Fastnacht der Hölle” – Ausflug ins Haus der Geschichte am 28. Februar 2015

Siehe bitte auch Vorankündigung zum April 2015 – Bild unten – mehr dazu dann ab Ende März unter „Veranstaltungen“Fastnacht der Hölle Samstag, 28 Februar 2015 Wir fahren ins Haus der Geschichte zur Ausstellung “Fastnacht der Hölle – der Weltkrieg und die Sinne”. – siehe Link unten Abfahrt: 8.50 Uhr Treffpunkt um 8.30Uhr am Bahnhof Bisingen sein – Kauf von Metropol – Tickets Rückfahrt: 13.22 Uhr Bisingen: 15.07 Uhr

Link: Fastnacht der Hölle – Der Erste Weltkrieg und die Sinne
SO NAH - SO FERN - Plakat

„ICH KLAGE AN“ – Veranstaltung am 27. Januar 2015

Der 70. Jahrestag der Befreiung des KZ-Auschwitz durch die Rote Armee am 27. Januar 1945 – vom Bundespräsidenten a.D., Roman Herzog, 1996 zum „Nationalen Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus“ ausgewiesen, war auch in diesem Jahr für den Verein Gednkstätten KZ Bisingen Anlass für die erste öffentliche Veranstaltung im Kalenderjahr 2015.

Es soll hier jedoch auch daran erinnert werden, dass die UNO den 27. Januar am 1. November 2005 zum „Internationalen Holocaust-Gedenktag ausgerufen hat!

Zum 27. Januar hatte der Verein „Gedenkstätten KZ Bisingen“ zum nationalsozialistischen Propagandafilm „Ich Klage An“, der am 29. August 1941 uraufgeführt wurde, ins Museum Bisingen eingeladen.

27.1.2015 Dieter Grupp - Museum Gedenktsätten KZ BisingenNeben Dieter Grupp, der die Einführung zum Film gab, 27.1. 2015 Museum Gedenkstätten KZ BisingenDr. Kleinbach, der die anschließende Gesprächsrunde leitete,  der Vorsitzenden des Vereins und Franziska Blum, Gemeinde Bisingen und kooptiertes Mitglied unseres Vereins hatten sich 53 am Thema interessierte Besucher 21. 1. 2015  Museum Gedenkstätten KZ Bisingen - Gesprächsrunde nach dem Filmeingefunden – der kleine Begegnungsraum des Museum war mehr als sehr gut gefüllt.

Der Verlauf des Abends kann nachfolgend unter hinzugefügten Presseberichten nachgelesen werden.  – Fotos: U. Hentsch

Schwarzwälder Bote 29. Januar 2015 „Harmloser Bilder, gefährlicher Inhalt“

HoZoZeo Dienstag, 3. Februar 2015

„Ich klage an“ – Veranstaltung aus Anlass des 70. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau

Plakat zum 27, Januar 2015 Museum BisingenAm 27. Januar 2015 um 19 Uhr zeigt der Verein KZ-Gedenkstätten Bisingen e.V. den nationalsozialistischen Propagandafilm „Ich klage an“, der am 29. August 1941 uraufgeführt wurde. Wegen seiner Werbung für Euthanasie zählt dieser Propagandafilm heute in Deutschland zur Gruppe der Vorbehaltsfilme und ist daher nur eingeschränkt zugänglich.

Der Film bildete den Höhepunkt der nationalsozialistischen Euthanasie-Propaganda. Absicht des NS-Regimes war es, sich Menschen, die der „Volksgemeinschaft“ zur Last fielen, insbesondere Menschen mit Behinderung und unheilbar Kranker durch Tötung zu entledigen. Primäre Gründe waren dabei ökonomische „Nützlichkeitserwägungen“. Diese Intentionen werden im Film als humane Sterbehilfe getarnt.

Broschüre zum 10jährigen Bestehen des Vereins „Gedenkstätten KZ Bisingen“

Diese Broschüre enstand aus Anlaß des 10jährigen Bestehens des Vereins „Gedenkstätten KZ Bisingen“ am 28. November 2013

Zusammengefaßt sind die „Highlights“ in den Jahren 2003 – 2013 – für mehr Informationen über unsere Arbeit und das Unternehmen „Wüste“ am Rande der Westalb von Herbst 1944 bis Apriel 1945, rufen Sie bitte die einzelnen Kategorien auf.

Vielen Dank für Ihr Interesse an unserer Arbeit „Gegen das Vergessen“

Große Datei – benötigt evtl. etwas Geduld bis sie sich öffnet!  Broschüre zum 10jährigen Bestehen Gedenkstätten KZ Bisingen e.V.

Mosaiksteine eines bewegten Lebens

SchwaBo 1.10Als Andrea Maute, Schwarzwälder Bote, am 4. September 2014 bei mir anfragte, ob ich zu einem Interview zur Lebensgeschichte von Shalom Stamberg bereit wäre, zögerte ich zunächst sehr. Ich hatte beide Redaktionen unserer Lokalpresse angefragt, ob ich Presseberichte zu den Besuchen von Shalom Stamberg bei uns in Bisingen übernehen dürfte und bekam „grünes“ Licht. Andrea Maute hatte über meine Anfrage durch eine Kollegin erfahren – und so kam es zu ihrer Anfrage bei mir.

Mein anfängliches Zögern überwand ich mit dem Gedanken: sag ja – das bringt dich in notwendigen positiven Druck – das wird gut sein.

Heute, am 1. Oktober  2014 erschien der Bericht von Andrea Maute im Bisinger Lokalteil des „Schwarzwälder Bote“ – und ich stelle ihn hier auf unsere Seite – so wird das den „positive Druck für mich – fest dran zu bleiben“ positiv erhöhen. 

Auf Seite 7 im werdenden Buch heißt es am Ende  in einem Vorwort von mir:  So möchte die Lebensgeschichte von Shalom Stamberg aus Haifa, Israel, als kleiner Mosaikstein in der Arbeit „Gegen das Vergessen“ einen weiteren Beitrag zur Barbarei unter dem NS-Regime ihren sehr persönlichen und wichtigen Beitrag leisten.“ 

 

Musledin Glina – ein Zeitzeuge berichtet über die Rettung von Juden durch Muslime in Albanien

Musledin Glina am 26-5-2014

BESA PLakat Karlsruhe  - 2013 mit Musledin GlinaGruß an Musledin Glina von Yad VashemWir laden ein zu einem Zeitzeugen Vortrag mit Musledin Glina, Karlsruhe am Montag, dem 26. Mai 2014 Musledin Glina, *1933 in Albanien, ein heute in Karlsruhe lebender Albaner, erzählt in einem Zeitzeugengespräch von seinen Kindheitserlebnissen in der Heimat und geht dabei vor allem auf den Ehrenkodex aller Albaner ein, dem auch viele in der NS-Zeit verfolgte Juden ihr Leben zu verdanken haben.

Musledin Glina berichtet auch über die Zeit unter dem Kommunistischen Regime in Albanien nach Abzug er deutschen Besatzung ab 1944. In einem persönlichen Gespräch mit Musledin Glina sagte er: “ Albanien war ab 1944 50 Jahre lang das ‚Nord-Korea‘ Europas“. Seine persönlichen Erfahrungen als Jugendlicher unter diesem Regime führten dazu, dass er letztendlich 1958 in Deutschland „landete“! Wir freuen uns, Sie zu diesem interessanten Vortrag im Heimatmusuem Bisingen begrüßen zu können – eine Vertiefung zur BESA-Ausstellung im Juli 2013 bei uns in Bisingen.  

Der Film „Jud Süß“ aus Anlass des Internationalen Holocaust Gedenkstag am 27. Januar 2014

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Aus Anlass des Internationalen Holocaust Gedenktags zur Erinnerung an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor 69 Jahren durch die Rote Armee hatte der Verein Gedenkstätten KZ Bisingen ins Heimatmuseum Bisingen eingeladen.

Internat. Holocaust Gedenktag 2014 Gedenkstätten KZ Bisingen e.V. -1Wie schon bei den Veranstaltungen zum 10jährigen Bestehen des Vereins im November 2013, wurde auch am Montag des 27. Januar 2014 die Treppe im Heimatmuseum Bisingen als „Sitzgelegenheit“  herhalten – einige Besucher mussten sogar mit einem „Stehplatz“ vorlieb nehmen.

Internat. Holocaust Gedenktag 2014 Gedenkstätten KZ Bisingen e.V. -2

DieterGrupp, Bisingen, Historiker und Lehrer am Gymnasium in Albstadt Ebingen,  hatte den auf dem Index stehenden Propagandafilm „Jud Süß“ von der Murnau-Stiftung nach Bisingen geholt. Nur nmit einer wissenschaftlichen Vorbereitung darf dieser Film gezeigt werden. Dieter, Grupp, ehemaliger 2. Vorsitzender und seit Frühjahr 2013 Mitglied im Vorstand des Vereins gab eine absolut exzellente Einführung zum Film, wie sie besser nicht sein konnte!

Internat. Holocaust Gedenktag 2014 Gedenkstätten KZ Bisingen e.V. -5Text zu Bild 5Internat. Holocaust Gedenktag 2014 Gedenkstätten KZ Bisingen e.V. -3Text zu Bild 3Internat. Holocaust Gedenktag 2014 Gedenkstätten KZ Bisingen e.V. -4Text zu Bild 4

Er unterstütze seine Ausführungen mit optimalem Bildmaterial – einige markante Inhalte sind  hier übernommen – die Texte hat die Vorsitzende des Vereins zum besseren lesen rechts neben das jeweilige Bild gesetzt – ganz klar: ohne jegliche persönliche Interpretation – eine solche bleibt dem Besucher und Leser dieser Eintragung überlassen.

Internat. Holocaust Gedenktag 2014 Gedenkstätten KZ Bisingen e.V. -6Presse zu „Jud SüßEin sehr herzlicher Dank geht an dieser Stelle noch einmal an Dieter Grupp! Seinem starken  Engagement in der Arbeit „gegen das Vergessen“ nicht nur innerhalb des Vereins „Gedenkstätten KZ Bisingen“ ist es zu verdanken, dass dieser nationalsozialistische Propagandafilm mit seiner massiven antisemitischen Rassenhetze im Heimatmuseum Bisingen mit der Austellung „Mut zur Erinnerung – Mut zur Verantwortung“ vorgeführt werden konnte. Grupps ausgezeichnete  wissenschaftliche Begleitung zum Film sei noch einmal hervorgehoben – der kurze Überblick zum Inhalt des Films selbst war durchaus angebracht!!!

Zitat von Rolf Giordano:  „ die niederträchtigste, gemeinste und raffinierteste Form von ‚künstlerischem‘ Antisemitismus.“

Internat. Holocaust Gedenktag 2014 Gedenkstätten KZ Bisingen e.V. -7Internat. Holocaust Gedenktag 2014 Gedenkstätten KZ Bisingen e.V. -8

Eberhard Wais hat für die Lokalpresse in der „Hohenzollerischen Zeitung“  über die Veranstaltung berichtet: Ein Film, der heute noch aufwühlt 

und im  „Schwarzwälder Bote“: Ein Film aus dem Giftschrank der Nazis

Steinlach Bote 29.01.2014Von Dr. Susanne Mutschler gibt es einen Bericht im Steinlach Bote, Schwäbsiches Tagblatt.

Fotos: U. Hentsch

Shalom Stamberg spricht das Kaddisch auf dem KZ-Friedhof Bisingen

Bitte beachten – es ist eine große Datei, sie benötigt etwas Zeit bis sie sich öfnet:   Broschüre zum 10jährigen Bestehen der Gedenkstätten KZ Bisingen e.V.

Mit diesem Eintrag verabschieden wir uns aus einer großartigen Woche des 10jährigen Bestehens des Vereins „Gedenkstätten KZ Bisingen“ und danken noch einmal für die Unterstützung durch die „Landeszentrale für politisiche Bildung“, Stuttgart – Abtlg. „Gedenkstättenarbeit“, von der wir auch noch nachträglich große finanzielle Hilfe erhielten – wir bedanken uns bei der Stiftung „Erinnerung-Verantwortung und Zukunft“ in Berlin, die denn Flug und die Spesen für die Gäste aus Israel übernommen haben – und wir bedanken uns bei Bürgermeister Krüger und der Gemeinde Bisingen, bei allen Schulleitern, Freunden und  Mitgliedern, die uns vor Ort unterstützt haben. Großer Dank auch an alle, die unsere Veranstaltungen besuchten und an Sie, liebe neue Mitglieder unseres Vereins._________________________________________

Sonntag, der 1. Dezember 2013, 14Uhr: als die Vorsitzende des Vereins Gedenkstätten KZ Bisingen Shalom Stamberg im Frühjahr 2013 bei einem Telefongespräch mit Stambergs Shalom Stamberg fragte, ob er sich vorstellen kann zum 10jährigen Vereinsbestehens mit seiner Frau Selda nach Bisingen zu kommen, antworte er ohne zu zögern: „ja – ich will!“ – und im weiteren Verlauf des Gesprächs äußerte er den Wunsch, das Kaddisch, das jüdische Totengebet, auf dem Bisinger KZ-Friedhof sprechen zu können. Der Sonntag wurde als letzter Tag des Besuchs von Stambergs  für beide zu einem letzten wichtigen Höhepunkt ihres Aufenthaltes in Bisingen – so berichteten beide mehrere Male. Sehr berührt hat sie beide, dass so viele Besucher zu diesem Anlass  auf dem KZ-Friedhof Bisingen gekommen waren. Ja, an dieser Stelle geht auch nachträglich noch einmal ein großer Dank an alle, die sich aus Horb, Haigerloch, Tübingen von der Alb, von Balingen von Bisingen und Umgebung auf den Weg gemacht hatten, um durch ihre Anwesenheit an diesem Ort unseren Gästen aus Israel und den Opfern der Barbarei hier in Bisingen vor 68 Jahren Ehre zu geben. Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges Gedenkstunde KZ-Friedhof Bisingen  1.12.2013 -1Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges KZ-Friedhof 1.12.2013  -2Nach dem Anzünden der jüdischen Gedenkskerze von Selda Stamberg und einer kurzen Begrüßung durch die Vereinsvorsitzende ging das Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges KZ_Friedhof Bisingen -Gäste -3Verein Gedenkstätten KZ Bisingen KZ-Friedhof 1.12.2013 - Gäste -4Wort an Shalom Stamberg, der zuvor die kleinen israelischen Fahnen um den Gedenkstein drapiert hatte.  Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges  KZ-Friedhof Bisingen 1.12.2013 Lesung-Schülerbriefe -7 jpgVerein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges KZ-Friedhof Bisingen 1.12.2013 lesung Schülerbriefe -8Die beiden Töchter von einem befreundeten Ehepaar, das vor zwei Tagen seine Mitgliedschaft im Verein unterschrieben hatte, lasen noch vier kleine Briefe vor, die Schüler der Waldorfschule Balingen-Frommern an Selda und Shalom Stamberg geschrieben hatten (wir berichteten über die Briefe!). Trotz Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 19jähriges KZ-Friedhof Bisingen 1.12.2013 im Gespräch -12nicht gerade zum längeren Verweilen einladender Temperatur,  gab es im Anschluss noch viele persönliche Gepräche. Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges KZ-Friedhof Bisingen 1.12.2013 Shalom Stamberg-BegrüßungVerein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges KZ-Friedhof Bisingen 1.12.2013 Besucher -12Begrüßung von Shalom Stamberg:  Shalom le culam – das bedeutet Frieden alle zusammen. Meine Frau Selda und ich danken Ihnen, dass Sie heute Nachmittag hier her gekommen sind. Es ist das vierte mal, dass ich in Bisingen bin – vor 10 Jahren zum ersten Mal mit meiner Frau, dann einmal allein und einmal mit meinen beiden Töchtern und meinem Schwiegersohn. Ja, es ist sehr schwer, nach 58 Jahren wieder nach Deutschland und an diesen Ort – Bisingen – zurück zu kommen. Das ist nur möglich weil vor zehn Jahren die erste Einladung von Bürgermeister aus Bisingen, Herrn Krüger, zu mir nach Haifa kam – und weil es hier Menschen gibt denen die Arbeit „gegen das Vergessen“ auf dem Herzen liegt,  und die sich  intensiv und ernsthaft mit der Geschichte und der Arbeit „gegen das Vergessen“ beschäftigen. Schon seit 10 Jahren sind sie für mich und meine Familie unsere guten Freunde, und wir danken dem Verein „Gedenkstätten KZ Bingen“ dass wir jetzt noch einmal – zum vierten Mal – hier sein konnten. Niemand von Ihnen ist für das was geschehen ist verantwortlich – aber ich habe eine Bitte an Sie alle – nicht zu vergessen – und nichts zu verleugnen, – sondern für die Geschichte Verantwortung zu tragen. Nur so kann Zukunft gebaut werden, die sich mit dem Gewissen vereinbaren lässt. Ich danke allen, die es möglich gemacht haben, dass ich heute hier noch einmal stehen kann stehen kann und werde nun das jüdische Totengebet, das  Kaddish,  im Gedenken aller Toten, die im KZ  Bisingen umgekommen sind, sprechen. Mein Zeugnis ist:  Das Jüdische Volk lebt und es wird ewig leben.    – Am Israel Chai!  – Schalom u’wracha leculam – Frieden und Segen Ihnen allen.____________________ Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges KZ-Friedhof Bisingen 1.12.2013 Kaddisch -Gebet  -9Verein Gedenkstätten KZ Bisingen. 10jähriges KZ Friedhof Bisingen 1.12.2013 - Sahlom Stamberg Kaddisch -10Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges Kz-Friedhof Bisingen 1.12.2013 - Kaddisch -*bersetzung -11Shalom Stamberg liest das Kaddisch – auch genannt das Gebet der Trauernden – und die Vorsitzende liest die Übersetzung.  Fotos: Wöhr/Hentsch  

Ein nicht alltäglicher Sonntagvormittag für Selda und Shalom Stamberg

Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges Frühstück mit Grebes Brielhof  1.12.2013Sonntag, der 1. Dezember 2013 – es ist der letzte Tag von Selda und Shalom Stamberg in Bisingen. Zum Frühstück in Stambergs Hotel kommen Lehrer Grebe und seine Frau – beide sich Lehrer an der „Freien Waldorfschule“ in Balingen-Frommern. Holger Grebe kam nicht mit lehren Händen – eine Bilder-CD und 32 Brief von seinen Schülern der 9. Klasse, denen Shalom Stamberg am 27. November in der Waldorfschule ein Zeitzeugnis gegeben hatte, wurden Schalom Stamberg überreicht. Es war eine Idee von Holger Grebe, die Schüler ihre Gedanken zu dem Zeitzeugnis von Shalom Stamberg aufzuschreiben, und jeder kleine Brief war ein Kleinod für sich – ein wunderschönes Geschenk, wie es besser gar nicht sein konnte für die Gäste aus Haifa. Shalom Stamberg hatte sogleich die Vision, wie die Briefe über der Doppel-Couch in seinem Gästezimmer – der Vorsitzenden sehr wohl bekannt –  die Wand zieren würden 🙂

Verein Geddenkstätten KZ Bisingen 10jähriges - Gemeinde Balingen 1.12.2013 -1Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges Gemeinde Balingen 1.12.2013 -2Um 9:30 stand der Besuch einer Gemeinde in Balingen auf dem Programm – Stambergs hatten als Geschenk eine wunderschöne kleine Chanukkiah mit Widmung mitgebracht – und Shalom entzündete die vier Kerzen für den 4. Tag des Chanukkah-Wunders. Die Gäste aus Israel wurden sehr herzlich empfangen und begrüßt und wie bereits in der Realschule am Freitagmorgen, wurde auch hier das Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges Gemeinde Balingen 1.12.2013 -3Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges Gemeinde Balingen 1.12.2013 -4Lied „Hevenu Shalom Aleichem“ angestimmt.

Den Gesichtern von Selda und Shaolm Stamberg ist zu entnehmen, dass den Beiden dieser Besuch sehr gut gefallen hat. Darüber sprachen sie auch noch einmal auf der Fahrt nach Frankfurt zum Flughafen – der Vormittag in der Gemeinde hatte bei ihnen einen tiefen, posiven Eindruck hinterlassen.

Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges Gemeinde balingen 1.12.2013 -5Ralf H., Ältester der Gemeinde und mit seiner Frau Mitglieder in unserem Verein erzählte von der Verbindung ihrer Familie mit dem Ort „KZ Bisingen“. Durch Recherchen eines Onkels von Marion.H. hatte sich vor einiger Zeit herausgestellt, dass ihr Großvater mit dem letzten  Transport am 7. März 1945 aus Buchenwald nach Bisingen gekommen war und zu den 900 jüdischen Häftlingen gehörte. In diesem Zusammenhang hatte sie auch erstmals erfahren, dass sie jüdische Wurzeln hat. Der Großvater hat das KZ Bisingen überlebt – er verstarb vor einigen Jahren. – Fotos. Hentsch

Dr. Christine Glauning mit einem Ausblick in die Gedenkstättenzukunft

Samstag, der 30 November 2913 – der letzte Abend der Veranstaltungsreihe zum 10jährigen Bestehen des Vereins Gedenkstätten KZ Bisingen sollte einem Ausblick in die Zukunft der Gedenkstättenarbeit ganz generell gewidmet sein. Der Vorstand des Vereins freute sich, dass für diesen Abend Dr. Christine Glauning aus Berlin nach Bisingen kam. Christine Glauning hatte 1996  die Konzeption der Aussutellung „Schwierigkeiten des Erinnernes“ im Heimatmuseum übernommen, die damals als zunächst temporäre Ausstellung über die Zeit des KZ Bisingen, dem „Wüste“-Werk 2 des Unternehmen „Wüste“ von 08/1944 – 04/1945 am 03. November 1996 eröffnet wurde.2 Jahre später, am 25. Oktober 1998 wurde der von Glauning konzipierte „Geschichstlehrpfad“ eröffnet – dem ging die Enthüllung des ersten „Jüdischen Gedenksteines“ auf dem KZ-Friedhof Bisingen voraus. Über beide Ereignisse kann unter den Kategorien 1996 und 1998 mit vielen Bildern und Presseartikeln nachgelesen werden. Seit 2006 ist Chritine Glaunig Leiterein des Dokomentationszentru,s NS-Zwangsarebeit in Berlin Oberschöneweide – im Frühjahr 2013 wurde das Dokumentationszentrum in einer neuen Konzeption von Dr. Glauning neu eröffnet: Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Verein Gedenkstäten KZ Bisingen 10jähriges Dr. Chr. Glauning 30.12.2013 -2Verein gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges Dr. Chr. Glauning&Sr. Silvia Pauli 30.12.2013 -3Am Nachmittag des 20.11. trafen sich Christine Glauning, Schwester Silvia Pauli und die Vorsitzende des Vereins um 16Uhr auf dem KZ-Friedhof in Bisingen – Christine Glauninghatte darum gebeten, ihre ehemaligen Wirkungstätten zu besuchen – der Gang über den Geschichtslehrpfad musste aus Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges Dr. Chr. Glauning 20.12.2013 -7Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges Dr. Chr. Glauning 30.12,2013 -5Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges Dr. Chr. Glauning 30.12.2013 -4zeitlichen Gründen entfallen, ein Gang durchs Bisinger Heimatmuseum brachte Erinnerungen an vergangenen Jahre zurück. Im Folgenden derBericht über den Vortrag von Dr. Glauning,  den unser Vorstandsmitglied, Dieter Grupp, für die Press geschrieben hat: „Die Zukunft der Gedenkstätten“ Christina Glauning denkt über die Zeit nach den Zeitzeugen nach. PICT284Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges Dr. Glauning 30.12.2013 -1aAnlässlich des 10-jährigen Bestehens des KZ-Gedenkstättenvereins Bisingen wurde ein dreitägiges Festprogramm am 30. November abgerundet von dem Vortrag der Historikerin Christine Glauning, die ab 1996 das Heimatmuseum Bisingen konzipiert und den Bisinger Geschichtslehrpfad entworfen hat. Heute leitet Glauning die Außenstelle Niederschöneweide des Dokumentationszentrums „Topographie des Terrors“ in Berlin, wo sie sich mit der NS-Zwangsarbeit befasst. Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges Dr. Chr. Glauning 30.12.2013 -4aNach einstimmenden Gitarrenklängen von Jannik Bitzer blickte Glauning zunächst auf den Aufbau des Heimatmuseums zurück und die damals kontroverse Diskussion darum, dass dieses Museum ausschließlich dem KZ-Außenlager gewidmet wurde. Sie schilderte die Suche nach Überlebenden und den ersten Kontakt mit diesen, die Gespräche mit Bisinger Bürgern und wie die Geschichte bis heute nachwirke. Dabei sparte sie nicht mit Lob für die Weiterentwicklung des Bisinger Museums seither und die nachhaltige ehrenamtliche Arbeit, die hier geleistet wird. Verein Gedenkstätten KZ BIsingen 10jähriges Dr. Chr. Glauning 30.12.2013 -8Wenn die Gedenkstätten in die Zukunft blicken, heißt das, dass sie ihre Arbeit in den nächsten Jahren ohne die Zeitzeugen machen müssen: Von den Bisinger Überlebenden sind zuletzt Otto Gunsberger und Isak Wasserstein im hohen Alter verstorben; der letzte Überlebende ist Shalom Stamberg, der die Feierlichkeiten im KZ-Gedenkstättenverein die letzten drei Tage begleitet hat. Dieser Verlust ist gleichbedeutend mit dem Verlust der persönlichen Begegnung, der Möglichkeit, Fragen zu stellen, und dem nachhaltigen Eindruck, den solch eine Begegnung immer bei den Heutigen hinterlässt. Die KZ-Überlebenden haben die Überlieferung zu dem NS-Terrorsystem enorm bereichert, nicht zuletzt, in dem sie den Häftlingsalltag in stets beeindruckender Weise schildern konnten und auch Hilfsaktionen der Bevölkerung vor Ort bestätigen konnten. Ob dieser Verlust durch die Beschäftigung mit wissenschaftlichen Quellen aufgewogen werden kann, muss sich erst noch zeigen. Nachdem die Aufgabe des Erinnerns inzwischen Commonsense sei, gehe es heute weniger um das Ob als vielmehr um das Wie des Erinnerns, so Glauning. Dabei werde die Leitkategorie Gedenken zunehmend durch die Leitkategorie Lernen und kritische Auseinandersetzung abgelöst. Wichtig sei eine kritische Aneignung, eine lebendige Erinnerung und nicht nur Pathosformeln zu bestimmten Gedenktagen. Nicht zuletzt über allgemeine menschliche Erfahrungen wie Verfolgung und Zwangsmigration seien auch heute noch Anknüpfungspunkte für die historische Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus vorhanden – gerade auch bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Verein Gedenkstätten KZ Bisingen -10jähriges Dr. Chr. Glauning 30.12.2013 -9An zwei Beispielen schlug Glauning eine Schneise zur aktuellen Arbeit in Bisingen: Zum einen verwies sie auf die zunehmende Bebauung des historischen Lagergeländes – dies müsse man im Auge behalten, nicht dass sich der historische Ort irgendwann nicht mehr finden lasse. Zum anderen machte sie darauf aufmerksam, dass die historische Zuwegung des KZ-Friedhofs durch die heutige Anlage ad absurdum geführt werde – man nähere sich der Gedenkstätte nicht mehr so an, wie es 1947 konzipiert wurde, nämlich von Süden. Glauning regte an, darüber nachzudenken, ob diese historische Zuwegung durch eine Änderung des Bewuchses wieder forciert werden sollte. Allgemein zur Zukunft der Gedenkstättenarbeit wies Glauning auf das Potenzial des biographischen Zugangs zum Thema hin: Über gut dokumentierte Lebensläufe sei auch für heutige Jugendliche eine Annäherung an das Thema der nationalsozialistischen Verbrechen interessant. Gleichzeitig seien aber der intergenerationelle und der internationale Dialog zwei Säulen der dortigen historischen Bildungsarbeit, die man nicht vernachlässigen dürfe. Schließlich müssten die vielerorts tätigen Gedenkstättenvereine ihre Arbeit bündeln und untereinander vernetzen. In unserer Region sah Glauning diese Entwicklung mit dem Gedenkstättenverbund Gäu-Neckar-Alb schon auf einem guten Wege. Um diese Ausführungen zu verdeutlichen und die Bedeutung konkreter historischer Orte zu betonen, stellte Christine Glauning ihre Arbeit am Dokumentationszentrum „NS-Zwangsarbeit“ in Berlin vor. Dort werde die NS-Zwangsarbeit als Teil der europäischen Geschichte aufgearbeitet. Angesichts von 8,4 Millionen Verschleppter ist die NS-Zwangsarbeit ein Thema, das weit über den nationalen Raum hinausgreift. Drei Leitthesen sind das konzeptionelle Gerüst der dortigen Ausstellung: 1. Zwangsarbeit war allgegenwärtig, 2. sie war ein Massenphänomen und 3. der Alltag der Zwangsarbeit war von Rassismus geprägt.  Wie sehr die deutsche Bevölkerung Zwangsarbeit als kriegsbedingte Notwendigkeit ansah und wie wenig sie deshalb ein Unrechtsbewusstsein dafür entwickelte, demonstrierte Glauning mit einer Reihe von privaten Fotografien, auf denen Privatpersonen Fotos von Zwangsarbeiterlagern gemacht haben, die direkt an Wohngebiete angrenzten und so Teil des Alltags der deutschen Bevölkerung waren. Glauning gelang es eindrucksvoll, Wege aufzuzeigen, wie man mit historischem Quellenmaterial bei Jugendlichen Interesse wecken kann, sei es über die segmentelle Bildanalyse oder sei es über szenische Lesungen. Nach einer regen Diskussionsrunde im Anschluss verwies die Vorsitzende des KZ-Gedenkstättenvereins Uta Hentsch darauf, dass am Morgen eine fast dreistündige audiovisuelle Dokumentation mit Shalom Stamberg erstellt worden sei und dankte ausdrücklich den Sponsoren dieses Projekts sowie des Vereinsjubiläums, der Landeszentrale für politische Bildung, Stuttgart, Abteilung „Gedenkstättenarbeit“  sowie der Stiftung  „Erinnerung – Verantwortung und Zukunft“ in Berlin. 

Fotos: HentschHoZoZei 03.12.2013 Chr. Glauning