Schüleraktion auf dem Geschichtslehrpfad und Abschluss der AG-Spurensuche


Zum fünften Mal gab es heute Nachmittag, Dienstag 24. Juli, eine Aktion bei der Schüler einer 9. Klasse der Realschule Bisingen mit ihrem Geschichtslehrer, Herrn Huesfeld,  im Bereich der ehemaligen  Hydrierungsanlage (Gebläsestation) Hand anlegten und die Sicht auf die Relikte des „Wüste“ -Werk 2 durch Beschnitt des Wildbewuchs wieder optimierten. Mit von der Partie war wie stets Adolf Binde, der allerlei nötige Utensilien nebst einer Kiste mit erfrischendem Sprudel dabei hatte.

Um kurz nach 14 Uhr begann die Arbeit – sieben Schüler, Herr Huesfeld und Adolf Binder betätigten sich in der zugewachsenen Kuhle und nach einer Stunde war der Blick auf die riesigen Betonruinen wieder frei!

Zwei andere Schüler halfen Herrn Fecker vom Bauhof einen Schotterweg im Bereich des ehemaligen Öltanks anzulegen, der zeitweilig einfach unbegehbar ist. 2 1/2 Tonnen Schotter mussten in Schubkarren geschaufelt werden – der Inhalt wurden von Herrn Fecker fachgerecht platziert. Nun soll abgewartet werden, wie sich diese Form von Befestigung bewähren wird – um dann gegebenenfalls, wenn notwendig weitere Maßnahmen durchzuführen.

An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten, den Schülern, Herrn Huesfeld, Adolf Binder und Herrn Fecker, besonders eben auch an den Bauhof, der es möglich machte, diese „Öltank“-Weganlage doch heute auf den Weg zu bringen.

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Die vierte Unternehmung „AG-Spurensuche“  für Schüler der Realschule Bisingen endete am Donnerstag, 12. Juli mit dem Besuch der „Alte Synagoge“ Hechingen. 11 Schüler der Klassen 7b (2) und 6a/b (9) hatten sich mit Erstwunsch für diese Arbeitsgemeinschaft eingetragen. Am 23. Februar 2012 startete der Unterricht mit einer gegenseitigen Vorstellung. Wir baten die 11 Jungens für uns aufzuschreiben, warum sie sich für diese AG entschieden und welche Vorstellungen sie hätten. Hier im Bild ihre Antworten, die doch durchweg sehr erstaunlich sind.  An 13 Donnerstagen gab es verschiedene Programme: Filme, selbst erarbeitet Interviews, Besuche des KZ-Friedhofs, des Heimatmuseums und des Geschichtslehrpfades. Ja, und wie tief ist nun der Öltank?????? Na, sooooooooooooooo tief!

Am 21. Juli gab es eine unerwartete interessante Begegnung mit einer jüdischen Familie im Heimatmuseum und am Schluss eben der Besuch der Synagoge in Hechingen. Da die Mutter eines Schülers anbot mit zu fahren, konnte die ganze Gruppe per Auto nach Hechingen fahren, und das Warten auf den Bus zur Rückfahrt blieb uns erspart. Vielen Dank liebe Mutter von Christian! Für einige der Jungens wird besonders der 29. April in Erinnerung bleiben – der Sonntag, an dem sie aus Anlass des 65. Jahrestages des KZ-Friedhof Bisingen Namen von Opfern des „Wüste“-Werk 2, Bisingen, vorlesen konnten.

„Unsere Boys“ waren eine fröhliche, fragende und für uns, die Betreuer, sehr angenehme kleine Gruppe. Bei einem Abschlussgespräch in Hechingen meinten sie, ihr Entscheidung wäre gut gewesen und auf unsere Anfrage einer künftigen Fortführung einer solchen AG hin: ja – wir sollten das auch weiterhin machen. So kann abschließend gesagt werden: Ja – die gemeinsamen Stunden haben allen Beteiligten viel Spaß und Freude gemacht :-)! Symbolik in der Hechinger Synagoge

Siehe auch die Berichte: „65 Jahre KZ-Friedhof Bisingen“ und „Denk mal, Mahnmal und manchmal…“

Verabschiedung von Hanne Grunert


Im Anschluss an die Mitgliederversammlung des Vereins Gedenkstätten KZ Bisingen am Montag, 16. Juli wurde Hanne Grunert verabschiedet. Über Ihre Arbeit in der und für die Gemeinde Bisingen kann in den hier hinzugefügten Presseberichten nachgelesen werden.

Für das Team unseres Vereins war Hanne Grunert mehr als eine große Hilfe – von Februar 2007 bis März 2011 war sie 2. Vorsitzende und aktiv beteiligt an unendlich vielen gemeinsamen Vereins-Projekten – hier ist kein Platz, um alles auf zu zählen. Liebe Hanne, was haben wir nicht alles gemeinsam erlebt!!! Wie viele Förder-Anträge, Besucherstatistiken  und Teilnahmebescheinigungen haben wir mit Deiner Hilfe ausgefüllt auf den Weg gebracht – Du warst und bleibst einfach „GROßARTIG“!!!

Wir waren nur eine kleine Gruppe an diesem Abend – und es war ein zusätzliches Geschenk, dass sich unser Bürgermeister, Herr Krüger, für diesen Abend Zeit genommen hat.

Ja, und mit dem Abschiedsgeschenk war es nicht so einfach: ein Gutschein? wofür? – erhielt ein NEIN! Ein Sachbuch? was für eins? – erhielt ebenso ein NEIN! Ja und dann kam die Idee für etwas ganz persönliches – und das hat ja dann unter Mithilfe von Helga und Nicole zum Erfolg geführt, wie für alle Anwesenden an diesem Abend erfahrbar wurde.

Bild 4: Jutta Rager

←Unser Gruß an Hanne

Presse-Mitteilungen: 

Bilderschau erinnert an siebenjährige Arbeit – Schwarzwälder Bote am 18. Juli 2012

 

Besuch des Dokumentationszentrums Hailfingen-Tailfingen

Es war eine sehr kleine Gruppe, die sich am Samstag, 14. Juli um 14:15 Uhr auf den Weg nach Hailfingen-Tailfingen begab, um das Dokumentationszentrum im alten Rathaus und das Mahnmal am Westende der ehemaligen Startbahn, die beide am 11. April 2010  eröffnet bzw. eingeweiht wurden zu besuchen. Die hier hinzugefügten Bilder mit Texten können per Anklick zum Lesen vergrößert werden.

Die Gedenkstätte wurde am 06. Juni 2010 in einem Festakt mit etwa 700 Anwesenden, darunter Überlebenden und Politprominenz eingeweiht. Eröffnung des Dokumentationszentrums Hailfingen-Tailfingen  mit Link zur „Einweihung des Mahnmals“.




Die KZ-Häftlinge hatten in erster Linie die Aufgabe, den Nachtjägerflugplatz Hailfingen auszubauen und auszubessern.
Text auf einer vom Förderverein Synagoge Baisingen e.V. gestifteten Gedenktafel: Am 19.11.1944 traf vom Konzentrationslager Stutthof (bei Danzig) ein Transport mit 600 jüdischen Häftlingen in Tailfingen ein. Die meisten Gefangenen waren vorher in Auschwitz, etwa 50 kamen aus dem Baltikum. Sie waren zwischen 14 und 60 Jahre alt und stammten aus 16 verschiedenen Ländern. Das KZ Haiffingen – Tailfingen war ein Außenlager von Natzweiter/Struthof (Elsaß).

Die Häftlinge arbeiteten in den umliegenden Steinbrüchen, am Ausbau der Startbahn und am Bau von zwei Rollwegen, fällten Bäume und wurden beim Entfernen von Blindgängern eingesetzt. Sie schliefen in einer umzäunten Flugzeughalle
anfangs auf dem blanken Boden, der nur mit Stroh ausgestreut war. Es gab unzulängliche sanitäre Einrichtungen und keine ärztliche Versorgung. Die meisten Häftlinge starben an den Folgen der schweren Arbeit, der Unterernährung, der Kälte und an Krankheiten. Manchmal erhielten die Männer von den Bewohnern der Orte, durch die sie auf dem Weg zur Arbeit kamen, etwas Essbares. Nachgewiesen ist der Tod von 186 Häftlingen. Zwischen dem 21.11.1944 und dem 5.1.1945 wurden im Krematorium in Reutlingen 99 Tote des Hailfinger Lagers verbrannt. 15 Häftlinge. die zwischen dem 4.12. und dem 9.12,1944 starben, wurden im Krematorium in Esslingen eingeäschert. In dem Massengrab, das am 2.6.1945 entdeckt wurde, waren die Überreste von 72 oder 73 Toten. Mitte Februar 1945 wurde das Lager geräumt.

Wir arbeiteten 12 Stunden; zu Beginn gingen wir zu Fuß vom Lager weg; der Hangar stand auf dem Flugplatz. Mein Arbeitsplatz war am weitesten weg, wir mussten durch drei Dörfer zum Steinbruch. Ungefähr 4 km. Es gab Bauern, die absichtlich oder nicht was vom Wagen fallen lassen: Kartoffeln, Karotten. Es hängt von den Wachleuten ab. Manche sehen weg, manche
nicht. Einige Kameraden sind erschossen worden, weit sie aus der Kolonne herausgingen.“ –
lsrael Arbeiter – Überlebender

ES war ein interessanter Nachmittag in Hailfingen-Tailfingen un unser Dank geht an Frau Boes, Mitarbeiterin im Team der KZ Gedenkstätte Hailfingen-Tailfingen, die uns durch das Dokumentationszentrum führte.

„Denk mal“ / „Mahnmal“ / „Manchmal….“


←“Denk mal“

Am Mittwoch, 20. Juni 2012 war auf der Bisinger-Lokalseite der „Hohenzollerische Zeitung“ zum Thema Unternehmen „Wüste“ – Dormettingen, „Wüste Werk 8“ nebenstehender Artikel veröffentlicht.

Das „Wüste Werk 8“, wie alle anderen 9 Wüste Werke ein Außenlager des Konzentrationslagers Natzweiler-Struthof (Elsaß), wurde im Januar 1945  aufgebaut und bestand bis April 1945

Über die interessanten Details zum „Schiefer-Erlebnis“ in Dormettingen, Artikel per Klick vergrößern.

← „Mahnmal“ 

Auch in Dußlingen, dem ehemaligen „Wüste“ Werk 1, innerhalb des Unternehmen „Wüste“ geht die Aufarbeitung der Geschichte mit großen Schritten voran – siehe Artikel im „Schwäbisches Tagblatt“. Die Verbindung des Vereins Gedenkstätten KZ Bisingen mit Dußlingen kam durch eine Anfrage Werner Steinmetz – Verein „Israelplattform“ an die Vorsitzende des Bisinger Gedenkstättenvereins, im Februar 2012, zustande. Er fände es gut, wenn Bisingen dazu kommen könnte, meinte er  und vermittelte die Teilnahme an der Gemeinderatssitzung in Dußlingen am 21. Juni 2012 – ein telefonisches Interview von Herrn Eike Freese mit der Vorsitzenden des Vereins in Bisingen erfolgte am 22. Juni 2012.

Wenn auch gelegentlich journalistische Abwandlungen von tatsächlich formulierten Aussagen der interviewten Person mit Staunen registriert werden können 🙂 –  bleibt als sehr erfreuliches Faszit: mit der Planung von Gedenkorten in Dormettingen und Dußlingen  zu den bereits bestehenden Gedenkstätten  in Eckerwald und Bisingen schließt sich ein Kreis der Aufarbeitung zum Thema: Unternehmen „Wüste“ – dem wahnwitzigen Projekt der Ölgewinnung aus dem Ölschiefergestein an der Westseite der Schwäbischen Alb mit weit über 3480 (die auf „Krankentransporten“ und Todesmärschen nach Auflösung der Lager sind nicht bekannt) Opfern innerhalb von 8 Monaten. So ist an dieser Stelle auch den Bürgermeistern und Gemeinderäten von Dormetting und Dußlingen Dank zu sagen und allen an der Realisierung der Gedenkorte Beteiligten gutes Gelingen zu wünschen.

Ein Mahnmal für „Wüste“ 1 in Dußlingen                      Kommentar: Ein Mahnmal in Dußlingen

„Manchmal……“ 

„Manchmal kommt alles anders als man denkt“ – so heißt es in einem Sprichwort – und so geschah es am Donnerstag Nachmittag, dem  21. Juni 2012. Die Schüler-AG Spurensuche begann um 13:30 Uhr im Heimatmuseum, es war sehr heiß draußen und die Tür zu unteren Raum stand offen. „Arbeitsblätter“, die ich mit den 10 anwesenden 5. und 6. Klässlern der Realschule Bisingen (alle hatten sich Ende Februar 2012 mit Erstwunsch zu unserer Arbeitsgemeinschaft über die Geschichte Bisingens vom August 1944 bis April 1945 angemeldet, ein Schüler war krank) besprechen wollte waren ausgeteilt! Ich ging noch einmal ins Archiv um etwas zu holen, und als ich wieder zurück kam standen drei Erwachsene, ein Herr und zwei Damen im Raum uns schauten sich um. Da das Heimatmuseum in der Woche nicht geöffnet ist, war ich sehr  erstaunt und begrüße sie und fragte nach ihren Wünschen.

Der junge Herr meinte: „ja, wir sind Israelis und forschen nach den Spuren meines Großvaters, der hier in Bisingen gelebt hat und Anfang der 30iger Jahre nach Palästina emigriert ist!“ Ich war zunächst sprachlos und sagte dann auf hebräisch „herzlich willkommen“ – nun waren die drei zunächst sprachlos, und die 10 Junges hatten „große Ohren und große Augen“! Es war eine ziemlich verrückte Situation – einmal war ich ja mit den Schülern verabredet und andererseits konnte ich ja die drei Besucher unmöglich nicht einfach so sang- und klanglos verabschieden. Asaf G.,   lebt derzeit mit seiner Frau und zwei Kindern in Frankfurt, seine Mutter in Bad Kissingen und sein Schwester Rebecca in Haifa. Ich bat Asaf  den Schülern etwas zu sagen – und er erzählte in einwandfreiem Deutsch von Palästina, dem Dritten Reich, dem Holocaust und dem Staat Israel – und meinte abschließend „kommt später einmal nach Israel – es ist ein schönes Land“.

Wir machten dann gemeinsam einen Rundgang durchs Heimatmuseum – und ich dachte dabei an den Großvater und Bisingen……. irgendwie passte da etwas nicht zusammen. Vor der Legende von Isak Wasserstein blieben sie stehen und erzählten, dass sie Wassersteins schon sehr lange kennen – alles war in dieser sog. Unterrichtsstunde doch irgendwie recht unwirklich.

Die Auflösung zum Großvater kam bei der Verabschiedung: „ja, dann werden wir ‚Bai -Bisingen‘ verlassen und weitersuchen und in dem Moment ahnte ich wo der Großvater wohl gelebt hat – nämlich in Baisingen. Ich fragte Asaf: Du sagtest eben Bai-Bisingen meintest Du vielleicht Baisingen? – er sagte nein, nein Bisingen. Ich erzählte ihm ein wenig von Rottenburg/Baisingen – er und seine Mutter  wurden sehr hellhörig und übersetzten es der Rebecca. Sie erhielten eine Gedenkstättenrundschau mit der Adresse von der Gedenkstätte Rottenburg/Baisingen und natürlich ein Buch von Isak Wasserstein „Ich stand an der Rampe von Auschwitz“. Die Verabschiedung war sehr herzlich und die Jungens hatten eine Unterrichtsstunde erhalten, wie man sie in der Form wirklich nicht organisieren kann! Ich denke, diese „recht außergewöhnliche“ AG-Spurensuche-Stunde wird für die Schüler sicher in besonderer Erinnerung bleiben!

Prof. Dr. Gideon Greif: Auschwitz „Funktionshäftlinge“ als Gewalttäter

Zu einem Vortragabend mit Prof. Dr. Gideon Greif, Historiker und Autor, Israel/USA, hatte der Verein Gedenkstätten KZ Bisingen zum 14. Juni 2012 ins Heimatmuseum Bisingen mit der Ausstellung „Mut zur Erinnerung – Mut zur Verantwortung“ eingeladen.  Die Veranstaltung war am 27. Januar 2012 im Stuttgarter Landtag durch die Vermittlung von Frau Birgit Kipfer, Sprecherin der regionalen AG in Baden-Württemberg des Vereins „Gegen Vergessen – Für Demokratie“, zustande gekommen. (Bild oben li: vor dem Heimatmuseum Bisingen von re, Birgit Kipfer/Dr. Gideon Greif/U. Hentsch)

Dr. Greif  erhielt 2011 eine Professur für israelische und jüdische Geschichte am Schusterman Center für jüdische Studien an der Universität Austin, Texas/USA. Seine Publikationen, Radio- und Fernsehdokumentationen sind vielfältig. Seit 1994 leitet er Fortbildungsseminare für Pädagogen im Auftrag der Gedenkstätten Yad Vashem in Deutschland, Polen, Österreich, den USA und Kanada. 1986 begann Dr. Greif mit der Erforschung der jüdischen Sonderkommandos in Auschwitz-Birkenau. Am 27. Januar 1999 stellte er in der „Alte Synagoge“ Hechingen sein Buch zu diesem Thema: „Wir weinten tränenlos….“ vor. Der Autor hatte die Möglichkeit sieben Überlebende der Sonderkommandos von Auschwitz zu interviewen, 50 Jahre nach der Befreiung legten sie erstmals Zeugnis über ihre unbeschreibliche Aufgabe ab.

In der langen Liste zu Vortragsthemen von Dr. Gideon Greif lesen wir zum Thema Funktionshäftlinge: : Das Phänomen der „Eigenverwaltung“ der Häftlingsgesellschaft ist noch weitgehend unbekannt. Der Alltag der Häftlinge wurde in Auschwitz sehr durch so genannte Funktionäre der Häftlings-Elite bestimmt – teilweise sogar mehr als durch die SS-Männer oder Frauen. Ihr Verhalten hatte großen Einfluss auf das Leben jedes einzelnen Häftlings. Die zum Teil auch jüdischen Funktionäre waren selbst Häftlinge, die jeden Augenblick der Mordmaschine zum Opfer fallen konnten.

Im Vortrag wird erklärt, weshalb die SS-Lagerleitung Interesse an einer privilegierten Häftlingsgruppe hatte, was die verschiedenen Funktionen waren und wie das tägliche moralische Dilemma dieser Leute aussah. Dieses sensible Thema wird mit maximaler Offenheit dargestellt. dazu die Anmerkung: Empfohlen für historisch orientierte Erwachsene, Lehrer/innen.

Die Veranstaltung  am Donnerstag Abend war gut besucht – Prof. Dr. Greif bestand darauf, dass Fragen jederzeit gestellt werden können, eine Ermutigung an die Zuhörer, die nicht von allzuviel Referenten angeboten wird. Soe gab es auch immer wieder Nachfragen, wodurch dieser Abend an Intensität gewann. Die Bilder, die Prof. Dr. Greif zeigte waren zeitweilig kaum erträglich – sie erzählen von der ungeheuren Brutalität, die Häftlinge ihren Mithäftlingen angetan haben – und Prof. Dr. Greif berichtet über Frauen als „Funktionshäftlinge“, die ihren männlichen Pendants in nichts an Brutalität nachstanden, ganz im Gegenteil, diese in Anwendung von Grausamkeiten – im Besonderen die sog. „Slowakinnen“ bei weitem noch übertrafen. Hier im Link Bilder von Wladyslaw Siwek und Mieczyslaw Koscielniak von denen während des Vortrags Bilder  gezeigt wurden: Bilder der Häftlingsmaler von Block 11 in Auschwitz

Auchwitz: Exekution an der Todeswand, in der Mitte ein "Funktionshäftling"/ gemalt von W. SiwekAuschwitz: Exekution an der Todeswand, in der Mitte mit dem Rücken zum Betrachter ein „Funktionshäftling“, gemalt von Wladyslaw Siwek. Männliche und weibliche Funktionshäftling wurden in beinahe allen Aufgabenbereichen eingesetzt: Blockälteste/r, Blockschreiber/Innen, zum Stubendienst, Kapo, Lagerälteste, Läufer/Innen, Dolmetscher/Innen, Pfleger/Innen, Musiker/Innen, Dirigenten/Innen, als Sekretärin in der Schreibstube und in der Wäscherei. Ja sogar die Tätowierungen der Häftlinge wurden von Funktionshäftlingen übernommen. In den beigefügten Zeitungsberichten kann zum Thema des Abends nachgelesen werden.

Es war ein „schwerer“Abend, der sicher noch so manchem von uns in die Nacht begleitet hat. Ein Einblick in die Fähigkeit „zum Bösen“des Menschen, wie der Referent des Abends sagt, die man eigentlich nicht für möglich hält!  Auf die Frage eines Zuhörers an Prof. Dr. Greif, ob er Nachts Albträume hätte, wußte der Gefragte nur schwer zu antworten. Er meinte, für ihn ist die Aufarbeitung dieses Bereiches des Holocaust eine Herzensangelegenheit und daher weiß er auch in der richtigen Art und Weise für sich selbst damit umzugehen.

Gedenkfeier im Eckerwald am Sonntag, dem 13. Mai 2012

Seit vielen Jahren lädt die „Initiative Eckerwald“ zu einer Woche der Begegnung Gäste aus Frankreich, Luxemburg, den Niederlanden, Norwegen und Polen. Die Gäste aus Polen wurden bereits am 09. Mai vom Flughafen abgeholt.

Zu den Schwerpunkten ihres Aufenthalts gehörten auch in diesem Jahr wieder Besuche in Schulklassen, wo die Überlebenden über ihre Schicksale in den Konzentrationslagern berichten. Aus Frankreich, Norwegen, Luxemburg und den Niederlanden sind es Familienangehörige von Opfern aber auch Überlebenden, die zum Wochenende kamen.

Am Donnerstag, dem 10. Mai 2012 waren die Gäste aus Polen vom Landrat des Zollernalbkreis,/Balingen, Herrn Günter Martin Pauli, MdL zu einem Empfang mit Bewirtung eingeladen.

Die Gedenkfeier am Sonntag, dem 13. Mai 2012 beim Mahnmal im Eckerwald, war auch in diesem Jahr ein Höhepunkt der Begegnung  unter dem Motto: „Eintreten für die Menschenrechte braucht die Erinnerung“. Frau Silke Krebs, Staatsministerin von Baden-Württemberg, und Herr Michael Theurer, Abgeordneter des Europa-Parlaments, hielten zu diesem Thema  jeweils kurze Ansprachen. Über den Verlauf des Vormittags im Eckerwald und weitere Gäste aus der politischen Öffentlichkeit  kann in den beiden Zeitungsberichten nachgelesen werden. Viele Vorsitzende der verschiedenen Gendenkinitiativen, die im „Gedenkstättenverbund Gäu-Necker-Alb e.V.“ seit April 2010 miteinander vernetzt sind, nahmen an der Veranstaltung tei.l

Besonders anrührend war der Beitrag der 9jährigen Enkelin von Serge Lampin, der im vergangenen Jahr verstorben ist. Den Nachruf von Gerhard Lempp hat mir die Tochter von Serge Lmpin freundlicher Weise zur Verfügung gestellt. Der Text Beitrag der Enkelin wird baldmöglichst noch nachgereicht – bei Interesse einfach in einer Woche noch einmal rein schauen!

Die Überlebenden und / bzw. Angehörigen so wie auch angemeldete Teilnehmer an der Gedenkfeier waren als Gäste der Stadt Rottweil zum Mittagessen in die Gewerbeakademie Rottweil eingeladen, wo sie vom Oberbürgermeister Ralf Broß empfangen wurden.

Um 15Uhr gab es einen Besuch des KZ-Friedhofs Schömberg und der Gedenkstätte Dautmergen-Schömberg (Bild: Angehörige aus Holland – die Namen der Väter sind auf dem Namen-Würfel eingetragen – und Hanne Grunert, Bisingen).

Die Enkelin von Serge Lampin vor der dem Eintrag über ihren Großvater (von der Tochter Serge Lampin’s für diesen Beitrag freundlicher Weise zur Verfügung gestellt!

Die Gedenkstunde auf dem Schömberger KZ-Friedhof – unmittelbar angrenzend an die Gedenkstätte Dautmergen- Schömberg – war ein weiterer Höhepunkt dieses großartigen Tages. Die Familienangehörigen von Serge Lampin sangen einen Chorus – es gab eine Gedenkminute des Schweigens mit anschließender Niederlegung von gelben Blumen auf den Sockel des großen Kreuzes. Abschließend lud Gerhard Lempp dazu ein, einander die Hände zu reichen und gemeinsam das Lied „We shall over come…“ zu singen.

Um 17Uhr fand in der Kapelle des KZ-Friedhofs Schörzingen ein ökumenischer Gottesdienst statt – von dem allerdings keine Bilder zur Verfügung stehen. Hier im Anschluss noch zwei Presseberichte:

Zum vollständigen Text hier der Link: Menschenrechte brauchen einen Ort der Erinnerung

Alle Fotos (bis auf zwei von der Tochter Serge Lampins) U. Hentsch

65 Jahre KZ-Friedhof Bisingen – über die Gedenkstunde am Sonntag, 29. April 2012

Nach dem am  50. und 60. Jahrestag des KZ-Friedhof Bisingen öffentliche Veranstaltungen zur Erinnerung an die Bisinger Opfer des wahnwitzigen und menschenverachtenden Unternehmen „Wüste“  ausgefallen waren, bot es sich an, aus Anlass des  65. Jahrestages zu einer Gedenkstunde einzuladen. Die Initiative dazu kam vom Vorstand des Vereins „Gedenkstätten KZ Bisingen“ – der sich gleich hier an dieser Stelle bei Herrn Dr. Andreas Zekorn, Kreisarchivar- Zollernalbkreis  und Herrn Bürgermeister Joachim Krüger bedanken möchte, dass sie als Veranstalter mit dem Verein Gedenkstätten KZ-Bisingen gezeichnet haben.  Unser Dank geht auch  Herrn Pfarrer Ulrich Günther für die Evangelische Gemeinde Bisingen und Pater Joachim Rzesnitzek vom Katholischen Pfarramt Bisingen  für Ihre Bereitschaft  der „aktiven Teilnahme“. Ein besonderer Dank geht an Herrn Landesrabbiner Natanael Wurmser, IRGW-Stuttgart. Er ließ es sich nicht nehmen, trotz einer anderen Veranstaltung am späteren Nachmittag nach Bisingen zu kommen, um das Kaddisch, das Jüdische Totengebet* zu sprechen.  Für viele der Besucher, war gerade diese Sequenz der Veranstaltung, wie in späteren Gesprächen zu hören,  „sehr stark  bewegend“! (*darauf wird noch einmal eingegangen). Unser Dank geht an alle Gästen, die einen Termin für diese Veranstaltung in ihrem Terminkalender finden konnten. Unser Dank gilt aber auch all denen, die gerne gekommen wären, jedoch wegen familiärer Gründe, Termine oder aus Krankheitsgründen nicht teilnehmen konnten und gute Wünsche zum Gelingen ausgesprochen haben.

Auch den Schülern der 6. und 7. Klasse  der Realschule Bisingen, Christian, Jonas, Arthur, Marvin und Robbin gilt ein ganz besonderer Dank! Sie haben die Lesung der schweren Namen hervorragend gemeistert. Unser Dank gilt auch ihren Eltern, die die Erlaubnis dazu gegeben und ihre Söhne begleitet haben.

Herr Dr, Zekorn hat freundlicher Weise seine Rede für unsere Seite zur Verfügung gestellt – so wird dieser Bericht mit seiner Begrüßung und einem kurzen Rede-Abschnitt beginnen:

Rede anlässlich der Gedenkstunde „65 Jahre KZ-Friedhof Bisingen“ am Sonntag 29. April 2012, 14 Uhr – Dr. Andreas Zekorn, Kreisarchiv Zollernalbkreis

Sehr geehrte Damen und Herren

Es ist ein trauriger und zugleich würdiger Anlass zu dem wir uns heute hier zusammengefunden haben. Auf den Tag genau vor 65 Jahren, am 29. April 1947, wurde hier der KZ Friedhof in Bisingen feierlich eingeweiht, um den Opfern des Unternehmens „Wüste“ in Bisingen eine würdige Ruhestätte zu geben. Ich heiße Sie alle, meine Damen und Herren, recht herzlich zu dieser Gedenkstunde willkommen.

Ich begrüße Herrn Landesrabbiner Netanel Wurmser als Vertreter der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg

Ich begrüße Herrn Pfarrer Ulrich Günther für die evangelische Gemeinde Bisingen und Pater Joachim für die katholische Gemeinde.

Ich begrüße Herrn Bürgermeister Krüger

und ich grüße Frau Hentsch, Frau Grunert und alle Mitglieder des Vereins Gedenkstätten KZ Bisingen sowie die anwesenden Vertreterinnen und Vertreter der Gedenkstätteninitiativen,

Ich begrüße euch, liebe Schülerinnen, Schüler und Lehrende der Realschule Bisingen, die ihr euch heute eingefunden habt und bereit seid, an der Gedenkstunde mitzuwirken.

Und ich grüße Sie alle meine Damen und Herren, die Sie gekommen sind.

Zunächst darf ich Herrn Landrat Günther-Martin Pauli entschuldigen, der wegen einer Terminüberschneidung an der heutigen Gedenkstunde nicht teilnehmen kann. Er hat mich gebeten für den Zollernalbkreis teilzunehmen und lässt seine besten Grüße entrichten. Diesem Wunsch kam ich gerne nach, bin ich dich doch seit dem Beginn meiner Tätigkeit als Kreisarchivar des Zollernalbkreises, seit 1991, mit dem erschütternden Thema Unternehmen Wüste stets eng verbunden.

Ich möchte Ihnen zunächst nochmals kurz die Hintergründe für das Unternehmen Wüste in das Gedächtnis rufen und Ursachen für die Anlage des hiesigen KZ-Friedhofs.

Das Unternehmen „Wüste“ wurde im Juli 1944, in der letzten Kriegsphase, am Fuße der Schwäbischen Alb begründet. Beim Unternehmen „Wüste“ ging es um die Gewinnung von Öl aus Ölschiefer, der sich entlang des Albtraufs findet. Vor allem wegen des geringen Ölgehalts des Schiefers und wegen der technisch nicht ausgereiften Verfahren waren die Versuche zur Ölgewinnung im Grunde erfolglos, die bereits 1943 begannen. Dem Einsatz geschwächter, häufig kaum arbeitsfähiger KZ-Häftlinge als Arbeitskräfte kam dabei letztlich keine entscheidende Bedeutung mehr für den Misserfolg zu.

In Schömberg gewann man, offiziellen (!) Angaben zufolge, im Zeitraum von Dezember 1944 bis März 1945, innerhalb von vier Monaten, aus 26.220 t Schiefer gerade einmal 273 t Öl und 86 l (!) Benzin, d.h. aus 96 t Gestein war eine Tonne kaum verwendbares Öl hergestellt worden. Und das unter immensen Opfern an Menschenleben!

Der gesamte Text (mit diversen Links zum Thema)  kann als pdf.Datei herunter geladen werden: Gedenkstunde_65_Jahre_KZ_Friedhof_Bisingen_publikation

Vorstände von Gedenkinitiativen,  hatten sich auf den Weg nach Bisingen gemacht eine Neuerung, die dem Zusammenschluss von 10 Initiativen zum Gedenkstättenverbund  „Gäu-Neckar-Alb e.V.“ vor genau zwei Jahren zu verdanken ist. Auch Euch, liebe Freunde, sei Dank gesagt.

Frau Rager, Bisingen,  hat für den „Schwarzwälder Bote“ einen sehr guten Bericht geschrieben – per „klick“ vergrößern.

Dr. Andreas Zekorn, Kreisarchivar Zollernalbkreis

Bürgermeister Joachim Krüger, Bisingen

Landesrabbiner Natanael Wurmser, IRGW-Stuttgart

*Anmerkung zum Kaddisch: das Kaddisch-Gebet ist als „Gebet für die Toten“ bekannt. -Genau genommen ist es jedoch ein Gebet, des dem Höchsten  die Ehre gibt und stellvertretend für die Verstorbenen rezitiert wird. An das Kaddisch für die Toten des Holocaust werden  die Namen von Todeslagern hinzugefügt: Auschwitz, Lodz, Ponar, Babi Yar, Maidanek, Birkenau, Kovna, Janowska. Es ist wohl die Nennung der Namen, die den Zuhörer tief  bewegt und wie auch an diesem Sonntag, so manchen das Taschentuch hervorholen ließ!

Pater Joachim und Pfarrer Günther, Bisingen

Vorstand Gedenkstätten KZ Bisingen e.V. und Schüler der Realschule Bisingen

Web-Adresse des Dachverbands „Gäu-Neckar Alb e.V.“ – neu!!!:
Gedenkstättenverbund Gäu-Nckar e.V.
Alle Fotos Hentsch/Wöhr

Ehemalige Israel-Volontäre in Bisingen und Hechingen

Samstag, 03. März 2012: Jedes Jahr treffen sich Ende Februar/Anfang März In Maisenbach/Bad Liebenzell ehemalige Volontäre des „Liebeswerk Israel“, das im Norden Israels ein Gästehaus für 44 und ein Pflegeheim für 24 Shoa-Überlebende unterhält. Beide Häuser werden durch Spenden aus Deutschland getragen und bestehen seit. In jedem Jahr werden jeweils am Samstag Gedenkstätten und andere themenbezogene Orte besucht. In diesem Jahr stand nach Anfrage aus Israel ein Besuch der „Gedenkstätten KZ Bisingen“ und die „Alte Synagoge“ in Hechingen auf dem Programm.

Die beiden Häuser in Shavei Zion und Ma’alot bestehen seit 43  (von Nahariyya nach Shavei Zion) und seit 29 Jahren (Ma’alot). Das Gästehaus-Betrib begann „in kleinem Maßstab“ mit neun  Zimmern 1960 in Nahariyya, etwa 5 km nördlich von Shavei Zion. Die Vorsitzende des Vereins Gedenkstätten KZ Bisingen  hat 1 1/2 Jahre (06/1999 – 12/2000) im Büro des Gästehauses volontiert.

Da es nicht möglich war, die Ausstellung im Heimatmuseum zu besuchen – trafen wir uns auf dem KZ-Friedhof. Das herrliche Wetter machte es möglich, dass die 15 Teilnehmer zählende Gruppe auf den Stufen des großen Kreuzes sitzen konnte. Anhand von zusammengestellten Bildmaterial hörten die jungen Leute vom Unternehmen „Wüste“allgemein und vom „Wüstewerk“ II – Bisingen, die Massengräber, Exhumierungen und „Einweihung“ des KZ-Friedhof vor 65 Jahren im Besonderen. Die Betroffenheit war spürbar – das eine oder andere Taschentuch wurde aus der Tasche geholt!

Dass ein Überlebender des KZ Bisingen im Oktober 2002 im Gästehaus in Shavei Zion „entdeckt“ wurde, Shalom Stamberg,aus Haifa, und dieser drei Mal in Bisingen als Zeitzeuge besucht hatte, stellte einen besonderen Überraschungseffekt dar.

Es gab Informationen zu den fünf Gedenksteinen und -tafeln, ein Gang über den Geschichtslehrpfad musste aus Zeitgründen ausfallen.

Mit etwas Verspätung trafen wir in der „Alten Synagoge“ in Hechingen ein,  wo Frau Werner geduldig auf uns gewartet hatte. Den Erklärungen Frau Werners zu zuhören ist immer wieder ein Gewinn. Wie sie die Teilnehmer einer Gruppe mit einbezieht  ist unübertroffen – zumal sie auch die eine oder andere jüdische Anekdote zum Besten geben kann. Letztendlich waren doch alle in der Gruppe überrascht, welch vielfältige Symbolik sich in Hechingens wunderschöner Synagoge verbirgt.

Die Zeit reicht noch für einen kurzen Blick in die Ausstellung in der oberen Etage der Synagoge. Die kleine Gruppe verabschiedete sich mit herzlichem mit Dank für den interessanten und gehaltvollen Nachmittag in Bisingen und Hechingen.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort – zum Wasserrohrbruch im Heimatmuseum Bisingen

Mittwochvormittag, 15. Februar 2012: um 13:30h wollten sich die Museumskuratorin  der Gemeinde Bisingen, Hanne Grunert und die Vorsitzende des Vereins Gedenkstätten KZ Bisingen, Uta Hentsch,  im Rathaus Bisingen treffen um gemeinsam einen Förderantrag auszufüllen.

Da dieser Antrag noch im Büro/Archiv des Heimatmuseums lag, ging Hanne Grunert am Vormittag los um ihn zu holen und wurde der bis dahin unbeobachteten „Springflut“ aus dem Waschbecken der obere Etage gewahr. Sie hatte bereits den unteren Ausstellungsraum und die Küche „bewässert“! Per Anruf waren sehr schnell die entsprechenden Helfer der Gemeinde Bisingen zur Stelle – und einige Fotos zeigen z.B. den Wasserstand im Heizungskeller, Bereich Öltanks 10 cm +!. Weitere Details können in den beiden Zeitungsberichten nachgelesen werden. Durch die Nässe im gesamten Gebäude und die durch díe aufgedrehten Heizungen zwecks besserer Trocknung herrscht im Haus eine subtropische Atmosphäre, begleitet von nicht angenehmen „Modergeruch“.

Diese Aufnahme entstand am Sonntag, 19.02. – mir beschlug ständig die Linse  und so erkennt man sehr gut 1. den Feuchtigskeitszustand und 2. die Wölbung der Küchendecke nach unten. Küchendecke  und eine Wand der Küche müssen wohl bis zur Küchenzeile hin vollständig erneuert werden. Alle technischen Geräte im unteren Raum und Ausstellungsobjekte sind unversehrt geblieben – das ist für uns alle ein Glücksfall. Am Freitag, 24. Februar 2012 waren am Vormittag noch ein die Trockenfirma und Versicherung vor Ort – Ergebnisse sind dem vereins-Vorstand zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt.

Das Heimatmuseum wird auf jeden Fall für längere Zeit geschlossen bleiben – die Zeit der völligen Trocknung der Räume benötigt etwa 4 – 6 Wochen – erst dann können die notwendigen Reparatur-/Renovierungsarbeiten  durchgeführt werden. Bürgermeister Krüger hat zugesichert, dass er „ein Auge darauf halten wird“.

Der Vorstand des Vereins „Gedenkstätten KZ Bisingen“ dankt an dieser Stelle allen Helfern der Gemeinde Bisingen für ihren schnellen Einsatz am Tag des Geschehens sehr herzlich.

Mittwoch 29. Februar 2012 – in der Hohenzollerischen Zeitung ist im Zusammenhang mit einem Wasserschaden in Thanheim zu lesen, dass der Schaden im Heimatmuseum auf rund 10.000 Euro liegt.

Unterer Ausstellungsraum aktuell am 23.02.2012

„Einblicke“ am Sonntag, 04. März 2012 Raumtrockner in der Küche und unterem (3 kleine ein großes Bild unten) Raum arbeiten rund um die Uhr – die Raumluft lädt nicht zum „Langeverweilen“ ein.  In der Küche wird das Fachwerk des alten Gebäudes sichtbar – und ein kleines rotes Herz lässt die Besucherin schmunzeln :-)!