Über das „Redende Schweigen“ – Johannes Czwalina im Museum Bisingen

17. April 2015 Johannes Czwalina im Museum Bisingen -317. Aproöl 2015 Johannes Czwalina im Musuem Bisingen -1Es war leider nur eine sehr kleine Besuchergruppe, die am Freitagabend, dem 17. April 2015 den Weg in Museum Bisingen fand, um Johannes Czwalin, Riehen/Schweiz und seinem Thema: „Das Schweigen redet – Wann vergeht diese Vergangenheit“, zu zuhören. Wie in Gesprächen mit Besuchern nach Abschluss des offiziellen Teils heraus zu hören war bestand Einstimmigkeit: es war ein hervorragender und wichtiger Abend und jeder der Anwesenden war froh darüber Johannes Czawlina kennengelernt und gehört zu haben.

Franziska Blum hat einen Bericht für die Lokal-Presse geschrieben, den sie an mich für unsere Seite weitergeleitet hat- danke dafür, liebe Franziska:

Johannes Czwalina spricht im Museum Bisingen
über das „Redende Schweigen“

„Das Schweigen redet“ heißt das Buch, über das der Autor Johannes Czwalina am vergangenen Freitag im Museum Bisingen sprach – die Landeszentrale für politische Bildung unterstützte diese Veranstaltung.

17. April 2015 Johannes Czwalina im Museum Bisingen -2Vor einem sehr interessierten Publikum erläuterte Czwalina die verpasste Vergangenheitsbewältigung der Generation des Dritten Reiches. In jahrelangen Gesprächen mit Opfern und Tätern des NS-Regimes sowie deren Nachfahren machte der Theologe und heute als Unternehmensberater tätige Czwalina die Beobachtung, dass nach jahrzehntelangem Schweigen über die NS-Vergangenheit die Belastungen in den nachfolgenden Generationen durchbrechen.

© 2013 ISBN 978-3-86506-462-2

© 2013
ISBN 978-3-86506-462-2

In den 1970er-Jahren zeigten sich diese in der Wut der RAF-Terroristen auf das Schweigen der Elterngeneration, die die Kinder der Täter und Mitläufer selbst zu Tätern werden ließ. Auch die Ursache für die heutige NS-verherrlichende Neonaziszene sieht Czwalina in einer mangelnden Aufarbeitung der Geschichte. „Schweigen ist kein Weg. Die Vergangenheit holt uns irgendwann ein, wenn sie nicht bearbeitet wird“, so der Autor.


17. April 2015 Johannes Czwalina im Museum BisingenAls ein Pionier für Versöhnungsinitiativen in Deutschland stellte Czwalina Albrecht Fürst zu Castell-Castell vor. Der fränkische Unternehmer rief anlässlich des 50. Jahrestages des Kriegsendes 1985 die sogenannten „Versöhnungswege“ ins Leben. Etwa 700 Christen reisten in die Länder, mit denen Deutschland Krieg geführt hatte. Dort stellten sie die Frage: „Könnt ihr uns vergeben?“ Diese Vertreter der Nachfolgegeneration brachten den Menschen ihre tiefe Betroffenheit über die Taten ihrer Eltern zum Ausdruck, wobei sich ergreifende Versöhnungsszenen ereigneten.

Czwalina selbst eröffnete 2011 in seinem schweizerischen Wohnort Riehen bei Basel eine private Gedenkstätte, die an das Schicksal der 35.0000 jüdischen Flüchtlinge während des Zweiten Weltkrieges an der Schweizer Grenze erinnert. Die Schweiz, die mit dem Deutschen Reich kollaborierte, lieferte Unzählige von ihnen wieder an das Deutsche Reich aus, was Deportation, KZ und für die meisten den sicheren Tod bedeutete. Czwalina berichtet wie er Widerstände und Entsetzen über seine Gedenkstätte erfährt. Bei der Frage einer Zuhörerin, ob er aufgrund der Schwierigkeiten nicht schon manchmal aufgeben wollte, antwortete er: „Viele machen mir auch Mut. Und Erfolg ist nicht daran zu messen, ob eine Sache gelingt oder nicht gelingt, sondern, ob sie richtig ist.“

Fotos: U. Hentsch

HoZoZei 15. April 2015  Jojannes CzwalinaHoZoZei 23. April 2015

70 Jahre nach Auflösung des KZ Hessental – ein Nachtrag

4.4. 2015 Idit Gil in HessentalAm 5. April 2015 nahm die Vorsitzende der Vereins „Gedenkstätten KZ Bisingen“ an der Gedenkfeier „70 Jahre nach Auflösung der Konzentrationslagers Hessental“ teil. Die Gedenkstätte, unmittelbar an den Bahngleisen des Bahnhofs Hessental/Schwäbisch Hall gelegen wurde im April 2001 eröffnet und beeindruckt durch ihr Stelenfeld mit Namen der Häftlinge, mit großen Einzeltafeln mit Häftlings- und Täterbiografin und einem Reichsbahngüterwaggon in dem sich eine Dokumentation über den Hessentaler Todesmarsch befindet.

Den Lebenden zur Mahnung. Vom 15, Oktober 1944 buis zum 5. April 1945 bestand hier das KZ-Kommando Hessental. Von 747 Häftlingen kamen mindestens 182 Juden ums Leben

Den Lebenden zur Mahnung. Vom 15, Oktober 1944 buis zum 5. April 1945 bestand hier das KZ-Kommando Hessental. Von 747 Häftlingen kamen mindestens 182 Juden ums Leben

An einer Stützmauer unterhalb des ehemaligen Kz-Geländes wurde 1981 eine Gedenkschrift durch den Verein „Friedenswoche Schwäbisch Hall“ angebracht. Von der Gedenkveranstaltung hatte ich im März 2015  in Bad Urach auf der Jahrestagung der LAGG erfahren – und den ausschlaggebenden Anlass nach Hessental zu fahren war die Gastrednerin aus Tel Aviv, Dr. Idit Gil, die ja im Oktober 2007 mit ihrem Vater Chaim Gil auf dem KZ-Friedhof Bisingen eine Gedenktafel für den Bruder von Chaim Gil aufgestellt hatten (siehe Link unten).

Das Trio

Das Trio „Alakart“ – von li nach re
Lars Rinas, Kontarbaß – Albrecht Kuder, Akkordeon – Armin Rager, Klarinette

Das Trio

Das Trio „Alakart“

Etwa 100+ Besucher nahmen an der Gedenkfeier teil, die von der Gruppe „Alakart“ mit Klezmermusik sehr sensibel und authentisch musikalisch umrahmt wurde. Ihr starker Vortrag des bekannten „Unser Stedtele brennt“ wird vielen Besuchern sicher in besonderer Erinnerung bleiben. Gedenkstätte KZ Hessental 5. April 2015Die 200 Namenstafeln wurden ab Oktober 2014 – an den Stelen angebracht – Manfred Krey, ehrenamtlicher Mitarbeiter hat für die Erforschung der Namen die maßgebliche Forschungsarbeit geleistet, durch viele Besuche des „Internationalen Dokumentationszentrum Arolsen“

Dr. Idit Gil, Tel Aviv

Dr. Idit Gil, Tel Aviv

Dr. Idit Gil, Tel Aviv

Dr. Idit Gil, Tel Aviv

Dr. Idit Gil, Open University Israel,  hielt die Gedenkrede – für ihre Studien wurde sie mehrfach ausgezeichnet – siehe dazu auch im Bild oben. Idit Gil hat mir Ihre Gedenkrede überlassen, die hier abrufbar ist: Gedenkrede Dr. Idi Gil Tel Aviv am 5. April 2015 in Hessental

Presse vom 6. April 2015:  Ineffizient und tödlich: Gedenkfeier 70 Jahre nach Auflösung des KZ-Außenlagers Hessental – mit einer Bilder-Galerie

Alle Fotos U. Hentsch – sie mögen einen kleinen Eindruck über diesen Gedenktag in Hessental wiedergeben.

Blick auf das Gelände

Blick auf das Gelände

Ein ehemaliger Reichsbahn-Güterwaggon

Ein ehemaliger Reichsbahn-Güterwaggon

Information zu den Todesmärschen Reichsbahn-Güterwaggon

Information zu den Todesmärschen imReichsbahn-Güterwaggon

Dr. Idit Gil - Manfred Krey, ehrenamtlicher Mitarbeiter - U. Hentsch, Bisingen

Dr. Idit Gil – Manfred Krey, ehrenamtlicher Mitarbeiter – U. Hentsch, Bisingen

Dr. Idit Gil im Gespräch mit Folker Förtsch, Historiker und Leiter des Stadtarchivs Crailsheim

Dr. Idit Gil im Gespräch mit Folker Förtsch, Historiker und Leiter des Stadtarchivs Crailsheim

Blick aus dem Reichsbahn-Güterwagen auf das Stelenfeld

Blick aus dem Reichsbahn-Güterwagen auf das Stelenfeld

200 Namensschilder wurden ab Oktober 2014 an den Stelen angebracht

200 Namensschilder wurden ab Oktober 2014 an den Stelen angebracht

Gedenkstätte KZ Hessental 5. April 2015 Stelenfeld Detail 1 Stelenfeld

Moszek Wassermann, 19 Jahre alt

Moszek Wassermann, 19 Jahre alt

Gedenkstätte KZ Hessental 5. April 2015 - Szmul HellerGedenkstätte KZ Hessental 5. April 2015 Josef GruGedenkstätte KZ Hessental 5. April 2015 Wolf KirszenbaumGedenkstätte KZ Hessental 5. April 2015 Majer HautmanGedenkstätte KZ Hessental 5. April 2015 Rafael Perel Link zur Gedenkstätte Schwäbisch Hall – Hessental Link zum Besuch von Idit Gil mit Ihrem Vater Chaim Gil in Bisingen im Oktober 2015: Besuch aus Tel Aviv mit einer neuen Gedenktafel für den KZ-Friedhof Bisingen

Ausstellungseröffnung „FREIHEIT – SO NAH SO FERN“ am 10. April 2015

Am Freitag, dem 10. April 2015 wurde aus Anlass des 70. Jahrestag der Auflösung des Konzentrationslagers Natzweiler links und rechtes des Rheins in der Hohenzollernhalle Bisingen die Ausstellung: „BIENTOT LA LIBERTE NOUS REVIENDRA – FREIHEIT – SO NAH, SO FERN“ eröffnet.

Gut fünfzig am Thema interessierte Besucher nahmen am Eröffnungsabend teil und sprachen später während eines kleinen Stehempfangs über „eine außerordentlich gute Eröffnungsveranstaltung“. Die letzten Besucher verließen die Hohenzollernhalle gegen 22.30 Uhr – ein gutes Zeichen für viele gute Begegnungen und Gespräche.

Bürgermeister Waizenegger, Bisingen

Bürgermeister Waizenegger, Bisingen

Das Grußwort von Bürgermeister Waizenegger, Bisingen, zu Beginn des Abends liegt leider nicht vor – nachfolgend das Grußwort der Vorsitzenden des Vereins „Gedenkstätten KZ Bisingen“ – Grußwort – Hentsch – am 10. April 2015 

Das Natzweiler LiedDas „Natzweiler Lied“ enthält den französischen Titel der Ausstellung: „Bientot La Liberte Nous Reviendra“ – mehr dazu im Grußwort von Uta Hentsch

Freiheit - So Nah, So Fern - Gedenkstätten KZ Bisingen e.V.  Kreisarchivar Dr. Andreas Zekorn-Balingen← Die Rede von Kreisarchivar Dr. Andreas Zekorn, Zollernalbkreis -Balingen, enthielt Teile aus seinem Beitrag für die Gedenkstätten-Rundscshau, Nr. 14 / März 2015 „Ende mit Schrecken…“. Hier in der pdf.Datei finden Sie den gesamten Beitrag: Ende mit Schrecken – Die Räumung der Lager des Unternehmens %22Wüste%22 im April 1945

Sr. Silvia Pauli, Riehen(Schweiz

Sr. Silvia Pauli, Riehen(Schweiz

Zwei getanzte Beiträge von 

Sr. Silvia Pauli und Stephan Brit, beide Riehen/Schweiz

Sr. Silvia Pauli, Enkelin von Johannes Pauli, Lagerführer des KZ Bisingen,  in Begleitung von Stephan Brit, Klarinette .

Sr. Silvia Pauli, Enkelin von Johannes Pauli, Lagerführer des KZ Bisingen,  in der Begleitung von Stephan Brit, Klarinette – beide aus Riehen in der Schweiz, gaben dem Abend einen sehr besonders bewegenden Eindruck zum Thema Aufarbeitung der eigenen Familiengeschichte.

Nachfolgend verschiedene Bilder zur Austellung (per „Klick“ vergrößern) – Fotos: Uta Hentsch

Abholung der Rollups in Mannheim - "es passt mal gerade eben so"

Abholung der Rollups in Mannheim – „es passt mal gerade eben so“

Aufbau der Ausstellung am 9. April 2015

Aufbau der Ausstellung am 9. April 2015

Aufbau der Ausstellung am 9. April 2015

Aufbau der Ausstellung am 9. April 2015

Im Foyer der Hohenzollernhalle Bisingen

Im Foyer der Hohenzollernhalle Bisingen

Bürgermeister Waizenegger, Bisingen - Dr. Andreas Zekorn, Kreisarchivar Zollernalbkreis,  - Balingen - Sr. Silvia Pauli - Dieter Grupp, Vorstand - Joachim Krüger, vormals Bürgermeister in Bisingen

Bürgermeister Waizenegger, Bisingen – Dr. Andreas Zekorn, Kreisarchivar Zollernalbkreis, Balingen – Sr. Silvia Pauli – Dieter Grupp, Vorstand – Joachim Krüger, vormals Bürgermeister in Bisingen

Gäste beim Stehempfang

Gäste beim Stehempfang

Dr. Zekorn - Dr. Idit Gil, Bürgermeister Waizenegger - Hanne GrunertTel Aviv -

Dr. Zekorn – Dr. Idit Gil, Bürgermeister Waizenegger – Hanne Grunert

Dieter Grupp und Bürgermeister Waizenegger

Dieter Grupp und Bürgermeister Waizenegger

Uta Hentsch, Sr. Silvia Pauli und Dr. Idit Gil

Uta Hentsch, Sr. Silvia Pauli und Dr. Idit Gil

Mitglieder unseres Vereins im Gespräch

Mitglieder unseres Vereins im Gespräch

Dr. Franziska Blum, Heinz Högerle, Dr. Deigendesch und Sr. Silvia Pauli im Gespräch

Dr. Franziska Blum, Heinz Högerle, Dr. Deigendesch und Sr. Silvia Pauli im Gespräch

Dr. Idit Gil, Hanne Grunert und Dr. Zekorn im Gespräch

Dr. Idit Gil, Hanne Grunert und Dr. Zekorn im Gespräch

Sr. Silvia Pauli und Dr. Idit Gil

Sr. Silvia Pauli und Dr. Idit Gil

HoZoZei 13. April 2015SchwaBo 13. April 2015

FREIHEIT – SO NAH, SO FERN – Eröffnung der Ausstellung in Bisingen – und Vortrag: „Das Schweigen redet“

Herzliche Einladung des Vereins Gedenkstätten KZ Bisingen zu zwei Veranstaltungen im April: SO NAH - SO FERN - Plakat70 Jahre nach dem Ende der nationalistischen Konzentrationslager präsentieren Gedenkstätten in Frankreich und Baden-Württemberg als Gemeinschaftsprojekt eine Ausstellung zum doppelten Ende des Konzentrationslagers Natzweiler – rechts und links des Rheins  Der Verein „Gedenkstätten KZ Bisingen“ war in die Vorbereitungen für das Projekt, das vom französich-deutschen Ausstellungsteam, Frederique Neau-Dufour, Leiterein der CERD/Gedenkstätte Natzweiler-Struthof und Dorothee Roos, Vorsitzende der KZ-Gedenkstätte Neckarelz, ab Sommer 2013 eingebunden. Es war uns ein Anliegen diese großartige Ausstellung zu dem Termin, als die „Wüste“-Lager“ im April 1945 aufgelöst wurden, nach Bisingen zu bringen.

Programmablauf zur Eröffnung:

Begrüßung durch Roman Waizenegger, Bürgermeister Bisingen

Begrüßung durch die Vorsitzende des Vereins Gedenkstätten KZ Bisingen

Beitrag von Sr. Silvia Pauli und Stephan Britt, Klarinette 

Vortrag zum Thema: Dr. Andreas Zekorn, Kreisarchivar, Balingen

– Beitrag von Sr. Silvia Pauli und Stephan Britt, Klarinette

Ein Wort zum Abschluss: Dieter Grupp, im Vorstand des Vereins Gedenkstätten KZ Bisingen 

Wir danken der Gemeinde Bisingen für die großzügige, umfassende Unterstützung in den Vorbereitungen für die Ausstellung und die Übernahme der Versicherung. Unser Dank geht auch an die Landeszentrale für Politische Bildung, Abteilung „Gedenkstättenarbeit“ für die Bereitstellung des Ausstellungskatalogs, der Pressemappe und der Flyer und für alle optimale Unterstützung bei Nachfragen. Freiheit - So Nah, So Fern

Link: Centre Européen du Résistant Déporté Link: KZ-Gedenkstätte Neckarelz

Link: LpB-Stuttgart – Gedenkstättenarbeit ← per Klick vergrößern 

Link zur Presse des Schwarzwälder Bote: Das doppelte Ende des Lagers Natzweiler HoZoZei 2 Kopie Plakat 17. April 2015 - Joh

Zum Freitag, dem 17. April 2015 laden wir herzlich zu einem Vortrag mit dem Referenten Johanne Czwalina, Riehen. Schweiz ein. Link zur Gedenkstätte Riehen: Gedenkstätte Riehen 

Zum Referenten Johannes Czwalina

Der ehemalige kleine Bahnhof Riehen, Schweiz, unmittelbar an der Grenze zu Deutschland gelegen ist seit Februar 2012 eine „Gedenkstätte für Flüchtlinge“ –  und eröffnet seinen Besuchern eine wahrlich erstaunliche und traurige Geschichte gleichermaßen. Zu verdanken ist die Entstehung der Gedenkstätte Johannes Czwalina, gebürtig in Berlin, Dipl. Theologe, Berater, Referent und Auto. Seit 1973 lebt er in der Schweiz und ist seit Mitte der 80er SchweizerStaatsbürger zu verdanken. Er hatte vor einigen Jahren das leer stehende Bahnhofgebäude von der Deutschen Bundesbahn gekauft mit dem Gedanken, ein kleines Gästehaus darin einzurichten. Dann erfuhr Czwalina in Riehen, dass an dieser Station unter dem Nazi-Regime jüdische Menschen, die aus Deutschland, die in die Schweiz fliehen wollten nach Deutschland zurück transportiert und der Vernichtung zugeführt wurden.

Czwalina, der selbst in Berlin in einem Haus, deren ehemalige jüdische Besitzer im KZ ermordet wurden, aufgewachsen war, war entsetzt. Es war ihm klar, dass er an diesem Ort kein „nettes“ Gästehaus eröffnen könnte – und der Gedanke für eine Gedenkstätte ließ ihn nicht mehr los. Czwalina widersetzte sich aller Schwierigkeiten, die sich seinem Vorhaben in den Weg stellten – er ging den Weg, sein Vorhaben ohne „wenn und aber“ zu realisieren. Der Besuch von Sr. Silvia Pauli in Bisingen anlässlich des 10jährige Bestehen des Vereins „Gedenkstätten KZ Bisingen“ im November 2013 und anschließende, persönliche Gespräche ebneten den Weg zu einem persönlichen Kennenlernen Czwalinas und seiner Gedenkstätte in Riehen im Frühsommer 2014

2013 erschien sein Buch: Das Schweigen redet – Wann vergeht diese Vergangenheit? In einer Vorbemerkung zum Buch schreibt Czwalina: „Seit meiner Kindheit zieht sich eine Spur der Trauer durch mein Leben. Die ich nicht loswerde. Sie setzte ein, als ich erfuhr, dass in dem schönen Haus meiner Jugendjahre zuvor Juden gewohnt hatten, die ihr Leben im Holocaust verloren haben, und sie war auch gegenwärtig beim Schreiben dieses Buches.“ Und in einem Geleitwort schreibt Albrecht Fürst zu Castell-Castell: „In sorgfältiger, gründlicher Weise hat Czwalina beschrieben, welche Auswirkungen das Schweigen – ich will es zwanghaftes Verschweigen nennen – auf das ganze Leben eines Menschen hat.“

Besuch der Ausstellung: Fastnacht der Hölle – Der Erste Weltkrieg und die Sinne

Fastnacht der HölleBeschreibung zur Ausstellung aus dem Internet:

Der Erste Weltkrieg sprengte alle Maßstäbe der Wahrnehmung: Mit infernalischem Lärm von Explosionen und Geschützfeuer an der Front. Mit Kampfgas, das in Mund und Nase kroch. Mit Gerüchen von Verwesung und Exkrementen in den Schützengräben. Mit unermesslichem körperlichen und seelischen Leid. Mit Hungersnöten in der Heimat. Aber auch mit neuen technischen Möglichkeiten wie der Luftaufklärung oder der massenhaften Verbreitung der Fotografie. Propaganda manipulierte zudem die Wahrnehmung durch Auge und Ohr. „Fastnacht der Hölle“ führt den Ersten Weltkrieg vor Augen, bringt den Krieg zu Ohren, macht ihn fühlbar, veranschaulicht seinen Geschmack und Geruch.

Bericht von Franziska Blum über den Besuch der Ausstellung

Unsere kleine Gruppe mit Museumsführer Holtbrügge - re im Bild

Unsere kleine Gruppe mit Museumsführer Holtbrügge – re im Bild

Am Samstag, 28. Februar 2015, machte der Verein Gedenkstätten KZ Bisingen e.V. eine Exkursion ins Haus der Geschichte in Stuttgart. Museumsführer Heiner Holtbrügge führte die kleine Gruppe in einem überaus interessant gestalteten Rundgang durch die Ausstellung „Fastnacht der Hölle – der Erste Weltkrieg und die Sinne“. Dabei ging es weniger um die harten Daten des Krieges, als vielmehr um die veränderte Kriegführung und deren Auswirkung auf die menschlichen Eindrücke. An Sinnesstationen konnten die Besucher Kriegseindrücke nachempfinden – etwa den Gestank im Schützengraben oder den Lärm von Explosionen und Geschützfeuer an der Front. In drei großen Themenblöcken veranschaulichte die Ausstellung die Erfahrungen der Menschen an der Front, der Etappe und in der Heimat. Grundlagen für die Gestaltung bildeten eine Unzahl an Feldpostbriefen und Gegenständen, die das Thema auf einer teilweise sehr persönlichen Ebene vor Augen führte. Auch die Nachwirkungen des Krieges waren Thema: die große Anzahl von Kriegsversehrten, die Elektroschocktherapien und Prothesen erhielten, fanden nur schwer zurück ein normales Leben. Das Schicksal von Theodor Hinsberg macht auf brutale Weise deutlich, wie mit Veteranen umgegangen wurde. Nach einer Verschüttung in Verdun und mehrfachen Verwundungen wurde er 1917 wegen „neurasthenischer Symptome“ in das Reservelazarett der Psychiatrie Freiburg eingeliefert. Da sein Arzt keine Verbindung zwischen dem Kriegsdienst und dem Ausbruch der Erkrankung sah, erhielt er keine Rente. Die folgenden 23 Jahre verbrachte Hinsberg ununterbrochen in psychiatrischen Anstalten. Am 8. Juli 1940 wurde er im Rahmen der T-4-Aktion in Grafeneck ermordet. Dieses Schicksal traf etwa 5.000 Weltkriegsveteranen.

 

Fastnacht der Hölle” – Ausflug ins Haus der Geschichte am 28. Februar 2015

Siehe bitte auch Vorankündigung zum April 2015 – Bild unten – mehr dazu dann ab Ende März unter „Veranstaltungen“Fastnacht der Hölle Samstag, 28 Februar 2015 Wir fahren ins Haus der Geschichte zur Ausstellung “Fastnacht der Hölle – der Weltkrieg und die Sinne”. – siehe Link unten Abfahrt: 8.50 Uhr Treffpunkt um 8.30Uhr am Bahnhof Bisingen sein – Kauf von Metropol – Tickets Rückfahrt: 13.22 Uhr Bisingen: 15.07 Uhr

Link: Fastnacht der Hölle – Der Erste Weltkrieg und die Sinne
SO NAH - SO FERN - Plakat

Das doppelte Ende des K.L. Natzweiler – Ausstellungseröffnung in der KZ Gedenkstätte Neckarelz

SO NAH - SO FERN - PlakatDie deutsch-französische Ausstellung: „Bientot La Liberte Nous Reviendra/Freiheit so Nah – so Fern“ wird am Freitag, 10. April 2015  im Foyer der Hohenzollernhalle Bisingen eröffnet und ist bis zum Mittwoch, 29. April 2015 zu besichtigen Weitere Einzelheiten werden noch unter „Veranstaltungen“ ab 20. März 2015 bekannt gegeben.

Die Vorsitzende des Vereins „Gedenkstätten KZ Bisingen“ besuchte die Eröffnung der Ausstellung am 1. Februar 2015 in der „KZ Gedenkstätte Neckarelz“, so ist es möglich an dieser Stelle erste Eindrücke über das ausgezeichnete Ergebnis der Zusammenarbeit mit Dorothee Roos, 1. Vorsitzende des Vereins KZ Gedenkstätten Neckarelz e.V. und Frederiqe Neau-Dufour, Leiterin des „Centre Europeen du Resistant Deporte“ und der Gedenkstätte am Ort des ehemaligen KZ Natzweiler, mit einigen Bildern und einem Pressebericht vor zustellen. 

Link: Rhein-Neckar-Zeitung am 2. Februar 2015 Gedenkstätte Neckarelz: Einer „doppelten Befreiung“ gedacht

Bilder 1 – 6  Bilder zur zur Eröffnung und Ausstellung: „Bientot La Liberte Nous Reviendra/Freiheit so Nah – so Fern“ / Bilder 7 -13 zur KZ Gedenkstätte Neckarelz / Fotos: U. Hentsch

Eröffnung der deutsch-französichen Ausstellung Programm

Eröffnung der deutsch-französichen Ausstellung Programm

Das "Natzweiler-Lied" dem auch der französische Titel der Ausstellung zugeordnet ist

Das „Natzweiler-Lied“ dem auch der französische Titel der Ausstellung zugeordnet ist

Dorothee Roos und Arno Huth, Preisträger des 3. Landespreises für seine Forschungsarbeit für Heimatforschung für seine Forschungsarbeit "Das doppelte Ende des KL Natzweiler auf beiden Seiten des Rheins"

Dorothee Roos und Arno Huth, Preisträger des 33. Landespreises für Heimatforschung für seine Forschungsarbeit „Das doppelte Ende des KL Natzweiler auf beiden Seiten des Rheins“

Rundgang durch die Ausstellung

Rundgang durch die Ausstellung

Isak Wasserstein - Überlebender des KZ Bisingen

Isak Wasserstein – Überlebender des KZ Bisingen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die KZ-Gedenksätte Neckarelz

Die KZ-Gedenksätte Neckarelz

Die KZ-Lager rechts und links des Rheins

Die KZ-Lager rechts und links des Rheins

Die Außenlager Detail

Die Außenlager Detail

Ausstellungsraum

Ausstellungsraum

Eine ehemalige  "Kranken"-Baracke

Eine ehemalige „Kranken“-Baracke

Text zur ehemaligen "Kranken"-Barcke

Text zur ehemaligen „Kranken“-Barcke

Blick in die ehemalige "Kranken"-Baracke

Blick in die ehemalige „Kranken“-Baracke

 

 

 

 


 

„ICH KLAGE AN“ – Veranstaltung am 27. Januar 2015

Der 70. Jahrestag der Befreiung des KZ-Auschwitz durch die Rote Armee am 27. Januar 1945 – vom Bundespräsidenten a.D., Roman Herzog, 1996 zum „Nationalen Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus“ ausgewiesen, war auch in diesem Jahr für den Verein Gednkstätten KZ Bisingen Anlass für die erste öffentliche Veranstaltung im Kalenderjahr 2015.

Es soll hier jedoch auch daran erinnert werden, dass die UNO den 27. Januar am 1. November 2005 zum „Internationalen Holocaust-Gedenktag ausgerufen hat!

Zum 27. Januar hatte der Verein „Gedenkstätten KZ Bisingen“ zum nationalsozialistischen Propagandafilm „Ich Klage An“, der am 29. August 1941 uraufgeführt wurde, ins Museum Bisingen eingeladen.

27.1.2015 Dieter Grupp - Museum Gedenktsätten KZ BisingenNeben Dieter Grupp, der die Einführung zum Film gab, 27.1. 2015 Museum Gedenkstätten KZ BisingenDr. Kleinbach, der die anschließende Gesprächsrunde leitete,  der Vorsitzenden des Vereins und Franziska Blum, Gemeinde Bisingen und kooptiertes Mitglied unseres Vereins hatten sich 53 am Thema interessierte Besucher 21. 1. 2015  Museum Gedenkstätten KZ Bisingen - Gesprächsrunde nach dem Filmeingefunden – der kleine Begegnungsraum des Museum war mehr als sehr gut gefüllt.

Der Verlauf des Abends kann nachfolgend unter hinzugefügten Presseberichten nachgelesen werden.  – Fotos: U. Hentsch

Schwarzwälder Bote 29. Januar 2015 „Harmloser Bilder, gefährlicher Inhalt“

HoZoZeo Dienstag, 3. Februar 2015

27. Januar 2015 – Schülerinnen und Schüler der Bisinger Schulen im Gedenken an die Befreiung des KZ Auschwitz vor 70 Jahren

Museum Bsingen 27. Januar 2015 -1„Einen Schlussstrich darf und kann man einfach nie darunter ziehen“

Zum siebten Mal fand eine Gedenkstunde mit Schülern der Grund-und Werkrealschule Bisingen statt. 52 Schülerinnen und Schüler der Klassen 9a/b und 10 trafen sich mich am Vormittag des 27. Januar 2015 mit ihrer Schulleiterin Andrea Jetter, Konrektor Karl-Heinz Merz und ihren Lehrern Claudia Billet-Barfuß, Rita Haimerl-Severin, Gerhard Frommer und Matthias Steck und der Vorsitzenden des Vereins Gedenkstätten KZ Bisingen, Uta Hentsch, im Museum Bisingen,

Museum Bisingen 27. Januar 2015 1aAnlass der Gedenkstunde war der 70. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz durch die Rote Armee. Imam Usak und Jana Zumpf, beide aus der Klasse 10, entzündeten nach der Begrüßung sechs kleine Kerzen als Symbol für 6 Millionen ermordeter Juden und eine große Kerze als Symbol für zig- und hunderttausende Ermordete, die nach Sicht der Nationalsozialisten „minderwertige“ Menschen waren bzw. als ‚Gegner des Nazi-Regimes’ galten. Allein die Gruppe der Szinti und Roma betrug 500.000 Opfer.

Uta Hentsch gab eine Einführung zur Thematik und erklärte die Begriffe „Holocaust“ – allgemein gültige Bezeichnung – und „Shoa“, die hebräische Bezeichnung, die „große Katastrophe – Vernichtung“ bedeutet, eine Benennung, die weitaus korrekter für den Massenmord an den Juden ist. Sie sprach auch den „Hitler-Amim al Husseini“ (Großmufti von Jerusalem) – Pakt an. Al Husseini hatte nie aufgehört, auf die „Endlösung des Judenproblems“ zu drängen, die 11.000 Europäischen Juden sollten der endgültigen Vernichtung zugeführt werden.

Museum Bisingen 27. Januar 2015 - 4 jpgNach der Einführung traten die Schülerinnen und Schüler selbst in Aktion. Sechs Antikriegslieder wurden vorgetragen, mit jeweiliger Information zur Entstehung und Botschaft der Lieder. Claudia Bilet-Barfuß, Geige, und Konrektor Merz, Gitarre und Mundharmonika gaben die musikalische Begleitung. Im folgenden die Texte zu zwei Liedern:

„Das nächste Lied – „Teach your children“ ist ein Popsong von Crosby, Nash and Young. Wir verstehen dens Titel so, dass die ältere Generation die Jugend wehr wohl über die Vergangenheit aufklären soll, auch wenn es schmerzlich ist. Immer wieder laden die Gemeinde Bisingen und der Verein Gedenkstätten KZ Bisingen Zeitzeugen ein, die aus ihrer Zeit im KZ berichten. Ein Vortrag findet immer vor ca. 100 Schülern statt, die gebannt und neugierig zuhören.“

„Mit dem letzten Lied: „So ist Versöhnung, so muss der wahre Friede sein…“ von Jürgen Wert, wird die Hoffnung auf Versöhnung und Frieden durch Vergeben und Verzeihen ausgesprochen. Der „Verein Gedenkstätten KZ Bisingen“ verhindert durch seine Aktionen, dass die Untaten der Nazis in Vergessenheit geraten und ermutigt dazu, die Versöhnung zu wagen und sich für den Frieden einzusetzen.

Museum Bisingen 27. Januar 2915 -3In einem 24-minütiger Film wurden Ausschnitten über die Auflösung des KZ Auschwitz mit sehr eindrücklichen Bildern und Zeitzeugen-Aussagen gezeigt, dem eine Zeit der Stille folgte. Die Betroffenheit der jungen Leute greifbar war greifbar.

Imam Usak meldete sich als erster zu Wort und es ergab sich daraus ein sehr guter Gesprächsaustausch.

Uta Hentsch las noch einen kurzen Text vor, nachdem eine aktuelle Bertelsmann-Studie herausgefunden hat, dass 65 Prozent der Deutschen unter 40 Jahren einen Schlussstrich unter die Geschichte des Holocaust ziehen wollen. Sie sprach die Hoffnung aus, dass die Anwesenden Schülerinnen und Schüler nicht zu diesen 65 Prozent gehören mögen.

Museum Bisingen 27. Januar 2015 -3Kommentar eines Schülers dazu: „Einen Schlussstrich darf und kann man einfach nie darunter ziehen“. Und Imam sagte: „Ich bedanke mich für eine sehr gute Unterrichtstunde zu einen Thema über das ich noch nicht so viel gehört habe – ja, ich habe heute viel gelernt und bedanke mich noch einmal.“ Eineinhalb Stunden im Gedenken und Geschichtsunterricht aus aktuellem Anlass konnten keinen besseren Abschluss finden, so Claudia Billet-Barfuß und die Vorsitzende. – Fotos: Hentsch  HoZoZei 29_____________________________

SchwaBo 28.1.15

Kirstin, Alex und Kai - 10.Klasse, Realschule Bisingen, lesen Texte, die ihre Lehrerin Doris Bames zum Thema ausgesucht hat.

Kirstin, Alex und Kai – 10.Klasse, Realschule Bisingen, lesen Texte, die ihre Lehrerin Doris Bames zum Thema ausgesucht hat.

Uta Hentsch vom Verein Gedenkstätten KZ Bisingen (rechts) und Lehereon Doris Bames am Gedenktisch in der Pausenhalle der Realschule. Foto: Wahl

Uta Hentsch vom Verein Gedenkstätten KZ Bisingen (rechts) und Lehereon Doris Bames am Gedenktisch in der Pausenhalle der Realschule. Foto: Wahl

Am Dienstag Nachmittag gab es eine Gedenkstunde in der Realschule Bisingen

 

„Ich klage an“ – Veranstaltung aus Anlass des 70. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau

Plakat zum 27, Januar 2015 Museum BisingenAm 27. Januar 2015 um 19 Uhr zeigt der Verein KZ-Gedenkstätten Bisingen e.V. den nationalsozialistischen Propagandafilm „Ich klage an“, der am 29. August 1941 uraufgeführt wurde. Wegen seiner Werbung für Euthanasie zählt dieser Propagandafilm heute in Deutschland zur Gruppe der Vorbehaltsfilme und ist daher nur eingeschränkt zugänglich.

Der Film bildete den Höhepunkt der nationalsozialistischen Euthanasie-Propaganda. Absicht des NS-Regimes war es, sich Menschen, die der „Volksgemeinschaft“ zur Last fielen, insbesondere Menschen mit Behinderung und unheilbar Kranker durch Tötung zu entledigen. Primäre Gründe waren dabei ökonomische „Nützlichkeitserwägungen“. Diese Intentionen werden im Film als humane Sterbehilfe getarnt.