Ein nicht alltäglicher Sonntagvormittag für Selda und Shalom Stamberg

Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges Frühstück mit Grebes Brielhof  1.12.2013Sonntag, der 1. Dezember 2013 – es ist der letzte Tag von Selda und Shalom Stamberg in Bisingen. Zum Frühstück in Stambergs Hotel kommen Lehrer Grebe und seine Frau – beide sich Lehrer an der „Freien Waldorfschule“ in Balingen-Frommern. Holger Grebe kam nicht mit lehren Händen – eine Bilder-CD und 32 Brief von seinen Schülern der 9. Klasse, denen Shalom Stamberg am 27. November in der Waldorfschule ein Zeitzeugnis gegeben hatte, wurden Schalom Stamberg überreicht. Es war eine Idee von Holger Grebe, die Schüler ihre Gedanken zu dem Zeitzeugnis von Shalom Stamberg aufzuschreiben, und jeder kleine Brief war ein Kleinod für sich – ein wunderschönes Geschenk, wie es besser gar nicht sein konnte für die Gäste aus Haifa. Shalom Stamberg hatte sogleich die Vision, wie die Briefe über der Doppel-Couch in seinem Gästezimmer – der Vorsitzenden sehr wohl bekannt –  die Wand zieren würden 🙂

Verein Geddenkstätten KZ Bisingen 10jähriges - Gemeinde Balingen 1.12.2013 -1Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges Gemeinde Balingen 1.12.2013 -2Um 9:30 stand der Besuch einer Gemeinde in Balingen auf dem Programm – Stambergs hatten als Geschenk eine wunderschöne kleine Chanukkiah mit Widmung mitgebracht – und Shalom entzündete die vier Kerzen für den 4. Tag des Chanukkah-Wunders. Die Gäste aus Israel wurden sehr herzlich empfangen und begrüßt und wie bereits in der Realschule am Freitagmorgen, wurde auch hier das Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges Gemeinde Balingen 1.12.2013 -3Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges Gemeinde Balingen 1.12.2013 -4Lied „Hevenu Shalom Aleichem“ angestimmt.

Den Gesichtern von Selda und Shaolm Stamberg ist zu entnehmen, dass den Beiden dieser Besuch sehr gut gefallen hat. Darüber sprachen sie auch noch einmal auf der Fahrt nach Frankfurt zum Flughafen – der Vormittag in der Gemeinde hatte bei ihnen einen tiefen, posiven Eindruck hinterlassen.

Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges Gemeinde balingen 1.12.2013 -5Ralf H., Ältester der Gemeinde und mit seiner Frau Mitglieder in unserem Verein erzählte von der Verbindung ihrer Familie mit dem Ort „KZ Bisingen“. Durch Recherchen eines Onkels von Marion.H. hatte sich vor einiger Zeit herausgestellt, dass ihr Großvater mit dem letzten  Transport am 7. März 1945 aus Buchenwald nach Bisingen gekommen war und zu den 900 jüdischen Häftlingen gehörte. In diesem Zusammenhang hatte sie auch erstmals erfahren, dass sie jüdische Wurzeln hat. Der Großvater hat das KZ Bisingen überlebt – er verstarb vor einigen Jahren. – Fotos. Hentsch

Shalom Stamberg vor 10.Klässlern der Real- und GHW-Realschule Bisingen

Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges Bisinger Schulen 29.11.2013 -2Freitag, den 28. November 2013 , 9:30Uhr – Sie Schulleiter der Realschule Bisingen, Herr Tröger, und der GHW-Realschule Bisingen, Frau Jetter, hatten für einen Zeitzeugenbericht von Shalom Stamberg einen Termin für die Shüler ihrer 10. Klassen  zur Verfügung gestellt. Das Treffen fand in der Reaslchule statt – Shalom Stamberg war dort schon einmal vor 10 Jahren. Die GHW-Realschule hatte er im Mai 2005 zum ersten Mal besucht – an beide Treffen konnte er sich noch gut erinnern.

Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges  Bisinger Schulen 29.1^1.2013 -5Eine Überraschung für die Gäste aus Israel,  gab es gleich zu Beginn – Lehrer und Schüler und sangen das bekannte israelische Lied „Hevenu Shalom Aleichem“ – Wir wünschen Frieden Euch allen, in das die Gäste freudig miteinstimmten. Begleitet wurde das Lied von eine kleinen Schüler-Band – für die Vorsitzende des Vereins ein Wiedersehen mit den vier jungen Männern, die vor einigen Jahren als damls 7.Klässler Teilnehmer an der AG-Spurensuche waren, die jeweils im Sommerhalbjahr der Realschule ein Mal wöchentlich vom Verein geleitet wird. Sie hatten damals Briefe an unsere noch Überlebenden geschrieben – unter anderem auch an Shalom Stamberg.Dieser Brief befindet sich heute in einem Rahmen in einem Zimmer der Wohnung von Shalom Stamberg, in welchem sich seine diversen Auszeichnug und Bilder von früheren Besuchen in Bisingen befinden.

Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges Bisinger Schulen 29.11.2013 -6Wie bereits in den beiden anderen Schulen an den Tagen zuvor gab es ein Interview mit Shalom Stamberg, dem die jungen Leute mit großer Aufmerksamkeit folgten. Musikalisch begleitet von  Lehrerin Frau Billet-Barfuß und Konrektor Herrn Merz wurde zum Abschluss das Lied „So ist Versöhnung – so muss der wahre Friede sein“ gesungen – ein Lied, dass gearde in diesen Tagen in Bisingen eine sehr besondere Bedeutung hatte.

Verein Gedenkstätten KZ Bisngen 10jähriges Bisinger Schulen 29.11.2013 -8Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges Bisinger Schulen 29.11.2013 -9Leider blieb für Fragen am Ende kaum  Zeit – allerdings gab es noch eine kleine Zeit, in der die ehmaligen „Spurensuchler“ Schalom Stamberg noch persönlich kennenlernen konnten.

5 Fotos: Verein

SchwaBo 30. 11.2013Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähruges Bisinger Schulen 29.11.2013 -7

Foto ganz unten: J. Wahl

Begegnung und Interview mit der Enkelin des KZ Bisingen-Lagerführers Johannes Pauli

Neben drei Schulbesuchen des noch einzigen uns bekannten Überlebenden des KZ Bisingen, Shalom Stamberg aus Haifa, waren aus Anlass des 10jährigen Bestehens des Vereins „Gedenkstätten KZ Bisingen“ drei Vortragsabende angesagt. Diese Reihe begann am Donnerstagabend, dem 28. November 2013 mit einer Begegnung und einem Interview mit Schwester Silvia Pauli, Schweiz, der Enkelin des KZ-Bisingen Lagerführers Johannes Pauli. Schwester Sivia hatte sich Ende September 2009 erstmals in einer E-Mail an den Verein gewandt – und im Oktober 2009, besuchte sie Bisingen und die Vorsitzende des Vereins für zwei Tage. Vor 4 Jahren entstand eine enge Freundschaft und Schwester Silvia signalisierte im Sommer 2013 erstmals, dass sie bereit ist ihr leidvolles Schweigen zu durchbrechen! Wir danken Schwester Sivia Pauli sehr für ihre Bereitschaft, über ihr schweres Familien-Zeugnis aus Anlass unseres „10jährigen“ in der Öffentlichkeit zu erzählen.

Verein Gedenkstäten KZ Bisingen 10jähriges Abendveranstaltung 28.11.2013 mit SR. Silvia Pauli -1Bürgermeister Krüger, Bisingen, sprach ein Grußwort zur Eröffnung des Abends – und Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges Abendveranstltung 28.11.2013 mit Schwetsr Silvia Pauli -2Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges Abendveranstaltung 28.11.2013 jannik Bitzer -3Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges Abendveranstaltung 2811.2013 -5Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges Abendveranstaltung 28.11.2013 - 4Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges Abendveranstaltung 29.11.2013 Sr. Silvia Pauli -6Jannik Bitzer, Jugendguide und Vorstandsmitglied unseres Vereins gab dem Abend sehr einfühlsam die musikalische Umrahmung. Schon an diesem ersten Abend mussten Besucher auf der schmalen Treppe Platz nehmen – wir möchten für die Hinnahme dieser Unannehmlichkeithier noch einmal sehr herzlich danken.

Über den Abend selbst sollen hier die beiden Pressebeiträge im Schwarzwälder Bote von Volker Rath und in  der Hohenzollerischen Zeitung, von Antonia Lezerkoss erzählen. 6 Fotos: Wöhr/Hentsch

Verein Gedenkstätten KZ Bisngen 10jähriges Abendveranstaltung 28.11.2013 Bild von Volker Rath -7Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges Abendveranstaltung 28.11.2013 Bild von Volker Rath -8Die beiden letzten Bilder in der Reihe sind  von Volker Rath – der Beitrag von Volker Rath im Schwarzwälder Bote vom 30. November 2013 hier zunächst als Link: Ende des Leidens kommt in aller Still

HoZoZei 3. 12. 2013 Von der Last des Schweigens

Shalom Stamberg zum zweiten Mal in der Waldorfschule Frommern

Am Donnerstag, dem 28. November 2013 besuchte Shalom Stamberg mit seiner Frau Selda zum zweiten Mal nach 10 Jahren die Waldorfschule in Frommern. Als  Lehrer Holger Grebe vor einigen Wochen erfuhr, dass Stambergs zum 10jährigen Bestehen unseres Vereins nach Bisingen kommen würden, hatte er augenblicklich einen Besuch der beiden in der Waldorfschule angemeldet. Bereits bei der Begrüßung im Vorfeld zum Zeitzeugnis von Shalom Stamberg für die 9. Klasse von Herrn Grebe war die Begegnung als geradezu fröhlich zu bezeichnen – gute Freunde trafen sich nach langer Zeit wieder – und ein Verein gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges  Waldorfschule Frommern Zeitzeuge S. Stamberg -19Praktikant der Waldorfschule vervollständigte bei einer Tasse Kaffee durch seine Kenntnis der polnischen Sprache die Intensität der Wiederbegegnung.

Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 19jähriges S. Stamberg in der Waldorfschule Frommern 28.11.2013 -1jpgIm Schulraum gab es eine große Landkarte „Mitteleuropa von 1914 – 1990“ und eine kleiner Tafel mit diversen Bildern von Auschwitz und einer Lagekarte nebst Artikel zum Unternehmen „Wüste“. Eine besondere Überraschung zur Begrüßung der Gäste aus Israel hatte sich Herr Grebe mit seinen Schüler einfallen lassen – ein berühmtes Partisanen-Lied des jüdischen Dichters Hirsch Glick, das auch zum Lied des Warschauer Ghetto-Aufstands wurde, spielten und sangen Lehrer und Schüler mit Shalom und Selda Stamberg  – ein sehr bewegender Moment an diesem Morgen! – und mit diesem Lied wurde die Begegnung mit Stambergs auch beendet. Anschließend an das Zeitzeugengespräch besuchte Herr Grebe mit Stambergs Verein Gedenkstätten KZ Bisngen 10jähriges Waldorfschule Frommern Zeitzeuge S. Stamberg 28.11.2013 -18Verein gedenkstätten KZ Bisngen 10jähriges Waldorfschule Frommern Zeitzeuge S. Stamberg 28.11.2013 -18anoch  die Orchesterklasse – die 6.Klässler wollten unbedingt Shalon Stamberg kennenlernen. Geprobt wurde gerade die Ouvertüre zur Oper Carmen und Shalom Stamberg – völlig begeistert – dirigierte sehr schwungvoll mit!

Ein Bericht über das Treffen von Holger Grebe für die Presse: Auschwitz-Überlebender Shalom Stamberg berührt Waldorfschüler mit seiner Lebensgeschichte

Balingen-Frommern. „Sog nit kejnmol, as du gejsst dem leztn Weg“ – mit diesem bewegenden Partisanenlied des jüdischen Dichters Hirsch Glik aus dem Jahr 1943 bedankten sich die Schülerinnen und Schüler der Neunten Klasse Ende November bei Shalom Stamberg und seiner Frau Selda. Auf Einladung des Geschichtslehrers Holger Grebe erzählte der 86-jährige Gast aus Israel die wichtigsten Stationen seiner Leidensgeschichte im Holocaust. Shalom ist mit 13 Jahren nachts aus dem Warschauer Getto in seiner polnischen Heimat geflohen, wurde von den deutschen Besatzern wieder aufgegriffen und musste anschließend mehrere Konzentrations- und Vernichtungslager erleben. Ein Menschenleben war in dieser Zeit „kein gar nichts“ wert. Als Jugendlicher, der vom Vater als Elektriker angelernt war, entkam er in Auschwitz den Gaskammern, weil er arbeitsfähig war. Seine ganze Großfamilie, 150 polnische Juden, hat Shalom verloren. Die letzte Station seiner Odyssee durch halb Europa war die schlimmste: das KZ Bisingen am Fuß der Schwäbischen Alb. Dort versuchte die SS in den letzten Kriegsmonaten noch mit etwa 10 000 Häftlingen in 10 Lagern des „Unternehmens Wüste“ Öl aus dem Schieferabbau zu gewinnen, um den katastrophalen Treibstoffmangel der Wehrmacht zu lindern – ein sinnloses und grausames Unterfangen. Die Häftlinge standen im Winter beim Zählappell zum Teil bis zu den Knien im Schlamm. Außer einer dünnen Wassersuppe gab es nichts zu essen. Der junge Häftling, dessen Auschwitz-Nummer 79113 noch heute im linken Unterarm eintätowiert ist, konnte nur überleben, weil er immer die Stimme seiner Mutter im Ohr und in der Seele hatte. „Wie ein Dynamo“, so Shalom auf Schüler-Nachfrage, hat ihn dieser Motor am Leben erhalten. Besonders berührt hat die Schüler die menschliche Bescheidenheit des besonderen Gastes, der sich mutig seinen schmerzvollen Erinnerungen stellt. Zuletzt rief Shalom Stamberg den Jugendlichen zu: „Ihr seid alle meine Kinder!“ – ein tiefe Geste der Versöhnung.
Der Besuch der beiden Ehrengäste an der Waldorfschule Balingen führte anschließend noch in die erste Klasse zum „Spielturnen“ und ins Mittelstufenorchester, wo 35 Musiker aus den Klassen 5 bis 8 an einem Orchesterwerk von Bizet probten.

Nachfolgende Fotoserievon  Herrn Grebe und vorwiegend Herrn Wischnewski

Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges Waldorfschule Frommern Zeitzeuge S. Stamberg 28-11.2013 -1Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges Waldorfschule Frommern Zeitzeuge S. Stamberg 28.11.2013 -2Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10j#hriges Waldorfschule Frommern Zeitzeuge S. Stamberg 28.11.2013 -4Verein Gedenkstäten KZ Bisingen Waldorfschule Frommern Zeitzeuge S. Stamberg 28.11.2013 -3Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges Waldorfschule Frommern Zeitzeuge S. Stamberg 28.11.2013 -5Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges Waldorfschule Frommern zeitzeuge S. Stamberg 28.11.2013 -6Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges Waldorfschule Frommern Zeitzeuge S. Stamberg 28.11.2013 -7Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges Waldorfschule Frommern Zeitzeuge S. Stamberg 28.11.2013 -9Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges Waldorfschule Frommern Zeitzeuge S. Stamberg 28.11.2013 -8Verein Gedenkstätten KZ Bisngen 10jähriges Waldorfschule Frommern Zeitzeuge S. Stamberg 28.11.2013 -11Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges Waldorfschule Frommern Zeitzeuge S. Stamberg 28.11.2013 -12 Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges Waldorfschule Frommern Zeitzeuge S. Stamberg 28.11.2013 -13Verein Gedenkstätten KZ Bisngen 10jähriges Waldorfschule Frommern Zeitzeuge S. Stamberg 28.11.2013 -14Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges Waldorfschule Frommern Zeitzeuge S. Stamberg 28.11.2013 -16Verein Gedenkstätten KZ Bisngen 10jähriges Waldorfschule Frommern Zeitzeuge S. Stamberg 28.11.2013 -17

Shalom Stamberg, Überlebender des KZ Bisingen, als Zeitzeuge im Gymnasium Ebingen

Aus Anlass des 10jährigen Bestehens des Vereins „Gedenkstätten KZ Bisingen“ besuchte Shalom Stamberg mit seiner Frau Selda aus Israel kommend Bisingen in der Zeit vom 25. 11. – 02. 12. 2013 zum vierten Mal das Kirchspiel Bisingen. Der erste Besuch von Shalom Stamberg im September 2003 gab den letzten noch notwendigen Schub zur Gründung des Vereins „Gedenkstätten KZ Bisngen“ – der aus dem langjährigen Gesprächskreis „Möglichkeiten des Erinnernes“ am 28. November 2003 hervorging. Siehe dazu auch unter der Kategorie „About“!

Für Shalom Stamberg und seine Frau Selda, standen drei Schulbesuche als Zeitzeuge auf dem Programm in dieser Woche – und am Mittwoch vormittag, dem 27. November 2o13 ging es von Bisingen „an der Alb“ hinauf „auf die Alb“ nach Ebingen.

Unser Vorstandsmitglied, Dieter Grupp, Lehrer am Gymnasium Ebingen, hatte es möglich gemacht, dass Shalom Stamberg als Zeitzeuge ins Gymnasium Ebingen eingeladen wurde. 

Verein gedenkstäten KZ Bisingen 10jähriges S.Stamberg im Gymnasium Ebingen 27.11.2013  -1Schulleiter Dr. Schenk begrüßte die Gäste aus Haifa vor etwa 200 Schülern sehr herzlich und über en Verlauf der Veranstaltung kann im Bericht für die Presse von der Lehrerin Stefanie Doldinger hier nachgelesen werden.

Fotos: Grupp und Doldinger___________________________

Arbeit gegen das Vergessen heißt Zukunft bauen

Fast 70 Jahre nach Ende des Holocaust gibt es nicht mehr viele, die die Grauen jener Zeit erlebt haben. Einer der letzten Überlebenden des Holocaust und letzte Überlebende des KZ Bisingen, Shalom Stamberg, sieht genau darin seine große Verantwortung: Denn eine Zukunft, in der diese Grauen sich nicht mehr wiederholen, ist nur möglich, wenn wir gegen das Vergessen arbeiten. Darum kam er von Haifa, Israel, nach Bisingen zum 10jährigen Bestehen des dortigen Vereins „KZ-Gedenkstättenverein Bisingen e.V.“, für dessen Gründung er damals Auslöser war. Auf Einladung von Geschichtslehrer Dieter Grupp besuchte er auch das Gymnasium Ebingen, wo er vor den Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 und der Kursstufe 1 aus seiner Vergangenheit erzählte.

PICT2566 - ymnasium Ebingen Schüler 27.11.Selten war eine so große Menge von Schülern in der Schulmensa derart still und aufmerksam wie an jenem Mittwochmorgen, als Uta Hentsch, 1. Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges -S. Stamberg im  Gymnasium Ebingen 27.11.2013 -2Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges S.Stamberg im Gymnasium Ebingen 27.11.2013 -3aVorsitzende des Vereins, mit Shalom Stamberg und dessen zweiter Ehefrau Selda auf einem kleinen Podium sitzend, diesen interviewte. Behutsam führte sie ihn durch die Stationen seiner Kindheit und Jugendzeit, die er erst im Warschauer Ghetto verbrachte, aus dem er als gerade einmal 13jähriger auf abenteuerliche Weise in der Nacht floh, nur um wieder in ein Arbeitslager gesteckt zu werden.

Von dort floh er in seinem festen Willen, seine Familie wieder zu sehen, wiederum, indem er sich mitten im Winter nachts unter einem Stacheldrahtzaun hindurch grub. 1942 wiederum wurde er aber mit seiner Familie zusammen nach Auschwitz deportiert: Wie ein Stück Vieh kam er sich damals vor, das in der Herde zum Schächten geführt wird. Und sofort bei der Ankunft wurde er von seiner Mutter und seinen Geschwistern getrennt: Der berüchtigte KZ-Arzt Dr. Mengele höchst persönlich sortierte die Ankommenden aus in „arbeitsfähig“ und sofort zu „erledigen“.

So geschah es, dass er in der Folgezeit für die IG Farben arbeitete. Dann aber kam er ins KZ Buchenwald und dort hatte er die Tatsache, dass er den Holocaust überleben würde, einem glücklichen Zufall zu verdanken: Es wurden dringend Elektriker gesucht. Zwar war Shalom Stamberg kein ausgebildeter Elektriker, aber sein Vater hatte ein Elektrogeschäft und so kannte er sich genug aus, um einen Schaltplan zu zeichnen, der die Verwaltung überzeugte. Aufgrund dessen wurde er Ende Januar 1945 nach Bisingen gebracht.

Die Umstände für die Häftlinge dort waren miserabel, die Arbeit in der Ölförderung und in der primitiven Fabrik extrem. Weil er noch jung und flink war, wurde Shalom Stamberg dazu eingesetzt, auf Strommasten zu klettern und dort Isolatoren zu verbinden. Lange währte diese Zeit jedoch nicht, denn das Kriegsende war absehbar und es gab in Bisingen für die Häftlinge weder mehr Kleidung noch Nahrung. Daher wurde er nach Dachau transportiert und dort schließlich von der amerikanischen Armee befreit. Zusammen mit seiner ersten Frau, die er direkt nach der Befreiung kennen lernte, wanderte er 1948 nach Israel aus.

Obwohl Shalom Stambergs  nie die deutsche Sprache gelernt hat und Uta Hentsch einiges auch zusammenfassend erklären musste, hatte dieser kleine, aber so energische Mann seine Zuhörer absolut in Bann gezogen. Wie kann jemand, so fragten sich alle, so viel Leid und Qual so viele Jahre überleben und nun nach Deutschland zurückkehren, um mit den Enkeln und Urenkeln derer, die ihm einst seine Familie, seine Kindheit und Jugend genommen haben, so freundlich, fast freundschaftlich und offen umzugehen? Es sei wie ein Dynamo, erklärt der Elektriker, den er in seinem Herzen habe: Er trieb ihn an zu überleben, weil er seine Familie wieder sehen wollte, und treibt ihn heute noch an, weil er Optimist ist und sieht, dass wir aus der Geschichte gelernt haben und immer noch lernen. ______________________ENDE

Verein Gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges S.Stamberg im Gymnasium Ebingen 27.11.2013 -4Dieter Grupp bedankte sich im namen der Schulleitung, des gesamten Leherkollegiums und der Schüler bei den Gästen aus Israel sehr herzlich – für Gespäche mit Stambergs, Lehrern und Schülern blieb noch ausreichend Zeit.

Shalom Stamberg hatte zu Beginn des Interviews den Schülern eine für ihn sehr wichtige Botschaft vorgelesen:

Niemand von Ihnen ist für das was geschehen ist verantwortlich aber ich habe eine Bitte an Sie alle, 

–       nicht zu vergessen

–       und nichts zu verleugnen,

–       sondern für die Geschichte Verantwortung zu tragen

Nur so kann Zukunft gebaut werden, die sich mit dem Gewissen vereinbaren lässt.

Er beendete das Gespräch mit dem Satz: Shalom u’wracha leculam – das bedeutet: Frieden und Segen für alle die hier sind.

Verein gedenkstätten KZ Bisingen 10jähriges S.Stamberg im Gymnasium Ebingen Dieter:Stambergs und  27.11.2013 -5

Vorankündigung: 10jähriges Bestehen des Vereins „Gedenkstätten KZ Bisingen“

Plakat:flyer 10jähriges 11:2013Am 28. November 2003 wurde der Verein „Gedenkstätten KZ Bisingen“ gegründet. Voran gegangen war der Besuch des Überlebenden des KZ Bisingen, Shalom Stamberg und seiner Frau Selda aus Haifa, Israel. Dieser Besuch gab den letzten Schub zur Vereinsgründung, und wir freuen uns sehr, dass Shalom Stamberg, der nun letzte unserer Überlebenden ist, mit seiner Frau Selda zu unserem „10jährigen“ nach Bisingen kommen wird.

Ein 4-tägiges Programm steht nahezu – es wird hier vorgestellt  so wie alle Programmpunkte endgültig fixiert sind – (vermutlich ab Mitte/Ende September).

Bürgermeister Joachim Krüger, Bisingen,  hat bereits für drei Veranstaltungen seine Teilnahme bestätigt!

Unser Dank geht an die Stiftung „Erinnerung-Verantwortun-Zukunft“ in Berlin für die großzügige Übernahme der Flugkosten und Spesen für unsere Gäste aus Israel und an die „LpB-Stuttgart“ – Abtlg. Gedenkstättenarbeit – für die Übernahme der Kosten für unsere Referentin Dr. Chritistine Glauning und Aufnahmen der Interviews mit Shalom Stamberg zur digitalen Dokumentation.

Wir laden schon jetzt sehr herzlich unsere Mitglieder und Freunde zu der einen oder anderen – aber auch für alle Veranstaltungen  ein – siehe auch unsern Flyer hier: Flyer für 10jähriges -neu

Nachruf für Otto Gunsberger

von Dr. Ines Mayer

IMG_0277Wie soll man Abschied nehmen von einem lieben Freund, der in Melbourne, im fernen Australien beerdigt wird? Diese Frage stellten sich die Mitglieder des Vereins „Gedenkstätten KZ Bisingen“, als sie vom Sohn erfuhren, dass Otto Gunsberger am Ostermontag gestorben ist. Wie im Judentum üblich wurde er zeitnah, am Mittwoch im engsten Familienkreis beigesetzt. Eine persönliche Anwesenheit war den Freunden in Bisingen also aus mehreren Gründen IMG_0271nicht möglich. Um dennoch irgendwie gebührend Abschied nehmen zu können, trafen sich mehrere Vereinsmitglieder und Freunde  am Freitagabend im Heimatmuseum zu einer kleinen Gedenkfeier.


Von Anja Stromberg am 05(←Mail eines Vereinsmitglieds) In einer Fotoschau, unterlegt mit Felix Mendelssohn Bartholdys „Lieder ohne Worte“, ließ man noch einmal die zahlreichen Begegnungen mit Otto Gunsberger und seiner Frau Eve Revue passieren. 1996, als mit einem Festakt das Heimatmuseum eröffnet wurde, das damals noch unter dem Motto „Schwierigkeiten des Erinnerns“ stand, kam Otto Gunsberger mit gemischten Gefühlen nach Bisingen, hatte er hier doch im Frühjahr 1945 eine schlimme Zeit im Konzentrationslager durchlebt. In den vorangegangenen Monaten in den Lagern Auschwitz und Buchenwald auf 35 Kilogramm abgemagert, war der gerade 18-jährige aus Nagykanisza in Ungarn stammende junge Mann bei seiner Ankunft in Bisingen so entkräftet, dass er der harten Arbeit im Schieferabbau kaum noch gewachsen war. Im April ’45 wurde das KZ Bisingen evakuiert, Gunsberger nach Dachau-Allach deportiert und dort von der US-Armee befreit.

001-Die _Vier_ 1996Fünfzig Jahre später der offiziellen Einladung nach Bisingen zu folgen, bedeutete für Gunsberger wie für die anderen drei Überlebenden, die damals kamen, eine Reise ins Ungewisse. Würden schmerzhafte Erinnerungen hochgespült werden? Wie würde man ihnen in Bisingen begegnen? Und vor allem: Was waren das für Deutsche im Jahr 1996 und wie stellten sie sich zu den Verbrechen, die ihre Vorfahren während der NS-Zeit verübt oder geduldet hatten? Otto Gunsberger schrieb nach seiner Woche in Bisingen – nach Schulbesuchen, öffentlichen Auftritten und privaten Begegnungen – ein kleines Buch mit dem Titel „Difficulties of Remembering“ (Schwierigleiten des Erinnerns) und zog darin eine durchweg positive Bilanz: Es habe sich unbedingt gelohnt zu kommen, so Gunsberger. Die vielen netten Menschen und die wichtige Erinnerungsarbeit in Bisingen stimmten ihn optimistisch. Er hoffe, dass die kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit die jungen Menschen resistenter gegenüber neonazistischem Gedankengut mache.

002c-Otto_1998 -2003-Besuch O. Gunsberger 2004(←2001 +2004) In den kommenden Jahren kehrte Gunsberger noch viermal nach Bisingen zurück – 1998 zur Einweihung des Geschichtslehrpfads, 2001, 2004 und 2009. Es war ihm ein wichtiges Anliegen, die Gedenkstättenarbeit in Bisingen zu unterstützen, vor allem indem er in die Schulen am Ort und in der Umgebung ging. Gunsbergers Schulbesuche waren besondere Erlebnisse. Unvergessen allen, die dabei waren, (←2004 Bisingen/Realchule) blieb der Augenblick, wenn er den 003a-IMAG~117Stationen003b-IMAG~10FÄrmel hochkrempelte und seine Häftlingsnummer von Auschwitz zeigte – er konnte sie immer noch in fließendem Deutsch hersagen. Ob er sich nie überlegt habe, die Tätowierung entfernen zu lassen, wollten die Schüler oft wissen. „Nein“, entgegnete Gunsberger, „die Nummer ist nicht meine Schande; sie ist die 004-IMAG~114 -2005 005-IMAGE391OttoSchande derer, die sie mir eingebrannt haben.“ – Einer dieser bestechend prägnanten Gunsberger-Sätze, die in Erinnerung bleiben, weil sie mit wenigen Worten die zutiefst humane Grundhaltung ausdrücken, die Otto Gunsberger eigen war und die alle beeindruckte, die ihn kannten.

006-IMG_7234 Techn. Gym. Balingen008-IMG_7244010-IMG_7253(←2009 TGBalingen) Im zweiten Teil der Gedenkfeier im Heimatmuseum konnten die Anwesenden diese besondere Ausstrahlung Gunsbergers noch einmal auf sich wirken lassen. Uta Hentsch, die Vorsitzende des Gedenkstättenvereins, hatte im Mai 2009 Gunsbergers Besuch am Technischen Gymnasium Balingen aufgezeichnet; ein Teil des Mitschnitts wurde nun noch einmal gezeigt. Die Fragerunde damals endete mit zwei wichtigen Anliegen Gunsbergers, die gleichsam das Schlusswort für die Abschiedsveranstaltung am Freitag bildeten. Da ist einmal seine Grundüberzeugung, dass man Menschen nicht nach ihrer Gruppenzugehörigkeit bewerten dürfe, sondern als Individuen – eine „Lehre“, die er selbst aus seiner Zeit in den Konzentrationslagern gezogen hat. Zum anderen der Appell, den er an die Schülerinnen und Schüler und eigentlich an uns alle richtete: „Erlaubt es niemandem in euerm Land, weder einer Gruppe, noch einer Partei oder einer Einzelperson, zu behaupten, Auschwitz habe es nicht gegeben. Nicht mehr und nicht weniger erwarte ich von euch.“

Nachfolgende Bilder Mai 2001 und Otto und Eve 2001 -4 Haigeröoch Otto und Eve 2001 -6 Haigerloch Otto und Eve 2001 -7 KZ-Friedhof Bisingen Otto und Eve 2001 -8 Eve& Pfarrerin Hirschbach Otto und Eve 2001 -9 Otto & Christine Glauning2009:

2001: 1.+2 Haigerloch / 3 KZ-Friedhof Bisingen / 4+5 Abschiedsabend im Evang. Gemeindehaus Bisingen , Eve Gunsberger und Pfarrerin Hirschbach, Otto Gunsbergerzund Christine Glauning

2009: 1.2.3 Realschule Bisingen / 4 Besuch der AG-Spurensuche auf dem Geschichtslehrpfad / 5.6.7 Empfang bei Bürgermeister Joachim Krüger / 8.9.10.11 Treffen mit Freunden im Heimatmuseum / 12.13 Abschiedsessen auf dem Brielhof – alle Fotos: Hentsch 

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065-IMG_7460067-IMG_7465072-IMG_7479HoZoZei 10. April 2013 

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SchwaBo 09

Vorstand im Verein Gedenkstätten KZ Bisingen leicht verändert und erweitert

PICT0544!Auf der Jahreshauptversammlung des Vereins Gedenkstätten KZ PICT0546Bisingen am Donnerstag 21. März 2013 gab PICT0547es bei den Vorstandswahlen PICT0551leichte Veränderungen mit erfreulicher Erweiterung des Vorstands.

Bisingens Bürgermeister, Joachim Krüger war Ehrengast und übernahm den Part der Entlastung der Vorsitzenden und der Kassiererin nach deren Rechenschaftsberichten. Auch das Einsammeln und Auszählen der Stimmzettel nahm er in sein ahne. Wir danken Bürgermeister Krüger an dieser Stelle noch einmal dafür, dass er diesem Termin einen Platz in seinem Terminer  gegeben hat und  danke auch dafür, dass er an der Seite unseres Vereins steht.  Einen detaillierteren Bericht über den Abend wird es in Kürze als Pressebericht geben.

Pressebericht Schwarzwälder Bote, 22.03.2013, 21:06 Uhr: Zeitzeugen sollen zu Wort kommen

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Ganz links der neue Vorstand mit Bürgermeister Joachim Krüger und der Leiterin des Heimatmuseum in de gemeinde Bisingen, Franziska Blum.

Daneben Bürgermeister Krüger mit zwei jungen, sehr aktiven neuen Mitgliedern, Hendrik Dahlhoff, neuer Schriftführer, macht bereits eigenständige Führungen – auch in englisch,  links, Jannik Bitzer, Jugendguide und neuer Beisitzer, rechts  und die zu diesem Zeitpunkt „Noch-Vorsitzende“.

HoZoZei 25.03.2013Bericht für die Presse von unserm neuen Beisitzer Jannik Bitzer :-)!

Yad Vashem – Aufgaben/Ziele/Visionen – Vortrag von Arik Rav-On beim Verein „Gedenkstätten KZ Bisingen“

(←Yad Vashem Eingangsbereich) Zu einem Vortrag über Yad Vashem, Arbeit, Ziele und Visionen hatte der Verein Gedenkstätten KZ Bisingen zum Dienstag, 13. November 2012 eingeladen. Der Referent war Arik Rav-On, Direktor für die deutschsprachigen Länder und die Schweiz, Yad Vashem.

Der Kontakt zur Gedenkstätte Yad Vashem besteht sei dem Frühjahr 2011, als der Verein Gedenkstätten KZ Bisingen Mitglied des Freundeskreis Yad Vashem Deutschland e.V. wurde. Der Referent, Arik Rav-On, betreute die Bisinger Vertreter während der Kranzniederlegung für die Jüdischen Opfer des KZ Bisingen am „Jom HaShoa“ im Mai 2011 in Yad Vashem (siehe Link: Kranzniederlegung in Yad Vashem Mai 1011

Yad Vashem – ‚Denkmal und Name’ – ist die international bedeutsamste Gedenkstätte zum Holocaust und wurde 1953 in Jerusalem gegründet. Die Namensgebung hat ihren Ursprung in Jesaja 56,5: „Ihnen allen errichte ich in meinem Haus und in meinen Mauern ein Denkmal, ich gebe ihnen einen Namen, der mehr wert ist als Söhne und Töchter: Einen ewigen Namen gebe ich ihnen, der niemals getilgt wird.“ Yad Vashem erinnert an die Verfolgung und Ermordung von sechs Millionen Juden während des Holocausts. Sie erinnert weiterhin an die aufgelösten und zerstörten jüdischen Gemeinden, an Tapferkeit und Heldentum der Soldaten, Untergrundkämpfer und Gefangenen und an die Gerechten unter den Völkern, die für die Rettung von Juden ihr Leben aufs Spiel gesetzt haben.

Die Gedenkstätte Yad Vashem und das ihr angeschlossene Institut liegen auf dem „Berg der Erinnerung“ (hebr. har ha-zikaron), einer Hügelkette an den westlichen Ausläufern Jerusalems. Verschiedene Denkmalsstätten, ein historisches Museum, ein Zentralarchiv und ein Forschungszentrum zur Dokumentation des Holocaust gehören zum gesamten Komplex.  Die Hauptaufgabe der Gedenkstätte liegt darin, die Erinnerung an den Holocaust, die bis in unsere Tage unzähligen, hartnäckigen Verleugnungen unterliegt, und seine Lehren für zukünftige Generationen wach zuhalten und zu bewahren. Die weltweit größte und umfangreichste Sammlung zum Holocaust befindet sich an diesem Ort.  Auch die Geschichte des Unternehmen „Wüste“ mit dem ‚Wüstewerk 2’, Bisingen, ist bis ins Jahr 2011 ins Archiv von Yad Vashem eingebracht.

Das Internationale Institut für Holocaust-Forschung koordiniert und unterstützt Forschungsprojekte auf nationaler und internationaler Ebene. Konferenzen und Kolloquien werden organisiert. Im Bereich der Erziehung liegt eine wesentliche Aufgabe der Gedenkstätte. Jährliche Kurse mit tausenden von Teilnehmern aus den verschiedensten Erziehungsbereichen werden von der Internationalen Hochschule für Holocaust-Studien in Hebräisch und sieben weiteren Sprachen durchgeführt. Hochqualifizierte Mitarbeiter werden von Yad Vashem ins Ausland gesandt, um dort Wissen und Bildung über den Holocaust mit zutragen und zu fördern.

Arik Rav-On zeigte zu Beginn seines Referats ein eindrückliches Bild, dass sogleich alle Themenbereiche der Gedenkstätte auf „einen Blick“ zur Kenntnis brachte. Er begann seinen Vortrag dann mit der Entstehungsgeschichte, am 19. August war die Gründung, und wie dann im Laufe der Jahre  die Weiterentwicklung voranging bis dann im März 2005 das „Historische Museum“ als Zentrum der Geschichte der der Juden eröffnet wurde. Link:  Das Historische Holocaust Musem Dieser Link enthält viele Unterteilungen – die Bilder sprechen für sich – leider gibt es dazu keine deutsche Version.

S0 Zuhörer, darunter Bisingens Bürgermeister Joachim Krüger hörten den Ausführungen von Herrn Arik Rav-On mit großer Aufmerksamkeit zu – Fragen durften zu jeder Zeit an den Referenten gestellt werden. Der einhellige Tenor am Ende dieser interessanten Veranstaltung: es war ein sehr informativer, aufschlussreicher und sehr gelungener Abend.

Bei der Verabschiedung des Referenten dankte die Vorsitzende des Verein Gedenkstätten KZ Bisingen dem Referenten dafür, dass er sich Zeit genommen hatte nach Bisingen zu kommen und der Landeszentrale für politische Bildung, Stuttgart – Abteilung „Gedenkstättenarbeit“ für die freundliche finanzielle Unterstützung . Bürgermeister Joachim Krüger bedankte sich ebenfalls und meinte abschließend: „vielleicht sieht man sich ja hier in Bisingen noch einmal wieder.“

Bilder von Yad Vashem / Links zur Gedenkstätte Yad Vashem (von links nach rechts: Tal der Gemeinden, siehe: Haigerloch/Hechingen / Gedenkstätte für 1,5 Millinen ermordeter Kinder / Eingang zum Historischen Holocaust Museum / Ende des Tunnels vom Holocaust Museum mit Blick auf Jerusalem / Link (deutsch)Yad Vashem – Über den Holocaust

←Mit Freunden aus Berlin vor dem Heimatmuseum Bisingen mit der Ausstellung: „Mut zur Erinnerung – Mut zur Verantwortung“ (alle Fotos U. Hentsch)

←Presseberichte!



 

„Berufswahl“ von Otto Gunsberger – Überlebender des KZ Bisingen/Neuauflage

Der Verein „Gedenkstätten KZ Bisingen“ hat mit freundlicher Unterstützung der Landeszentrale für politische Bildung, Abtlg. „Gedenkstättenarbeit“, Stuttgart, eine Neuauflage des Buches von Otto Gunsberger:  „Berufswahl“ heraus gebracht.

Verlag: Books on Demand        ISBN 978-3-8448-9396-0

Vorwort der Herausgeber der Neuauflage 2012

Otto Gunsberger wurde 1926 in Nagykanisza, Ungarn, geboren. Im April 1944 kurz nach der deutschen Besetzung Ungarns wurde die Familie von Otto Gunsberger in ein Lager gebracht – dort nach wenigen Tagen der SS übergeben und in Güterwaggons verfrachtet.“ Nach 3 Tagen Fahrt war das Ziel: Auschwitz/Birkenau erreicht. Es folgten als weitere Leidensstationen das KZ Buchenwald und im März 1945 das KZ Bisingen.

Nach Auflösung des Lagers Bisingen im April 1945 kam Otto Gunsberger mit einem Transport in offenen Güterwagen nach Dachau-Allach und erlebte dort im Mai 1945 die Befreiung durch die Amerikaner. Nach 3 Monaten Krankenstation beschlossen Otto Gunsberger und zwei seiner Kameraden nach Ungarn zurück zu gehen. In Budapest fand er seinen Vater in dem Haus, das dieser in der Zeit der Verfolgung als Zufluchtsstätte benutzt hatte. „Wir fielen uns in die Arme und weinten vor Freude.“ Von den Verwandten gab es keine Nachricht.

Nach dem Ungarn-Aufstand 1956 wanderte Otto Gunsberger mit seiner Familie nach Australien aus und lebt seit 1957 mit seiner Frau Eve in Melbourne.

(Foto: U.He-Besuch im Mai 2009) Sechs Mal besuchte Otto Gunsberger mit seiner Frau Eve Bisingen. Beide waren Gäste der Gemeinde Bisingen zur Eröffnung des Heimatmuseums mit der Ausstellung „Schwierigkeiten des Erinnerns“ im November 1996 und zur Eröffnung des Geschichtslehrpfads und Enthüllung des Jüdischen Gedenksteins auf dem KZ-Friedhof Bisingen im Oktober 1998. Vier weitere Besuche folgten in den Jahren 2001/2004/2005 und zuletzt im Mai 2009. Als Zeitzeuge besuchte Otto Gunsberger immer in Begleitung seiner Frau Eve Schulen in Bisingen, Hechingen, Haigerloch, Balingen u.a.

(Foto: U.He-Besuch im Mai 2009) Wir sagen Otto Gunsberger und seiner lieben Frau Eve herzlichen Dank für die Freundschaft und das Vertrauen, die sie uns bis heute geschenkt haben. Wir danken Otto Gunsberger für die vielen Zeitzeugenberichte in den Schulen und danken ihm im Besonderen für die Übertragung der Autorenrechte für eine Neuauflage 2012

Wir danken der Landeszentrale für politische Bildung, Stuttgart – Gedenkstättenarbeit – für die freundliche Unterstützung.

Unser Dank geht auch an die örtlichen Buchhandlungen, die sich am Verkauf beider Neuauflagen: „Ich stand an der Rampe von Auschwitz“ von Isak Wasserstein 2011 und Berufswahl“ von Otto Gunsberger 2012 – beteiligen:

bsb-Bogenschütz, Bisingen, Laiblache 2 /// DAS BUCH, Hechingen, Obertorplatz  12 /// Buchhandlung WELTE, Hechingen, Marktplatz 4

Der Vorstand „Gedenkstätten KZ Bisingen e.V.“ – im Juni 2012

Beide Autoren berichten in ihren Aufzeichnungen über die letzte Station ihrer langen Leidensodysee über „Die Hölle im Schiefer“ – das KZ BISINGEN

Otto und Eve Gunsberger in BIsingen 2009

Isak Wasserstein zum Gedenken