei der Erinnerungsarbeit zusammenwirken.

Ich möchte die Gelegenheit nicht ungenutzt lassen und an dieser Stelle gleich auf unsere nächsten Veranstaltungen und Termine hinweisen:

Am 27. Januar 2016 zeigen wir in unserer nunmehr dreijährigen Reihe einen weiteren Vorbehaltsfilm: „Hitlerjunge Quex“. Die Einführung in den Film und die Diskussion danach übernehmen unsere Vorstände Susanne Maier und Karl Kleinbach.

Am 5. März werden wir einen Ausflug zur Synagoge nach Emmendingen unternehmen, wo wir von Mitgliedern der dortigen Gedenkstätteninitiative kundig geführt werden. Dazwischen wird noch eine Mitgliederversammlung liegen, zu der wir separat einladen werden. Langfristig ankündigen möchte ich an dieser Stelle schon unsere Jahreshauptversammlung am 19. April 2016.

Nun wünsche ich Ihnen allen ein gesundes und glückliches Jahr 2016 und verbleibe für den Gedenkstättenverein KZ Bisingen

Ihr

Dieter Grupp

Baracken

 

Auch so kann man die Baracken eines Lagers präsentieren; gesehen in Gurs (Dep. Pyrénées-Atlantiques, Aug. 2015).

Neuer Besucherrekord beim Verein Gedenkstätten KZ Bisingen

Mit einem neuen Besucherrekord beschließt der Verein Gedenkstätten KZ Bisingen das Jahr 2015. Insgesamt wurden 39 Gruppen über den Geschichtslehrpfad und durch das Museum in der Kirchgasse geführt, darunter 22 Schulklassen. 17 Mal waren dabei die Jugendguides im Einsatz. Zusammen mit den sonntäglichen Einzelbesuchern im Museum und den Besuchern der drei Veranstaltungen im Januar, Juli und November kommt man damit auf eine Gesamtzahl von rund 1300 Personen

Die Zunahme bei den Schulklassen lässt sich mit dem Schneeballeffekt erklären. Seit etlichen Jahren kommen regelmäßig die Seminare für Lehrerbildung Rottweil und Tübingen mit ihren Geschichte-Referendaren zur Fortbildung nach Bisingen. Außerdem gibt es zur Gedenkstätte ein Unterrichtsmodul auf dem Landesbildungsserver, auf das Lehrer und Schüler kostenlos zugreifen können. Darin wird auch eine Lernorterkundung angeboten. Da der Besuch außerschulischer Lernorte und vor allem auch Gedenkstätten ausdrücklich empfohlen wird, sind viele Kollegen dankbar für entsprechende Angebote.

Dabei entscheiden sich immer mehr Schulen für eines der sogenannten „KZs vor der Haustür“, anstatt nach Dachau bei München zu fahren. Die späten Arbeitslager, die vor allem zu Rüstungszwecken errichtet und von einem größeren Stammlager aus verwaltet wurden – im Südwesten war das in der Regel Natzweiler im Elsass – gibt es an vielen Orten in Baden-Württemberg. Dass so viele Schulklassen aus der Region nach Bisingen kommen, liegt zum einen am umfassenden Angebot – es gibt den Lehrpfad und das Museum, zwei Informationshefte der Landeszentrale für politische Bildung, das Online-Modul und Lernmaterialien im Museum – zum anderen an der guten Verkehrsanbindung. Viele Gruppen reisen mit dem Zug an und können dann direkt vom Bahnhof, der ersten Station des Geschichtslehrpfades, zum ehemaligen Lagerstandort in der Schelmengasse und zum Schieferabbaugelände im Kuhloch marschieren.

Diter Grupp und Schüler GGS - TübingenDiese Gelegenheit nutzte im November und Dezember auch die – inzwischen wohl bundesweit bekannte – Geschwister-Scholl-Schule aus Tübingen (GSS) und kam mit der gesamten Klassenstufe 9 sowie einer zehnten Klasse nach Bisingen. In drei Tranchen und jeweils im Schichtbetrieb wurden die insgesamt sechs Klassen durch die Ausstellung im Museum und über das Gelände geführt. Die Begleitlehrer waren von der Organisation und professionellen Betreuung so begeistert, dass sie die Gedenstättenfahrt nach Bisingen nun in ihr Schulcurriculum aufnehmen, das heißt für alle 9er-Klassen verbindlich machen wollen.

Dass die GSS auf Bisingen kam, hat auch etwas mit dem Schneeballeffekt zu tun. Die Initiatorin Julia Murken engagiert sich ehrenamtlich in der Jugendguide-Ausbildung und lernte die Bisinger Gedenkstätte im Sommer anlässlich des diesjährigen Jugendguide-Workshops kennen. Nun kam sie mit sechs Klassen wieder. Der Schneeballeffekt wirkt übrigens in beide Richtungen: Einige von Julia Murkens Schülern haben sich inzwischen für den neuen Jugendguide-Kurs angemeldet.

Text und Foto: Dr. Ines Mayer

Bericht der Schüler über den Besuch auf der Homepage der Schule: Exkursion in die KZ-Gedenkstätte Bisingen

Worte des Danks von Dr. Julia Murken,  sie ist promovierte Historikerin und unterrichtet am Gymnasium der Geschwister-Scholl-Schule Tübingen: 

Liebe Verena Lohr, liebe Frau Mayer, liebe Frau Blum, lieber Dieter!

Im Namen meiner Kolleg/innen möchte ich mich nochmals ganz herzlich für die drei gut geplanten und informationsreichen Tage in Bisingen bedanken. Ich denke, es war ein nachhaltiges Erlebnis für unsere Schüler/innen. Aus Lehrersicht war es optimal, anhand eines regionalen Beispiels (wofür man also auch nicht so weit fahren musste), die Schrecken eines KZ deutlich zu machen.

Wir finden Ihr Konzept – Fußmarsch über den Gedenkpfad, kombiniert mit Museumsführung – sehr gut geeignet für Schüler der Mittelstufe! Gerade der Weg durch den Wald lässt immer wieder die Möglichkeit, das Gehörte zu überdenken, nachzufragen – oder sich auch zwischendurch legitim „auszuklinken“, was in meiner Klasse vor allem die Jungs genutzt haben, ohne dabei aber die Exkursion zu torpedieren. Die schwierige Frage der „verordneten Betroffenheit“ ist bei dieser Art von Exkursion sehr gut gelöst, finde ich.

Wir werden gerne im nächsten Jahr mit dem nächsten Jahrgang wieder kommen. Frohe Weihnachtstage und alles Gute für das neue Jahr,

Julia Murken, im Namen der Fachschaft Geschichte der Geschwister Scholl Schule Tübingen

HoZoZei Do 07. Januar 2016

 

Natzweiler-Struthof – ein Kolloquium am 2. und 3. Dezember 2015 in Paris

Einladung nach Paris -1Einladung nach Paris -2Leider ist der Beitrag zu dem Kolloquium „Natzweiler-Struthof – Ein Konzentrationslager auf beiden Seiten des Rheins“ im Deutsch Historischen Institut in Paris am 2. und 3. Dezember2015 noch nicht abgegeben.

Inzwischen möchte  das Programm einen Überblick zu dieser Veranstaltung geben!

Einladung nach Paris -1