Veranstaltung mit Dr. Gideon Greif – Donnerstag, 14. Juni 2012

Wir laden ein zu einer Veranstaltung mit

Dr. Gideon Greif, Journalist, Historiker und Autor – Israel/USA

Termin: Donnerstag, 14. Juni 2012 –  um 20Uhr

Ort: Heimatmuseum Bisingen, Kirchgasse 15

Das Thema: „Auschwitz: ‚Funktionshäftlinge‘ als Gewalttäter

 

65 Jahre KZ-Friedhof Bisingen – über die Gedenkstunde am Sonntag, 29. April 2012

Nach dem am  50. und 60. Jahrestag des KZ-Friedhof Bisingen öffentliche Veranstaltungen zur Erinnerung an die Bisinger Opfer des wahnwitzigen und menschenverachtenden Unternehmen „Wüste“  ausgefallen waren, bot es sich an, aus Anlass des  65. Jahrestages zu einer Gedenkstunde einzuladen. Die Initiative dazu kam vom Vorstand des Vereins „Gedenkstätten KZ Bisingen“ – der sich gleich hier an dieser Stelle bei Herrn Dr. Andreas Zekorn, Kreisarchivar- Zollernalbkreis  und Herrn Bürgermeister Joachim Krüger bedanken möchte, dass sie als Veranstalter mit dem Verein Gedenkstätten KZ-Bisingen gezeichnet haben.  Unser Dank geht auch  Herrn Pfarrer Ulrich Günther für die Evangelische Gemeinde Bisingen und Pater Joachim Rzesnitzek vom Katholischen Pfarramt Bisingen  für Ihre Bereitschaft  der „aktiven Teilnahme“. Ein besonderer Dank geht an Herrn Landesrabbiner Natanael Wurmser, IRGW-Stuttgart. Er ließ es sich nicht nehmen, trotz einer anderen Veranstaltung am späteren Nachmittag nach Bisingen zu kommen, um das Kaddisch, das Jüdische Totengebet* zu sprechen.  Für viele der Besucher, war gerade diese Sequenz der Veranstaltung, wie in späteren Gesprächen zu hören,  „sehr stark  bewegend“! (*darauf wird noch einmal eingegangen). Unser Dank geht an alle Gästen, die einen Termin für diese Veranstaltung in ihrem Terminkalender finden konnten. Unser Dank gilt aber auch all denen, die gerne gekommen wären, jedoch wegen familiärer Gründe, Termine oder aus Krankheitsgründen nicht teilnehmen konnten und gute Wünsche zum Gelingen ausgesprochen haben.

Auch den Schülern der 6. und 7. Klasse  der Realschule Bisingen, Christian, Jonas, Arthur, Marvin und Robbin gilt ein ganz besonderer Dank! Sie haben die Lesung der schweren Namen hervorragend gemeistert. Unser Dank gilt auch ihren Eltern, die die Erlaubnis dazu gegeben und ihre Söhne begleitet haben.

Herr Dr, Zekorn hat freundlicher Weise seine Rede für unsere Seite zur Verfügung gestellt – so wird dieser Bericht mit seiner Begrüßung und einem kurzen Rede-Abschnitt beginnen:

Rede anlässlich der Gedenkstunde „65 Jahre KZ-Friedhof Bisingen“ am Sonntag 29. April 2012, 14 Uhr – Dr. Andreas Zekorn, Kreisarchiv Zollernalbkreis

Sehr geehrte Damen und Herren

Es ist ein trauriger und zugleich würdiger Anlass zu dem wir uns heute hier zusammengefunden haben. Auf den Tag genau vor 65 Jahren, am 29. April 1947, wurde hier der KZ Friedhof in Bisingen feierlich eingeweiht, um den Opfern des Unternehmens „Wüste“ in Bisingen eine würdige Ruhestätte zu geben. Ich heiße Sie alle, meine Damen und Herren, recht herzlich zu dieser Gedenkstunde willkommen.

Ich begrüße Herrn Landesrabbiner Netanel Wurmser als Vertreter der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg

Ich begrüße Herrn Pfarrer Ulrich Günther für die evangelische Gemeinde Bisingen und Pater Joachim für die katholische Gemeinde.

Ich begrüße Herrn Bürgermeister Krüger

und ich grüße Frau Hentsch, Frau Grunert und alle Mitglieder des Vereins Gedenkstätten KZ Bisingen sowie die anwesenden Vertreterinnen und Vertreter der Gedenkstätteninitiativen,

Ich begrüße euch, liebe Schülerinnen, Schüler und Lehrende der Realschule Bisingen, die ihr euch heute eingefunden habt und bereit seid, an der Gedenkstunde mitzuwirken.

Und ich grüße Sie alle meine Damen und Herren, die Sie gekommen sind.

Zunächst darf ich Herrn Landrat Günther-Martin Pauli entschuldigen, der wegen einer Terminüberschneidung an der heutigen Gedenkstunde nicht teilnehmen kann. Er hat mich gebeten für den Zollernalbkreis teilzunehmen und lässt seine besten Grüße entrichten. Diesem Wunsch kam ich gerne nach, bin ich dich doch seit dem Beginn meiner Tätigkeit als Kreisarchivar des Zollernalbkreises, seit 1991, mit dem erschütternden Thema Unternehmen Wüste stets eng verbunden.

Ich möchte Ihnen zunächst nochmals kurz die Hintergründe für das Unternehmen Wüste in das Gedächtnis rufen und Ursachen für die Anlage des hiesigen KZ-Friedhofs.

Das Unternehmen „Wüste“ wurde im Juli 1944, in der letzten Kriegsphase, am Fuße der Schwäbischen Alb begründet. Beim Unternehmen „Wüste“ ging es um die Gewinnung von Öl aus Ölschiefer, der sich entlang des Albtraufs findet. Vor allem wegen des geringen Ölgehalts des Schiefers und wegen der technisch nicht ausgereiften Verfahren waren die Versuche zur Ölgewinnung im Grunde erfolglos, die bereits 1943 begannen. Dem Einsatz geschwächter, häufig kaum arbeitsfähiger KZ-Häftlinge als Arbeitskräfte kam dabei letztlich keine entscheidende Bedeutung mehr für den Misserfolg zu.

In Schömberg gewann man, offiziellen (!) Angaben zufolge, im Zeitraum von Dezember 1944 bis März 1945, innerhalb von vier Monaten, aus 26.220 t Schiefer gerade einmal 273 t Öl und 86 l (!) Benzin, d.h. aus 96 t Gestein war eine Tonne kaum verwendbares Öl hergestellt worden. Und das unter immensen Opfern an Menschenleben!

Der gesamte Text (mit diversen Links zum Thema)  kann als pdf.Datei herunter geladen werden: Gedenkstunde_65_Jahre_KZ_Friedhof_Bisingen_publikation

Vorstände von Gedenkinitiativen,  hatten sich auf den Weg nach Bisingen gemacht eine Neuerung, die dem Zusammenschluss von 10 Initiativen zum Gedenkstättenverbund  „Gäu-Neckar-Alb e.V.“ vor genau zwei Jahren zu verdanken ist. Auch Euch, liebe Freunde, sei Dank gesagt.

Frau Rager, Bisingen,  hat für den „Schwarzwälder Bote“ einen sehr guten Bericht geschrieben – per „klick“ vergrößern.

Dr. Andreas Zekorn, Kreisarchivar Zollernalbkreis

Bürgermeister Joachim Krüger, Bisingen

Landesrabbiner Natanael Wurmser, IRGW-Stuttgart

*Anmerkung zum Kaddisch: das Kaddisch-Gebet ist als „Gebet für die Toten“ bekannt. -Genau genommen ist es jedoch ein Gebet, des dem Höchsten  die Ehre gibt und stellvertretend für die Verstorbenen rezitiert wird. An das Kaddisch für die Toten des Holocaust werden  die Namen von Todeslagern hinzugefügt: Auschwitz, Lodz, Ponar, Babi Yar, Maidanek, Birkenau, Kovna, Janowska. Es ist wohl die Nennung der Namen, die den Zuhörer tief  bewegt und wie auch an diesem Sonntag, so manchen das Taschentuch hervorholen ließ!

Pater Joachim und Pfarrer Günther, Bisingen

Vorstand Gedenkstätten KZ Bisingen e.V. und Schüler der Realschule Bisingen

Web-Adresse des Dachverbands „Gäu-Neckar Alb e.V.“ – neu!!!:
Gedenkstättenverbund Gäu-Nckar e.V.
Alle Fotos Hentsch/Wöhr

Ehemalige Israel-Volontäre in Bisingen und Hechingen

Samstag, 03. März 2012: Jedes Jahr treffen sich Ende Februar/Anfang März In Maisenbach/Bad Liebenzell ehemalige Volontäre des „Liebeswerk Israel“, das im Norden Israels ein Gästehaus für 44 und ein Pflegeheim für 24 Shoa-Überlebende unterhält. Beide Häuser werden durch Spenden aus Deutschland getragen und bestehen seit. In jedem Jahr werden jeweils am Samstag Gedenkstätten und andere themenbezogene Orte besucht. In diesem Jahr stand nach Anfrage aus Israel ein Besuch der „Gedenkstätten KZ Bisingen“ und die „Alte Synagoge“ in Hechingen auf dem Programm.

Die beiden Häuser in Shavei Zion und Ma’alot bestehen seit 43  (von Nahariyya nach Shavei Zion) und seit 29 Jahren (Ma’alot). Das Gästehaus-Betrib begann „in kleinem Maßstab“ mit neun  Zimmern 1960 in Nahariyya, etwa 5 km nördlich von Shavei Zion. Die Vorsitzende des Vereins Gedenkstätten KZ Bisingen  hat 1 1/2 Jahre (06/1999 – 12/2000) im Büro des Gästehauses volontiert.

Da es nicht möglich war, die Ausstellung im Heimatmuseum zu besuchen – trafen wir uns auf dem KZ-Friedhof. Das herrliche Wetter machte es möglich, dass die 15 Teilnehmer zählende Gruppe auf den Stufen des großen Kreuzes sitzen konnte. Anhand von zusammengestellten Bildmaterial hörten die jungen Leute vom Unternehmen „Wüste“allgemein und vom „Wüstewerk“ II – Bisingen, die Massengräber, Exhumierungen und „Einweihung“ des KZ-Friedhof vor 65 Jahren im Besonderen. Die Betroffenheit war spürbar – das eine oder andere Taschentuch wurde aus der Tasche geholt!

Dass ein Überlebender des KZ Bisingen im Oktober 2002 im Gästehaus in Shavei Zion „entdeckt“ wurde, Shalom Stamberg,aus Haifa, und dieser drei Mal in Bisingen als Zeitzeuge besucht hatte, stellte einen besonderen Überraschungseffekt dar.

Es gab Informationen zu den fünf Gedenksteinen und -tafeln, ein Gang über den Geschichtslehrpfad musste aus Zeitgründen ausfallen.

Mit etwas Verspätung trafen wir in der „Alten Synagoge“ in Hechingen ein,  wo Frau Werner geduldig auf uns gewartet hatte. Den Erklärungen Frau Werners zu zuhören ist immer wieder ein Gewinn. Wie sie die Teilnehmer einer Gruppe mit einbezieht  ist unübertroffen – zumal sie auch die eine oder andere jüdische Anekdote zum Besten geben kann. Letztendlich waren doch alle in der Gruppe überrascht, welch vielfältige Symbolik sich in Hechingens wunderschöner Synagoge verbirgt.

Die Zeit reicht noch für einen kurzen Blick in die Ausstellung in der oberen Etage der Synagoge. Die kleine Gruppe verabschiedete sich mit herzlichem mit Dank für den interessanten und gehaltvollen Nachmittag in Bisingen und Hechingen.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort – zum Wasserrohrbruch im Heimatmuseum Bisingen

Mittwochvormittag, 15. Februar 2012: um 13:30h wollten sich die Museumskuratorin  der Gemeinde Bisingen, Hanne Grunert und die Vorsitzende des Vereins Gedenkstätten KZ Bisingen, Uta Hentsch,  im Rathaus Bisingen treffen um gemeinsam einen Förderantrag auszufüllen.

Da dieser Antrag noch im Büro/Archiv des Heimatmuseums lag, ging Hanne Grunert am Vormittag los um ihn zu holen und wurde der bis dahin unbeobachteten „Springflut“ aus dem Waschbecken der obere Etage gewahr. Sie hatte bereits den unteren Ausstellungsraum und die Küche „bewässert“! Per Anruf waren sehr schnell die entsprechenden Helfer der Gemeinde Bisingen zur Stelle – und einige Fotos zeigen z.B. den Wasserstand im Heizungskeller, Bereich Öltanks 10 cm +!. Weitere Details können in den beiden Zeitungsberichten nachgelesen werden. Durch die Nässe im gesamten Gebäude und die durch díe aufgedrehten Heizungen zwecks besserer Trocknung herrscht im Haus eine subtropische Atmosphäre, begleitet von nicht angenehmen „Modergeruch“.

Diese Aufnahme entstand am Sonntag, 19.02. – mir beschlug ständig die Linse  und so erkennt man sehr gut 1. den Feuchtigskeitszustand und 2. die Wölbung der Küchendecke nach unten. Küchendecke  und eine Wand der Küche müssen wohl bis zur Küchenzeile hin vollständig erneuert werden. Alle technischen Geräte im unteren Raum und Ausstellungsobjekte sind unversehrt geblieben – das ist für uns alle ein Glücksfall. Am Freitag, 24. Februar 2012 waren am Vormittag noch ein die Trockenfirma und Versicherung vor Ort – Ergebnisse sind dem vereins-Vorstand zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt.

Das Heimatmuseum wird auf jeden Fall für längere Zeit geschlossen bleiben – die Zeit der völligen Trocknung der Räume benötigt etwa 4 – 6 Wochen – erst dann können die notwendigen Reparatur-/Renovierungsarbeiten  durchgeführt werden. Bürgermeister Krüger hat zugesichert, dass er „ein Auge darauf halten wird“.

Der Vorstand des Vereins „Gedenkstätten KZ Bisingen“ dankt an dieser Stelle allen Helfern der Gemeinde Bisingen für ihren schnellen Einsatz am Tag des Geschehens sehr herzlich.

Mittwoch 29. Februar 2012 – in der Hohenzollerischen Zeitung ist im Zusammenhang mit einem Wasserschaden in Thanheim zu lesen, dass der Schaden im Heimatmuseum auf rund 10.000 Euro liegt.

Unterer Ausstellungsraum aktuell am 23.02.2012

„Einblicke“ am Sonntag, 04. März 2012 Raumtrockner in der Küche und unterem (3 kleine ein großes Bild unten) Raum arbeiten rund um die Uhr – die Raumluft lädt nicht zum „Langeverweilen“ ein.  In der Küche wird das Fachwerk des alten Gebäudes sichtbar – und ein kleines rotes Herz lässt die Besucherin schmunzeln :-)!

Bisinger Schüler der GHW- und Realschule und der Realschule gedenken der Opfer des Nationalsozialismus

Montag, 30. Januar 2012 – Bereits zum sechsten Mal fand aus Anlass der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 eine Gedenkstunde mit Schülern der GHW- und Realschule im Heimatmuseum Bisingen statt.

Hanne Grunert und Uta Hentsch waren am  27. Januar für die Gedenkfeier im Stuttgarter Landtag angemeldet, daher wurde das Treffen mit den Schülern in diesem Jahr  auf den Wochenbeginn danach verlegt. Mit ihren Lehrern, Frau Billet-Barfuss, Herrn Merz, Herrn Steg und Rektor Tritz kamen Schülerinnen und Schüler der Klassen 8a/8b am Montagmorgen ins Heimatmuseum Bisingen.

Nach der Begrüßung entzündeten zwei Schüler Kerzen und Uta Hentsch informierte über die Bedeutung des 27, Januar, der am 03. Januar 1996 vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog zum „Nationalen Gedenktag und die Opfer des Nationalsozialismus“ erklärt wurde. Das Arbeits- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau war das größte, technisch am besten ausgerichtete und grausamste aller Konzentrationslager. Am 27. Januar1945 war es das erste aller Lager, das durch die Rote Armee der Sowjetunion befreit wurde. Am 1. November 2005 verabschiedete die UNO diesen Tag als „Internationalen Holocaust-Gedenktag“. Die Begriffe „Holocaust“ (griechisch) und „Shoa“ (hebräisch) wurden erklärt und es gab einen Hinweis auf die Opfer der Vernichtungsmaschinerie des Nazi-Regimes, Kommunisten, Homosexuelle, 500.000 Szinti und Roma und viele andere, nach Sicht der Nationalsozialisten „minderwertige“ Menschen. Über 6 Millionen Juden von insgesamt 11.000.000 jüdischen Bürgern Europas wurden Opfer der systematischen Vernichtung durch Erschießen und Vergasung mit anschließender Verbrennung

Nach der Einführung wurden die Achtklässler die Akteure: in vier Antikriegsliedern, zu denen jeweils eine Information zum Text gegeben wurde. In Bob Dylans Lied „Die Antwort mein Freund….“ mit seinen vielen unbeantworteten Fragen auf die nur der Wind die Antwort weiß ist ein Lied, dass zu allen Zeiten Ausdruck der Trauer, der Anklage aber auch die Ohnmacht ist  So symbolisiert der amerikanische Songwriter Pete Seeger in seinem „Sag mir wo die Blumen sind….“ den ewigen Kreislauf des Krieges, der nur durchbrochen werden kann, wenn die Menschen endlich beginnen, aus den Fehlern früherer Generationen zu lernen. Mit dem Lied: „So ist Versöhnung, so muss der wahre Friede sein…“ von Jürgen Wert, wird die Hoffnung auf Versöhnung und Frieden durch Vergeben und Verzeihen ausgesprochen.

Hanne Grunert informierte über das Unternehmen „Wüste“ und das KZ Bisingen mit seinen vielen Opfern, die hier vor Ort an Schwäche, Hunger, Misshandlungen, Erschießen und Aufhängen ihr Leben verloren. Nach einem fünfzehnminütigen Film über Auschwitz-Birkenau mit einer Zeitzeugin konnte man eine kleine Zeit eine Stecknadel fallen hören – die Betroffenheit war greifbar und dennoch gab es dann Fragen zum Thema.

Herr Tritz bedankte sich bei den Schülerinnen und Schülern für ihren Fleiß, mit dem sie mit ihren Lehrern die Lieder eingeübt und das Interesse, welches sie mit Beteiligung an dieser Gedenkstunde gezeigt haben. Es gab noch Zeit, die verschiedenen Räume der Ausstellung im Heimatmuseum anzuschauen – Flyer wurden mitgenommen – Schüler fragten nach den Öffnungszeiten des Heimatmuseums. Abschließendes Resume.: es war eine gute und wichtige, wenn auch für die jungen Leute durchaus eine nicht leichte Gedenk- und Unterrichtsstunde.

Zu den nachfolgenden Zeitungsberichten noch eine Richtigstellung/Ergänzung: an der Gedenkstunde in der Realschule Bisingen am 31. Januar 2012 nahmen etwa 70 Shüler der Klassen 9a,b und c und drei Schüler der 10. Klasse teil. Im Deutschunterricht wird sich in der 10. Klasse zum Thema Literatur  mit einem Buch beschäftigt. In diesem Schuljahr war es  das Buch „Grafeneck“ ein Roman von Rainer Gross. Die Schüler haben die Möglichkeit mit der Erarbeitung des Buche ihre Deutschprüfung abzulegen. Konrad Wiget, Religionslehrer, hat in seinem Unterricht anhand des Buches die Schüler mit dem Euthanasie-Projekt des Nazi-Regimes bekannt gemacht und eine Verknüpfung mit den Inhalten der Gedenkstunde zum 27.01.2012 hergestellt. Die drei Zehntklässler trugen wichtige Fakten über Grafeneck vor.  Mit der Vorstellung des Euthanasie-Programm am Beispiel „Grafeneck“  wurde eine Verbindung zwischen den ersten Vergasungen „Vor unsrer Haustür“ zu den  auf der Wannseekonferenz am 20.01.1942 verabschiedeten „Endlösung der Judenfrage“  zu den Gaskammern von Auschwitz hergestellt. Herr Wiegt besucht drei bis vier weiteren Lehrern (je nach Schüleranzahl) vor den Sommerferien schon seit vielen Jahr mit den Schülern der 9. Klassen die Gedenkstätten Natzweiler/Struthof. Alle Lager des Unternehmen „Wüste“ – auch Bisingen –  waren Außenlager von Natzweiler-Struthof. Alle Fotos: U.Hentsch-vorletztes Bild, Rektor Tröger

30. Januar 2012 – Gedenkstunde 27. Januar 2012 – Schüler der Klassen 8a/b der GHW- und Realschule Bisingen:

27. Januar 2012 – Landtag in Stuttgart erinnert an die Opfer des Nationalsozialismus

Am 27. Januar 2012 waren Hanne Grunert (Gemeinde Bisingen) und Uta Hentsch (Vorsitzende des Vereins Gedenkstätten KZ Bisingen) Teilnehmer an der Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus. Viele Gedenkstätten und -Initiativen waren eingeladen und konnten ihre Orte des Gedenkens präsentieren.

Landtagspräsident Guido Wolf  zitierte zu Beginn seiner Rede Golo Mann: „Wo Alles möglich war wird immer Alles möglich sein“ – und bezog sich damit sogleich auf die Mordserie“ vor 10 Jahren, die uns gerade so stark beschäftigt; und weiter „1/5 unserer Bevölkerung ist Gruppen-/judenfeindlich – der braune Ungeist lebt weiter – in Springerstiefeln und grauem Zwirn.“ Drei wichtige Merksätze formulierte Guido Wolf:   1. Nüchterne aber wahre Feststellungen; 2. Zeichen setzen für Geschichtsbewusstsein und 3. Gedenken wird erst richtig zur Gedenkkultur, wenn es unseren Alltag durchdringt. Wolf ging auf die Aufgaben des Verfassungsschutzes ein und beendete seine Rede mit er eindringlichen Feststellung: „Substanziell betrachtet sind wir alle die eigentlichen Verfassungsschützer.“

Prof. Dr. Dr. h.c. Aleida Assmann, Universität Konstanz, erläuterte in ihrer Rede: „Die transformatorische Kraft der Erinnerung“, wie sich die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit von vorangegangener Ablehnung eben eine „verwandelte Kraft „zur Erinnerung hin entwickelt. Die Frage nach dem „warum und der Notwendigkeit“ von Gedenkstätten stellte Prof. Assman drei Leitgedanken vor: 1. Gedächtnisorte sind begehbare Geschichtsbücher;  2. Gedächtnisorte sind wichtige Kontaktzentren für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und 3. Gedächtnisorte sind die Stimme historischer Zeugen, die nachträglich zum Sprechen gebracht werden können.

Frau Thelen, Landeszentrale für politische Bildung, Stuttgart, interviewte drei Jugendguides der Gedenkstätten Hailfingen-Tailfingen und stellt so deren Arbeit vor – die Idee dabei: Jugendliche führen Jugendlich (wobei gesagt werden muss,das es dabei um sehr umfangreiche Programme geht, die hier nicht aufgezeigt werden können!).

Als Rahmenprogramm zu den Reden gab  Musikstücke von Bach, John Dowland und Paganini, vorgetragen von drei jungen Preisträgern des „Karl-Adler-Jugendmusikwettbewerb Baden-Württemberg.

Bleibt anzumerken, dass es keine Erwähnung darüber gab , dass der 27. Januar  am 01. November 2005 von der UNO als „Internationaler Holocaust-Gedenktag“ verabschiedet wurde!

Hier im Link eine Pressemitteilung über die Veranstaltung: Gedenkstunde im Landtag Stuttgart am 27.01.2012

Im Erdgeschoss und der ersten Etage hatten die verschiedenen Gedenk-Initiativen aus Baden-Württemberg (insgesamt heute 66 Gedenksorte in BW!)  ihre Infostände – hier einige Bilder. Per Anklick können sie vergrößert und die Namen der Initiativen gelesen werden. Alle Fotos U.Hentsch

27.01.2012 Pressemitteilung

Nachfolgender Link enthält die Reden im Landtag. Wenn die Seite der LpB erscheint „Aktuelles“ anklicken.

Falls es nicht klappt nach dem Link die Reden als pdf. Datei zum runterladen:

Reden im Landtag

rede_wolf_27_1_12

vortrag_assmann_27_1_12

Veranstaltung: 70. Jahrestag der Wannsee-Konferenz / Freitag 20. Januar 2012

Bisisngen Die Wannsse-Konferent - Veranstaltung am 20.01.2012Die Endlösung der Judenfrage – der „verwaltete Mord“ an den Juden Europas    Entscheidungen zum Völkermord in noblem Ambiente bei „Cognac und Häppchen“

Bericht für die Presse von Uta Hentsch

Aus Anlass des 70. Jahrestages der Wannsee-Konferenz zur „Endlösung der Judenfrage“ am 20. Januar 1942 hatte der Verein Gedenkstätten KZ Bisingen am Freitag, 20. Januar 2012 zu einer Gedenkveranstaltung ins Bisinger Heimatmuseum eingeladen.

Zwanzig Besucher, darunter Bisingens Bürgermeister Joachim Krüger, Helmut Gabeli, „Ehemalige Synagoge Haigerloch“ mit seiner Frau und Dr. Norbert Kirchmann, „Alte Synagoge Hechingen“, nahmen sich Zeit für diesen Abend. Die 1984 entstandene deutsche, filmische Rekonstruktion  „Die Wannseekonferenz erhielt seine Authentizität aus den aufgefundenen fünfzehn Protokollen und weiteren Dokumenten, sowie auch aus diesbezüglichen Aussagen von Adolf Eichmann.

Nach Begrüßung der Gäste gab die Vorsitzende des Vereins eine kurze Einführung zum Film. Mit einigen Bildern wurde ein Teil der Protokolle gezeigt. Die fünfzehn Nazi-Größen der Konferenz waren promovierte Juristen, Volkswirte und auch Theologen. Sie alle, auch Heydrich, Sohn eines Komponisten und Direktor eines Konservatoriums, kamen aus guten, scheinbar geordneten Familienverhältnissen. Aus explizit christlich-religiösen Familien kamen sieben der Teilnehmer, Wilhelm Kritzinger, Reichskanzlei, war z.B. Sohn eines Pfarrers.

Weiterhin wies Uta Hentsch auf die Rolle die der Großmufti von Jerusalem, Mohammed Amin-el Husseini, auch der „SS-Mufti“ genannt, spielt, hin. Er wurde zu einem großen Unterstützer der Judenfrage von außen. Im November 1941 nach Berlin angereist mit mehreren Jahren Aufenthalt, paktierte der Großmufti mit Hitler in der „Judenfrage“ in jeder Hinsicht. „Abu Ali“ (Vater Ali), war der Beiname, den der Mufti Hitler gab. Himmler verehrte den Großmufti beinahe unterwürfig, das lassen Grußkarten und Bilder von beiden unzweifelhaft erkennen.

In einem Telegramm an den Mufti schreibt Himmler zum am 02. November 1943: „Die nationalsozialistische Bewegung Großdeutschlands hat seit ihrer Entstehung den Kampf gegen das Weltjudentum auf ihre Fahnen geschrieben, Sie hat deshalb schon immer mit besonderer Sympathie den Kampf der Freiheitsliebenden Araber, vor allem in Palästina gegen die jüdischen Eindringlinge verfolgt. Die Erkenntnis dieses Feindes und der gemeinsame Kampf gegen ihn bilden die feste Grundlage des natürlichen Bündnisses zwischen dem nationalsozialistischen Großdeutschland und den freiheitsliebenden Mohammedanern der ganzen Welt. In diesem Sinne übermittle ich Ihnen am Jahrestag der unseligen Balfour-Deklaration meine herzlichsten Grüße und Wünsche für die glückliche Durchführung Ihres Kampfes bis zum Endsieg.“ Reichsführer der SS – Gez. Heinrich Himmler

Der gemeinsame Hass auf die Juden weltweit und die Rolle, die der Großmufti in der gesamten faschistischen Ideologie spielte ist bis heute in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt und soll offenbar auch unbekannt bleiben. (Tilman Tarach, Der Ewige Sündenbock, Seite 43). Auch für die Besucher der Gedenkveranstaltung im Heimatmuseum war die Dimension dieser unseligen Verbindung weitgehend unbekannt.

Der 1984 entstandene deutsche Film gibt die Atmosphäre dieser folgenschwersten Besprechung der Menschheitsgeschichte unter dem NS-Regime eindrücklich wieder. Es war eine von außerordentlichem Zynismus und Vulgarismus geprägte Sitzung in noblem Ambiente der „Marlier“-Villa, am Großen Wannsee gelegen.  (heute eine Gedenkstätte!). Mit eiskalten Willen fanden die Planungen und Vorgehensweisen zur Vernichtung von 11.000.000 Juden aus ganz Europa bei „Cognac und Häppchen“ nach nur neunzig Minuten ihren „bürokratischen“ Abschluss. (Eichmann dazu im Prozess 1961: „Das geht eben sehr ruhig zu, und es werden nicht viele Worte gemacht. Es dauert auch nicht ehr lange. Es wird dann ein Cognac gereicht durch die Ordonanzen und dann ist die Sache eben vorbei.“) Man mochte eigentlich gar nicht mehr zuhören und/oder zuschauen, so schockierend ging diese Sitzung zur  „verwalteten“ „Endlösung der Judenfrage“ vonstatten. Drei Jahre später endete diese Planung mit der katastrophalen Folge, dem Völkermord an 6.000.000 Juden. Im Klartext wurde von Zu-Tods-Schinden, Erschießung und Vergasung gesprochen. Im Protokoll, nach Aussage von Eichmann im Prozess 1961 von einer Sekretärin geführt und von ihm endgültig abgefasst, war lediglich von Sonderbehandlung die Rede!

Mit Beendigung des Film: „Die Wannseekonferenz“ herrschte im Heimatmuseum Bisingen absolute Stille – der Film führte ganz offensichtlich zunächst einmal zu Sprach- und auch Fassungslosigkeit. Die Vorsitzende fragte nach einer kleinen Zeit dann, ob jemand etwas sagen möchte – daraufhin kam es für eine knappe Stunde zu angeregter Diskussion auf hohem Niveau. Bürgermeister Krüger angefragt für ein abschließendes Wort: „es war ein guter und wichtiger Abend“ wurde von allen bestätigt. Um 22:40h verabschiedeten sich die letzten Teilnehmer aus Haigerloch mit der Anmerkung: Ihr habt ja einen wirklich großartigen Bürgermeister in Bisingen. Am Samstag erhielt die Vorsitzenden einen Anruf mit den Worten: „es war bei aller Entsetzlichkeit eine unvergesslich gute Veranstaltung.“

2 Fotos: Uta Hentsch

Zur Einführung in den Abend Bilder und Texte zum Thema (ppt): Wannsee-Konfernz-Verein Gedenkstätten KZ BIsingen 20.01.2012

Link zur Webseite zu dem Film von INFAMEDIA : Wannseekonferenz Information zum Film

Artikel in der Jüdische Allgemeine Nr 3/12 am 19. Januar 2012: Organisiertes Verbrechen

Artikel in der Jüdische Allgemeine Nr 3/12 am 19. Januar 2012: Bei Getränken und Schnittchen

Artikel Jüdische Allgemeine 20.01.2012Ort deutscher Schande

Diverse Reden von der Veranstaltung in Berlin:

Nachruf zum Tod von Isak Wasserstein – München am 05. Januar 2012


Mit großer Betroffenheit haben wir in Bisingen vom Tod Isak Wassersteins am Donnerstag 05. Januar 2012 in München Kenntnis erhalten. Isak Wasserstein war Überlebender der letzten Station seiner Leidensodysseen, dem  KZ Bisingen, WERK 2 des Unternehmen „Wüste“.

Der Verein „Gedenkstätten KZ Bisingen e.V.“ möchte an dieser Stelle der Familie von Isak Wasserstein seine tiefe Anteilnahme aussprechen und viel Kraft für die Zeit des Abschiednehmens vom geliebten Ehemann, Schwiegervater und Großvater wünschen.

Wir gedenken des Verstorbenen, Isak Wasserstein, mit großer Hochachtung und gedenken der vielen Stunden, in denen er Bisingen zu Veranstaltungen als Zeitzeuge besuchte und die wir mit ihm und seiner Frau Rosel auch im privaten Bereich hier in Bisingen und bei Besuchen in München verleben konnten. Das Bild oben links entstand am 19. November 2006 im Heimatmuseum Bisingen. Isak Wasserstein sitzt vor
seiner  Kurzbiografie. Es war sein letzter Besuch in Bisingen  anlässlich des 10jährigen Bestehens des Heimatmuseum Bisingen mit der Ausstellung zum Gedenken an das KZ Bisingen in der Zeit des Unternehmen „Wüste“ von August 1944 – April 1945. Der Verein hatte für den 19. November 2006 zu einem Generationen-Gespräch eingeladen – Isak Wasserstein und Ute Vogt (damals Landtagsabgeordnete der SPD) waren die Gesprächspartner.


Einige Bilder möchten an Besuche Isak Wassersteins in Bisingen erinnern – wir danken ihm für sein Vertrauen und die Freundschaft, die er dem Vorstand und Mitgliedern unseres Vereins entgegen gebracht hat.

Wir danken Isak Wasserstein, dass er unserem Verein die Autorenrechte an seinem Buch: „Ich stand an der Rampe von Auschwitz“ übertragen hat. Wir haben das Buch 2011 in einer Neuauflage herausgebracht -ISBN 978-3-8448-7415-0 – € 8,- beim Verein erhältlich.Isak Wasserstei n Bisngen-Rede am 25. Oktober 1998Isak Wasserstein in Bisingen-Lesung  am 20. Juni 2005Isak Wasserstein and der Ölschieferabbaukante Juni 2005Isak Wasserstein in Bisingen  nach der lesung am 20. Juni 2005

Isak Wasserstein - Begrüßung im Heimatmuseum 19.11.2006Isak und Rosel Wasserstein mit Bürgermeister Joachim Krüger 19.11.2006Isak Wasserstein mit Luisa. Jürgens (Interview) in München am 11. August 2009

Bilderfolge:

1 Isak Wasserstein, Rede bei der Eröffnung des Geschichtslehrpfads und Enthüllung des Jüdischen Gedenksteins auf dem KZ-Friedhof Bisingen am 25. Oktober 1998 – 2 Lesung in Bisingen am 20. Juni 2005 – 3 nach der Lesung: von li nach re Hanne Grunert (Gemeinde Bisingen), Isak und Rosel Wasserstein, Bürgermeister Joachim Krüger, Uta Hentsch (Vereinsvorsitzende) – 4 nach einem Zeitzeugenbericht im Gymnasium Hechingen – 5 Begrüßung im Heimatmuseum Bisingen am 19. November 2006 – 6 nach dem Generationen-Gespräch Abendessen am 19. November 2006: Isak und Rosel Wasserstein, Bürgermeister Joachim Krüger – 7 Isak Wasserstein und Luisa  Jürgens, damals noch Realschule Bisingen, in München nach einem Interview am 11. August 2009 Interview mit Isak Wasserstein 08:2009.doc  – alle Fotos U. Hentsch

Ein letztes Bild entstand beim Besuch der Vorsitzenden des Vereins in München am 26. Juli 2011. Isak Wasserstein erhielt, wie er sich es gewünscht hatte, Bücher der Neuauflage seines Buches. Wir saßen auf dem Balkon und Isak erzählte mir zum ersten Mal, seit wir uns kennen, die Geschichte, wie er seine Frau Rosel „entdeckte“ und was er anstellen musste, sie wieder zu sehen – seine Augen leuchteten dabei und die Erzählung war begleitet von einem beinahe schelmischen Lächeln. Auch über den Erwerb des Bildes über der Couch von Jose Schneider, welches ja auch auf seinem Buch  erscheint, erzählte er sehr anschaulich und verschmitzt. Danke, lieber Isak, liebe Rosel für diesen wunderbaren Tag, von dem vor einem halben Jahr nicht abzusehen war, dass es eine letzte gemeinsame Begegnung sein würde.

Zu allen Bildern sind die entsprechenden Beiträge  unter den Kategorien: 1998 / 2005 / 2006 /2009 nachzulesen mit viel Bildmaterial und Presseberichten

Nachruf für Isak Wasserstein- Jüdische Allgemeine Nr 3/12 19. Januar 2012: Mit seiner Liebe hat er Maßstäbe gesetzt

Veranstaltung: 70. Jahrestag der Wannsee-Konferenz / Freitag 20.Jan. 2012

Bisisngen Die Wannsse-Konferent - Veranstaltung am 20.01.2012Der Verein „Gedenkstätten KZ Bisingen e.V.“ lädt zu einer Veranstaltung anlässlich des 70. Jahrestages der Wannsee-Konferenz am 20. Januar 1942 ein. Unser Verein hat die Rechte zur nicht-kommerziellen öffentlichen Vorführung erworben und so können wir an die Ziele der Wannsee-Konferenz erinnern, deren einziger Tagesordnungspunkt die sogennante „Endlösung der Judenfrage“ war. Die Dauer der Konferenz betrug 90 Minuten – so auch die Länge des Films der mit vielen Preisen, darunter dem „Adolf-Grimme Preis“ ausgezeichnet wurde.

Aus der Beschreibung zum Film: Das später aufgefundene Sachprotokoll dieser Konferenz sowie Dokumente aus dem Umfeld, insbesondere die Aussagen Eichmanns, bilden die Grundlage der filmischen Rekonstruktion, die es unternimmt, die Aktivitäten der Schreibtischtäter authentisch ins Bild zu setzen. Das Judentum wird eine statistische Größe, der Holocaust ein Aktenvorgang, der Genozid ein Transportproblem. Eine Gruppe durchaus normal wirkender Menschen löst eine in der Geschichte einmalige Vernichtungsaktion aus: den „vervvalteten“, „ordentlichen“ Völkermord. Die Diskrepanz zwischen der Durchschnittlichkeit der Täter und der Ungeheuerlichkeit der Tat macht den Film zu einer schockierenden Erfahrung.
Besser konnte die Beschreibung in der Tat nicht sein!

Wir laden herzlich zu diesem Abend ins Heimatmuseum Bisingen ein!